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Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > 4. Törn > Uyuni > Cañón del Inca im Cañón del IncaDie ersten Kilometer in Bolivien sind
geprägt von der Wahrnehmung der deutlich sichtbaren
Unterschiede zu allen anderen Ländern in Südamerika, Uruguay,
Argentinien und Chile, die ich bisher besucht habe. Zum einen sind
da die Menschen. Bisher konnte ich in den Gesichtern und dem
gesamten Aussehen meistens die spanische Vergangenheit und
westliche Einflüsse deutlich erkennen. Jetzt aber wird der
mehrheitliche, indigene Einfluß unübersehbar! Mit fasziniertem
Staunen sehe ich Cholitas, indigene
Frauen, die die traditionelle Kleidung, die Pollera,
voluminöse, mehrlagige und farbenfrohe Röcke, tragen. Dazu kommt
fast immer der Bombin, ein typischer
Bowlerhut.
..und dann ist da die Landschaft! Es gibt überhaupt keine Bäume mehr, wenige Kakteen in einer trockenen Wüstensteppe und das, während ganz fern am Horizont wirkliche Bergriesen zu erkennen sind. Der Steppe folgt dann der erste Höhenzug und der Wanderer muß knackige Auf- und Abstiege in üppigem Grün bewältigen. Kurz vor Villazón kommt der Abzweig in den Cañón del Inca und von einem Moment auf den nächsten folgt der ruppigen Straße eine sandige und enge Piste bis ich unseren Stellplatz auf 3.059 m Höhe erreiche - umgeben von einer spektakulären Felslandschaft. Spät am Abend mache ich draußen wie üblich einen letzten Rundgang im Licht des bevorstehenden Vollmonds. Ich bin umgeben von den Silhouetten der Felsen und einer Ehrfurcht einflößenden Dunkelheit und Stille, wie ich sie schon sehr lange nicht mehr wahrgenommen habe.
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> Uyuni UyuniMontag, 3. Nov. `25, der Cañón del Inca ist so faszinierend und es gäbe noch für ein oder zwei weitere Tage vieles zu erkunden, aber der enge Zeitplan von Marc & Doro zwingt uns zur Weiterfahrt. Über die enge und staubige Piste geht`s aus dem Cañón wieder hinaus auf die Ruta und durch den Ort Tupiza. Auch hier zeigt Bolivien ein Gesicht, das ich in den letzten drei Jahren in Süfamerika noch nicht gesehen habe. Ich fühle mich wie in einer indischen Großstadt! Um mich knattern hunderte von motorisierten, geschlossenen Dreirädern, in jeder denkbaren, möglichst bunten Farbe und verziert mit Girlanden hinter der Windschutzscheibe und ebenso bunten Wimpeln an jeder Ecke & Kante. Kaum verlasse ich mit dem Wanderer den Ort, geht es auf der jetzt gut ausgebauten Straße durch die schlichtweg grandiose Berglandschaft sofort knackig rauf & runter... und dann verzichtet die Ruta auf das "runter" und schraubt sich immer länger & steiler weiter in den tiefblauen Himmel der Anden. Das Licht des Himmels und die Reflektionen der Berge um mich herum sind mittlerweile so intensiv, das ich meine Gletscherbrille herauskramen muß! ..keine Chance mehr, mit ungeschützten Augen die Welt um mich herum zu sehen...
Die folgende Abfahrt ist weniger steil und
selbst 74 Kilometer vor Uyuni bin ich immer noch auf 4.000 m! Bald
darauf wird die Ruta zu einem endlosen, vollkommen geraden Band
durch eine richtige Wüstenlandschaft mit Sand & Dünen. Je
näher ich meinem Ziel komme, desto flirrender wird die Wüste und
die Luft wird trüber vom Staub in der Luft. Die Sonne steht fast
senkrecht über mir und in den Rückspiegeln sehe ich, das der Wanderer nur noch einen winzigen
Schatten neben sich her zieht. Dann sehe ich ihn weit vor mir am
Horizont.. den Salar de Uyuni, die
größte Salzpfanne auf der ganzen Welt! Er zeigt sich durch eine
spiegelnde, hauchdünne Wasserfläche auf dem Salz... doch während
ich immer näher komme, weicht der Wasserspiegel immer weiter
zurück bis ich es begreife! Vor mir ist kein Wasserfilm auf dem
Salar - was ich sehe, ist eine Fata Morgana
- eine Luftspiegelung!
![]() Fata Morgana vor Uyuni (sorry für die schlechte Bildqualität - ich habe es aus dem fahrenden Wanderer aufgenommen) Dann erreiche ich nach 200 Kilometern
Fahrt den südlichen Stadtrand von Uyuni. Mark hatte erfahren, daß
der Zugang zu unserem Stellplatz aus der Stadt heraus kaum möglich
ist und mir, da ich vorgefahren bin, Koordinaten eines Punktes
gegeben von dem er hoffte, über Staubpisten zum Cementerio
de Trenes, dem berühmten Eisenbahnfriedhof/-Museum von
Uyuni, zu gelangen. Was ich jetzt vor mir hatte, war ein einziges
Gewimmel von wild durcheinander führenden Spuren im Sand. Nur noch
nach Nase, also Richtung, wühlte ich mich durch das Knäuel aus
Pisten und dann hatte ich es tatsächlich geschafft und konnte die
brave Maschine des Steyr für heute
abschalten - ich stand auf dem riesigen Parkplatz am Cementerio de
Trenes... und gleich der nächste Rekord: Der jetzt neue, höchste Stellplatz mit 3.713 Metern!
..wahrscheinlich wird auch diese beeindruckende Marke in den
nächsten Tagen nur noch eine Randnotiz der Geschichte sein...
Zum Glück vertrage ich die Höhe dank ausreichender Anpassung in den letzten Tagen bisher sehr gut. Auch von den so beliebten Kopfschmerzen bin ich bisher verschont worden, nur muß ich bei der kleinsten Anstrengung schnaufen wie ein 70-jähriger... |
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> Cementerio de Trenes Cementerio de TrenesNachdem ich für den Wanderer
einen Stellplatz gefunden habe, kann ich mit der Kamera
auf Entdeckungsreise gehen. Gleich hier auf dem Park-/Stellplatz
am Eisenbahnfriedhof, sind überlebensgroße Kunstwerke plaziert.
Von einem mehrere Meter hohen Autobot aus
den Transformers Filmen, einer
riesigen Giraffe bis hin zum Terminator und
Alien ist alles vertreten.
Dann geht`s einfach nur über die Gleise einer noch aktiven Bahnlinie auf der genau 2 mal pro Tag eine Diesellok mit Güterwagen entlang fährt, auf den eigentlichen Cementerio de Trenes, den Eisenbahnfriedhof. Hier, in der trockenen Wüstenluft des Altiplano*) stehen die Überreste des bolivianischen Bergbaus nach Salzen und Edelmetallen, der bereits Mitte des letzten Jahrhunderts zusammenbrach. Die riesige Anzahl uralter, Dampfrösser verrostetet durch den Salzgehalt in der Luft weiter vor sich hin. *) Das Altiplano (Quechua und Aymara
Qullaw) ist die Hochebene in Südost-Peru und West-Bolivien
zwischen den Hochgebirgsketten der West-Anden, der Cordillera
Occidental und der Ost-Anden, der Cordillera Oriental.
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> Video VideoBevor es weiter geht, natürlich noch einige Minuten Film der Fahrt vom Cañón del Inca bis UyuniDieses Video liegt in FullHD vor Ich bin jetzt wiederholt gefragt worden, womit ich die Bilder und Videos mache und vor allem, wie und womit die Nachbearbeitung erfolgt. Gerne will ich das an dieser Stelle aufzeigen:
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> Bolivien es geht weiter... Dank der überragenden Recherche- und
Organisationfähigkeiten von Mark, konnten wir eine geführte Tour
über den Salar de Uyuni buchen.
Schon am nächsten Morgen werden wir von Wilson, unserem Tour-Guide
und Max, unserem Fahrer, in einem Geländewagen abgeholt, um den
gesamten Tag bis nach dem Sonnenuntergang, auf dem Salar de Uyuni,
der weltweit größten Salzebene, zu verbringen...
demnächst in diesem Kino...
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