aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand 21.03.2026
(oder neuer) Nach den letzten Tagen in absoluter Abgeschiedenheit im südlichen Campos de Piedra Pómez, geht die Fahrt mit dem Wanderer wieder den Weg zurück. Schon auf der Hinfahrt zu den Piedras konnte ich aus der Entfernung noch zwei weitere, außergewöhnliche Orte sehen, die ich natürlich noch besuchen werde - die Duna Grande, eine riesenhafte Sandüne, groß wie ein Berg und den Vólcan Carachi Pampa, der schon als schwarze Silhouette auf einigen meiner Bilder auf den letzten Seiten im Hintergrund zu sehen war...
|
|
Du
bist hier: Global-Wanderer >
Reisen > Südamerika
> Inhaltsverzeichnis
> Piedra Pomez > Duna
Grande > Duna Grande Duna GrandeEs ist Montag, der 9. März `26. Als ich
hier, am südlichen Ende des Campo de Piedra
Pómez in einer Höhe von über 3.700 Metern, am Morgen aus
meinem molligen Bett krieche, zeigt das Außenthermometer nur noch
knapp über dem Gefrierpunkt an!
Später am Morgen, als die Sonne die Front des Steyr schon richtig schön aufgeheizt hat, trete ich den Rückweg aus dem Park an. Am Rangerhäuschen werde von Christian, dem Ranger, sofort nett begrüßt und nach meinen Erlebnissen gefragt... und ja, natürlich werde ich ihm ein paar schöne Bilder der Piedras schicken... Bald nach den tiefen Sandlöchern, die ich schon auf der Hinfahrt durchwühlt habe, kommt der "Abzweig" zur Duna Grande... ein winziges Holzschild, nur keine erkennbare Piste! Gut, dass ich meine Geländesperren alle noch drin habe... Einige hundert Meter weiter finde ich wieder eine erkennbare Piste, die in die richtige Richtung führt, während meine Aussicht mit jedem weiteren Meter spektakulärer wird!
Zweieinhalb Stunden nach meiner Abfahrt vom
Campo, stehe ich dann auf 3.206
Metern direkt an der Flanke der riesigen Duna
Grande. Schon wieder muß ich darüber breit grinsen, dass
ich meiner Intuition gefolgt bin und diesen Ort gefunden habe.
Nach den ersten "Schnellschüssen" mit der Kamera -guter Deutscher: Was man hat, dass hat man- komme ich zur Ruhe, sitze lange direkt an der Abbruchkante einer kleinen Schlucht neben mir. Direkt dahinter steigt die Duna in die Höhe und zeigt dabei einen spektakulären Anblick.
![]() die riesige Duna Grande Nach meinem längst überfälligen Frühstück
ist es erstaunlicherweise immer noch weitgehend windstill und so
kann ich mit der Drohne auch dieses Naturwunder noch aus der
Vogelperspektive sehen.
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick
|
|
Am Nachmittag stapfe ich in meinen dicken
Wanderschuhen entlang der Schlucht bis zum Fuß der Düne... und
dann hinauf. Auf den ersten 200 oder 300 Metern kann ich auf dem
Kamm, auf dem ich jetzt weiter nach oben steige, noch "alte"
Fußabdrücke sehen, die sich aber immer mehr verlieren, bis sie
irgendwann völlig aufhören. Überraschenderweise ist der Dünenkamm
wesentlich fester und besser zu begehen, als der Sand weiter unten
auf der Hochebene. Als sich irgendwann die Beine melden und um
eine Pause von der Kletterei betteln, setze ich mich auf den
warmen Sand und habe wieder einmal eine Aussicht, wie auf eine
andere Welt! Dabei liegt ein ständiges, ganz leicht pulsierendes,
sehr tiefes Brummen in der Luft und ich erinnere mich daran, eine
solche "singende Düne" bereits in der Sahara
erlebt und später recherchiert zu haben: Der Wind
versetzt dabei den extrem trockenen Sand der obersten Schicht bei
einer bestimmten Hangneigung der Düne in Bewegung - nicht
chaotisch, sondern unter bestimmten Bedingungen beginnen Millionen
und Abermillionen Sandkörner synchron zu rutschen oder springen.
Die Schwingung, die sie dabei durch die Reibung untereinander
erzeugen, wird durch die Düne als Resonanzkörper noch verstärkt
und überträgt den Ton manchmal über viele Kilometer. Zwischendurch
schwillt das dumpfe Brummen an und wird fast zu einem spürbaren
Grollen wie bei einem Gewitter! Wieder einmal erlebe ich eine
Schöpfung der Natur, die in ihrer Außergewöhnlichkeit und
Seltenheit schon ehrfurchtgebietend ist.
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick
Nicht zum ersten Mal habe ich die Anregung
bekommen, doch auch `mal das eine oder andere Bild von mir zu
zeigen... Nun, ich bin alles andere als der Selfi-Typ, trotzdem
habe ich mich, wie "man" hoffentlich anerkennend bemerken wird, in
den letzten Wochen bemüht, genau das ein bischen zu
ändern...
Daher auch nachfolgend zwei weitere Portraitaufnahmen von mir...
Als sich die Wolken über mir immer weiter
zuziehen und dabei manchmal sogar schon eine drohende, giftig
aussehende Farbe annehmen, mache ich mich auf den langen Rückweg
zum Wanderer.
Als ich später im Wagen sitze, meine Fotos auf den Rechner lade und sichte, kracht es auf einmal entsetzlich! Die Tür vom Aufbau ist mit unglaub-licher Wucht zugeschlagen worden... ohne jede Vorwarnung! Gleichzeitig setzt ein donnerndes Fauchen und lautes Knistern ein. Ich springe auf und schaffe es kaum, meine Eingangstür gegen den Winddruck weit genug aufzustem-men, um mich heraus zu zwängen. Meine Wanderschuhe, die zum Lüften auf der Einstiegsleiter standen, finde ich erst fast 20 Meter vom Fahrzeug entfernt, mit ihrer grauen "Tarnfarbe" gut versteckt zwischen dem ganzen Geröll auf dem ich stehe. Als ich zurück im Schutz des Wanderer`s bin, schüttelt sich das ganze Fahrzeug ständig unangenehm fühlbar von einer Seite auf die andere! ..und das, obwohl der Wind wie ein Sandstrahlgebläse fast frontal von vorn auf das Fahrerhaus trifft und so den geringsten Widerstand hat. Später am Abend, als sich der Sturm wenigstens etwas beruhigt und nur noch zu einzelnen Peitschenhieben aus Wind & Sand wird, klettere ich diesmal aus dem Fahrerhaus um die Einstiegsleiter, die sich mit lautstarkem Quietschen und Stöhnen zuletzt erbittert gegen die Wankbewegungen des Aufbau`s gewehrt hat, zu retten. Die Leiter ist massiv verrutscht, die Plattform komplett eingefahren und einer der Plastikfüße ist abgerissen... Nur mit großer Kraftanstrengung kann ich die Leiter gegen die mit Sand festgesetzten Führungen vollständig einklappen und einfahren, während jeder ungeschützte Quadratzentimeter meiner Haut immer wieder mit Nadelstichen aus peitschen-dem Sand getroffen wird. Zuück im Schutz des Fahrzeuges kann ich nur hoffen, dass der Sturm möglichst bald einschläft. Sollte er noch Stunden weiter toben, habe ich morgen vielleicht eine undurchsichtige Milchglas-scheibe im von jeder Farbe abgeschliffenen Fahrerhaus... ![]() nur aus der Deckung des Fahrerhauses konnte ich diesen (Video-) Schnappschuß des peitschenden Sandsturms aufnehmen |
|
Du
bist hier: Global-Wanderer >
Reisen > Südamerika
> Inhaltsverzeichnis
> Duna Grande > Abschied Abschied von der Duna GrandeAm nächsten Morgen ist es "natürlich"
wieder vollkommen windstill und bei strahlend blauem Himmel bin
ich durch`s Fahrerhaus nach draußen gestiegen. Mit großer
Erleichterung konnte ich dann sehen, dass das Fahrerhaus den
gestrigen Angriff unbeschadet überstanden hat. Ganz anders dagegen
meine Einstiegsleiter vom Aufbau. Ihre Führungsschienen und
Rollenlager waren das gefundene Fressen für den Sand. Nur mit
Gewalt konnte ich sie überhaupt herausziehen und aufklappen.
Genauso das türhohe Scharnier meiner Eingangstür. Feinster
Sandstaub steckte in jedem einzelnen Gelenk und es knirschte
erbärmlich, als ich die Tür öffnen wollte... Abenteuer
PanAmericana eben. Zum Glück hat der Sandsturm nirgendwo
ernsthafte Schäden hinterlassen.
In der Windstille und der noch tiefstehenden Sonne habe ich dann noch einmal die Drohne gestartet und war mir bereits darüber im Klaren, dass ich diese exponierte Stelle, so beeindruckend und exotisch sie auch ist, heute wieder verlassen werde. Anscheinend bildet die Grande Duna, direkt neben mir, einen richtigen Windkanal, der den spätestens am Nachmittag wieder einsetzenden Wind noch weiter beschleunigt... ![]() die Duna Grande im frühen Morgenlicht
![]() ein letzter Blick auf die riesige Duna Grande |
|
Du
bist hier: Global-Wanderer >
Reisen > Südamerika
> Inhaltsverzeichnis
> Duna Grande > weiter es geht weiter...Gerne wäre ich noch einen weiteren Tag an
der Duna Grande geblieben, aber die
Erfahrung des letzten Abends muß ich nicht zur Wiederholung
provozieren. Die Fahrt geht also weiter zum nächsten Ziel, dem
schwarzen Vólcan Carachi Pampa.
Vorher natürlich noch das Video mit den kurzen Eindrücken der Fahrt vom Campos und der Duna Grande... Dieses Video liegt in FullHD vor hier geht`s weiter zum Vólcan
Carachi Pampa
|