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Lagunenroute - Teil 6


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Die Karte ist ein Kurzvideo, also anklicken und die gefahrene Route verfolgen... Sie zeigt in Blau die ersten Abschnitte von Uyuni bis zur Laguna Chalviri und in rot den 6. Teil der Lagunenroute bis zur
Laguna Verde

Nach fast zwei Wochen auf der Lagunenroute im bolivianischen Altiplano sowie knapp 600 Kilometern über oft grausame Pisten liegt heute, am Montag, dem 17. Nov. `25, der 6. und letzte Abschnitt vor mir - die Fahrt zur Laguna Verde!
Die letzten 43 Kilometer und ein letzter Paß mit gerade `mal knappen 4.800 Metern Höhe liegen noch vor mir - vor dem nächsten Farbenwunder, der Laguna Verde.

Höhenprofil

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Fahrt durch die Dali Wüste

Als ich an diesem Morgen an der wunderschönen Laguna Salada aufwache, meldet mir mein Thermometer am Bett einen gruseligen, neuen Rekord! Oberhalb meiner wohligen Bettdecke sind`s dank meiner leicht offen stehenden Dachluke und meines ebenfalls offenen "Schlafzimmerfensters", nur noch 3,4°! ..kein Wunder, denn unter`m Wanderer registriert der Außensensor -12,0°. Dabei ist es vollkommen windstill und die Luft ist unsagbar klar!
    Um 1000 Uhr war ich dann fahrbereit, aber obwohl der Steyr artig zur Sonne ausgerichtet war, zickte er beim Anlassen ordentlich `rum und hustete erst einmal jede Menge Ruß aus dem Auspuff. Aber dann, ein einziges Mal gezündet, schnurrte er wieder artig und ließ keinen Zweifel daran, später auch wieder folgsam auf knapp 4.800 Meter Höhe klettern zu können.
    Schon wenige Kilometer später komme ich an den heißen Quellen vorbei, aber hier haben sich die Touris schon längst etabliert und die türkis leuchtenden, dampfenden Becken sind voll mit Menschen... also lieber gleich weiter! Auch kommen mir jetzt aus Richtung Chile mit 50 - 60 Sachen jede Menge Tagestouristen entgegen und jedes ihrer Fahrzeuge zieht eine 300 Meter lange Staubfahne hinter sich her, die jetzt, am immer noch windstillen Morgen, ortsfest über der Piste steht! Dazu fallen mir über diesen Massentourismus jede Menge abfälliger Bermerkungen ein...
    By the way: In der gesamten Zeit der Lagunenroute habe ich nicht einmal eine handvoll Reisender gesehen, die mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs waren!
    Wie muß es nur in diesen Kisten der Touranbieter sein? Vier bis sechs Touris sind im hinteren Teil der Toyotas eingequetscht, die Fenster sind aus naheliegenden Gründen geschlossenen, zu sehen ist aus dieser Position herzlich wenig, vor allem, weil südamerikanische Fahrzeuge nicht so zurückhaltend beim Tönen ihrer Scheiben sind wie wir Europäer. Dann schaukeln sie in ihren Karren wie ein Schiff bei schwerem Seegang und nur die Enge verhindert, daß sie von einer Bordwand gegen die andere geschleudert werden... und die Luft da drin ist wahrscheinlich auch nicht die allerbeste...

Der vor mir liegende Paß ist zum Glück von der Piste manchmal fast schon angenehm und die Steigung ist für das gewaltige Drehmoment des Steyr trotz der Höhe noch nie ein Problem gewesen. Auch wenn`s irgendwann wieder ruppig wird, entschädigt die Bergwelt um mich herum mit einer Schönheit, die kaum noch zu beschreiben ist!
    Letztes Schmankerl: Die Karawane der Tourfahrzeuge ist inzwischen lange vorbei! Hier, im äußersten Südwestzipfel Boliviens gibt es nahezu keine Touren mehr aus Uyuni und die chilenischen Tagestouristen sind alle schon längst durchgefahren um ihr Tagespensum zu schaffen.
der Wanderer in der Dali-Wüste - bei senkrechter Sonneneinstrahlung fast ohne jeden Schatten
der Wanderer in der Dali-Wüste - bei senkrechter Sonneneinstrahlung fast ohne jeden Schatten

aus der Dali Wüste über den letzten Paß zur Laguna Verde
aus der Dali Wüste über den letzten Paß zur Laguna Verde

um mich herum unglaubliche Formen & Farben der Bergwelt unter dem tiefblauen Himmelum mich herum unglaubliche Formen & Farben der Bergwelt unter dem tiefblauen Himmel

..und ich bin mitten in dieser Welt...
                        nicht nur in dem winzigen Ausschnitt eines Bildes.....und ich bin mitten in dieser Welt... nicht nur in dem winzigen Ausschnitt eines Bildes...

..seht ihr die Vicunjas rechts vorn? Rätselhaft, was es dort noch zu fressen gibt...
..seht ihr die Vicunjas rechts vorn? Rätselhaft, was es dort noch zu fressen gibt...

der letzte Paß liegt hinter mirder letzte Paß liegt hinter mir

unendlich schöne Formen und Farbenunendlich schöne Formen und Farben

die Berge liegen hinter mir und ich nähere mich der Laguna Verde
die Berge liegen hinter mir und ich nähere mich der Laguna Verde

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Laguna Verde

Schon am Mittag habe ich auch die Abfahrt geschafft und stehe mit dem Wanderer auf 4.388 Metern an der Laguna Verde, die in unwirklich leuchtendem Türkis direkt vor mir liegt. Auch hier sind für die intensive Farbe wieder im Wasser gelöste Mineralien und Metalle aus dem vulkanischen Untergrund, wie Magnesium, Calciumcarbonat, Blei und Arsen, sowie Kupfer verantwortlich - also alles andere, als für einen frisch aufgebrühten Kaffee zu empfehlen. Unmittelbar hinter der Laguna ragt der imposante und völlig symmetrisch geformte Vulkan Licancabur bis auf fast 6.000 Meter in die Höhe. Auch wenn ich`s nicht mit eigenen Augen sehen kann, ist es für mich interessant zu lesen, daß sich in seinem Krater einer der höchstgelegenen Seen der Welt befindet! Trotz der extremen Bedingungen an seiner Spitze mit Temperaturen von bis zu -30° existiert in seinem Kratersee eine Vielzahl von Lebewesen! Dieses Vorkommen ist derart außergewöhnlich, daß sogar die NASA, die US-amerikanische National Aeronautics and Space Administration und das SETI-Institut (Search for Extraterrestrial Intelligence - Suche nach außerirdischer Intelligenz) bereits mehrere Expeditionen zum Gipfel unternommen haben um dieses extremophile Biotop zu untersuchen. Ebenfalls außergewöhnlich ist, daß sogar direkt am Gipfel noch Überreste von Bauwerken aus der Inka-Zeit zu finden sind!

unterhalb des Vulkans links oben, ist die Piste noch zu erkennen, die ich vom letzten Paß zur Laguna gekommen bin
unterhalb des Vulkans links oben, ist die Piste noch zu erkennen, die ich vom letzten Paß zur Laguna Blanca, der Nachbarlagune der Laguna Verde, gekommen bin

in
                      leuchtendem Türkis liegt die Laguna Verde vor dem Vulkan                      Licancaburin leuchtendem Türkis liegt die Laguna Verde vor dem Vulkan Licancabur

mein Stellplatz an der Laguna Verdemein Stellplatz an der Laguna Verde
unten
                      die Laguna Verde, darüber die Nachbarlagune Blancaunten die Laguna Verde, darüber die Nachbarlagune Blanca

Laguna BlancaLaguna Blanca

am späten Nachmittag peitscht der Wind das Wasser der Laguna Verde - absolut unbeeindruckt dagegen der majestätische Licancabur
am späten Nachmittag peitscht der Wind das Wasser der Laguna Verde - absolut unbeeindruckt dagegen der majestätische Licancabur

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Ende der Lagunenroute

Zwei Wochen auf der Lagunenroute im bolivianischen Altiplano und 600 Kilometern über oft grausame Pisten gehen heute, am Dienstag, dem 18. Nov. `25, zu Ende! Am Vormittag verlasse ich meinen Platz an der Laguna Verde und fahre mit dem Wanderer über die aus grellweiß leuchtendem Salzstaub bestehende Landbrücke zum gegenüber liegenden Ufer der Nachbarlagune Blanca. Nur wenige hundert Meter entfernt ist die bolivianische Zollstation, in der ich den ganzen "digitalen Papierkram" zur Ausreise sehr schnell und unkompliziert hinter mich bringen kann. Dann beginnt der Aufstieg zum Paso Hito Cájon, der Grenze zu Chile. Auf der exzellent geshradeten (Shrader sind spezielle Raupenfahrzeuge mit der Pisten geglättet werden) Piste bin ich für lange 45 Minuten das einzige Fahrzeug, das einzige Zeichen, daß es noch Menschen auf dieser Welt gibt. Dann erreiche ich auf über 4.700 Metern Höhe die einsame und abgelegene Migraciones, die Ein- und Ausreisestation Boliviens und nachdem ich meinen Stempel im Reisepaß bekommen habe, folgen noch etliche Kilometer einsamster und gruseligster Piste bis zur chilenischen Station an der Straße zum Paso Jama.
einsame, alte Migraciones Bolivia am Paso Hito Cájoneinsame, alte Migraciones Bolivia am Paso Hito Cájon

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es geht weiter...

Nach dem Paso Hito Cájon und dem Verlassen von Bolivien, erreiche ich am Paso Jama die chilenische Grenzstation. Nach Migraciones (Einreise) und Aduana (Zoll) geht es sage und schreibe 40 Kilometer ununterbrochen bergab, bis ich mitten in der Atacama, der trockensten Wüste der Welt, die Stadt San Pedro de Atacama erreiche.
    Bevor ich also das nächste Kapitel im Abenteuer PanAmericana aufschlage, hier ein kurzer Videoclip zum letzten Teil der Lagunenroute:

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demnächst weiter mit dem nächsten Teil im Abenteuer PanAmericana