aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand min. 21.03.2026
(oder neuer) Illapa, der Wettergott der Inka`s, war wieder einmal auf meiner Seite. Die schweren Gewitter am letzten Abend sind an mir vorbei gezogen und keine Sturzfluten behindern meine Ausfahrt aus dem Cañón del Indio. Vor mir liegen jetzt, am Freitag, dem 20. Feb. `26, nur noch wenige Kilometer bis zur ersten (kleinen) Stadt, Fiambalá. Damit liegen ganze zwei Wochen und fast 600 Kilometer von meiner letzten Versorgung in Copiapó, Chile, mit Lebensmitteln, hinter mir. Schon vor meiner Ankunft auf dem Campingplatz El Paraiso hat mein Bauchgefühl schon längst entschieden, dass nach zweieinhalb Monaten Nomadenleben jetzt erst einmal einige Tage im beständigen Umfeld eines richtigen Campingplatzes angesagt sind... |
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> Fiambalá > El Paraiso El Paraiso - Urlaub vom UrlaubAls ich den Wanderer
im Cañón del Indio am
Mittag starte, läuft er bereits nach lächerlichen zwei Sekunden
vollkommen rund! Was zweieinhalbtausend Höhenmeter doch
ausmachen... Neben der Ruta de Seismiles
wälzt sich im Gegensatz zu gestern jetzt allerdings ein reißender
Fluß mit einer braunen, völlig undurchsichtigen Brühe.
Nach gerade 25 Kilometern habe ich mein Tagespensum für heute schon geschafft und bin am Campingplatz El Paraiso in Fiambalá. Bei dem Namen muß ich natürlich mehr als schmunzeln... ist doch das Paraiso Suizo in Uruguay schon fast zu meinem zweiten Zuhause geworden... Es war allerdings ein wildes Rangieren, bis ich mit dem ziemlich wuchtigen Wanderer unter den viel zu tief hängenden Kabeln nach der engen Einfahrt hindurch und endlich auf dem einzigen, ausreichend großen Platz stand!
Nach zwei Monaten und zwei Tagen habe ich
endlich wieder Zugang zu schier unbegrenztem
Schon kurze Zeit nach der freundlichen Ankunft stehe ich unter einer richtigen Dusche... mit herrlichstem, salzfreiem und heißem Süßwasser und spüle mir auch den allerletzten Sand und Staub aus den Haaren und vom Körper. Wie kostbar eine solche, in Deutschland so gewohnte Selbstverständlichkeit ist, spüre ich hier nach wochenlangem Wassersparen mehr als deutlich! Nach ausgiebiger "Rundum-Körperpflege" bricht allerdings meine urdeutsche Prägung durch... Nach den wochenlangen, drastischen Wasser-Sparmaßnahmen muß ich erst einmal mein Sicherheitsbedürfnis befriedigen: Die wenigen Zentimeter "Altwasser", die noch in meinem Tank herum-dümpeln, werden abgelassen, der Tank danach gründlich ausgespült und anschließend mit frischem Wasser befüllt. Gespannt beobachte ich meine Füllstandsanzeige und kann`s nicht wirklich glauben, wie der LED-Balken langsam immer weiter in die Höhe klettert und schließlich sogar mein Tanküberlauf eine handvoll Liter ausspuckt, bevor ich den Zulauf wieder sperre. 340 Liter kostbarstes Trinkwasser schwimmen jetzt wieder im Tank... Jetzt habe ich endlich die Ruhe, die "Beine baumeln zu lassen" und das ist schon eine deutliche Umstellung! Nach vielen Wochen in völliger Abgeschiedenheit hat sich die Welt um mich herum um 180° gedreht! Knatternde Mopeds mit "leergeräumtem" Aufpuff und der Lautstärke einer getunten Harley, Hupen von Autos, andere -südamerikanische- Gäste auf dem Platz, die am Abend erst so richtig in Fahrt kommen, lautstark grillen & schnäbbeln, bellende Hunde, kreischende Loros und am Morgen krähende Hähne sind schon eine Umstellung...
Am nächsten Tag fiere ich auch die Yam,
meine Enduro, vom Heckträger ab und werde dabei vom Staub der
Abdeckplane wieder an die hunderte von Pistenkilometern erinnert,
die hinter dem Wanderer so
herrliche Wirbel aus feinstem Staub in jede denkbare Ritze
drücken!
Die erste Fahrt ist dann eine kleine Entdeckungreise durch das winzige Nest Fiambalá. Außer einer Eisdiele, mehreren kleinen Restaurants für die Touris, die von hier aus ihre Ausflüge in das Gebiet der Therme, die riesige Dünenwelt in der Umgebung oder den Balcón de Pissis mit einem der mehr als reichlich vertretenen Touranbieter starten, gibt`s nicht wirklich viel zu sehen. Zum Glück hat Fiambalá sogar einen gut sortierten Supermercado, Supermarkt, eine Carniceria, Metzgerei, und eine gute Panaderia, Bäckerei. Mit vollgepacktem Rucksack und zwei zusammengeknoteten und über den Tank gespannten Stofftaschen, trete ich wieder den Heimweg an und gönne mir ein köstliches Frühstück mit frischem Brot. Später lerne ich noch ein argentinisches Biologen-Paar auf dem Campingplatz kennen und erfahre, dass die RN 60, die Ruta de Seismiles, auf der ich vorgestern noch hierhin unterwegs war, schon wenige Kilometer nach dem Cañón del Indio komplett gesperrt ist! Überflutungen, Steinschläge und Erdrutsche haben die Ruta für unbestimmte Zeit unpassierbar gemacht... Die folgenden Tage werden ein entspannter
"Urlaub vom Urlaub" mit weiteren Einkäufen, mühsamem Abwaschen der
Staubschichten im Inneren des Wanderer`s,
putzen der Fenster und reinigen des Fahrerhauses, sehr viel lesen
im Schatten der Bäume, Wäsche waschen, entwerfen von Seiten für
den GlobalWanderer und Ausflügen
mit der Yam.
![]() ..sieht harmlos aus, ist aber ein fürchterlicher Sandsturm, der auf jedem Fleckchen bloßer Haut stechende Einschläge erzeugt |
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> Fiambalá > Dunas de Tatón Dunas de TatónHeute, am Montag, dem 23. Feb. `26, starte
ich mit der Yam zu einem sehr
langen Ausritt von meiner Basis, dem Camping El
Paraiso in Fiambalá - zu den Dunas
de Tatón - den Dünen von Tatón.
Irgendwo weit hinter Fiambalá fahre ich durch den winzigen Ort Medanitos und sehe ein wirklich außergewöhnliches Bild: Auf einem Hügel, hoch über dem Ort und hinter einer in bester Popkultur gestrichenen, pinkfarbenen Kirche, thront eine riesige Jesus-Statue. Wie ich später erfahre, ist sie fast 20 Meter hoch!
Auch nach dieser kurzen Unterbrechung mit
der Auffahrt zur Statue, geht es für viele Kilometer weiter
parallel zu den Bergen und riesigen Sanddünen, die nur langsam
näherrücken... nicht dagegen die Wüste durch die ich jetzt
fahre...
![]() die Sandwüste mit den riesigen Dünenfeldern, vermischt mit Lavasteinen Irgendwann entscheide ich spontan, an einer
winzigen, völlig unscheinbaren Piste, in Richtung der Dünenfelder
abzubiegen - und komme nach kurzer Zeit aus dem Staunen nicht mehr
heraus! Schon nach wenigen Minuten bin ich von einer spektakulären
Landschaft umgeben. Immer wieder bleibe ich für ein kurzes Foto,
oftmals auch für eine lange Pause stehen und bin wieder einmal
völlig ergriffen von den unfaßbaren Formen und Farben von riesigen
Sanddünen, schroffen Felsen und den Bergen im Hintergrund, auf
denen sich die Gewitter der letzten Tage als frischer Überzug aus
Schnee abgelegt haben.
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick ![]() ![]() unwirkliche Kontraste
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> Fiambalá > weiter es geht weiter...Nach meinem "Urlaub vom Urlaub" im El
Paraiso in Fiambalá geht das Abenteuer
PanAmericana jetzt weiter. Auf der Ruta
Cuarenta steuere ich mit dem Wanderer
nach Norden, zu einem ganz besonderen Ziel in der
argentinischen Puna, der Piedra Pomez
- einem kilometerlangen Feld aus vulkanischen
Bimssteinablagerungen.
Vorher natürlich noch das Video mit den Eindrucken von Fiambalá und den Dunas de Tatón: - und Vorsicht: Festhalten! Es wird ein 6-Minuten-Ritt auf der Enduro... Mit Sand zwischen den Zähnen, bis zu den Knien durch`s Wasser und mit Schräglage in den Kurven... Dieses Video liegt in FullHD vor |