aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand min. 02.03.2026 oder neuer
Nachdem ich auf der letzten Seite die Laguna Azul auf schwindelerregenden 4.492 Metern Höhe erreicht habe, geht die Fahrt heute, am Sonntag, dem 15. Feb. `26 über den Balcón del Pissis, einem nur wenige Kilometer entfernten Mirador (Aussichtspunkt), weiter zur Laguna Negra und von dort bis zum äußersten Ende der Piste an der Laguna Verde. Wer jetzt gerade bei diesem letzten Namen von einem unerklärlichen Déjà-vu gequält wird, dem kann ich weiter unten Aufklärung und Erleichterung versprechen... |
|
Du
bist hier: Global-Wanderer >
Reisen > Südamerika
> Inhaltsverzeichnis
> Laguna Verde > Laguna Azul Laguna AzulNoch stehe ich an diesem Sonntagmorgen an
der Laguna Azul. Jetzt, um 8 Uhr,
ist es mit 0° noch ziemlich schattig, dafür aber vollkommen
windstill und so will ich vor meiner Abfahrt wenigstens noch die
Drohne starten. Die Sonne steht zwar noch längst nicht hoch genug
um die Laguna richtig zu beleuchten, aber später wird der Wind mit
Sicherheit wieder einsetzen...
30 Minuten später wieder im Wanderer, bin ich allerdings vollkommen durchgefroren...
![]() links unten die Laguna Azul, in der Bildmitte hinten mein neues Ziel, die Laguna Negra |
|
Du
bist hier: Global-Wanderer >
Reisen > Südamerika
> Inhaltsverzeichnis
> Laguna Verde > Laguna Negra Laguna Negra Nach dem Aufwärmen im molligen Zuhause
mache ich mich später wieder fahrfertig und um 10 Uhr wird der Wanderer gestartet. Aufgrund der Höhe
von viereinhalbtausend Metern und der Tatsache, dass die
Morgensonne noch nicht ausreichend lange über die Berge gekrochen
ist, muckt der Steyr heute morgen
ziemlich fies, bis er endlich seinen runden Takt gefunden hat.
Ich habe seit der Lagunenroute in Bolivien schon mehrfach über die teils unerwarteten, überraschenden und auch verrückten Folgen der großen Höhe auf Mensch & Maschine berichtet. Manchmal sagt ein Bild dazu mehr als 1.000 Worte
und deshalb habe ich kurz diese kleine Grafik entwickelt... eine
einzige, rote Linie zeigt dabei die ganze Situation: Der
Luftdruck, an den wir Menschen seit unzähligen Gene-rationen
angepaßt sind, beträgt auf Meereshöhe etwas mehr als für den Luftdruck 1.000 hPa entsprechen 1 bar, der alten Maßeinheit Die Piste führt genauso gruselig, wie die
letzten Meter gestern, in die Höhe und jetzt kommen noch fiese,
dicke, eingearbeitete Steine hinzu - auf meiner persönlichen, nach
oben offenen Ekelskala, schon eine 7 bis 8! Mit kräfte-zehrender
Konzentration kämpfe ich mich weiter in die Höhe, während das
Fahrerhaus von einer Seite zur anderen geschleudert wird und alles
um mich herum ständig am Krachen ist...
Der bald darauf folgende Mirador (Aussichtspunkt) Balcón de Pissis bietet eine spektakuläre Aussicht auf den Monte Pissis mit 6.793 m, weit entfernt den Nevado Ojos del Salado mit 6.893 m und mehrere Lagunen tief unter mir - meinen Zielen in den nächsten Tagen... Fast drei Stunden nach meinem Start und lediglich 15 gefahrenen Kilometern (was alles über die grausame Piste aussagt... äh, natürlich auch einigen Fotostopps) später, bin ich an meinem nächsten Zwischenziel, der Laguna Negra. Hier, 300 Höhenmeter unterhalb von meinem Startpunkt an der Laguna Azul, habe ich den Wanderer dennoch wieder artig mit seiner Front nach Osten, der aufgehenden Sonne entgegen, ausgerichtet, während ich von meinem Schreibtisch wieder direkt auf die Laguna schauen kann. Da inzwischen erneut der schneidende Wind eingesetzt hat, fallen Entdeckungs- und Fototouren allerdings übersichtlich kurz aus. Später am Nachmittag werde ich sogar von einem vernehmlichen Knall aufgeschreckt: Die Starlink-Antenne auf dem Dach ist vom Wind lautstärkt umgeschlagen worden und nur ihr Kabel hat verhindert, dass sie vom Dach gefegt wurde...
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick - bereits weiter unterhalb des Balcón de Pissis, der weit rechts oben aus dem Bild verschwindet, öffnet sich dennoch ein beeindruckendes Panorama ![]() Vulkanasche, Salz und Sole - die Laguna Negra
Am nächsten Morgen zeigt mein
Außenthermometer nur -5,8° an, als mich jetzt zum Glück die ersten
Sonnenstrahlen treffen. Während die Flamingos, völlig
unbeeindruckt von der Kälte, schon längst wieder im flachen
Uferbereich der Laguna im Wasser nach ihrer Nahrung sieben. Mit
ihrem Kopf unter Wasser pumpen sie mit ihrer Zunge Wasser in den
Schnabel und sieben dabei kleine Salinenkrebse, Algen und Larven
heraus. Ihre Nahrung enthält aufgrund der besonderen Bedingungen
im Lagunenwasser viel des Farbstoff`s Karotin (..ist eben auch in
Karotten enthalten
![]() die Laguna Negra mit filigranen Zeichnungen all` der unterschiedlichen Strukturen ![]() unwirkliche Anblicke |
|
Du
bist hier: Global-Wanderer >
Reisen > Südamerika
> Inhaltsverzeichnis
> Laguna Verde > Laguna Verde Laguna VerdeNachdem die Sonne inzwischen deutlich über
die Berge gestiegen ist und den Steyr ein
wenig aufgewärmt hat, starte ich auf die letzten 16 Kilometer bis
zum "Ende aller Pisten", an der Laguna
Verde.
..und, da ist es wieder, dieses quälende Gefühl eines unerklärlichen Déjà-vu`s zur Laguna Verde... und richtig! Dieses Gefühl, dem Namen Laguna Verde hier im GlobalWanderer schon begegnet zu sein, ist mehr als richtig! Es ist gerade erst eine Fahrwoche her, als ich beim Aufstieg zum Paso de San Francisco an "der" Laguna Verde gestanden habe! Damit nicht genug: Auf diesem 4. Törn im Abenteuer PanAmericana, bin ich vor mehr als zweieinhalbtausend Kilometern und drei Monaten auf der Lagunenroute im bolivianischen Altiplano auch schon einmal an "der" Laguna Verde gewesen! Selbst damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht... Im November `24 bin ich bei der Fahrt entlang des Lago Carrera auf dem Weg zur Carretera Austral bereits an "der" Laguna Verde gewesen und noch einmal fast ein Jahr weiter zurück, habe ich in der Tierra del Fuego, Feuerland, ebenfalls an "der" Laguna Verde gestanden. Die nachvollziehbare Erklärung ist ganz einfach: Irgendwann einmal sind Menschen zum ersten Mal an "ihrer" Laguna gewesen und konnten nur feststellen, daß ihr Wasser so ungewöhnlich grün und türkis leuchtet, dass sie ausschließlich den Namen "Verde" verdiente... und das war zu einer Zeit, als Tante Google noch nicht einmal geboren war! Ja, sogar Telefone waren noch völlig unbekannt und so blieb es jedem Namensgeber verborgen, dass irgendein Kollege, drei Gebirgszüge oder sogar viele tausend Kilometer weiter, bei "seiner" Laguna auf die gleiche Idee gekommen ist... nicht umsonst gibt es "Neukirchen, Neustadt oder Mühlhausen" auch auch mehr ein einziges Mal in Deutschland! Zum Glück wird die bisher schlech-te
Piste, nach einiger Zeit auf immer sandigerem Boden, jetzt
deutlich besser. Als ich mich der Laguna nähere, kann ich mein
Glück wieder kaum fassen... Mit kaum vorstellbaren Farben, scharf
voneinander abgegrenzt, von einem tiefen Blau über leuchtendes
Türkis bis hin zum grellen Weiß der Salzkrusten, ist alles
vertreten. Dazu kommen wieder die Farben der umliegenden Berge -
von tiefschwarzer Vulkanasche über alle vorstellbaren Gelb- und
Brauntöne bis zu rot strahlenden Bergflanken, steht alles in
unwirklichem Kontrast zu den Lagunenfarben. Dazu kommt bei meiner
Ankunft immer noch völlige Windstille, so dass ich sofort die
Drohne startbereit mache um auch ja nichts zu verpassen... denn
der Wind wird kommen!
|
Der nächste Morgen... ..Dienstag, der 17. Feb. `26, trotz meiner
seit Wochen anhaltenden Spar-maßnahmen mit meinem Trinkwasser, hat
mich jetzt die bittere Realität ein-geholt! Als ich gerade meinen
Frühstückskaffee kochen wollte, blubberte nur noch ein halber
Strahl aus meinem Küchenhahn. Der Blick auf die Tank-anzeige zeigt
dann auch leider nur noch die letzte, rote LED. Zum Glück habe ich
ja vor ein paar Tagen am Rio Guanchin,
meinen "Notkanister" und ein paar Flaschen mit Flußwasser gefüllt
und muß also noch nicht die "weiße Fahne" hissen.
Allerdings kann auch das Flußwasser die Vorgaben der Physik nicht überwinden und so kocht mein Kaffeewasser hier, in der dünnen Luft auf 4.200 Meter, nur bei knapp 86°C... den frisch gebrühten Kaffee dann eingefüllt in meine Tasse, ist dann schon nach kürzester Zeit nichts mehr, wo ich "schlürfen" müßte - er ist nur noch lauwarm... Nach dem zweiten Kaffee und damit der Zeit für die Sonne, höher über die Berge zu kriechen, zeigen sich fast perfekte Spiegelbilder bei völliger Windstille auf der Oberfläche der Laguna. ![]() morgendliche Spiegelbilder bei völliger Windstille über der Laguna Verde Schon kurz nach zehn Uhr nötige ich den
noch äußerst unwilligen Steyr, dem
ich ja auch meinen Kaffee vorenthalten habe, ein paar Kilometer
weiter entlang der Laguna zu rollen. Bei der Recherche zur Laguna Verde habe ich Bilder der
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick - der Wanderer an seinem zweiten Stellplatz an der Laguna Verde ..und dann passiert es tatsächlich! Mein
vollkommenes Alleinsein in dieser Welt der Extreme, wird
unterbrochen... gleich drei Pickup`s eines Touran-bieters aus dem
lange 180 Kilometer entfernten Fiambala,
rauschen für einen Tagesausflug heran und suchen sich, natürlich,
den einzigen menschlichen Orientierungspunkt an diesem Ort aus...
meinen Stellplatz!
Kurz darauf bekomme ich dann auch den ersten Besuch von einem Argentinier und werde nicht müde mich darüber zu freuen, dass die Süd-amerikaner den Wanderer muy lindo, also sehr schön, finden... und ob er ein Foto machen dürfe? ..vielleicht auch eines, wo er mit mir zusammen vor dem riesigen Camion, LKW, steht? Es dauert nicht lange, bis die nächsten Besucher kommen und ich in einem mehr als eigenartigen "Dialekt" angesprochen werde. Ich brauchte wirklich einige Augenblicke, bis ich die ersten sinnvollen Worte aus dem Kauderwelsch identifizieren konnte... Es war eine abenteuerliche Mischung aus bayrischem Deutsch (!), Englisch und Portugiesisch und so erfuhr ich, daß meine Besucher aus dem brasilianischen Florianópolis stammen, dort der deutschstämmigen Gemeinde angehören und ihre Traditionen weiterhin treu pflegen... ach ja, um den Wanderer beneiden sie mich! So unabhängig würden sie ihren Kontinent auch gerne entdecken!
|
|
Du
bist hier: Global-Wanderer >
Reisen > Südamerika
> Inhaltsverzeichnis
> Laguna Verde > weiter es geht weiter...Morgen werde ich noch auf Entdeckungsreise
gehen und weiter nach den geheimnisvollen "Ojos"
in der Umgebung der Laguna suchen. Danach beginnt die Rückfahrt
über den Balcón de Pissis und weiter
bis zur Ruta de Seismiles und auf
ihr bis zur Stadt Fiambala, in der
ich dann endlich meine zur Neige gehenden Vorräte wieder auffüllen
werde.
Vorher natürlich noch das Video mit der Fahrt zur Laguna Verde: Dieses Video liegt in FullHD vor |