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Vólcan Carachi Pampa

Routenkarte-2025-12-31aktuelle, zoombare Routenkarte des 4. Törns, Stand 21.03.2026 (oder neuer)

Nach dem bösen Sandsturm gestern am Rand der riesigen Duna Grande, geht die Fahrt mit dem Wanderer heute, am Dienstag, dem 10. März weiter zum Vólcan Carachi Pampa. Schon mehrfach war der kegelförmige Vulkan als schwarze Silhouette auf einigen meiner Bilder auf den letzten Seiten weit im Hintergrund zu sehen.

im Hintergrund der schwarze Kegel des Vólcan Carachi Pampa - mein heutiges Ziel
im Hintergrund der schwarze Kegel des Vólcan Carachi Pampa - mein heutiges Ziel

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Fahrt zum Carachi Pampa

Mit einem weinenden Augen starte ich nach einem letzten Drohnenflug über die riesige Duna Grande den Wanderer... das Risiko eines weiteren Sandsturms am Abend ist mir an diesem exponierten Ort einfach zu groß!
    Kaum bin ich wieder auf der Pista, ist der Sand weg und das Wellblech wieder da. Nach vielen, nervenden Kilometern dann der Abzweig zum Vólcan. Ein Schild zeigt, dass irgendwo in den Bergen wohl wieder eine Minengesellschaft aktiv ist und der Erfolg der gewerblichen Nutzung ist sofort spürbar - die Piste wird schlagartig wesentlich besser und ich kann den Wanderer teilweise sogar im 7. Gang rollen lassen! ..also mit der schon absolut ungewohnten Wahnsinnsgeschwindigkeit von über 50 Sachen! ..bis ich die Minenpiste wieder verlassen muß und in weitem Bogen den Carachi Pampa umfahre. In seinen schwarzen Vulkanfeldern wird der neue Weg so eng, dass der Wanderer gerade noch zwischen die kleinen Böschungen paßt. Zudem schlängelt sich die Piste jetzt in unendlich vielen Windungen bergauf und sofort wieder bergab durch das spitze und scharfe Lavagestein.

auf der Minenpiste entlang und vorbei am
                      Carachi Pampa
auf der Minenpiste entlang und vorbei am Carachi Pampa

..um ihn dann auf seinem Lavafeld zu
                        umrunden
..um ihn dann auf seinem Lavafeld zu umrunden

dann stehe ich am Fuß des
                        Vólcan Carachi Pampa<
dann stehe ich am Fuß des Vólcan Carachi Pampa

Am späten Mittag ist es dann geschafft und ich werde von Jorge und seiner Tochter Candela herzlich empfangen. Die beiden sind von einer Kooperative, die sich um den Erhalt der Laguna und ihrer Pflanzen- und Tierwelt kümmert.     An diesem Platz, nahe des Seeufers der Laguna Rosada, den ich durch einen iOverlanderApp und Online-Datenbank für Overlander mit Infos zu Campingplätzen, Stellplätzen, Tankstellen, Werkstätten usw. Eintrag entdeckt habe, findet sich wieder eine große Anzahl von Flamingos sowie Llamas, die diesen Schutz anscheinend in Anspruch nehmen und sich trotz des Fehlens irgendwelcher Zäune standorttreu mit ihrem Nachwuchs hier aufhalten

neugierig werde ich von einem meiner
                      neuen Nachbarn begrüßt
neugierig werde ich von einem meiner neuen Nachbarn begrüßt

der Wanderer am Fuß des Vólcan Carachi
                        Pampa
der Wanderer am Fuß des Vólcan Carachi Pampa

auch hier ist eine große Zahl von Flamingos im seichten Wasser der Laguna auf Nahrungssuche
auch hier ist eine große Zahl von Flamingos im seichten Wasser der Laguna auf Nahrungssuche

ohne Scheu lassen mich die Llamas bei langsamen Bewegungen ganz nah herankommen
ohne Scheu lassen mich die Llamas bei langsamen Bewegungen ganz nah herankommen

..und lassen sich bis auf neugierige Blicke nicht irritieren
..und lassen sich bis auf neugierige Blicke nicht irritieren

auf Augenhöhe mit einem jungen Llama
auf Augenhöhe mit einem jungen Llama

Am Nachmittag ist es wieder soweit: Aus dem bisher leicht böigen Wind wird urplötzlich wieder, ohne weitere Vorwarnung, ein fürchterlicher Sturm! Unangenehme Staub- und Sandfahnen peitschen über den nahezu flachen Uferbereich der Laguna und natürlich schiebe ich nach den gestrigen Erfahrungen sofort meine Einstiegsleiter unter den Aufbau und schließe den Wanderer. Ich bin nur froh, dass ich wieder auf mein Bauchgefühl gehört und das Sandstrahlgebläse an der Duna Grande verlassen habe...

Als ich früh am nächsten Morgen, noch bevor die Sonne hinter dem Vólcan über die Berge schaut, aus dem Wanderer krabbel, ist die Welt wieder vollkommen in Ordnung - kein einziger Windhauch mehr! Über mir steht die strahlende Milchstraße und das, obwohl der ebenfalls am Himmel stehende Halbmond in seiner Umgebung wirlich alles überstrahlt.
die Llamaherde hat sich in der Dunkelheit fast direkt am Wanderer versammelt     ..und, ich bin nicht allein hier draußen! Nur wenige Meter neben mir hat sich die gesamte Llama-Herde am Baum ver-sammelt. Ganz langsam und vorsichtig gehe ich auf sie zu, rede dabei in ruhigem Tonfall  und sie kommen tatsächlich neugierig näher! Ein oder zwei Tiere kommen sogar bis bis auf Armlänge zu mir, schauen mich auf Augenhöhe direkt an, neugierig, ohne jede Angst. Klar, die Kooperative lebt davon, daß die Touranbieter aus El Peñón ihre Touris auch hierhin karren und kennen daher die Nähe von Menschen... aber das hier, noch dazu in der Noch-Dunkelheit der Nacht und dann Gesicht an Gesicht mit 20 Zentimetern Abstand dazwischen...
    Als sie dann langsam weiterziehen, mit traumhaft sicheren Schritten in der Dunkelheit, bei unebenem Boden, Temperaturen nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt, muß daran denken, wie unglaublich weit wir Menschen uns mittlerweile von der Natur entfernt haben! Ich kann mich nur hier, auf dem glatten Platz neben dem Wanderer halbwegs sicher bewegen ohne ständig zu stolpern... Ich könnte keine einzige Nacht bei diesen Temperaturen ohne meine "künstlichen Felle" mehr überleben... Ich würde nichts zu essen und zu trinken finden... und einen Puma würde ich weder sehen, noch riechen, noch hören...

Auch später am Morgen bleibt es so windstill, daß ich mit meiner Drohne sogar den langen Flug zum Vólcan wagen kann. Klar habe ich wie die meisten von uns, in einer der tollen BBC-Naturdoku`s schon so manches Mal auf und in so einen Vulkan geschaut, aber das selbst zu erleben und dabei die eigenen Hände am Steuer meines "fliegenden Auges" zu haben, ist eben etwas ganz besonderes. Schon allein über dem riesigen, ansteigenden, unheimlich wirkenden, tiefschwarzen und nur mit vereinzelten, dünnen Streifen von angewehtem Sand und Staub bedeckten Lavafeld zu schweben, ist einfach beeindruckend. Immerhin gehört dieser Vulkan zu den aktiven und ist vor gerade `mal 26 Jahren, also genau im Jahr 2.000, zum letzten Mal ausgebrochen. In geologischen Zeiträumen ist das gerade "ein paar Minuten" her und das Wissen darüber ist schon... ein wenig beklemmend...

Blick über die Laguna Rosada zum Carachi Pampa
Blick über die Laguna Rosada zum Carachi Pampa

über dem schwarzen Lavafeld des
                        Carachi Pampa
über dem schwarzen Lavafeld des Carachi Pampa

direkt vor dem Kegel des Vulkans
direkt vor dem Kegel des Vulkans

Blick ins Auge des Vulkans - dem Krater des Vólcan Carachi Pampa
Blick ins Auge des Vulkans - dem Krater des Vólcan Carachi Pampa

Rückflug vom Vulkan - ..und, findet ihr
                      den Wanderer...?
Rückflug vom Vulkan - ..und, findet ihr den Wanderer...?

Farben und Formen, erneut wie die
                        unwirkliche und surrealistische Phantasie eines                        Künstlers
Farben und Formen, erneut wie die unwirkliche und surrealistische Phantasie eines Künstlers

Als ich nach zwei direkt aufeinander folgenden Flügen wieder zur Landung ansetze, kommen kurz hintereinander tatsächlich zwei PickUp`s - einer davon mit einem Kennzeichen aus Peru. Kurz danach lerne ich dabei Yvon St-Amant und seine Frau kennen, beides Kanadier aus Québec, also Französisch sprechend und mit einem Bein in Peru und dem anderen in Kanada lebend. Natürlich war für diese Begegnung und Kennenlernen, wieder einmal der außergewöhnliche und auffallende Wanderer verantwortlich... smiley_zwinkern
Yvon & ich vor der Kulisse des Wanderer     Die Geschichten, die ich bei solchen Gelegenheiten schon gehört habe, sind dabei so manches Mal nicht weniger spannend als die, über einen österreichischen Militär-LKW, in Deutschland zu einem Expeditionsmobil umgebaut, mit dem Schiff auf die andere Seite der Erde gebracht und jetzt schon im 4. Jahr unterwegs auf dem südamerikanischen Kontinent...

Später am Nachmittag sitze ich auf einem der tiefschwarzen Basaltbrocken, mitten im Lavafeld, weit entfernt von meinem Stellplatz und schaue lange über das hitzeflimmernde Feld, den Vulkan und ihm gegenüber die rot leuchtende Laguna mit den winzigen Punkten der Flamingos. Pünktlich wie jeden Nachmittag, erscheinen jetzt auch wieder die ersten, schneeweißen Wolken am Himmel und verdichten sich im Lauf der Zeit zu immer größeren Wolkenbergen. Auch der Wind beginnt sich jetzt wieder zu regen und schon nach wenigen Minuten wird aus dem ersten, vorsichtigen Streicheln, ein heftiges Zerren bis hin zu den folgenden Peitschenhieben! Zeit, den Rückweg "nach Hause" anzutreten.
    Als ich zurück am Wanderer bin, rette ich erst einmal die Starlink-Antenne vom Dach, während es -wie gewohnt- draußen immer heftiger wird. Anders als sonst, machen die Wolkenberge am Himmel heute aber kein einfaches Happening, sondern haben sich zu Größerem verabredet. Die riesigen Türme verdichten sich zu gewaltigen Gewitterzellen und nachdem die Sonne am Horizont hinter der Andenkette versunken ist, erstrahlen sie für wenige Minuten in beinahe unwirklichen Farben, die mich an den berühmten Engländer William Turner erinnern, dessen Werke bei diesem Schauspiel alles andere als Phantasiegemälde sind.



riesige Gewitterzellen türmen sich immer
                      mächtiger in die Höhe
riesige Gewitterzellen türmen sich immer mächtiger in die Höhe

direkt nach dem Sonnenuntergang
                        erstrahlen die Wolkenberge in unwirklichen Farben
direkt nach dem Sonnenuntergang erstrahlen die Wolkenberge in unwirklichen Farben

..wie die Gemälde von William Turner...
..wie die Gemälde von William Turner...

der Wanderer direkt unterhalb einer gewaltigen Superzelle
der Wanderer direkt unterhalb einer gewaltigen Superzelle

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es geht weiter...

Donnerstag, der 12. März `26. Mit mehr als einem weinenden Auge mache ich mich mit dem Wanderer abfahrbereit. Nach meiner herzlichen Verab-schiedung von Candela und ihrem Vater Jorge, heißt es für mich jetzt auch ganz langsam Abschied nehmen von den Anden! Auch wenn ich mir für die nächsten Etappen noch einige interessante Zwischenziele ausgesucht habe, bedeutet es dennoch auch den ersten Schritt auf den Rückweg durch den südamerikanischen Kontinent und weiter nach Deutschland.

Abschied von Candela und ihrem Vater Jorge
Abschied von Candela und ihrem Vater Jorge

..und ja, ihr seht richtig: Als guter
                        Deutscher (Mann) trage ich Socken & Sandalen...
..und ja, ihr seht richtig: Als guter Deutscher (Mann) trage ich Socken & Sandalen...

Vorher natürlich noch das Video mit den Eindrücken
rund um den Vólcan Carachi Pampa und die Laguna Rosada.

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