aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand 21.03.2026
(oder neuer) Es ist Mitte März `26 und mit meiner Abfahrt vom schwarzen Vólcan Carachi Pampa, ist es jetzt auch leider der erste Schritt auf den Rückweg durch den südamerikanischen Kontinent und weiter nach Deutschland. Auch wenn ich mir für die nächsten Etappen noch einige interessante Zwischenziele ausgesucht habe, heißt es jetzt auch ganz langsam Abschied nehmen von den Anden! Es wird nie mehr so hoch wie in den letzten Wochen und Monaten, auch wenn dieser erste Schritt, bis zur Stadt Salta, noch mehrere hundert Kilometer und etliche Tage dauern wird... |
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> Los Cardones > Fahrt Fahrt nach Los CardonesDonnerstag, der 12. März `26, nachdem ich
die Lavafelder des Carachi Pampa
hinter mir gelassen habe, liegen nur noch die wenigen Kilometer
auf der gut gepflegten Minenpiste vor mir, bevor ich die Straße
nach El Peñón erreiche und damit für
lange Zeit endlich wieder festen Asphalt unter den Rädern habe.
Nach dem steilen Anstieg hinter dem Ort, folgen die beiden
4.000-er Pässe, die ich schon bei der Anfahrt zu den Piedra
Pómez über-winden mußte. Erst spät am Nachmittag erreiche
ich die Ruta Cuarenta und damit
mein ersehntes Ziel für den heutigen Tag, den städtischen
Camping-platz in dem winzigen Nest San
Fernando Norte. Leider nur ist für die Süd-amerikaner die
Saison nur von Weihnachten bis Februar, dann beginnt für diese
winzigen Orte für lange neun Monate der "touristische
Winterschlaf"! Mit anderen Worten: Das Tor des Camping
Municipal ist bereits verrammelt und kein Mensch befindet
sich mehr hier... Nach sechseinhalb Stunden Fahrt im Wanderer
und zwei massiven Andenpässen bin ich jedoch am Ende
meiner Kräfte und nach einer Alternative habe ich schon die
letzten 50 Kilometer vergeblich Ausschau gehalten.
Auch wenn die Uhren in Südamerika
anders ticken als in Europa, hat es aber auch jede Menge Vorteile:
Das Eingangstor ist zwar mit einer Kette verriegelt, nicht aber
abge-schlossen. Nach kurzer Zeit bin ich also durch und habe mich
selbst als einzigem Gast auf dem klei-nen, sehr schönen und
gemüt-lichen Platz, einquartiert. Als ich mich danach auf einer
Bank er-schöpft in die Sonne setze, sehe ich, dass meine
"Nachbarschaft", alle 10 Minuten `mal ein vorbeifahrendes
Auto oder Moped, schon mitbekommen hat, dass ich ich mit dem
riesigen Wanderer auf dem kleinen
Platz stehe... aber kein Sheriff oder verbitterter Beamter des
städtischen Ordnungsamtes stört meine Ruhe. Am nächsten Morgen
lerne ich sogar Mathias, den
Verwalter des Platzes bei den Vorbereitungen, den Platz
"winterfest" zu machen, kennen und sein einziger Kommentar zu
meiner Selbsteinweisung auf dem Camping-platz sind ein offenes
Lachen und "no problema"...
Am nächsten Morgen geht`s wieder auf die Ruta Cuarenta, die RN40, die ich in den
jetzten Jahren über hunderte, wenn nicht tausende von Kilometern
schon lieben und hassen gelernt habe! Heute ist sie wieder
schnurgerade, wie mit dem Linieal gezogen und über zig Kilometer
rumpel ich über sie durch eine liebliche Landschaft, in der jetzt
immer öfter die riesigen, südamerika-nischen Säulenkakteen, die Cardón Grande, wie die mexikanischen Saguaros, an mir vorbei ziehen. ..und
sie, die Cuarenta, ist total frei.
Erst nach über einer Stunde überholt mich das erste Auto! Alle 10
Kilometer sehe ich `mal einen Esel, dann ein oder zwei Pferde,
weitere 10 Kilometer später `mal ein paar Rinder... Die können
auch gerne `mal mitten auf der Ruta stehen und stören sich einen
feuchten Kehrricht daran, wenn ich dann im Schritt-tempo an ihnen
vorbeifahre..
Dann, urplötzlich, ändert sich alles! Die schöne und gerade 40 zieht sich auf die halbe Breite zusammen und quält sich kurvig und in ständigem Auf & Ab durch einen kleinen Ort. Bäume ragen mit ihren tiefhängenden Ästen weit in die Fahrbahn hinein und immer wieder knallt und knackt es, wenn ich wieder einmal nicht ausweichen kann und trotz nur noch 20 - 30 km/h, einer der Äste am Aufbau, den Fenstern oder das Dach entlang schabt und ich weiß, dass ich heute wieder neue "Kampfspuren" auf der Oberfläche sammeln werde... Mit jedem weiteren Kilometer ändert sich auch die Landschaft. Die Berge rechts und links sind inzwischen bis zum Horizont zurück gewichen und ich fahre durch ein unendlich weites Tal, in dem sich eine riesige Bodega, Weingut, an das nächste reiht, je näher ich der größeren Stadt Cafayate komme. Selbst hier erwartet mich nach über 200 langen Kilometern wieder eine Enttäuschung - auch hier ist der Camping Municipal verrammelt und das große, eiserne Tor ist diesmal auch verschlossen! SCH...!!! Es hilft nichts, ich muß in der Hoffnung weiter fahren, außerhalb der Stadt irgendwo einen ruhigen Stellplatz für den restlichen Nachmittag und die Nacht zu finden. Kurz nach dem Ortsende macht die Cuarenta ihrem Ruf dann wieder alle Ehre: "Fin Pavimento" - Ende des Asphalts... und die 40 wird wieder einmal zu einer Wellblechpiste der grausamsten Art! Irgendwann taucht parallel zur Ruta der Rio Calchaqui auf. Als ich ein ausgetrocknetes Flußbett queren muß, welches weiter hinunter zum Rio verläuft, sehe ich meine Chance und steuere mit dem Wanderer einfach hinein. Über kopfgroße Flußsteine rumpel ich zwei- bis dreihundert Meter auf den Calchaqui zu, bis neben meinem Flußbett dann ebene Flächen aus sedimentiertem Sand auftauchen. Hinter einem großen Felsen finde ich meinen Platz - sicht- und lärmgeschützt von der Cuarenta, umgeben von grünen Büschen, kleinen Kakteen, Libellen und den geliebten, grünen Loros (kleine Papageienart). Wieder einmal bin ich stolz und kann meinem Bauchgefühl, na ja, nach 4 Jahren in Südamerika auch ein wenig meinem durch viele Erfahrungen geübtem Blick, nur gratulieren...
Samstag, 14. März `26, neuer Tag, neues
Glück... Während gestern Abend die schweren Wolken über den
gegenüberliegenden Bergen in heftigem Wetter-leuchten gedroht
haben, strahlt jetzt wieder ein makelloser, blauer Himmel über
mir. Schon früh am Morgen breche ich mit dem Wanderer
wieder auf und nach einigen Kilometern auf der immer noch
grausamen Cuarenta, muß ich noch
mehr über mein Bauchgefühl grinsen, als gestern Nachmittag! Ich
fahre an einem
Nach einer ganzen Zeit der Eintönigkeit auf dem grausamen Wellblech der Cuarenta, wird die Piste jetzt mit jedem weiteren Kilometer langsam sandiger und damit etwas besser... und spektakulärer! Kleine hölzerne Schilder kommentieren die immer beeindruckender werdende Felsenlandschaft durch die ich jetzt fahre. Rund um das Örtchen Angastaco, nicht mehr als eine winzige Ansammlung einzelner, verstreuter Häuser, windet sich die Cuarenta durch die Piedras Pintada und die Quebrada de las Flechas, spektakuläre und bizarre Felslandschaften, die durch die enthaltenen Eisenmineralien wieder in verschiedensten Rot-, Gelb- und Brauntönen in der Sonne leuchten. Wieder einmal kann ich nicht glauben, wie die Cuarenta mit ihren 5.200 Kilometern Länge, die vom äußersten Süden Argentiniens, der Tierra del Fuego, Feuerland, bis zur bolivianischen Grenze im Norden verläuft, aus einer "transkontinentalen" Nationalstraße, zu so einer engen und sandigen Piste wird und dabei derart unwirkliche Landschaften durchquert.
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Am nächsten Vormittag bin ich auf die dumme
Idee gekommen, die Arme des Rio Calchaqui
zu durchqueren um "zu schauen, was wohl auf der anderen Seite
ist". Allerdings haben sich anscheinend Millionen von Stechfliegen
- Pferdebremsen - blinden Kuckuck`s zu einem Flashmob
zusammengefunden und fallen sofort bei der Annäherung an den Fluß
über mich her. Nachdem ich gestern schon erste Begegnungen mit
dieser Plage der Natur gemacht hatte, habe ich heute in weiser
Voraussicht meine Arme & Beine gut mit Autan eingerieben...
nur hat das diese Quälgeister nicht im mindesten davon abgehalten,
mich als willkommenen Mittagssnack zu betrachten und über mich
herzufallen! Wie die Windmühlenflügel von Don
Quichotte habe ich mit den Armen gerudert um die
Schweinepriester davon abzuhalten, auf mir zu landen - es wurde
ein Spießrutenlauf!
Damit nicht genug! Nach der Durchquerung der Flußarme waren meine Schuhe nicht nur triefend naß, sondern auch, neben meinen Füßen, mit Sand, Sediment und kleinen Steinchen geflutet! Jetzt wurde jeder einzelne Schritt zu einer zusätzlichen, stechenden Qual und irgendwie habe ich dabei die Lust auf weitere Entdeckungen verloren... Es gab nur eine Rettung: Zurück und weitere Entdeckungstouren lieber auf meiner Landseite machen... Dafür wurde ich später am Abend bei milden Temperaturen, Windstille und absoluter Bewegungs- und Lautlosigkeit wieder mit der Sicht auf die atemberaubende Milchstraße belohnt. Obwohl ich das Privileg habe, diesen Anblick seit Monaten zu erleben, wird es niemals langweilig und es ist einfach ehrfurchtgebietend, dieses riesige Band aus mehreren hundert Milliarden Sternen über mir zu sehen.
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> Los Cardones > Recta del Tin Tin Recta del Tin Tin Am Montag, dem 16. März `26, vertraue ich
mich wieder der rumpeligen Cuarenta an,
die sich jetzt in ständigem Auf & Ab und ununterbrochenen,
engsten und uneinsehbaren Kurven durch die Landschaft schlängelt.
In der kleinen Stadt Cachi kann
ich meine Vorräte wieder etwas ergänzen und danach erwartet mich
sogar wieder eine asphaltierte Ruta, zwar mit unend-lichen
Schlaglöchern gespickt, aber damit immer noch besser als jegliches
Wellblech. Kurz hinter dem Ort Payogasta
verlasse ich die RN40, die Cuarenta,
endgültig und werde sie für lange, lange Zeit nicht mehr genießen
können. Ich biege zu meinem Ziel, dem Parque
Nacional Los Cardones auf die Ruta Provicial 33 ab und
bin vollkommen überrascht, dass mich hier eine perfekt und
makellos geteerte Straße erwartet - ganz im Gegensatz zur
Nationalstraße, der Cuarenta...
Schon bald darauf geht es jetzt wieder in beeindruckender Steigung und langgezogenen Serpentinen bergauf, während sich um mich herum immer mehr der 10 – 12 Meter hohen Kandelaberkakteen, die Cardónes Grandes, in den Himmel recken.
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Höhe erreicht und fällt wieder langsam ab, sie wird auch über fast
20 Kilometer hinweg absolut schnurgerade und verläuft dabei durch
den Parque Nacional Los Cardones.
Die An- und Aussicht dieses vollkommen geraden Striches in der
Hochlandschaft der argentinischen Puna auf
3.000 Meter Höhe, ist dabei so außergewöhnlich, daß dieser
Abschnitt der Ruta 33 sogar einen eigenen Namen bekommen hat - Recta del Tin Tin. Über die wahre
Bedeutung und Herkunft dieses Namens ist man sich jedoch nicht
wirklich im Klaren. Das spanische Recta steht
zumindest für eine Gerade, während das Tin
Tin möglicherweise für ein Klingelgeräusch steht, das
klappernde Hufe auf dem harten Boden eines Weges erzeugt haben,
der in dieser exakten Linie wahrscheinlich bereits von den Inka angelegt wurde.
![]() der Wanderer an der Recta del Tin Tin |
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> Los Cardones > Parque Nacional Parque Nacional Los CardonesDann, nach 2/3 der Recta
del Tin Tin, erreiche ich mit dem Wanderer
die Zufahrt zum ausgewiesenen Campingplatz im Park. Nach
einigen erträg-lichen Pistenkilometern rücken die Dornenbüsche
immer näher an die Piste und formen dann sogar einem richtigen
Hohlweg... eigentlich zu klein für den
Wanderer, aber einmal darin gefangen, will ich trotz der
neuen Kampfspuren die ich mir einfangen werde, jetzt hindurch!
..es sind ja nur noch ein paar hundert Meter und dann kommt
endlich ein kleines Holzschild, welches mich nach links, in noch
engere Büsche weist! Zum Glück nur noch für wenige Meter, dann
erweitert sich die Mausefalle, zu einem kleinen, überschaubaren
Platz, der allerdings gerade `mal für eine handvoll Fahrzeuge
geeignet ist.
Doch außer mir ist tatsächlich
nur ein einziger anderer Wagen mit einem deutschen Paar hier, die
es, wie mich, hier an`s "Ende der Welt" verschlagen hat. So lerne
ich Theo & Pia kennen, einen
Informatikprofessor & eine Architektin. Unsere Kombination
erweist sich als ziemlich glücklich und wir verbringen insgesamt
zwei sehr kurzweilige Tage mit langen und sehr interessanten
Gesprächen in dieser Abgeschiedenheit...ausgewiesener Campingplatz? Na ja, hier
im Nationalpark ist es ein Park-platz für vielleicht fünf
Fahrzeuge... Dann aber, was ich in den argenti-nischen, staatlich
betriebenen Plätzen immer wieder erlebt habe: In ihrer totalen
Abgeschiedenheit, die nur wenige Touristen ansteuern, sind sie
äußerst liebevoll und sorgfältig angelegt und gepflegt! Etwas
abseits gibt es sogar zwei absolut saubere
TrockenTrennToiletten mit dem gleichen, extrem
umweltfreundlichen Prinzip, das ich auch im Wanderer
umgesetzt habe! Dazu, verstreut in der Umgebung, mehrere,
mit kleinen Kieseln eingeebnete Flächen, um Zelte aufzustellen und
dazugehörige Tische und Bänke, die sogar von einem Sonnenschutz
aus parallelen Holzlatten überdacht sind. Überall kleine
Abfalltonnen, die regelmäßig von den Rangern geleert werden, was
auch daran zu erkennen ist, dass nirgendwo
Basura, Abfall, verstreut ist und herumliegt...
Es
ist schon etwas späterer Nach-mittag und die bereits
tieferstehen-de Sonne wirft lange Schatten, als ich mit meiner
Kamera auf einer sehr langen Tour die nähere Um-gebung entdecken
will. Kaum habe ich die aus den von Büschen und Bäumen
überwachsenen Hohl-wege verlassen, sehe ich vor mir ein in der
Sonne bereits ausgeblichenes Schild, das mich darauf aufmerksam
macht, hier ein Territorium zu betreten, das den Pumas gehört. Mit
einem Schmunzeln im Gesicht weiß ich tatsäch- lich nicht, ob ich
mir wünschen soll, einem dieser Tiere zu begegnen oder ob ich
besser dran bin, wenn das nicht passiert. Ich habe einen Deutschen
gesprochen, der jetzt schon fast 30 Jahre in Salta lebt und die
argentinische Puna in und auswendig
kennt. Von Frank weiß ich, dass die
Tiere dem Menschen ausweichen und er in seiner ganzen Zeit nur ein
einziges Mal einen Puma in größerer Entfernung gesehen hat... In
den zwei Stunden, die ich jetzt in ihrem Revier unterwegs bin,
habe ich mich jedenfalls viel öfter umgedreht, als ich es sonst
tue!Kurz nach dem Schild öffnet sich die Landschaft zu einer weiten Ebene mit unzähligen Riesenkakteen, den Cardónes, die im tiefstehenden Gegenlicht noch einmal ein besonderes Gesicht zeigen.
![]() im Gegenlicht strahlender 'Pelz' aus verdammt spitzen Stacheln
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> Los Cardones > weiter es geht weiter.....mit einer weiteren Seite im und aus dem Parque Nacional Los Cardones.
Vorher natürlich noch das Video mit den Eindrücken der letzten Tage, also der Fahrt vom Vólcan Carachi Pampa bis zu den Cardones... Dieses Video liegt in FullHD vor hier geht`s weiter mit der 2. Seite über Los Cardones |