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Cuarenta Ruta CuarentaDonnerstag, 20. März ´25, nach den letzten Einkäufen und randvoll gefüllten Dieseltanks, verlasse ich mit Chos Malal den Ausgangs- und Endpunkt meiner 3-wöchigen Rundreise zu den Lagunas Varvarco. Die nächsten Ziele sind mehrere, wiederum sehr abgelegene Täler tief in den Anden im Gebiet süd- und nordwestlich der Stadt Malargüe, rund 250 Kilometer weiter im Norden. In Chos Malal geht es dazu wieder über die berühmt berüchtigten Ruta Cuarenta, auf der ich in den letzten 3 Jahren schon tausende von Kilometern zurückgelegt habe. Auch jetzt geht es sofort wieder lang und knackig bergauf. Noch sind die Kurven riesig & weitläufig und nach den unzähligen Pistenkilometern der letzten drei Wochen ist der Asphalt unter meinen Rädern so wohltuend, wie die Fahrt in einer Sänfte. Im strahlenden Sonnenschein fahre ich jetzt östlich entlang der Berge -allen voran dem riesigen Massiv des Domuyo- die ich an den Lagunas Varvarco genau von der anderen Seite gesehen habe. Langsam und unmerklich wird die Landschaft entlang der Ruta immer wüstenähnlicher. Im etwas größeren Ort Barrancas mache ich, in der festen Überzeugung, hier ein stabiles Netz zu haben, erst einmal eine ausgiebige Frühstückspause. Ich staune aber nicht schlecht, als ich trotz aller Empfangsbalken auf dem Handy zwar Netz, aber kein Internet habe! 20 Kilometer weiter passiere ich dann einen winzigen Ort mit nicht mehr als 20 oder 30 Häusern und die nächste Überraschung: Mein Handy meldet sich auf einmal und empfängt jede Menge Nachrichten - ich habe Internet! ..und kann damit auch meine Position, die weiteren Pläne und die "Abmeldung" für die nächsten Tage in die Heimat "funken". Am Nachmittag, nach über 160 gefahrenen Kilometern auf der Cuarenta erreiche ich mein heutiges Tagesziel. Einige hundert Meter abseits der Ruta stehe ich schon wieder auf 1.590 Metern an der kleinen Laguna Coipo Lauquen. Was für ein Unterschied zur Geschäftigkeit und zum Lärm in Chos Malal! Um mich herum ist absolute Ruhe, Stille, kein Bewegungen... nur das Wetter macht mir Sorgen. Immer mehr schwere Wolken ziehen auf und dann fallen sogar erste, dicke Regentropfen. Als sich dann später immer mehr Donnergrollen dazu mischt, werden auch die "Einschläge" auf dem Dach langsam zu Hagel! Der Himmel über mir entläßt jetzt wahre Sturzfluten aus Regen, Hagel, wieder Regen - in ständigem Wechsel... Als irgendwann Regel & Hagel urplötzlich enden, ist es beinahe unnatürlich still. Der Himmel dagegen zeigt unmittelbar nachdem die Sonne untergegangen ist, ein unglaubliches Schauspiel aus Farben. Immer wieder gehe ich noch vor dem Schlafengehen nach draußen. Schräg über mir steht eine riesige Gewitterzelle, noch viel schwärzer als die Nacht selbst. In ihr allerdings zucken alle 30 Sekunden gewaltige Blitze und lassen den Koloß grell aufleuchten - eine Lightshow der absoluten Sonderklasse!
Am nächsten Morgen ist von dem Unwetter des letzten Tages nur noch wenig zu sehen und die höhersteigende Sonne verbrennt später auch die letzten Wolkenreste. Kaum bin ich wieder auf der Cuarenta in Richtung Norden, zeigt diese berühmt berüchtigte Ruta wieder ihre (Heim-) Tücke: Ohne jede Ankündigung war`s das mit dem Sänftenuntergrund, fin de pavimento, Ende des Asphalts und wieder Piste mit Staub, riesigen Schlammlöchern vom Regen des letzten Tages, Steinen und ripio, Wellblech! ..und das für die nächsten 90 langen Kilometer. Sofort ist wieder ein 15-min-Stopp angesagt, um den Reifendruck in den Rädern auf Pistenverhältnisse abzusenken. Mein nächstes Teilziel, den kleinen Ort Bardas Blancas, werde ich beim jetzigen 20-er Schnitt heute nicht mehr erreichen können... Durch die abwechselungsreiche und schöne Bergwelt geht es bis zum Nachmittag weiter und mit dem Riecher, den ich nach zehntausenden von Kilometern inzwischen entwickelt habe, finde ich dann auch einen schönen und abgelegenen Stellplatz direkt am Rio Grande.
Samstag, der 22. März ´25, nach insgesamt 90 Kilometern Staub, Wellblechpiste, Steinen und Schlamm auf der Ruta Cuarenta, setzt irgendwann endlich wieder Asphalt ein. Wie jedesmal nach so einer Tortur kann ich die Ruhe und Weichheit im Steyr anfangs kaum fassen. Jede Geschwindigkeit jenseits von 30 km/h erscheint mir fast wie Lichtgeschwindigkeit und das Ende des Tal`s, eine riesige Wand aus Bergen, rückt jetzt in kürzester Zeit immer näher. Vor dieser Wand, im Ort Bardas Blancas, zweigt die Cuarenta rechtwinklig nach Osten ab, während ich mit dem Wanderer genau die endgegengesetze Richtung, nach Westen, auf die Grenze zu Chile zusteuere.
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im Tal des Rio Grande
Der nächste Tag begrüßt mich allerdings mit fürchterlichem Wind, schweren Wolken und immer weiter fallenden Temperaturen. Ich beschließe zu bleiben, bei dem Wetter nicht auf die Piste zu gehen und dafür lieber das Tagebuch der letzten Zeit aufzuarbeiten. Bei einem Gang zum gegenüberliegenden Felsmassiv starre ich lang auf die steile, grauweiße Sandzunge vor mir und der kleine Teufel in mir überlegt doch tatsächlich, ob er`s schaffen könnte, da hoch zu kommen...? Zum Glück verschiebe ich die Entscheidung aufgrund des miesen Wetters, während plötzlich ein riesiger Schatten vor mir durch`s Gesichtsfeld zieht! Beim Blick nach oben sehe ich den Condor nur 20 Meter über mir! Waren es am Morgen noch 5,4°, sind die Temperaturen am Nachmittag auf 2,2° gefallen während sich die Wolken jetzt mit ihrem ganzen Gewicht direkt auf der Wanderer legen. Anfangs ist es noch "Nebel", dann wird`s zu Regen und mit dem Einsetzen der Dunkelheit wird daraus Schnee! Bei meinem üblichen, "letzten Gang vor dem Schlafengehen" trete ich in einen absolut schwarzen Kohlensack hinein! Nicht einmal die Hand vor meinen Augen kann ich erkennen... kein einziger Stern ist zu erkennen und auch der abnehmende Mond, der eigentlich ein wenig Licht spenden sollte, schafft es nicht mit einem einzigen Lichtstrahl durch die Wolken über mir. Dafür fühle ich auf den Stufen meiner Einstiegsleiter ganz deutlich etwas verdammt "Glattes"... Schnee! Am nächsten Morgen beharrt mein Thermometer auf 0,2° Außentemperatur und die Welt um mich herum zeigt sich in einem völlig neuen Bild. Es liegt Schnee, nicht viel, aber genug, um mich über diesen neuen Anblick - und die vereinzelt sichtbaren, bläulichen Stellen am Himmel zu freuen. Als dann am frühen Mittag die Wolken immer spärlicher werden, beschließe ich, zumindest noch 2 bis 3 Stunden weiter dem Rio Grande im Valle Noble zu folgen.
..ach Mensch, was soll ich sagen? Von mir kann man doch keine
Objektivität erwarten! Nicht bei 55'30'' Videomaterial der Fahrt von
der Ruta Cuarenta nach Las Loicas, dann ins Tal des Rio Grande und
weiter ins Valle Noble... Dennoch, ich hab`s geschafft! Das folgende
Video -mit wieder beeindruckenden Landschaften- ist auf etwas über 11
Minuten zurecht gestutzt, also nicht abendfüllend...
Dieses Video liegt in FullHD vor
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es geht weiter.....im Valle Noble, weiter nach Norden, noch ein kleines Stückchen... nur noch bis zu den Bergen, die am Horizont bereits deutlich sichtbar in den Himmel ragen.. bis zum Gelben Fluß! Nein, nicht DER Gelbe Fluß, der Huang Shui, der 湟水, sondern der Rio Valenzuela, hier in Argentinien! ..und dann, ja dann wartet der Camino Carqueque auf den Wanderer & mich...
hier
geht`s weiter mit dem
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