aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand 21.03.2026
(oder neuer) Nach dem bösen Sandsturm gestern am Rand der riesigen Duna Grande, geht die Fahrt mit dem Wanderer heute, am Dienstag, dem 10. März weiter zum Vólcan Carachi Pampa. Schon mehrfach war der kegelförmige Vulkan als schwarze Silhouette auf einigen meiner Bilder auf den letzten Seiten weit im Hintergrund zu sehen. ![]() im Hintergrund der schwarze Kegel des Vólcan Carachi Pampa - mein heutiges Ziel |
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Carachi Pampa Fahrt zum Carachi PampaMit einem weinenden Augen starte ich nach
einem letzten Drohnenflug über die riesige Duna
Grande den Wanderer...
das Risiko eines weiteren Sandsturms am Abend ist mir an diesem
exponierten Ort einfach zu groß!
Kaum bin ich wieder auf der Pista, ist der Sand weg und das Wellblech wieder da. Nach vielen, nervenden Kilometern dann der Abzweig zum Vólcan. Ein Schild zeigt, dass irgendwo in den Bergen wohl wieder eine Minengesellschaft aktiv ist und der Erfolg der gewerblichen Nutzung ist sofort spürbar - die Piste wird schlagartig wesentlich besser und ich kann den Wanderer teilweise sogar im 7. Gang rollen lassen! ..also mit der schon absolut ungewohnten Wahnsinnsgeschwindigkeit von über 50 Sachen! ..bis ich die Minenpiste wieder verlassen muß und in weitem Bogen den Carachi Pampa umfahre. In seinen schwarzen Vulkanfeldern wird der neue Weg so eng, dass der Wanderer gerade noch zwischen die kleinen Böschungen paßt. Zudem schlängelt sich die Piste jetzt in unendlich vielen Windungen bergauf und sofort wieder bergab durch das spitze und scharfe Lavagestein.
Am späten Mittag ist es dann geschafft und
ich werde von Jorge und seiner
Tochter Candela herzlich empfangen.
Die beiden sind von einer Kooperative, die sich um den Erhalt der
Laguna und ihrer Pflanzen- und Tierwelt kümmert.
An diesem Platz, nahe des Seeufers der Laguna
Rosada, den ich durch einen
![]() auf Augenhöhe mit einem jungen Llama Am Nachmittag ist es wieder soweit: Aus dem
bisher leicht böigen Wind wird urplötzlich wieder, ohne weitere
Vorwarnung, ein fürchterlicher Sturm! Unangenehme Staub- und
Sandfahnen peitschen über den nahezu flachen Uferbereich der
Laguna und natürlich schiebe ich nach den gestrigen Erfahrungen
sofort meine Einstiegsleiter unter den Aufbau und schließe den Wanderer. Ich bin nur froh, dass ich
wieder auf mein Bauchgefühl gehört und das Sandstrahlgebläse an
der Duna Grande verlassen habe...
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Als ich früh am nächsten Morgen, noch bevor
die Sonne hinter dem Vólcan über die Berge schaut, aus dem Wanderer krabbel, ist die Welt wieder
vollkommen in Ordnung - kein einziger Windhauch mehr! Über mir
steht die strahlende Milchstraße und das, obwohl der ebenfalls am
Himmel stehende Halbmond in seiner Umgebung wirlich alles
überstrahlt.
..und, ich bin nicht
allein hier draußen! Nur wenige Meter neben mir hat sich die
gesamte Llama-Herde am Baum ver-sammelt. Ganz langsam und
vorsichtig gehe ich auf sie zu, rede dabei in ruhigem
Tonfall und sie kommen tatsächlich neugierig näher! Ein oder
zwei Tiere kommen sogar bis bis auf Armlänge zu mir, schauen mich
auf Augenhöhe direkt an, neugierig, ohne jede Angst. Klar, die
Kooperative lebt davon, daß die Touranbieter aus El
Peñón ihre Touris auch hierhin karren und kennen daher
die Nähe von Menschen... aber das hier, noch dazu in der
Noch-Dunkelheit der Nacht und dann Gesicht an Gesicht mit 20
Zentimetern Abstand dazwischen...Als sie dann langsam weiterziehen, mit traumhaft sicheren Schritten in der Dunkelheit, bei unebenem Boden, Temperaturen nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt, muß daran denken, wie unglaublich weit wir Menschen uns mittlerweile von der Natur entfernt haben! Ich kann mich nur hier, auf dem glatten Platz neben dem Wanderer halbwegs sicher bewegen ohne ständig zu stolpern... Ich könnte keine einzige Nacht bei diesen Temperaturen ohne meine "künstlichen Felle" mehr überleben... Ich würde nichts zu essen und zu trinken finden... und einen Puma würde ich weder sehen, noch riechen, noch hören... Auch später am Morgen bleibt es so
windstill, daß ich mit meiner Drohne sogar den langen Flug zum
Vólcan wagen kann. Klar habe ich wie die meisten von uns, in einer
der tollen BBC-Naturdoku`s schon so manches Mal auf und in so
einen Vulkan geschaut, aber das selbst zu erleben und dabei die
eigenen Hände am Steuer meines "fliegenden Auges" zu haben, ist
eben etwas ganz besonderes. Schon allein über dem riesigen,
ansteigenden, unheimlich wirkenden, tiefschwarzen und nur mit
vereinzelten, dünnen Streifen von angewehtem Sand und Staub
bedeckten Lavafeld zu schweben, ist einfach beeindruckend.
Immerhin gehört dieser Vulkan zu den aktiven und ist vor gerade
`mal 26 Jahren, also genau im Jahr 2.000, zum letzten Mal
ausgebrochen. In geologischen Zeiträumen ist das gerade "ein paar
Minuten" her und das Wissen darüber ist schon... ein wenig
beklemmend...
![]() direkt vor dem Kegel des Vulkans ![]() Blick ins Auge des Vulkans - dem Krater des Vólcan Carachi Pampa
Als ich nach zwei direkt aufeinander
folgenden Flügen wieder zur Landung ansetze, kommen kurz
hintereinander tatsächlich zwei PickUp`s - einer davon mit einem
Kennzeichen aus Peru. Kurz danach lerne ich dabei Yvon
St-Amant und seine Frau kennen, beides Kanadier aus Québec, also Französisch sprechend und
mit einem Bein in Peru und dem anderen in Kanada lebend. Natürlich
war für diese Begegnung und Kennenlernen, wieder einmal der
außergewöhnliche und auffallende Wanderer
verantwortlich...
Die Geschichten, die ich bei solchen
Gelegenheiten schon gehört habe, sind dabei so manches Mal nicht
weniger spannend als die, über einen österreichischen Militär-LKW,
in Deutschland zu einem Expeditionsmobil umgebaut, mit dem Schiff
auf die andere Seite der Erde gebracht und jetzt schon im 4. Jahr
unterwegs auf dem südamerikanischen Kontinent...Später am Nachmittag sitze ich auf einem
der tiefschwarzen Basaltbrocken, mitten im Lavafeld, weit entfernt
von meinem Stellplatz und schaue lange über das hitzeflimmernde
Feld, den Vulkan und ihm gegenüber die rot leuchtende Laguna mit
den winzigen Punkten der Flamingos. Pünktlich wie jeden
Nachmittag, erscheinen jetzt auch wieder die ersten, schneeweißen
Wolken am Himmel und verdichten sich im Lauf der Zeit zu immer
größeren Wolkenbergen. Auch der Wind beginnt sich jetzt wieder zu
regen und schon nach wenigen Minuten wird aus dem ersten,
vorsichtigen Streicheln, ein heftiges Zerren bis hin zu den
folgenden Peitschenhieben! Zeit, den Rückweg "nach Hause"
anzutreten.
Als ich zurück am Wanderer bin, rette ich erst einmal die Starlink-Antenne vom Dach, während es -wie gewohnt- draußen immer heftiger wird. Anders als sonst, machen die Wolkenberge am Himmel heute aber kein einfaches Happening, sondern haben sich zu Größerem verabredet. Die riesigen Türme verdichten sich zu gewaltigen Gewitterzellen und nachdem die Sonne am Horizont hinter der Andenkette versunken ist, erstrahlen sie für wenige Minuten in beinahe unwirklichen Farben, die mich an den berühmten Engländer William Turner erinnern, dessen Werke bei diesem Schauspiel alles andere als Phantasiegemälde sind. |
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![]() ..wie die Gemälde von William Turner... ![]() der Wanderer direkt unterhalb einer gewaltigen Superzelle |
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> Vólcan Carachi Pampa > weiter es geht weiter...Donnerstag, der 12. März `26. Mit mehr als
einem weinenden Auge mache ich mich mit dem Wanderer
abfahrbereit. Nach meiner herzlichen Verab-schiedung von
Candela und ihrem Vater Jorge,
heißt es für mich jetzt auch ganz langsam Abschied nehmen von den
Anden! Auch wenn ich mir für die nächsten Etappen noch
einige interessante Zwischenziele ausgesucht habe, bedeutet es
dennoch auch den ersten Schritt auf den Rückweg durch den
südamerikanischen Kontinent und weiter nach Deutschland.
Vorher natürlich noch das Video mit den Eindrücken rund um den Vólcan Carachi Pampa und die Laguna Rosada. Dieses Video liegt in FullHD vor hier geht`s weiter zum Parque Nacional Los Cardones |