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Sie sind hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Okt. 23 > Start in Uruguay > ein Blick zurück ein Blick zurückNatürlich bin ich zu Hause in den letzten fünf Monaten immer wieder
gefragt worden, wie`s denn war? Mit großer Begeisterung habe ich dann
versucht, die fantastischen Erlebnisse der ersten sieben Monate in
Südamerika zu schildern. Wenn ich dann aber Mitleid-heischend und
herausstellend, was ich doch für ein tapferer und starker Held bin,
auch von den kleinen & großen Niederschlägen oder von der nur
schwer nachvollziehbaren Arbeit hinter solchen Reisen erzählte, konnte
ich in den Augen meiner Zuhörer auch so manches Mal ablesen, daß "so
ein Stress" nicht unbedingt sein muß ... und dann frage ich mich selbst
nicht zum ersten Mal, warum ich nicht daheim und in "Sicher- und
Geborgenheit" bleibe? Hier ein kleiner Teil der Antwort... ..ein ganz normaler Tag, irgendwann im Sommer, zu Hause, in
Deutschland. Das für heute angesetzte Pensum an Recherchen,
Vorbereitungen und Einkäufen ist erfolgreich erledigt und jetzt will
ich noch den herrlichen Sommer-Sonnenschein auf dem Balkon genießen.
Der Kindle ist aufgeklappt und schon nach einer Minute bin ich wieder
voll in der spannenden Story. Neben mir steht noch ein frischer Kaffee
und ich schmunzele - es sind nur noch 2-stellige Tage, bis ich wieder
in Südamerika bin ... als an meinen Ohren die Welt mit einem
hochtourigen Dröhnen explodiert! SCH... was ist denn jetzt wieder?
Gestern erst sind mir in der Sonne auf der Liege die Augen zugefallen,
als sich etwas so intensiv wie ein Zahnarztbohrer aber so groß wie eine
Tunnelbohrmaschine direkt in meinen Schädel gerammt hat. Es ist unerträglich! Selbst mit dicken Lärmschutzstöpseln in den Ohren und dem verzweifelten, meditativem Bemühen, daß Unabänderliche mit Gelassenheit hinzunehmen. Als dann irgendwann endlich wieder Ruhe eintritt, wage ich es kaum zu glauben und erst ein erneuter Blick über das Balkongeländer bringt die ersehnte Erleichterung als ich sehe, wie die beiden Profis ihre Geräte wieder zusammenräumen. Ich pflücke mir die Stöpsel aus den Ohren und gönne mir zur Feier noch `ne Tasse Kaffee. Nur ganz langsam regeln sich wieder die normalen, gewohnten Hintergrundgeräusche in mein geschundenes Bewußtsein. Es sind diese, ach so lieblichen, Rasenmäher derjenigen Nachbarn, die die günstige Gelegenheit genutzt haben, um ihre eigenen Hobbygeräte aus dem Schuppen zu ziehen... Es ist dieses nie versiegende weiße Rauschen der Autobahn im Hintergrund und das mittelalterliche Tatü-Tata der deutschen Polizei- und Rettungswagen, die mir die Assoziation von beamteten Fahrern mit preußischen Pickelhauben hinter den Lenkräder schenken. Es ist dieses dumpfe und durchdringende Wummern großvolumiger amerikanischer Motorräder beim Beschleunigen, welches in direkter Proportion zur Potenz der Fahrer steht, ja, es ist sogar das zarte, kaum zu hörende Zwitschern von zwei oder drei Vögeln die es geschafft haben, bis hierhin zu überleben. Ach, ist es nicht schön zu Hause in Deutschland zu sein? Was mir jetzt noch zum perfekten Glück fehlt, ist ein vorbeifahrender Rentner auf seinem E-Bike mit einem kleinen, aber leistungsstarkem Radio am Lenkrad aus dem Freddy Quinn ertönt. |
Sie sind hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Okt. 23 > Start in Uruguay > Lebenszeichen Lebenszeichen aus einer anderen WeltEs ist mittlerweile schon zwei Wochen her, daß ich das heimatliche
Deutschland verlassen habe und der eine oder andere Daheimgebliebene
erwartet so ganz langsam meine epischen Lebenszeichen aus Südamerika.
Nach der Lektüre des oberen Kapitels wird aber vielleicht deutlich, daß
ich mir erst einmal einen "Urlaub" verschrieben habe ... vor allem,
weil die letzten Tage auch nicht gerade die größte Erholung waren. Nach
Koffer packen, Wohnung aufräumen, Wohnung übergeben, Fahrt zum
Flughafen, Check-in, Sicherheitskontrolle, und Boarding folgten die
ersten 3 Stunden Flug nach Madrid. In den 2 Stunden Aufenthalt waren
dann über 40 Minuten "Anreise" zum interkontinentalen Terminal dieses
Großflughafens zu Fuß, über Laufbänder, Rolltreppen und sogar einem
Flughafenzug angesagt bevor Mitten in der Nacht das nächste Boarding
folgte ... und danach die nächsten 13 Stunden mit nicht sehr erholsamem
Schlaf (ist halt so ... im Flieger kann ich leider nicht wirklich
schlafen...) bis Montevideo. Nach der nächsten Stunde mit Einreise,
Gepäckausgabe und Zoll folgte eine weitere Stunde mit dem Taxi bis nahe
Solis de Mataojo. Dann konnte ich endlich den Wanderer wieder übernehmen, der die letzten 5
Monate sicher auf seinem Hallenplatz vor sich hingedöst hat. Der nächste Tag beginnt, na klar, mit Arbeit. Der Wanderer muß fahrfertig gemacht werden und es folgen die ersten Kilometer in der sonnendurchfluteten Weite Uruguays bis Solis de Mataojo... zum Einkaufen. Alles, wirklich alles an Grundnahrungsmitteln muß beschafft und auch wieder in den Wagen verladen werden Zurück auf dem Platz bei UYStorage ist jetzt endlich, nach zwei Tagen Reise, die erste Entspannung angesagt mit herrlichem Brot und frischem Kaffee - und das unter freiem, strahlend blauem Himmel. Nach dieser einen Stunde "Urlaub" folgt sofort die nächste, völlig
ungeplante Arbeit: In Solis waren die Plantanen auf dem Bürgersteig
frisch gestutzt worden und hatten leider schwer erkennbare, dennoch
deutlich ausladende "Beulen" ihrer früheren Äste und eine dieser Beulen
habe ich geschickterweise mit der Beifahrerwand des Aufbaus "geküßt"
... dummerweise so unglücklich, daß gleich oberhalb beider
Seitenfenster deftige Kerben im Blech entstanden sind... SCH...
Der nächste Tag, Samstag, jetzt folgen die ersten geplanten
Arbeiten: Vom Anbringen zusätzlicher Kleiderhaken, Ablagebechern und
sonstigem Gedöns, verbringe ich auch einige Zeit unter dem Wanderer: Nach den 13.000 km des letzten
Abschnitts des Abenteuers PanAmericana
ist das Abschmieren des Trucks angesagt! Wie heißt es doch so treffend:
"Abenteuer ist das romantische Wort für
Plackerei"... Montag, der 2. Oktober `23, ich verlasse mein Winterlager,
UYStorage, und ziehe die ersten 32 km weiter, ins Paraiso Suizo. Es ist
wirklich ein Gefühl wie nach-Hause-zu-kommen. Dazu tragen natürlich die
herzliche Begrüßung durch Heinz & Silvia bei, genauso wie der 250
Meter entfernte Süd-Atlantik mit seinen endlosen, menschenleeren
Stränden. Jetzt bin ich wirklich angekommen und kann für die nächsten
Tage meinen mehr als wohlverdienten Urlaub genießen... Urlaub? Im Paradies? Na ja, nicht so ganz. Klar kommen jetzt jeden
Tag ein bis zwei wunderschöne und lange Spaziergänge an den endlosen
und völlig menschenleeren Stränden am Paraiso Suizo ... unter strahlend
blauem Himmel und mit brennender Sonne ... mit bloßen Beinen im noch
verdammt frischen Atlantik. Natürlich, aber dazwischen ist auch
weiterhin Arbeit angesagt. Eine Tabelle mit dem bezeichnenden Namen
"Inbetriebnahme" umfaßt immerhin 72 einzelne Punkte, vom Anbringen
eines Hängeregisters im Bad über Umbau einer Umwälzpumpe an der
Heizung, über Austausch der Luftfilter für den Steyr, Montage eines Einstiegsbügels, Austausch
der Schläuche der Scheibenwaschanlage, Überprüfung von Ölstand und
Kühlflüssigkeit bei der Yamaha bis hin zum Tausch von Kettenblatt,
Ritzel und Kette bei der Yamaha usw. & usw.
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Sie sind hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Okt. 23 > Start in Uruguay > Mitbewohnerin Mitbewohnerin gesuchtGestern habe ich im Webradio `mal wieder einen Beitrag zu den
exorbitanten Mietpreisen im deutschen Wohnungsmarkt gehört. Ich war
natürlich hinreichend betroffen und habe sofort daran gedacht, selbst
einen bescheidenen Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarktes
beizutragen. Hier also mein Angebot für eine etwas jüngere, attraktive,
intelligente und vielseitig interessierte, warmherzige und -wie die
Wohnung- sehr bewegliche Mitbewohnerin, vielleicht sogar mit
Spanisch-Kenntnissen: Mietfreies Mitwohnen in
einer gemütlichen Ein-Zimmer Wohnung in traumhafter Lage! |
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Sie sind hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Okt. 23 > Start in Uruguay > Lebenszeichen, Teil II Lebenszeichen, Teil II.. und dann, 2 oder 3 Tage später, bin ich ganz allein auf dem Platz! Waren bis vorhin noch eine französische Familie und ein schweizerisches Paar mit mir im Paraizo, bin ich urplötzlich der einzige Gast! Ein guter Freund zuhause in Deutschland meint dazu nur, daß Australier jetzt sagen würden: "Don`t worry mate, wenn jetzt noch 1 oder 2 Leute dazukommen, hast du schon wieder Massentourismus!" Als ich am Nachmittag nach meinem Arbeitspensum und gleich zwei Strandspaziergängen am Wanderer sitze und mir bewußt wird, welches Leben ich jetzt wieder führe, wird mir auch wieder der Zauber dieser Welt bewußt: Ich höre NICHTS! Nichts, bis auf das leise Rascheln des Windes in den Palmwedeln um mich herum, das sanfte Rauschen des nahen Ozeans, der im Takt seiner Wellen auf den Strand aufläuft, das kaum wahrnehmbare Sirren der winzigen Kolibris, wenn sie vor einer Blüte schweben um Nektar zu trinken, das Singen der ungewohnten Vogelstimmen und naürlich das geschwätzige Geschnatter der kleinen Papageien, der Loros, die ständig in wechselnden Gruppen durch den Himmel rasen und erst verstummen, wenn sie in der Dämmerung ihre Schlafbäume aufsuchen ...
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Mimi
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Sie sind hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Okt. 23 > Start in Uruguay > Sonnenfinsternis in Südamerika Sonnenfinsternis in SüdamerikaDa war doch noch `was - genau, die Sonnenfinsternis in Südamerika am 14. Okt. `23! Ich war in Uruguay dafür nur zu weit im Süden, also weit entfernt von der Totalität, dem Kernschatten, der die Sonne vollständig verdeckte. Trotzdem ist es schon ein besonderes Erlebnis, bei einer partiellen Sonnenfinsternis zu sehen, wie sich eine pechschwarze Scheibe, der Mond im Gegenlicht der Sonne, langsam über ihren Rand schiebt und dann immer weiter nach oben kriecht, bis er wieder in der strahlenden Helligkeit des Nachmittags im Blau des Himmels verschwindet.
... also,
nichts wirklich weltbewegendes ist bisher geschehen - dies als erstes
Lebenszeichen aus dem fernen Südamerika... |