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Duna Grande

Routenkarte-2025-12-31aktuelle, zoombare Routenkarte des 4. Törns, Stand 21.03.2026 (oder neuer)

Nach den letzten Tagen in absoluter Abgeschiedenheit im südlichen Campos de Piedra Pómez, geht die Fahrt mit dem Wanderer wieder den Weg zurück. Schon auf der Hinfahrt zu den Piedras konnte ich aus der Entfernung noch zwei weitere, außergewöhnliche Orte sehen, die ich natürlich noch besuchen werde - die Duna Grande, eine riesenhafte Sandüne, groß wie ein Berg und den Vólcan Carachi Pampa, der schon als schwarze Silhouette auf einigen meiner Bilder auf den letzten Seiten im Hintergrund zu sehen war...

auf der Rückfahrt komme ich ein letztes
                      Mal an den Piedras vorbei...
auf der Rückfahrt komme ich ein letztes Mal an den Piedras vorbei...

Abschied vom 25 km langen Campo de Piedra Pómez
Abschied vom 25 km langen Campo de Piedra Pómez

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Duna Grande

Es ist Montag, der 9. März `26. Als ich hier, am südlichen Ende des Campo de Piedra Pómez in einer Höhe von über 3.700 Metern, am Morgen aus meinem molligen Bett krieche, zeigt das Außenthermometer nur noch knapp über dem Gefrierpunkt an!
    Später am Morgen, als die Sonne die Front des Steyr schon richtig schön aufgeheizt hat, trete ich den Rückweg aus dem Park an. Am Rangerhäuschen werde von Christian, dem Ranger, sofort nett begrüßt und nach meinen Erlebnissen gefragt... und ja, natürlich werde ich ihm ein paar schöne Bilder der Piedras schicken...
    Bald nach den tiefen Sandlöchern, die ich schon auf der Hinfahrt durchwühlt habe, kommt der "Abzweig" zur Duna Grande... ein winziges Holzschild, nur keine erkennbare Piste! Gut, dass ich meine Geländesperren alle noch drin habe...
    Einige hundert Meter weiter finde ich wieder eine erkennbare Piste, die in die richtige Richtung führt, während meine Aussicht mit jedem weiteren Meter spektakulärer wird!

vorbei an mit schwarzer Vulkanasche
                      bedeckten, riesigen Dünen
vorbei an mit schwarzer Vulkanasche bedeckten, riesigen Dünen

dann taucht hinter den Aschebergen zum ersten Mal die Duna Grande auf
dann taucht hinter den Aschebergen zum ersten Mal die Duna Grande auf

Zweieinhalb Stunden nach meiner Abfahrt vom Campo, stehe ich dann auf 3.206 Metern direkt an der Flanke der riesigen Duna Grande. Schon wieder muß ich darüber breit grinsen, dass ich meiner Intuition gefolgt bin und diesen Ort gefunden habe.
    Nach den ersten "Schnellschüssen" mit der Kamera -guter Deutscher: Was man hat, dass hat man- komme ich zur Ruhe, sitze lange direkt an der Abbruchkante einer kleinen Schlucht neben mir. Direkt dahinter steigt die Duna in die Höhe und zeigt dabei einen spektakulären Anblick.

der Wanderer direkt an der Duna Grande
der Wanderer direkt an der Duna Grande

...und hinter mir die riesigen Ascheberge - ganz im Hintergrund, der helle Streifen, ist die Piedra Pómez
..und hinter mir die riesigen Ascheberge - ganz im Hintergrund, der helle Streifen, ist die Piedra Pómez

die riesige Duna Grande
die riesige Duna Grande

Nach meinem längst überfälligen Frühstück ist es erstaunlicherweise immer noch weitgehend windstill und so kann ich mit der Drohne auch dieses Naturwunder noch aus der Vogelperspektive sehen.

der Wanderer vor der Duna Grande
der Wanderer vor der Duna Grande

der Blick von der anderen Seite zeigt erst die Gesamtheit dieses riesigen Dünenkomplexes
der Blick von der anderen Seite zeigt erst die Gesamtheit dieses riesigen Dünenkomplexes

der winzige Wanderer an der Duna Grande
                      - im Hintergrund das 25 km lange, ansteigende Feld der Piedras
der winzige Wanderer an der Duna Grande - im Hintergrund das 25 km lange, ansteigende Feld der Piedras

die Duna Grande in ihrer wahren
                        Größe...
die Duna Grande in ihrer wahren Größe...

der Blick von der anderen Seite auf den riesigen Dünenkomplex
der Blick von der anderen Seite auf den riesigen Dünenkomplex

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auf der Duna Grande - Vulkankegel, vorgelagerte Dünen, teilweise mit schwarzer Vulkanasche überzogenHandyVerbot
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der Wanderer ist nur noch ein winziger
                      Punkt in der Bildmitte
der Wanderer ist nur noch ein winziger Punkt in der Bildmitte

im Hintergrund der schwarze Kegel des Vólcan Carachi Pampa - mein nächstes Ziel
im Hintergrund der schwarze Kegel des Vólcan Carachi Pampa - mein nächstes Ziel

Am Nachmittag stapfe ich in meinen dicken Wanderschuhen entlang der Schlucht bis zum Fuß der Düne... und dann hinauf. Auf den ersten 200 oder 300 Metern kann ich auf dem Kamm, auf dem ich jetzt weiter nach oben steige, noch "alte" Fußabdrücke sehen, die sich aber immer mehr verlieren, bis sie irgendwann völlig aufhören. Überraschenderweise ist der Dünenkamm wesentlich fester und besser zu begehen, als der Sand weiter unten auf der Hochebene. Als sich irgendwann die Beine melden und um eine Pause von der Kletterei betteln, setze ich mich auf den warmen Sand und habe wieder einmal eine Aussicht, wie auf eine andere Welt! Dabei liegt ein ständiges, ganz leicht pulsierendes, sehr tiefes Brummen in der Luft und ich erinnere mich daran, eine solche "singende Düne" bereits in der Sahara erlebt und später recherchiert zu haben: Der Wind versetzt dabei den extrem trockenen Sand der obersten Schicht bei einer bestimmten Hangneigung der Düne in Bewegung - nicht chaotisch, sondern unter bestimmten Bedingungen beginnen Millionen und Abermillionen Sandkörner synchron zu rutschen oder springen. Die Schwingung, die sie dabei durch die Reibung untereinander erzeugen, wird durch die Düne als Resonanzkörper noch verstärkt und überträgt den Ton manchmal über viele Kilometer. Zwischendurch schwillt das dumpfe Brummen an und wird fast zu einem spürbaren Grollen wie bei einem Gewitter! Wieder einmal erlebe ich eine Schöpfung der Natur, die in ihrer Außergewöhnlichkeit und Seltenheit schon ehrfurchtgebietend ist.

ein riesiger, steiler, abgrundtiefer
                      Trichter in der Sanddüne
ein riesiger, steiler, abgrundtiefer Trichter in der Sanddüne

Wind und Wolkentürme werden immer mächtiger
Wind und Wolkentürme werden immer mächtiger

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beim Aufstieg auf die Duna GrandeHandyVerbot
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unwirkliche Formen und Strukturen
unwirkliche Formen und Strukturen

der riesige Trichter wirkt wie ein Schlund ins Innere der Erde
der riesige Trichter wirkt wie ein Schlund ins Innere der Erde

Nicht zum ersten Mal habe ich die Anregung bekommen, doch auch `mal das eine oder andere Bild von mir zu zeigen... Nun, ich bin alles andere als der Selfi-Typ, trotzdem habe ich mich, wie "man" hoffentlich anerkennend bemerken wird, in den letzten Wochen bemüht, genau das ein bischen zu ändern...
    Daher auch nachfolgend zwei weitere Portraitaufnahmen von mir...smiley_zwinkern

die ersten Fußabdrücke in der manchmal
                      vollkommen gleichmäßigen Oberfläche der Düne
die ersten Fußabdrücke in der manchmal vollkommen gleichmäßigen Oberfläche der Düne

Selfi des Besteigers der Duna Grande
Selfi des Besteigers der Duna Grande

Als sich die Wolken über mir immer weiter zuziehen und dabei manchmal sogar schon eine drohende, giftig aussehende Farbe annehmen, mache ich mich auf den langen Rückweg zum Wanderer.
    Als ich später im Wagen sitze, meine Fotos auf den Rechner lade und sichte, kracht es auf einmal entsetzlich! Die Tür vom Aufbau ist mit unglaub-licher Wucht zugeschlagen worden... ohne jede Vorwarnung! Gleichzeitig setzt ein donnerndes Fauchen und lautes Knistern ein. Ich springe auf und schaffe es kaum, meine Eingangstür gegen den Winddruck weit genug aufzustem-men, um mich heraus zu zwängen. Meine Wanderschuhe, die zum Lüften auf der Einstiegsleiter standen, finde ich erst fast 20 Meter vom Fahrzeug entfernt, mit ihrer grauen "Tarnfarbe" gut versteckt zwischen dem ganzen Geröll auf dem ich stehe.
    Als ich zurück im Schutz des Wanderer`s bin, schüttelt sich das ganze Fahrzeug ständig unangenehm fühlbar von einer Seite auf die andere! ..und das, obwohl der Wind wie ein Sandstrahlgebläse fast frontal von vorn auf das Fahrerhaus trifft und so den geringsten Widerstand hat.
    Später am Abend, als sich der Sturm wenigstens etwas beruhigt und nur noch zu einzelnen Peitschenhieben aus Wind & Sand wird, klettere ich diesmal aus dem Fahrerhaus um die Einstiegsleiter, die sich mit lautstarkem Quietschen und Stöhnen zuletzt erbittert gegen die Wankbewegungen des Aufbau`s gewehrt hat, zu retten. Die Leiter ist massiv verrutscht, die Plattform komplett eingefahren und einer der Plastikfüße ist abgerissen... Nur mit großer Kraftanstrengung kann ich die Leiter gegen die mit Sand festgesetzten Führungen vollständig einklappen und einfahren, während jeder ungeschützte Quadratzentimeter meiner Haut immer wieder mit Nadelstichen aus peitschen-dem Sand getroffen wird. Zuück im Schutz des Fahrzeuges kann ich nur hoffen, dass der Sturm möglichst bald einschläft. Sollte er noch Stunden weiter toben, habe ich morgen vielleicht eine undurchsichtige Milchglas-scheibe im von jeder Farbe abgeschliffenen Fahrerhaus...

nur aus der Deckung des Fahrerhauses konnte ich diesen (Video-) Schnappschuß des peitschenden Sandsturms aufnehmen
nur aus der Deckung des Fahrerhauses konnte ich diesen (Video-) Schnappschuß des peitschenden Sandsturms aufnehmen

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Abschied von der Duna Grande

Am nächsten Morgen ist es "natürlich" wieder vollkommen windstill und bei strahlend blauem Himmel bin ich durch`s Fahrerhaus nach draußen gestiegen. Mit großer Erleichterung konnte ich dann sehen, dass das Fahrerhaus den gestrigen Angriff unbeschadet überstanden hat. Ganz anders dagegen meine Einstiegsleiter vom Aufbau. Ihre Führungsschienen und Rollenlager waren das gefundene Fressen für den Sand. Nur mit Gewalt konnte ich sie überhaupt herausziehen und aufklappen. Genauso das türhohe Scharnier meiner Eingangstür. Feinster Sandstaub steckte in jedem einzelnen Gelenk und es knirschte erbärmlich, als ich die Tür öffnen wollte... Abenteuer PanAmericana eben. Zum Glück hat der Sandsturm nirgendwo ernsthafte Schäden hinterlassen.
    In der Windstille und der noch tiefstehenden Sonne habe ich dann noch einmal die Drohne gestartet und war mir bereits darüber im Klaren, dass ich diese exponierte Stelle, so beeindruckend und exotisch sie auch ist, heute wieder verlassen werde. Anscheinend bildet die Grande Duna, direkt neben mir, einen richtigen Windkanal, der den spätestens am Nachmittag wieder einsetzenden Wind noch weiter beschleunigt...

die Duna Grande im frühen Morgenlicht
die Duna Grande im frühen Morgenlicht

durch die tiefstehende Sonne erzeugen
                      die langen Schatten unwirkliche Konturen
durch die tiefstehende Sonne erzeugen die langen Schatten unwirkliche Konturen

Schattenspiele an der Duna Grande
Schattenspiele an der Duna Grande
nach dem gestrigen Sandsturm sind die
                      Konturen der Duna jetzt wieder messerscharf
nach dem gestrigen Sandsturm sind die Konturen der Duna jetzt wieder messerscharf

..und der Himmel kristallklar
..und der Himmel kristallklar

ein letzter Blick auf die riesige Duna Grande
ein letzter Blick auf die riesige Duna Grande

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es geht weiter...

Gerne wäre ich noch einen weiteren Tag an der Duna Grande geblieben, aber die Erfahrung des letzten Abends muß ich nicht zur Wiederholung provozieren. Die Fahrt geht also weiter zum nächsten Ziel, dem schwarzen Vólcan Carachi Pampa.
    Vorher natürlich noch das Video mit den kurzen Eindrücken der Fahrt vom  Campos und der Duna Grande...

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