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Visita a Salta

Kokain-Cocaine Auf der letzten Seite, der Ankunft in Salta, habe ich mir mit Benzoylecgoninmethylester, also Kokain, ja einen wahrhaft spektakulären Cliffhanger geleistet, den ich hier auflösen wil... also zum Hintergrund: Hier, in Südamerika, in den im wahrsten Sinn des Wortes schwindelerregenden Höhen der Anden, ist schon seit Zeiten vor den Inkas, die belebende und hilfreiche Wirkung der Blätter des Cocastrauchs bekannt. Eine der nachgewiesenen Wirkungen durch das Kauen der Blätter oder aufkochen zu einem Tee, ist die Unterstützung und Hilfe bei der Anpassung an die großen Höhen in den Anden. Was hier schon seit Jahrhunderten und Jahrtausenden eine unverkommene Selbstverständlichkeit ist, wurde erst wieder durch "uns", die Europäer als Eroberer, pervertiert und zu einer weiteren Geißel der Menschheit gemacht. Es blieb nämlich nicht unbemerkt, daß das Kauen der Cocablätter durch die Indios zur Steigerung der Leistungsfähigkeit, des Wohlbefindens, Unterdrückung von Hunger- und Durstgefühl und Verminderung der Wirkungen des Sauerstoffmangels in größen Höhen führte. Solch beeindruckende Effekte inspirierten uns Europäer natürlich wieder zur Suche nach dem Goldenen Kalb - man quirlte, rührte und mixte, bis man sie fand, die Pille, die verflixte - nämlich den Wirkstoff in den Cocablättern, Benzoylecgoninmethylester, also Kokain. Unsere Kultur und Zivilisation hat es damit geschafft, aus einer hilfreichen und sinnvollen Heilpflanze eine bösartige Droge zu basteln.

Am nächsten Tag habe ich mich Marc & Doro, einem weiteren Steyr-Team, bei einer Fahrt in die Stadt, nach Salta, angeschlossen. Nach kurzer Absprache mit dem Taxifahrer führte unser erster Halt zu einem unscheinbaren quiosco, also Kiosk. Was daheim in Deutschland bei jedem Sheriff sofort Schnappatmung auslösen würde und unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, findet sich hier völlig frei in einem riesigen 50-Liter-Sack: Getrocknete Cocablätter!
Ich habe gleich ein cuarto de kilo de hojas de coca, also einen Beutel mit 1/4 Kilogramm, gekauft. Dazu noch 2 Coca-Päckchen mit einer Art Bonbons mit Maracujageschmack, die man sich in die Backen stopfen kann und die dort ihre Coca-Wirkung entfalten. Vielleicht eine gute Alternative zu dem doch recht intensiven und, hm, etwas eigenwilligen Geruch der Cocablätter...
Coca-Lutschbonbons und getrocknete CocablätterCoca-Lutschbonbons und getrocknete Cocablätter

lubricante Während wir Männer uns anschließend in einem lubricante, einem Geschäft für Schmiermittel, mit anticongel lante, Frostschutzmittel/Fließverbesserer für unseren Diesel sowie aerosol de arranque, Starthilfespray, sowie zusätzlichem Frostschutzmittelkonzentrat für das Kühlerwasser eindeckten, konnte Doro ihre Sammlung von Alpacawolle um einen Poncho erweitern.

In den nächsten Stunden erkundeten wir noch die Altstadt von Salta mit ihren beeindruckenden Prachtbauten und Kathedralen. Leider war der Himmel inzwischen vollkommen verhangen, so das die Schönheit der Stadt leider in einem trüben, grauen Einheitsbrei ohne viel Brillianz abstumpfte...

auf dem CP Neumann`s Place bei Frank & Paulinaauf dem CP Neumann`s Place bei Frank & Paulina

Blick aus dem Wanderer auf die nahen BergeBlick aus dem Wanderer auf die nahen Berge
in der Innenstadt von Saltain der Innenstadt von Salta

Kathedrale in SaltaKathedrale in Salta

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Starlink

Au Mann, DAS war gar nicht so leicht... Seit ich in Südamerika unterwegs bin, also jetzt schon seit mehr als drei Jahren, war das Thema Netz-und Internetempfang ein wahrer Dauerbrenner. SIM-Karten für das Handy oder einen Router mit entsprechendem Roaming für die unterschiedlichen Länder, sind alles andere als selbstverständlich oder leicht oder bezahlbar zu bekommen... Selbst wenn man alle Hürden geschafft hat, die übrigens an der nächsten Grenze wieder neu aufgestellt werden, kommt gleich das nächste Problem: Ist man in einer Stadt, hat man selbstverständlich Empfang, nur ist der südamerikanische Kontinent groß! Verdammt groß, nämlich fast doppelt so groß wie ganz Europa... und Südamerika ist leer! Verdammt leer! Der allergrößte Teil seiner Einwohnerschaft konzentriert sich auf die Metropolen - der Rest ist einfach verdammt leer... und in dieser Leere war`s das dann auch mit dem Netzzugang... Auf dem letzten Törn war ich mehrfach für zwei - drei Wochen vollkommen abgeschnitten! Dann ist da noch die Frage der Sicherheit... was ist, wenn ich irgendwo in der unglaublichen Abgeschiedenheit der Anden `mal ein technisches oder sonstiges Problem bekomme...?

Starlink-Satelliten (V 0.9) auf einer Falcon‑9-Oberstufe
Starlink-Satelliten (V 0.9) auf einer Falcon‑9-Oberstufe (Wikipedia Public Domain)
Die Lösung für diese(s) Problem(e) ist Starlink mit seinen tausenden von Kommunikationssatelliten in der nahen Erdumlaufbahn! Für die, die sich noch nicht damit beschäftigt haben: Starlink ist ein von SpaceX betriebenes Satellitennetzwerk, welches seit 2023 weltweiten Internetzugang auch in abgelegensten Gebieten ohne Netzzugang ermöglicht.
Über verrückte Zufälle und der wohlwollenden Unterstützung des Universums konnte ich mit tatkräftiger Hilfe von Marc, der ein mehr als dickes Dankeschön verdient, gestern eine eigene Starlink Mini, also eine Satellitenantenne mit integriertem Router im Wanderer installieren, einrichten und in Betrieb nehmen. Damit sind meine Internetverfügbarkeit und der Sicherheitsgewinn schier astronomisch gestiegen während ich vor lauter Fassungslosigkeit vor einer irre langen & verschlungenen Kette von Ereignissen, die das erst möglich gemacht haben, aus dem Grinsen nicht mehr herauskomme!
Starlink-Antenne auf dem Dach des Wanderer  Starlink-Antenne auf dem Dach des Wanderer
meine Starlink-Antenne auf dem Dach des Wanderer`

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auf dem Weg ins Altiplano nach Bolivien

das Altiplano im Dreiländereck Chile, Bolivien, Argentiniendas Altiplano im Dreiländereck Chile, Bolivien, Argentinien Donnerstag, der 30. Okt. '25, ich verlasse Salta und Neumann`s Place in Richtung Norden. Von Salta geht`s etliche hundert Kilometer nach Norden und dabei immer weiter in die Höhe - von knapp 1.500 Meter bis hoch auf 3.700 m in Uyuni, im bolivianischen Altiplano (Hochland).
Da ich diesmal nicht wie im letzten Törn bereits seit Wochen in großen Höhen bin, sondern die Meereshöhe gerade `mal vor 4 Tagen verlassen habe, werde ich mir bis zur Grenze nach Bolivien, in La Quiaca, auf 3.442 Metern, mindestens 3 Tage Zeit lassen. Der Plan ist, nach der Grenze noch weiter bis nach Tupizazu zu fahren und dabei für die nächste Übernachtung wieder 600 Höhenmeter, bis auf 2.850 m, zu verlieren. Erst danach erfolgt der nächste Anstieg bis zur Stadt Uyuni und damit auf 3.700 Meter über dem Meeresspiegel. Hier erwartet mich mit dem Salar de Uyuni die größte Salzpfanne der Welt.
Nach dieser weiteren Akklimatisierung wird es auf der folgenden Lagunenroute mit 4 - 5.000 Metern noch wesentlich extremer... und nicht nur, was die Höhe betrifft...

Beim Start in Salta bleibt es für ewig viele und lange Kilometer genauso trüb und grau, wie schon in den letzten Tagen. Dabei geht es ständig weiter bergauf, zwar sanft & verständnisvoll, aber verdammt beharrlich! 40 km vor Purmamarca wird die Ruta jetzt kurviger und die Steigungen immer knackiger, während ich den Wolken deutlich näher komme. Dann, urplötzlich, wird die Wolkendecke strahlend hell und innerhalb der nächsten, ganz wenigen Kilometer, wird der Himmel vollkommen blau und nichts erinnert mehr daran, wie es über mir in den letzten vier Tagen ausgesehen hat! Bei meinem längeren Stopp in Purmamarca, bin ich bereits auf eine Höhe von 2.206 Metern aufgestiegen. Trotz des scharfen und kalten Windes brennt die Sonne jetzt unerbittlich auf die spektakuläre Welt um mich herum.

bei weiterhin tiefhängenden Wolken geht die Fahrt weiter nach Norden, Richtung Bolivien
bei weiterhin tiefhängenden Wolken geht die Fahrt weiter nach Norden, Richtung Bolivien

innerhalb weniger Kilometer lasse ich die Wolken hinter mir und habe die Sicht auf die spektakuläre Bergweltinnerhalb weniger Kilometer lasse ich die Wolken hinter mir und habe die Sicht auf die spektakuläre Bergwelt

bei jetzt strahlendem Sonnenschein geht es immer weiter hinein in die Bergebei jetzt strahlendem Sonnenschein geht es immer weiter hinein in die Berge
auf den Berghängen stehen die meterhohen 'bolivianischen Fackelkakteen', ähnlich den Saguaros in der Sonora Wüste in Arizona und Mexikoauf den Berghängen stehen die meterhohen "bolivianischen Fackelkakteen", ähnlich den Saguaros in der Sonora Wüste in Arizona und Mexiko

die Felslandschaft vor Purmamarca wird immer spektakulärerdie Felslandschaft vor Purmamarca wird immer spektakulärer
vor Purmamarca Verkaufsstände mit allem, was das Touristenherz begehrtvor Purmamarca Verkaufsstände mit allem, was das Touristenherz begehrt

Felswände klettern hinter dem Ort Purmamarca in die HöheFelswände klettern hinter dem Ort Purmamarca in die Höhe
die von geologischen Prozessen geformten, farbigen und geschwungenen Berge der Humahuaca-Schlucht bei Maimarádie von geologischen Prozessen geformten, farbigen und geschwungenen Berge der Humahuaca-Schlucht bei Maimará

die über Jahrmillionen geformten Strukturen bei Maimarádie über Jahrmillionen geformten Strukturen bei Maimará

Nach dem längeren Stopp in Purmamarca, sitze ich wieder im Wanderer und fahre die letzten 65 Kilometer bis zu meinem Übernachtungsziel in Humahuaca. Auf dem Camping La Carolina auf 2.994 Metern treffe ich auch Marc & Doro (siehe oben: Starlink...) wieder und zusammen verbringen wir auch den folgenden Tag in diesem Ort, der bereits so deutlich sichtbar von den Indigenas, den schon seit Jahrtausenden hier siedelnden Ureinwohnern, den Indios, geprägt ist.
Auch wenn das wahrscheinlich in den kommenden Wochen reihenweise getoppt werden wird, hier & heute kann ich nicht einfach darüber hinweggehen: Humahuaca ist die größte Höhe, die der Wanderer bisher je erreicht hat und gleichzeitig für mich der höchste Stellplatz! Wer, wie ich, noch einmal Rückschau halten will: Die letzten Rekorde sind am Camino Carqueque, im letzten Frühjahr gefallen...

geschäftiges Treiben in
                      Humahuacageschäftiges Treiben in Humahuaca

die zentrale Plaza in
                        der Innenstadt von Humahuacadie zentrale Plaza in der Innenstadt von Humahuaca

Am Samstag, dem 1. Nov. ´25, haben wir uns durch fast zwei Tage in knapp unter 3.000 m, wieder ein gutes Stück an die vor uns liegenden Höhen akklimatisiert und starten die letzten 160 km bis La Quiaca. Die Stadt liegt direkt an der Grenze zu Bolivien und der dort gelegenen Stadt Villazón.
Die Fahrt über die steppenhafte Puna, der Hochebene auf der argentinischen Seite, führt durch eine spektakuläre und beeindruckende Landschaft mit faszinierenden Formationen in den umliegenden Bergen. Die Ruta 9 steigt dabei ständig weiter an bis zur Überquerung der Altura Maxima (größten Höhe), einem Pass mit 3.780 Metern Höhe - die nächste Rekordmarke für den Wanderer & mich in den Anden! Die Ruta wird bei ihrem weiteren Weg durch die Puna jetzt schnurgerade und verliert bis zum Ziel, La Quica, auch wieder knapp 300 Höhenmeter. Mit 3.442 Metern dennoch der nächste Übernachtungsrekord für mich! Ist schon eine verdammt verrückte Vorstellung zu wissen, daß ich in meinem "Wagen" schlafe und dabei noch `mal einen halben Kilometer höher bin als der höchste deutsche Berg, die Zugspitze mit ihren "läppischen" 2.962 Metern...smiley
So ganz nebenbei hat der Wanderer heute eine weitere Marke geknackt: Wir sind jetzt seit mehr als 40.000 Kilometern in Südamerika unterwegs...

im unendlichem Altiplano fällt es kaum auf,
                  daß jeder der unscheinbaren 'Hügel' am Horizont ein 4.000-er ist
im unendlichem Altiplano fällt es kaum auf, daß jeder der
unscheinbaren 'Hügel' am Horizont ein 4.000-er ist

durch spektakuläre Landschaften geht es immer weiter durch das Altiplano
durch spektakuläre Landschaften geht es immer weiter durch das Altiplano

Fotostopp mit dem WandererFotostopp mit dem Wanderer

..eine
                      abenteuerliche Eisenbahnlinie durch die Bergwelt..eine abenteuerliche Eisenbahnlinie durch die Bergwelt
weiterer Fotostopp nahe diesen Felsformationen
weiterer Fotostopp nahe diesen Felsformationen

in
                      abermillionen Jahren wurden Gesteinsschichten übereinander                      gelagertin abermillionen Jahren wurden Gesteinsschichten
übereinander gelagert

..und
                      von Kräften in der Erdkruste verbogen und verschoben..und von Kräften in der Erdkruste verbogen und verschoben

Die teilweise spektakuläre Fahrt von Salta durch die argentinische Puna bis an die Grenze nach Bolivien
und damit dem Altiplano, zeigen die nächsten 6 Minuten Video

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..nur noch fünf Kilometer bis Bolivien...

Sonntag, der 2. Nov. ´25, von meinem Übernachtungsplatz in La Quica, Argentinien, starte ich den Wanderer und fahre die letzten fünf Kilometer bis Villazón und damit der Grenze zu Bolivien. Natürlich schwirren wieder `ne handvoll Hummeln im Bauch herum... was werden die Bolivianer dazu sagen, das EINE Person mit gleich ZWEI Fahrzeugen, einem casa rodantes, einem "rollenden Haus", dem Wanderer und einem moto, der Yam, ins Land will...?

demnächst geht`s weiter zum Salar de Uyuni