aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand min.
12.02.2026 oder neuer Es ist Donnerstag, der 29. Jan. `26, als ich die paradiesische Bucht vor der Isla Pan de Azúcar verlasse, nur um schon wenige Kilometer weiter in der nächsten Bucht am Cabo Falso Pan de Azúcar, erneut einen neuen Stellplatz anzufahren. Es ist einfach zu schön an der chilenischen Pazifikküste und noch habe ich ein paar Tage Zeit, bis ich Chile aufgrund der auslaufenden Einfuhrgenehmigung Es folgen noch zwei weitere Stellplätze, bis ich weiter im Süden bei Caldera, endgültig Abschied vom Pazifik nehmen muß. Hinter Copiapó verlasse ich auch die Ruta 5, die PanAmericana, und fahre wieder in schwindelerregende Höhen von fast 5.000 Metern über den Paso de San Francisco nach Argentinien. |
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> Abschied vom Pazifik > Cabo Falso
Pan de Azúcar Cabo Falso Pan de AzúcarIch habe den wunderschönen Campingplatz vor
der Isla Pan de Azúcar verlassen
und bin gerade ´mal 9 Kilometer später bereits wieder in eine
Piste abgebogen. Nach extrem enger, kurviger und steiler Abfahrt
stehe ich am Anfang eines schier riesigen Sandstrandes an einer
noch riesigeren Bucht, am Cabo Falso Pan
de Azúcar. Wie üblich starte ich schon kurz nach meiner
Ankunft zu einer ersten Entdeckungs- und Klettertour. Erst jetzt,
wo ich mich hunderte von Metern durch den weichen Sand bis zur
Küste und den Felsen des Cabo (Kap)
"arbeite", realisiere ich, wie gigantisch Strand und Bucht
wirklich sind...
Bei der Abfahrt vom Campingplatz hat sich zu meinen Ehren noch eine ganz besondere Gästeschar eingefunden...
![]() mein neuer Stellplatz am Cabo Falso Pan de Azúcar Am nächsten Tag starte ich auf eine riesige
Strandwanderung - angefangen auf den Felsen auf "meiner Seite" in
Richtung des anderen Endes der Bucht. Obwohl ich mehr als zwei
Stunden unterwegs bin, bin ich weit davon entfernt, das andere
Ende erreicht zu haben. Obwohl ich auf dem Rückweg bis in die Höhe
des Wanderes direkt am Ufer
entlang gehe um den langen Weg über den riesigen Strand so kurz
wie möglich zu halten, wird dieser Rückweg zu einer Hitzeschlacht.
Natürlich habe ich meine Flip-Flops an den Füßen um sie nicht
wieder zu verbrennen, trotzdem strahlt der Sand eine derartige
Hitze ab, als ob ich über eine glühende Herdplatte laufen würde...
![]() die Bucht am Cabo Falso Pan de Azúcar ...und dann ist da dieser riesige Pazifik
selbst! Eine schier unendliche Wasserfläche liegt vor mir und es
ist für meine begrenzte Wahrnehmung und Vorstellungskraft
unmöglich zu erfassen, wie unermeßlich er tatsächlich ist! Ich muß
senkrecht nach unten auf meine Füße schauen, dann durch die
gesamte Erde mit ihrem über 12.700 Kilometern weiten Durchmesser,
um dort, auf der anderen Seite erst das andere Ende dieses
unfaßbaren Ozeans zu erreichen.
Ich sitze auf den Felsen und werde nicht müde, auf diesen größten Ozean der Erde zu schauen, den Pazifik. Ich schaue auf diese unendlich scheinende Fläche aus tiefblauem Wasser, denke an die unzähligen Lebewesen, die diese Wasserwelt bevölkern, an den Norweger Thor Heyerdahl, einem der Helden aus meiner Jugend (siehe auch: Global-Wanderer/Steyr/HowTo.html), der bereits 1947 auf dem winzigen Balsafloß Kon-Tiki über diesen riesigen Ozean segelte und erst nach über drei Monaten Fahrt das kleine Raroia-Atoll in Französisch-Polynesien erreichte - gerade `mal die halbe Strecke bis zum anderen Ende dieser Wasserwelt! Ich denke auch an die Trieste, das Tauchboot des schweizer Pioniers Jacques Piccard und seinem amerikanischer Begleiter, dem Marineoffizier Don Walsh, die 1960 die tiefste Stelle dieses Ozeans und damit auch unserer Welt erreichten, das Challenger Deep im Marianen-Graben, dem nur weniger Meter an der 11.000-Meter-Marke fehlen. Mein Kopf weiß all diese Dinge, mein Gefühl aber kann nicht begreifen, daß ich hier auf den Felsen senkrecht nach unten auf meine Füße schauen muß und dann durch die gesamte Erde hindurch, um erst dort die anderen Ufer dieses unfaßbaren Ozeans zu erreichen. ![]() der schier endlose pazifische Ozean
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> Abschied vom Pazifik > Las Lisas Las LisasMontag, am 2. Feb. ´26, ich habe das Cabo Falso Pan de Azúcar verlassen und
bin wieder auf dem Weg nach Süden. Zusammen mit der sich immer
stärker ändernden Küstenlandschaft, wird mir der langsame Abschied
vom Pazifik immer deutlicher. Nach der Stadt Chañaral
weichen die Berge immer weiter zurück. Die Küste selbst
ist längst nicht mehr so mit den steilen und zerrissenen Felsen
durchsetzt, wie auf den letzten hunderten von Kilometern. An jedem
freien und halbwegs zugänglichen Fleck sind jetzt kleine indigene
Siedlungen die sich mit solchen abwechseln, die mir eher nach der
chilenischen Form von Ferien- oder Urlaubssiedlungen erscheinen.
Die Suche nach einem stillen, abgelegenen Stellplatz für die Nacht
wird jetzt sogar mühseelig, bis ich in Las
Lisas doch noch einen schönen Platz für den restlichen
Tag und die Nacht finde.
Als ich später in meinem Campingstuhl am Strand sitze, spielen zwei Delphine nur hundert Meter von mir entfernt im Meer und schlagen sogar Saltos dabei. Blöd nur, das ich zwar meinen Kindle, nicht aber die Kamera dabei habe...
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> Abschied vom Pazifik > Granito
Orbicular Granito Orbicular - Abschied vom PazifikDienstag, der 3. Feb. ´26, ich bin wieder
auf der Ruta 5, der PanAmericana,
unterwegs zu meinem allerletzten Stellplatz an der chilenischen
Pazifikküste. Wieder beginnt an der gut
besiedelten Küste die Suche nach einem Stellplatz. Würde es wie in
der Vergangenheit nach meinem Navi und meinem Bauchgefühl gehen,
wäre ein Platz am Playa Zapatilla
sicher ein letzter Traumplatz geworden. Von der PanAm
fahre ich eine halbe Stunde lang eine verschlungene Piste
auf hellgelbem weichen Sand und vorbei an beeindruckenden
Felsformationen (siehe Video), die mich immer näher zur Küste
bringen... doch mein erhoffter Platz ist belegt! Zwei Häuser mit
ihren dazugehörenden Schuppen und Unterständen für den üblichen
Pickup bilden das Ende der Piste und versperren auch den Zugang
zum Meer. Puh, wieder eine Enttäuschung an dieser dicht
besiedelten Küste und mit großem Bedauern fahre ich die gesamte
Strecke zurück zur Ruta 5.
Auch meine nächsten Markierungen im Navi für mögliche Stellplätze, werden von meinem Bauch schon bei der Sicht von der PanAm mit einem klaren Nein abgelehnt. Bleibt nur noch eine allerletzte Möglichkeit vor Chañaral, der Santuario de la Naturaleza Granito Orbicular... und bei meiner letzten Chance habe ich Glück! Dieses kleine Schutzgebiet (Santuario) wird sogar von einem Guide, Gabriel, mehr als fürsorglich betreut. Mit einer tollen Mischung aus Spanisch und Englisch begrüßt er mich herzlich, erklärt mir einiges über die Bedeutung dieses Ortes und ja, selbstverständlich könnte ich hier auch übernachten und nein, kosten würde es nichts, aber über ein kleines Trinkgeld bei meiner Abfahrt würde er sich freuen...
Wie schon in den gesamten letzten Monaten,
seit ich von Salta in Argentinien
ins Altiplano gestartet bin, auf
dem Salar de Uyuni, auf der Lagunenroute,
in der Atacama und an der gesamten
chilenischen Küste, sind die geologischen Prozesse, die diese Welt
geformt haben und immer noch formen, bei jedem einzelnen Schritt
zu sehen! Hier, an der Westseite des südamerikanischen Kontinents,
schiebt sich die pazifische Nasca-Platte
unter die kontinentale Platte. Dieser, als Subduktion
bezeichnete Prozess ist nicht nur für die Entstehung der
Anden -dem längsten Gebirge der Welt- verantwortlich, er ist auch
die Ursache für die reichen Vorkommen an Bodenschätzen, erzeugt
die unendlich vielen heißen Quellen, die hunderte von Vulkanen in
der Andenkette, ist aber auch verantwortlich für die immer wieder
auftretenden Erdbeben und Tsunamis.
Eine ganz besondere und seltene geologische Besonderheit ist hier, im Santuario de la Naturaleza Granito Orbicular, zu sehen. In das magmatische, granitähnliche Gestein sind vor fast 160 Millionen Jahren in einem intrusiven Prozess, spezielle Mineralien (Quarz und Plagioklas) eingedrungen. Bei der langsamen Abkühlung des Magmas kristallisierten diese Minerale und wuchsen im Laufe der Zeit zu festen, kugelförmigen Mineralstrukturen (Orbikel) mit deutlichen, inneren Strukturen, die wie Jahresringe aussehen. Diese Granito Orbiculares sind so selten, daß weltweit nur wenige Fundorte bekannt sind!
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> Abschied vom Pazifik > weiter das war`s.....das war die letzte Seite des Abenteuers
PanAmericana entlang der chilenischen Pazifikküste in
diesem 4. Törn.
Natürlich endet die Geschichte hiermit nicht - es wird weiter gehen. Morgen werde ich die Küste auf der Ruta 5, der PanAmericana verlassen und nach Osten, in Richtung der Hochanden und hinein in das Reich der 6.000-er fahren. Vorher natürlich noch das Video der letzten Tage mit den letzten Szenen der Fahrt entlang des Pazifik`s: Dieses Video liegt in FullHD vor demnächst geht`s hier weiter mit dem nächsten Teil im Abenteuer PanAmericana |