aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand min. 21.03.2026
oder neuer Schon gestern, am Montag, dem 16. Feb. `26, habe ich mit dem Wanderer die Laguna Verde erreicht. Heute steht noch eine lange Fotowanderung auf meinem Terminkalender, bevor es morgen Vormittag dann langsam Abschied nehmen heißt. Vor mir liegt dann eine sehr lange -und durch die brutale Piste- extrem anstrengende Rückfahrt über die Laguna Negra und den Balcón de Pissis, bevor ich nach der Laguna Azul wieder die gut gepflegte Minenpiste erreiche. Die letzten Kilometer bis zu einem Stellplatz an der Laguna de los Aparejos werden dann hoffentlich noch gut zu schaffen sein... |
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> Laguna Verde Laguna VerdeEs ist jetzt Dienstag Nachmittag, am 17.
Feb. `26. Bereits am späten Mittag haben sich auch die letzten
Tour-Pickup`s auf den langen Rückweg nach Fiambala
gemacht und ich bin wieder der einzige Mensch an der Laguna Verde. Bei dem deftigen Wind, der
inzwischen wieder wie üblich einsetzt, ziehe ich mir meine alten
Laufschuhe an und stake über das knirschende Salz am Ufer der
Laguna... und dann hinein. Ich traue meinen Augen kaum, als ich
nach unten schaue: Jede kleine Bewegung erzeugt einen Wirbel an
Schlieren im bisher völlig klaren und durchsichtigen Wasser. Die
einzig vernünftige Erklärung die mir einfällt ist, dass
anscheinend schweres, extrem konzentriertes Salzwasser über dem
Grund liegt und darüber eine unvermischte Schicht mit
geringerem Salzgehalt... vielleicht sogar dem
darauf schwimmenden, leichteren Süßwasser. Ich traue mich, einen
Finger ins Wasser zu tauchen und anschließend mit der Zunge zu
testen... puh, in was ich auch immer stehe, trinkbar ist es sicher
nicht. Der Ausflug bleibt kurz und an Unterwasseraufnahmen ist
durch die Schlieren nicht zu denken. Also wieder zurück zum Wanderer, die Socken & Schuhe zum
Trocknen in die Sonne legen. Mit neuer Fuß-bekleidung begebe ich
mich anschließend auf eine lange Fotoexkursion entlang des Ufers
der Laguna. Als ich viel später zurück am Wagen bin, erwartet mich
eine weitere Überraschung: Die Socken, mit denen ich vorher im
Wasser war, sind vollkommen bretthart und steif geworden, so dass
ich sie fast aufrecht hinstellen kann! ..und meine alten Schuhe?
Sie sind ebenfalls so hart, als ob ich ein festes Kunstoffmodell
in der Hand hätte. Ich kann nicht einmal mehr die Schnürsenkel
öffnen...
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick - Laguna Verde am Balcón de Pissis Mittwoch, der 18. Feb. `26, der Tag der
Abfahrt aus dem Gebiet des Balcón de Pissis.
Jetzt, am noch frühen, windstillen Morgen, ziehe ich aber noch
einmal mit Kamera und Drohne los, um die geheimnisvollen Ojos,
die ich gestern auf meinen Luftaufnahmen entdeckt habe, endlich zu
finden. Ich habe mir die Richtung genau eingeprägt und wandere den
leichten Hang immer weiter hinauf und dann ist es endlich soweit,
ich stehe vor einem weiteren Naturwunder!
![]() ein 'Ojo', ein Auge in der Wüste - gar nicht weit entfernt vom Wanderer, aber ohne die Luftaufnahmen hätte ich ihn nicht gefunden... ![]() unwirklicher Anblick - ein geheimnisvolles Auge in der Wüste Die kreisrunden „Ojos“
(Augen) bei der Laguna Verde
erinnern sofort an die Einschlagkrater auf unserem Mond! Sie sind
allerdings natürlich enstandene Quellbecken. Unter der Salz- und
Sedimentschicht der Oberfläche liegt ein Grundwasser führender
Horizont. Durch einen Riß im Gestein steigt dieses unter Druck
stehende Wasser als artesischer Brunnen oder -Quelle auf und
wäscht dabei feines Sediment mit aus. Durch die flache
Wüstenoberfläche kann das austretende Wasser-/Sedimentgemisch
gleichmäßig zu den Seiten ablaufen. Im Laufe der Zeit bildet sich
ein immer tieferer und breiterer Trichter entlang des
Aufstiegkanals - wie der Strudel in einer Badewanne, nur das das
Wasser hier aus- und nicht abläuft. Durch die im Wasser gelösten
Salze und Mineralien entsteht im Zusammenhang mit der extremen
UV-Strahlung hier in über 4.000 m Höhe, die intensive Farbe der Ojos - eben ein weiteres Naturwunder...
..und damit nicht genug! Als ich wieder den Wanderer erreiche, sehe ich fast
senkrecht über mir, wie sich ein Halo um
die Sonne gebildet hat! Dieses besondere Schauspiel entsteht durch
die Lichtbrechung in Eiskristallen in sehr hohen und feinen Cirruswolken. Vor ziemlich genau drei
Jahren habe ich so einen Halo bereits in Osorno,
in Chile, sehen können...![]() ein letzter Blick über die Laguna Verde, bevor es auf die Rückfahrt geht |
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> Laguna Verde > Rückfahrt RückfahrtNach den Aufnahmen von den Ojos
verabschiede ich mich von diesem außergewöhnlichen Ort
der Laguna Verde. Nach zweieinhalb
Stunden fürchterlicher Pistenfahrt habe ich den Balcón
de Pissis geschafft und stehe wieder an der Laguna
Azul... für eine lange Frühstückspause und sogar einigen
Minuten auf dem Bett. Danach sind es nur noch einige hundert Meter
mit grausamstem Wellblech, bis ich wieder die gut ausgebaute
Minenpiste erreiche. Es folgen die zwei Pässe, die ich schon von
der Herfahrt kenne und schon lange vor der Laguna
de los Aparejos finde ich eine Nebenpiste, die diagonal
auf mein Ziel hinsteuert. Meine Erinnerung und mein Bauchgefühl
haben mich wieder einmal gut beraten. Da diese Piste anscheinend
nur extrem selten befahren wird, ist hier noch nicht einmal
Wellblech ausgebildet und eine weitere halbe Stunde später stehe
ich an der kleinen, vollkommen abgelegenen Laguna auf 4.274
Metern. Für mich ist noch ein weiteres, statistisches Datum
wichtig: Bei der heutigen Fahrt habe ich die 44.000-km-Marke in
Südamerika überschritten...
Schon den ganzen Nachmittag hatten sich allerdings die Wolken immer mehr verdichtet und verheißen wenig Gutes!
Am Abend sehe ich ihn dann! In Richtung der
Minenpiste über den Bergen! ...den ersten Regen! ...seit Monaten?
...seit Jahren?
Weißgraue, streifige Fahnen ziehen sich aus den Wolken auf das Land und ich erinnere mich wieder einmal daran, daß in der argentinischen WhatsApp-Gruppe schon seit gestern wieder vor schweren Unwettern vom Paso de Jama im Norden bis Mendoza im Süden gewarnt worden ist! Bald darauf treffen erste Regentropfen gegen meine Scheiben, aus denen bald darauf dann dicke Tropfen werden! Aber ich kann die "Einschläge" fast noch zählen... der "richtige" Regen bleibt aus, während sich draußen ein beeindruckendes Schauspiel aus Licht und Wolken zeigt! Im Osten dagegen, also dort, wo mich morgen mein weiterer Weg hinführen wird, reißt das ununterbrochene Wetterleuchten nicht ab... aber noch liegt mindestens eine Bergkette zwischen mir und dem Unheil... |
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![]() nach Sonnenuntergang entsteht für wenige Minuten ein beeindruckendes Schauspiel am Himmel ![]() die schweren Gewitterwolken werden von der bereits untergegangenen Sonne noch für kurze Zeit angestrahlt |
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> 4. Törn > Laguna
Verde > Cañón del Indio Cañón del IndioAm ich am nächsten Morgen, Donnerstag, dem
19. Feb. `26, den ersten Gang nach draußen wage, zeigt das
Thermometer -1,0° und eine dünne Eisschicht überzieht die Treppe,
ja, den gesamten Wanderer. Erst mit
weiter aufsteigender Sonne beginnt es nach 9 Uhr zu tauen und der
Staub der letzten Monate läuft jetzt in langen Fahnen über alle
Außenflächen... und natürlich auch über alle Fenster!
Am Mittag habe ich dann auch den letzten Paß auf der Minenpiste gut geschafft und wieder die Ruta de Seismiles erreicht. Von hier begleiten mich in den nächsten Stunden immer dichtere Wolkenbänke auf der immer spektakulärer werdenden Strecke in Richtung der Stadt Fiambala. Nach den vielen Pistenkilometern der letzten Tage muß ich schmunzeln, wenn ich mich dazu zwingen muß, mehr als 50 oder sogar 60 km/h zu fahren. Auf der gut asphaltierten Ruta sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, vor allem, da mir gerade `mal alle 20 oder 30 Kilometer ein anderes Fahrzeug begegnet! Es braucht trotzdem einige Zeit der Gewöhnung, bis ich mich traue, weiter in die relativistischen Bereiche der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, die ich in eigener Machtvollkommenheit für den Wanderer zwischen 80 und 90 Stundenkilometer definiert habe. Beständig geht es weiter bergab und immer wieder melden sich meine Ohren mit einem leicht Plopp, wenn sie wieder einen Druckausgleich für den immer weiter zunehmenden Luftdruck machen. Als die Ruta de Seismiles dann ihre ihren bisherigen Südkurs ändert und nach Osten abbiegt, rücken die traumhaft schönen Berge immer enger zu einem grünen Tal zusammen. Mit jedem weiteren Kilometer wird es spektakulärer! Leider auch am Himmel! Die Wolkenmassen werden immer massiver und bedrohlicher, schaffen aber auch ein unbeschreibliches Spiel aus Licht und Schatten...
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![]() immer bedrohlichere Wolkenmassen türmen sich vor mir auf die
Bilder sind snapshots direkt aus dem Film - daher und wegen der
zu großen Kontraste zwischen Hell und Dunkel,
sind sie qualitativ nicht so, wie gewohnt... |
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> Laguna Verde > Cañón del Indio Cañón del IndioIch komme bei der Fahrt über die Ruta
de Seismiles nach Fiambala kaum
noch hinterher, alles zu "schaffen"! Ich muß mich auf die
kurvenreiche Strecke vor mir konzentrieren... in den Spiegeln
immer wieder kontrollieren, ob nicht doch `mal ein anderes
Fahrzeug hinter mir gerade zum Überholen ansetzt während ich die
Kurven schneiden will und ihn dabei über die Böschung zu
schieben... die Instrumente beobachten, die ständig wechselnde
Landschaft um mich herum wahrnehmen, sie bewundern, gleichzeitig
entscheiden, ob ich wieder einen Videoclip drehen will, Fenster
rauf & runter kurbeln, mit einer Hand lenken, mit der anderen
nach der Kamera greifen, sie einschalten, aus dem Fenster halten
und dabei auch gerade auf den Horizont ausrichten, mit dem Gehör
auf die Drehzahl achten, Motorbremse betätigen, bremsen, kuppeln,
schalten, Gas geben, Steinen & Löchern ausweichen - die
Felswände rücken manchmal auf 1 Meter an mich heran und überall
liegen herausgebrochene Felsen, weggerissene Leitplanken, Kerben
& Steine auf der Ruta... und dann auch noch Notizen ins
Diktiergerät sprechen...
Kurz vor meinem anvisierten Ziel, dem Cañón del Indio, wird die Landschaft immer beeindruckender! Mittlerweile haben sich aber die schweren, dunkelgrauen Wolken über mir vollständig zu einer düsteren Decke geschlossen und die letzten Filmclips sind leider nur noch eine graue und verwaschene Masse ohne jeden vernünftigen Kontrast. Am Cañón halte ich mit dem Wanderer am Straßenrand und erkunde zu Fuß die winzige, steile und sandige Einfahrt auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Aus der schmalen Sandpiste wird schnell ein ausgewaschenes, aber noch trockenes Flußbett. Was aber passiert, wenn sich nachher die dunkelgrauen Wolken entladen und sich eine braune Sturzflut durch den Cañón ergißt? Habe ich dann morgen eine vernünftige Chance, mit dem Wanderer wieder aus dieser Falle heraus zu kommen? Als ich aber einige hundert Meter tiefer im Cañón den perfekten Platz für die Nacht finde, fällt die Entscheidung leicht und bald darauf steuere ich mein
Mit "nur" noch 2.048 Metern Höhe habe ich
seit meiner Abfahrt heute Morgen ganze 2.000 Höhenmeter verloren!
...und muß daran denken, die
Als ich am Abend wieder meinen letzten Gang nach draußen mache, ist durch die tiefhängenden und geschlossenen Wolken heute nicht ein einziger Stern zu sehen. Hinter der Bergkette neben mir bltzt und kracht aber ein nahezu ununterbrochenes Schauspiel und durch die Abstandszählung kann ich ausrechnen, dass das Unwetter nur eineinhalb Kilometer neben mir ist... |
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> Laguna Verde > weiter es geht weiter...Illapa, der
Wettergott der Inka, war wieder
`mal auf meiner Seite. Die schweren Gewitter am letzten Abend sind
an mir vorbei gezogen und keine Sturzfluten behindern meine
Ausfahrt aus dem Cañón del Indio.
Vor mir liegen jetzt nur noch wenige Kilometer bis zur ersten
(kleinen) Stadt, Fiambala. Damit
liegen ganze zwei Wochen und fast 600 Kilometer von meiner letzten
Versorgung in Copiapó, Chile, mit Lebensmitteln hinter mir.
Vorher natürlich noch das Video mit der Rückfahrt aus den Hochanden und dem Bereich um den Balcón de Pissis: Dieses Video liegt in FullHD vor hier geht`s weiter nach Fiambalá |