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Uyuni - Bolivien

von der bolivianischen Grenze bis zum Salar de Uyunivon der bolivianischen Grenze bis zum Salar de Uyuni Sonntag, der 2. Nov. '25, am frühen Morgen verlassen wir, Marc & Doro mit ihrem Steyr und ich die argentinische Grenzstadt La Quiaca und rollen die wenigen Kilometer bis zur Grenze von Bolivien. Mit den entsprechenden
Hummeln im Bauch, was die Bolivianer wohl dazu sagen, das EINE Person mit gleich ZWEI Fahrzeugen, einem casa rodantes, einem "rollenden Haus", dem Wanderer und einem moto, der Yam, ins Land will...?
Nun, das ganze Prozedere dauerte tatsächlich fast volle zwei Stunden und war vom gesamten Ablauf der bisher komplizierteste Grenzübertritt seit Beginn des Abenteuers PanAmericana in Südamerika! Aber um 1100 Uhr öffnete sich die letzte Schranke und wir waren tatsächlich in Bolivien!
Nach einigen Besorgungen in Villazón ging die Fahrt am späten Mittag noch bis zum unserem Stellplatz für die Nacht, dem Cañón del Inca.
In den folgenden Tagen ging die Fahrt weiter bis Uyuni und von dort auf den größten Salzsee der Erde, den Salar de Uyuni und einer schier unglaublichen Erfahrung!

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im Cañón del Inca

Die ersten Kilometer in Bolivien sind geprägt von der Wahrnehmung der  deutlich sichtbaren Unterschiede zu allen anderen Ländern in Südamerika, Uruguay, Argentinien und Chile, die ich bisher besucht habe. Zum einen sind da die Menschen. Bisher konnte ich in den Gesichtern und dem gesamten Aussehen meistens die spanische Vergangenheit und westliche Einflüsse deutlich erkennen. Jetzt aber wird der mehrheitliche, indigene Einfluß unübersehbar! Mit fasziniertem Staunen sehe ich Cholitas, indigene Frauen, die die traditionelle Kleidung, die Pollera, voluminöse, mehrlagige und farbenfrohe Röcke, tragen. Dazu kommt fast immer der Bombin, ein typischer Bowlerhut.

..und dann ist da die Landschaft! Es gibt überhaupt keine Bäume mehr, wenige Kakteen in einer trockenen Wüstensteppe und das, während ganz fern am Horizont wirkliche Bergriesen zu erkennen sind. Der Steppe folgt dann der erste Höhenzug und der Wanderer muß knackige Auf- und Abstiege in üppigem Grün bewältigen. Kurz vor Villazón kommt der Abzweig in den Cañón del Inca und von einem Moment auf den nächsten folgt der ruppigen Straße eine sandige und enge Piste bis ich unseren Stellplatz auf 3.059 m Höhe erreiche - umgeben von einer spektakulären Felslandschaft.

Spät am Abend mache ich draußen wie üblich einen letzten Rundgang im Licht des bevorstehenden Vollmonds. Ich bin umgeben von den Silhouetten der Felsen und einer Ehrfurcht einflößenden Dunkelheit und Stille, wie ich sie schon sehr lange nicht mehr wahrgenommen habe.

bolivianische Marktfrau in ihrer Pollerabolivianische Marktfrau in ihrer Pollera

der Steyr von Marc & Doro und der Wanderer in Villazónder Steyr von Marc & Doro und der Wanderer in Villazón
im Cañón del Incaim Cañón del Inca

nur wenige Meter hinter unserem Stellplatz ragen diese Felswände in den Himmelnur wenige Meter hinter unserem Stellplatz ragen diese Felswände in den Himmel
Skulpturen aus Kakteen und roten FelsenSkulpturen aus Kakteen und roten Felsen

um uns eine Landschaft wie aus einer anderen Weltum uns eine Landschaft wie aus einer anderen Welt
Naturwunder im Cañón del IncaNaturwunder im Cañón del Inca

unsere Steyr im Licht der aufgehenden Sonne im Cañón del Incaunsere Steyr im Licht der aufgehenden Sonne im Cañón del Inca

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Uyuni

Montag, 3. Nov. `25, der Cañón del Inca ist so faszinierend und es gäbe noch für ein oder zwei weitere Tage vieles zu erkunden, aber der enge Zeitplan von Marc & Doro zwingt uns zur Weiterfahrt. Über die enge und staubige Piste geht`s aus dem Cañón wieder hinaus auf die Ruta und durch den Ort Tupiza. Auch hier zeigt Bolivien ein Gesicht, das ich in den letzten drei Jahren in Süfamerika noch nicht gesehen habe. Ich fühle mich wie in einer indischen Großstadt! Um mich knattern hunderte von motorisierten, geschlossenen Dreirädern, in jeder denkbaren, möglichst bunten Farbe und verziert mit Girlanden hinter der Windschutzscheibe und ebenso bunten Wimpeln an jeder Ecke & Kante. Kaum verlasse ich mit dem Wanderer den Ort, geht es auf der jetzt gut ausgebauten Straße durch die schlichtweg grandiose Berglandschaft sofort knackig rauf & runter... und dann verzichtet die Ruta auf das "runter" und schraubt sich immer länger & steiler weiter in den tiefblauen Himmel der Anden. Das Licht des Himmels und die Reflektionen der Berge um mich herum sind mittlerweile so intensiv, das ich meine Gletscherbrille herauskramen muß! ..keine Chance mehr, mit ungeschützten Augen die Welt um mich herum zu sehen...

auf dem namenlosen Paß weit hinter Tupiza in 4.234 Meter Höhe über N.N.Während ich zum ersten Mal in meinem Leben (außer irgendwann einmal in Zoos) Lamas während der Fahrt neben mir sehe, ist endlich der namenlose Paß erreicht und wieder muß ich vor Euphorie und mit Staunen den nächsten Rekord vermerken: 4.234 Meter über dem Meeresspiegel! Die Zugspitze wäre nur noch ein unbedeutender Hügel tief unter mir...


auf der gut ausgebauten Straße schraube ich mich mit dem Wanderer (fast) immer höherauf der gut ausgebauten Straße schraube ich mich mit dem Wanderer (fast) immer höher

ich habe die Passhöhe mit 4.234 Meter über dem Meeresspiegel erreichtich habe die Passhöhe mit 4.234 Meter über dem Meeresspiegel erreicht

Die folgende Abfahrt ist weniger steil und selbst 74 Kilometer vor Uyuni bin ich immer noch auf 4.000 m! Bald darauf wird die Ruta zu einem endlosen, vollkommen geraden Band durch eine richtige Wüstenlandschaft mit Sand & Dünen. Je näher ich meinem Ziel komme, desto flirrender wird die Wüste und die Luft wird trüber vom Staub in der Luft. Die Sonne steht fast senkrecht über mir und in den Rückspiegeln sehe ich, das der Wanderer nur noch einen winzigen Schatten neben sich her zieht. Dann sehe ich ihn weit vor mir am Horizont.. den Salar de Uyuni, die größte Salzpfanne auf der ganzen Welt! Er zeigt sich durch eine spiegelnde, hauchdünne Wasserfläche auf dem Salz... doch während ich immer näher komme, weicht der Wasserspiegel immer weiter zurück bis ich es begreife! Vor mir ist kein Wasserfilm auf dem Salar - was ich sehe, ist eine Fata Morgana - eine Luftspiegelung!

Fata Morgana vor Uyuni
Fata Morgana vor Uyuni
(sorry für die schlechte Bildqualität - ich habe es aus dem fahrenden Wanderer aufgenommen)

Dann erreiche ich nach 200 Kilometern Fahrt den südlichen Stadtrand von Uyuni. Mark hatte erfahren, daß der Zugang zu unserem Stellplatz aus der Stadt heraus kaum möglich ist und mir, da ich vorgefahren bin, Koordinaten eines Punktes gegeben von dem er hoffte, über Staubpisten zum Cementerio de Trenes, dem berühmten Eisenbahnfriedhof/-Museum von Uyuni, zu gelangen. Was ich jetzt vor mir hatte, war ein einziges Gewimmel von wild durcheinander führenden Spuren im Sand. Nur noch nach Nase, also Richtung, wühlte ich mich durch das Knäuel aus Pisten und dann hatte ich es tatsächlich geschafft und konnte die brave Maschine des Steyr für heute abschalten - ich stand auf dem riesigen Parkplatz am Cementerio de Trenes... und gleich der nächste Rekord: Der jetzt neue, höchste Stellplatz mit 3.713 Metern! ..wahrscheinlich wird auch diese beeindruckende Marke in den nächsten Tagen nur noch eine Randnotiz der Geschichte sein...
Zum Glück vertrage ich die Höhe dank ausreichender Anpassung in den letzten Tagen bisher sehr gut. Auch von den so beliebten Kopfschmerzen bin ich bisher verschont worden, nur muß ich bei der kleinsten Anstrengung schnaufen wie ein 70-jähriger... smiley_zwinkern

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Cementerio de Trenes

Nachdem ich für den Wanderer einen Stellplatz gefunden habe, kann ich mit der Kamera auf Entdeckungsreise gehen. Gleich hier auf dem Park-/Stellplatz am Eisenbahnfriedhof, sind überlebensgroße Kunstwerke plaziert. Von einem mehrere Meter hohen Autobot aus den Transformers Filmen, einer riesigen Giraffe bis hin zum Terminator und Alien ist alles vertreten.
Dann geht`s einfach nur über die Gleise einer noch aktiven Bahnlinie auf der genau 2 mal pro Tag eine Diesellok mit Güterwagen entlang fährt, auf den eigentlichen Cementerio de Trenes, den Eisenbahnfriedhof. Hier, in der trockenen Wüstenluft des Altiplano*) stehen die Überreste des bolivianischen Bergbaus nach Salzen und Edelmetallen, der bereits Mitte des letzten Jahrhunderts zusammenbrach. Die riesige Anzahl uralter, Dampfrösser verrostetet durch den Salzgehalt in der Luft weiter vor sich hin.

der Wanderer am Cementerio de Trenes in Uyuni *) Das Altiplano (Quechua und Aymara Qullaw) ist die Hochebene in Südost-Peru und West-Bolivien zwischen den Hochgebirgsketten der West-Anden, der Cordillera Occidental und der Ost-Anden, der Cordillera Oriental.

Skulpturen am Cementerio de Trenes in Uyuni
Skulpturen am Cementerio de Trenes in Uyuni

Alien aus Ridley Scott`s gleichnamigem Science Fiction ShockerAlien aus Ridley Scott`s gleichnamigem Science Fiction Shocker

die alten Dampfrösser rosten still vor sich hindie alten Dampfrösser rosten still vor sich hin
bolivianische Schönheit in ihrer modernen Pollera
bolivianische Schönheit in ihrer modernen Pollera

Cementerio de Trenes in UyuniCementerio de Trenes in Uyuni

die Verkaufsstände für die Touristen dürfen natürlich nicht fehlendie Verkaufsstände für die Touristen dürfen natürlich nicht fehlen

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Video

Bevor es weiter geht, natürlich noch einige Minuten Film der Fahrt vom Cañón del Inca bis Uyuni

Dieses Video liegt in FullHD vor
Vergrößern des Videos auf Vollbild durch Doppelklick


Ich bin jetzt wiederholt gefragt worden, womit ich die Bilder und Videos mache und vor allem, wie und womit die Nachbearbeitung erfolgt. Gerne will ich das an dieser Stelle aufzeigen:

Aufnahmegeräte:
  • Handy Galaxy S25 Ultra
  • ActionCam GoPro Hero 9
  • Drohne DJI Air 2S
  • Kamera Sony alpha 6700

Nachbearbeitung:

  • Bildbearbeitung Gimp - OSF freeware
  • Videobearbeitung ShotCut - freeware
  • Video Konvertierung XMedia Recode - freeware

..am Beispiel dieses Videos

  • Filmclips roh 29,20' Länge
  • 1. Schnittfassung 10,30' Länge
  • 2. Schnittfassung 8,14' Länge
  • rendern mit Shotcut 14,21' Dauer ==> 882 MB Dateilänge
  • konvertieren mit XMedia Recode 4,10' Dauer ==> 461 MB Dateilänge
Screenshot der Videobearbeitung mit Shotcut
Screenshot der Videobearbeitung mit Shotcut

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es geht weiter...

Dank der überragenden Recherche- und Organisationfähigkeiten von Mark, konnten wir eine geführte Tour über den Salar de Uyuni buchen. Schon am nächsten Morgen werden wir von Wilson, unserem Tour-Guide und Max, unserem Fahrer, in einem Geländewagen abgeholt, um den gesamten Tag bis nach dem Sonnenuntergang, auf dem Salar de Uyuni, der weltweit größten Salzebene, zu verbringen...

demnächst in diesem Kino...