Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Pazifik
Lupealle Bilder können -wie gehabt- mit einem Mausklick vergrößert und wieder geschlossen werden

am Pazifik

Routenkarte-2025-12-31
zoombare Routenkarte des ges. 4. Törns, Stand 18.01.2026
Nach über zwei Monaten in den Hochanden, den Bergen und Wüsten des bolivianischen Altiplano und der chilenischen Atacama, nach wochenlangen Aufenthalten in weit über 4.000 Metern Höhe und einer größten Höhe von über 5.100 Metern über dem Meeresspiegel, verlasse ich heute, am Montag, dem 22. Dez. `25, die Anden und erreiche bei Taltal in Chile, wieder einmal den Pazifischen Ozean - eine ganz andere Welt!
    Von meinem letzten Stellplatz unterhalb des Cerro Armazones und dem imposanten Extremely Large Teleskop lagen aber erst einmal drei lange Stunden anstrengender Pistenfahrt vor mir, bis ich am Mittag wieder die Ruta 5, die PanAmericana erreiche. Mit leider -wieder einmal- massiven Kupplungsproblemen suche ich mir einige Kilometer vor dem Pazifik noch einen letzten Stellplatz für die Nacht, bevor ich am nächsten Morgen den kleinen Küstenort Taltal erreiche und mich auf die Suche nach einer Werkstatt begebe. Am Nachmittag ist es dann geschafft und ich stehe mit dem Wanderer an der schroffen und traumhaft schönen Küste Nordchiles am pazifischen Ozean.

Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Pazifik > Reparaturen

Taltal

mein letzter Stellplatz in der Nähe der PanAmericana Am frühen Dienstag-morgen, dem 23. Dez. `25, verlasse ich bei strahlend blauem Himmel meinen abge-legenen Stellplatz und fahre wieder zurück auf die PanAmericana und dann die letzten Kilo-meter in Richtung der kleinen Küstenstadt Taltal. Hier erwartet mich das für die chilenische Pazifikküste schon bekannte Bild: Über dem Pazifik haben sich in der Kälte der Nacht schwere Wolken gebildet und hängen als durchgehende Decke vor der Küste, unfähig, die 1.000 bis über 2.000 Meter hohen Küstenanden zu überwinden. Erst später am Vormittag "verbrennt" die glühende Sonne über der Atacama diese dann -meistens- vollständig. Jetzt aber erwartet mich unter dem grauen Himmel die Suche nach einer Werkstadt, die mir bei meinen Kupplungsproblemen helfen kann. Anscheinend ist immer noch Luft im Kupplungssystem und sorgt dafür, daß die Kupplung bei steileren Anstiegen sogar durchrutscht...
    Nacheinander fahre ich die gestern noch über Google-Maps recherchierten Werkstätten an... vergeblich! Eine nach der anderen ist verriegelt und verrammelt, keine Menschenseele ist zu sehen und es macht nicht den Eindruck, daß sich am Vortag von Heiliabend daran etwas ändern wird. Auch meine letzte Adresse ist erneut ein Flop! Dafür steht zum Glück eine junge Frau in der Nähe die auf ihr Taxi wartet und jetzt, wie in Südamerika üblich, wird mir auf freundlichste Art sofort geholfen! Ihre Erklärungen, warum die Werkstatt geschlossen ist, verstehe ich leider nicht, wohl aber, daß ich mitkommen soll... 200 Meter weiter die staubige Straße hinauf geht sie mit mir auf einen unscheinbaren Eingang zu an dem nichts darauf hindeutet, daß hinter der Brettertür überhaupt jemand ist. Mich erwartet, ebenfalls wie üblich, ein verdreckter, verstaubter Hinterhof, der nur nach einem Schrottplatz aussieht - und ein "Jemand", der mit ölverschmierten Händen tief in den Eingeweiden einer Motorhaube steckt. Nach kurzer Übersetzungshilfe durch die Frau, die ein halbwegs verständliches Englisch spricht, habe ich meine Hilfe gefunden!
    Zwei Minuten später begleitet mich der Mechaniker zum Wanderer und schnell versteht er das Problem: Die Kupplung muß anscheinend tatsächlich  nur entlüftet werden und dazu werden eben zwei Leute gebraucht - einer, der auf Kommando das Kupplungspedal tritt um Druck im System aufzubauen und ein zweiter, der unter dem Steyr liegt und im richtigen Moment die Entlüftung am Kupplungsnehmer öffnet und schließt. Eine mühselige Arbeit, besonders für den, der im Dreck unter dem Fahrzeug liegt, über Kopf arbeiten muß und dabei auch noch von der aggressiven Bremsflüssigkeit im Kupplungssystem bespritzt wird. Lange Rede, kurzer Sinn - es dauerte eineinhalb Stunden einschließlich nachfüllen des Ausgleichsbehälters, bis meine Kupplung wieder einwandfrei funktionierte!
    Der mehr als berechtigte Lohn für die Scheißarbeit: 25.000 Pesos! Da Chile in Südamerika zu den Hochpreisländern zählt, sind diese, umgerechnet 25 €, wahrlich nicht zuviel und ich kann nur dankbar und glücklich sein, daß ich in Südamerika und nicht in Deutschland bin, wo ich unmittelbar vor Weih-nachten wohl trotz 5 bis 10 fachem Preis dennoch mit Pauken & Trompeten abgeblitzt wäre...

Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Pazifik > am Pazifik

am pazifischen Ozean

Eine Stunde später habe ich, jetzt wieder bei strahlend blauem Himmel, meinen Traumplatz einige Kilometer nördlich von Taltal gefunden. Ohne zig andere Wohnmobile oder Parkautomaten stehe ich mit dem Wanderer an der wilden und zerrissenen Pazifikküste Nordchiles. Um mich herum sind der Geruch nach Meer und Tang, die Rufe von unzähligen Wasservögeln und das ständige Rauschen der gegen die Felsen krachenden Brandung. Kurz nach der Ankunft bin ich bereits bei einer ersten Klettertour in den Felsen unterwegs. In einer kleinen Bucht lasse ich meine Trecking-Sandalen stehen und steige mit den Füßen ins Meer. Der Grund besteht hier aus Myriaden zu winzigen Stücken zerriebenen Muschelschalen. Das kristallklare Wasser ist bei der brennenden Sonne angenehm erfrischend und deutlich wärmer als fast 2.000 Kilometer weiter südlich an den Küsten in Höhe von Osorno, wo die Füße nach wenigen Minuten vor Kälte anfangen zu schmerzen. Der aus der Antarktis kommende und entlang der gesamten Westküste Südamerikas nach Norden ziehende Humboldtstrom, muß sich hier, in Höhe des südlichen Wendekreises, bereits deutlich der erbarmungslosen Sonne der Atacama beugen. Als ich ein paar Tage später mit einem Thermometer ins Wasser steige, zeigt es bereits sagenhafte 20° C an!
    Kleine Eidechsen huschen mit schnellen Beinen über die Felsen, bleiben völlig unvermittelt stehen und sind dann im selben Moment so bewegungslos, daß sie kaum noch auf den Felsen zu erkennen sind. Ununterbrochen gellen die Schreie der Möwen in der Luft, während nur wenige Meter von mir entfernt, immer wieder Seelöwen durch das kristallklare, tiefblau und hell türkis leuchtende Wasser patrouillieren. In den geschützten Buchten schweben kleine, schwarze Fische dicht über dem Grund zwischen den Felsen, der an jeder freien Stelle vollständig mit Myriaden kleinen, hellen, zersplitterten Muschelschalen bedeckt ist. Dann rollt wieder eine der größeren Wellen in den kleinen, felsigen Nebenarm an meiner Seite und die grellen, glitzernden Wasserfontänen und Tropfen schießen meterhoch in die Luft während die langen, dunkelbraunen Arme des Tangs wie lange Strähnen über die Felsen gezogen werden. Manchmal streicht ein schneller Schatten über mich hinweg wenn mich wieder einer der Geier überfliegt.

Panoramabild - Küste bei Taltal
Panoramabild - Küste bei Taltal
Zum vollen Genuß den Browser auf Bildschirmgröße öffnen, dann das Vorschaubild mit der Maus anklicken
das Bild kann jetzt mit der Lupe vergrößert und mit den Laufbalken des Browsers gescrollt werden
zur Rückkehr auf die Seite: "<--", also "Seite zurück" oben links im Browser


Apropos "..ein paar Tage später..." - es ist die Küste bei Taltal, Punta Agua Dulce, Punta Cachinalito, Playa Matancillas und Punta Guanillos... Selbst ich schaffe es nicht, noch den Namen von Vorgestern oder Vorvorgestern zu benennen. In kleinen "Hopsern" von nur 10 oder 20 Kilometern, tingel ich entlang der Pazifikküste langsam nach Norden, von einem schönen zu dem nächsten, noch schöneren Stellplatz. Campingplätze oder irgendeine Form von Infrastruktur gibt es einfach nicht. Manchmal kommen winzige Ansiedlungen der indigenen Aimara entlang der Ruta una, der Küstenstraße, drei große Familienzelte und fünf, sehr verstreute, einfache Holzhäuser. Lediglich auf der anderen Seite der Küstenstraße führen genauso selten winzige, steile Pisten die Berghänge hinauf und irgendwo weiter oben im Hang sind dann wieder vereinzelte Häuser zu erkennen. Dafür gibt`s aber schier unendlich viele, teils abenteuerliche Pisten, die irgendwie nach irgendwohin an die zerrissene und wilde Küste führen. Mapuche Siedlung an den Hängen der Küstenanden
Aimara Siedlung an den Hängen der Küstenanden

wilde Pazifikküste nördlich von Taltal
wilde Pazifikküste nördlich von Taltal

..und, die Luft ist dick! Wenn wir einen Vogel oder ein Flugzeug hoch oben am Himmel hören und versuchen, ganz bewußt mit dem Verstand zu orten, in welche Richtung wir schauen müssen, gelingt uns das meistens nicht. Wenn wir es dagegen dem Unterbewußtsein erlauben, reflexartig in eine Richtung zu schauen, dann finden wir die Geräuschquelle schnell. Genauso ist es mit der Luft. Ich vermag nicht zu erklären woran genau ich es merke, das sie dick ist - mein Unterbewußtsein aber spürt es. Nach 2 Monaten in Höhen bis über 5.100 m weiß ich, wie dünn die Luft dort oben ist - und hier, jetzt, direkt an den blauen Wellen des pazifischen Ozeans, weiß & spüre ich genauso sicher, daß die Luft hier dick, schwer und satt ist!
Hui, da geht tatsächlich ein Mensch am Wanderer vorbei und schaut zu meiner geöffneten Eingangstür. Für mich kaum zu glauben in einer Welt, wo ich mit meinem Casa Rodante, meinem Haus auf Rädern, schlichtweg überall stehen kann, ohne das ein aufgeregter Bauer mich verscheucht, die Sheriffs kommen und mir eine Ordnungswidrigkeit anhängen oder die Stadtverwaltung ein Knöllchen unter den Scheibenwischer klemmt! Andere Menschen gehören zu den absolten Ausnahmen! Ein zweites Wohnmobil oder gar ein ExMo (ExpeditionsMobil), habe ich zum letzten Mal vor Wochen, in San Pedro de Atacama gesehen...
    Schnell stehe ich auf, um von der Tür aus freundlich zu winken und ein HOLA - buen dias zu rufen, als auch schon ein zweiter Mann und im Gefolge ein junges Mädchen und ein kleiner Junge folgen. Alle winken und grüßen ebenfalls total freundlich und klettern dann in die Felsen am Ufer. An einem der großen, natürlichen Pools, die jetzt, bei Ebbe zwar weiterhin überflutet, aber von den schweren Brechern verschont sind, steigen sie alle in Wasser und beginnen dort zu "suchen". Ich schnappe mir sofort mein Handy, ziehe schnell meine alten Turnschuhe an und klettere ebenfalls zum Wasser.
 
mein Stellplatz am Punta Cachinalito
mein Stellplatz am Punta Cachinalito

frisch gefangener Tintenfisch
frisch gefangener Tintenfisch
Dort werde ich noch einmal freundlich, fast überschwenglich, begrüßt und sofort mit Fragen überschüttet - ob ich wirklich mit meinem camion (LKW) aus Alemania bis hierher gekommen sei und vieles mehr. Meine arg begrenzten Spanisch-Kenntnisse lassen natürlich keine wirkliche Unterhaltung zu, aber immerhin verstehe ich, daß sie aus der Aimara Comuna sind, deren kleine Häuser ich etliche hundert Meter weiter entlang der Küste erkennen kann.
    ..und, was sie hier machen, erklären sie mir nicht nur wortreich, sondern  zeigen es mir sogar: Sie sorgen für ein üppiges Abendessen für die Familie! Mit dünnen Eisenstangen stechen sie unter große Felsblöcke bis, ja, bis sie fündig werden: Eine große pulpa, ein Tintenfisch, ist vom Haken an der Spitze durchbohrt worden und stolz präsentieren sie mir das mehr als 50 Zentimeter lange Tier. Dazu kommen nach und nach immer mehr Schnecken, die ich niemals von einem Stein auf dem Grund hätte unterscheiden können. Eine ganze Zeit begleite ich die kleine Gruppe auf der Jagd - ich mit der Kamera, sie mit ihren Stangen und Netzen...

Panoramabild - Abendstimmung an der Küste bei Taltal
Panoramabild - Abendstimmung an der Küste bei Taltal
Zum vollen Genuß den Browser auf Bildschirmgröße öffnen, dann das Vorschaubild mit der Maus anklicken
das Bild kann jetzt mit der Lupe vergrößert und mit den Laufbalken des Browsers gescrollt werden
zur Rückkehr auf die Seite: "<--", also "Seite zurück" oben links im Browser

Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Pazifik > Stellplätze

Stellplatz-Hopping

Es ist Weihnachten und ich fahre zum Einkaufen die wenigen Kilometer zurück nach Taltal. Ja, richtig, Weihnachten - und die zwei Supermercados in der kleinen Küstenstadt haben geöffnet! ..wie immer! 7 Tage in der Woche! Von morgens 9 Uhr bis abends um 21 Uhr! Selbstverständlich! Warum ich das erwähne? Klar, ich bin mein gesamtes Leben in Deutschland sozialisiert worden und deshalb drängen sich solche und viele andere Vergleiche natürlich auf. Ich kann mich noch gut an das Geschrei in meinem Heimatland vor einigen Jahren erinnern, als "man" das Ladenschlußgesetz geändert und längere Öffnungszeiten eingeführt hat. Der Untergang des Abendlandes wurde heraufbeschworen und die mühsam erkämpften sozialen Errungenschaften schienen zu fallen. Oder welcher Mechaniker würde sich in Deutschland auf eine staubige, nicht ashaltierte Piste legen und im Dreck mit ätzender Bremsflüssigkeit herumspritzen? Ohne Termin? Ohne Arbeits-schutzmaßnahmen? Ohne Auftrag und ohne Überprüfung der Kunden-bonität?
    Immer wieder sehe ich solche Unterschiede und ich frage mich, was aus unserem Land geworden ist? Wir haben die höchste Steuer- und Abgabenlast auf der Welt und gleichzeitig versinkt unser Land in maroder Infrastruktur, in einem unendlichen bürokratischen Sumpf, während unser Gesundheits- und Schulsystem nur noch als minderwertig angesehen werden kann. Die Zahl der Millionäre und Milliardäre nimmt in Deutschland überproportional zu, während gleichzeitig immer mehr Menschen gezwungen sind die Tafeln aufzusuchen, um mit ihrem mageren Einkommen oder Rente bei exorbitanten Mietpreisen überhaupt noch überleben zu können.
    Unsere Politiker forcieren mit Nachdruck den Einsatz von Elektroautos, haben aber niemals gesehen, wie in Ghana und Nigeria unser Wohlstandsschrott von barfüßigen Menschen nach verwertbarem durchsucht wird um zu überleben.
    ..haben niemals gesehen, wie in Chile die Erde auf hunderten von Kilometern aufgebrochen wird, um an "unser" Kupfer für die E-Autos und den Ausbau der Infrastruktur zu kommen.
    ..haben niemals Indigene gesehen, die schon seit ungezählten Generationen in den Anden leben und ihr kostbares Trinkwasser seit Jahrhunderten aus den wenigen Quellen und Brunnen bezogen haben, jetzt aber teures Wasser über LKW beziehen müssen, weil ein übermächtiger Bergbaukonzern mit ausländischen Kapitalgebern die gesamten Wasser-rechte für die Lithiumgewinnung aufgekauft hat...


 Chuquicamata Mine bei Calama
die Chuquicamata Mine - der größte Kupfer-Tagebau und die zweitgrößte Mine der Welt bei Calama in Chile
Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Berg2


Nach dem Einkauf in Taltal fahre ich wieder an der Küste entlang nach Norden, vorbei an meinem alten Stellplatz um am Punta Agua Dulce (Landzunge des süßen, lieblichen Wassers) einen neuen, noch viel schöneren Platz zu finden. Wieder folgen endlose Klettertouren über die Felsen bis hinein in die Brandungsgischt... genauso, wie etliche Stunden im Campingstuhl direkt am Wasser und dem Kindle in der Hand - Urlaub eben.
    Daneben natürlich auch Kontroll- und Wartungsarbeiten am Wanderer, angefangen bei Kontrolle der Flüssigkeitsstände, Leckkontrollen, Fahrwerksprüfung, Reinigung von Wasserfiltern bis hin zu so profanen Dingen wie dem Alltagsleben im Abenteuer...

der Wanderer am Punta Agua Dulceder Wanderer am Punta Agua Dulce

mächtige Brecher rollen
                        gegen die Küste bei Punta Cachinalitomächtige Brecher rollen gegen die Küste bei Punta Cachinalito

..ja, natürlich, ich könnte auch bequem zu Hause sitzen und dort lesen, in unmittelbarer Nähe all der süßen Verlockungen unserer Zeit, angefangen von leckeren Plätzchen über Pringles bis zu frischem Kaffee. Statt dessen bin ich um die halbe Welt geflogen, tausende von Kilometern mit dem Wanderer quer durch den südamerikanischen Kontinent gefahren um jetzt, hier an der chilenischen Pazifikküste zu sitzen - und hier zu lesen. Zu Hause müßte ich jetzt im Winter nicht einmal das Dröhnen der ungezählten Rasenmäher in der Nachbarschaft ertragen... auch nicht die Autos auf den Straßen unter mir und nicht einmal die immer wieder `mal hörbaren Sirenen eines Rettungswagens oder der Polizei. Nein, stattdessen sitze ich hier unter freiem Himmel, während nur 3 Meter von mir entfernt die Wellen des pazifischen Ozeans gegen die letzten Uferfelsen plätschern. Alle paar Minuten ändert sich dieses einzige Geräusch in meiner Wahrnehmung und wird zu einem dumpfen Grollen. Während der Ozean weiter draußen immer noch völlig flach und eben scheint, rollen aber eben alle paar Minuten 3 oder 4, manchmal auch 5 wesentlich stärkere Wellen unmerklich verborgen unter der scheinbar so glatten Oberfläche in Richtung der Küste. Erst wenn sie das flachere Wasser erreichen und der Meeresgrund ihre freie Ausdehnung begrenzt, bauen sie sich zu diesen sichtbar auftürmenden Wellen auf. Dann, auf den allerletzten Metern vor den Felsen der Riffe, werden sie innerhalb von nur wenigen Sekunden zu richtigen Brechern, die so manches Mal drei oder vier Meter Höhe erreichen! ..und dann, im allerletzten Moment bevor sie in die Felsen schlagen, wächst ihre Höhe noch einmal sprunghaft an um dann einen Sekundenbruchteil später mit Urgewalt in die Felsen zu schlagen. Eine weiße Wasserwand schießt dann manchmal 6, 8 und in einigen Fällen sicher mehr als 10 Meter in die Höhe! Dann, einen weiteren Sekundenbruchteil später, erreicht mich das Krachen und Donnern des eingeschlagenen Brechers während seine, nicht durch einen Felsen ungestörte Flanke, jetzt türkisgrün und durchsichtig weiter auf mich zurollt. Ihre Basis wird dabei durch den jetzt deutlich ansteigenden Grund so stark gebremst, daß die Welle von ihrer eigenen Krone überholt wird! Sie bricht mit einem viel länger anhaltenden, dumpfen Donnern, während ihre strahlend weißen und aufgewühlten Reste immer flacher werdend, weiter auf mich zurollen und eben erst 3 Meter vor meinen Füßen endgültig ausrollen. Immer wieder, wenn sich das monotone Rauschen der Wellen in diesen anderen Takt ändert, schaue ich von meinem Kindle auf und werde nicht müde, dieses optische und akustische Schauspiel zu bewundern und dabei auch zu realisieren, das niemals ein Brecher dem anderen gleicht. Jedesmal ist es irgendwie anders und wird einfach nicht langweilig...

 krachende Brandung

die Küste am Punta Guanillos ganz für mich alleindie Küste am Punta Guanillos ganz für mich allein

auf schneeweißem Muschelkalk lese ich auf
                        meinem Kindle und werde auch nicht müde, den Ozean vor mir wahrzunehmenauf schneeweißem Muschelkalk lese ich auf meinem Kindle und werde auch nicht müde,
den Ozean vor mir wahrzunehmen


der Wanderer in der Abendsonne
der Wanderer in der Abendsonne

die Wellen brechen sich an den Felsen der
                Riffe
die Wellen brechen sich an den Felsen der Riffe

die Küstenberge im Licht der tiefstehenden Sonne
die Küstenberge im Licht der tiefstehenden Sonne

die Sonne steht schon unter meinem Horizont und ist gleichzeitig, auf der anderen Seite des Pazifiks, noch nicht einmal aufgegangen...
die Sonne steht schon unter meinem Horizont und ist gleichzeitig, auf der anderen Seite des Pazifiks, noch nicht einmal aufgegangen...

Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Pazifik > weiter

es geht weiter...

..natürlich! ..weiter entlang der chilenischen Pazifikküste und immer weiter nach Norden. Bei dem kleinen Ort Paposo mache ich für drei Tage auch wieder einen "Ausflug" in die unwirklichen Berge der Atacama, bevor es wieder zurück zu Küste geht. Auf der nächsten Seite mehr dazu.
    Vorher natürlich noch das Video der letzten Tage entlang und am Pazifik in Nordchile:

Dieses Video liegt in FullHD vor
Vergrößern des Videos auf Vollbild durch Doppelklick



demnächst geht`s hier weiter mit dem nächsten Teil im Abenteuer PanAmericana