aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand min. 21.03.2026
(oder neuer) März `26, nach meinem "Urlaub vom Urlaub" im El Paraiso in Fiambalá geht das Abenteuer PanAmericana jetzt weiter. Auf der berühmt berüchtigten Ruta Cuarenta steuere ich mit dem Wanderer in Richtung Norden. Vier Fahrtage und 454 Kilometer weiter liegt mitten in der argentinischen Puna mein neues Ziel, der Campos de Piedra Pomez, ein weit über 25 Kilometer langes Feld aus vulkanischen Bimssteinablagerungen, die im Laufe der Jahrtausende nach ihre Entstehung vom Wind zu außergewöhnlichen Formen geschliffen wurden. |
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> Piedra Pomez > Fahrt nach Norden Fahrt nach NordenDienstag, der 3. März `26, nachdem ich
meinen Platz im El Paraiso in
Fiambalá verlassen habe, steuere ich beileibe nicht auf der Ruta Cuarenta nach Norden...
gepfiffen! Um die fast schon "transkontinentale" Ruta
Nacional 40, die Cuarenta mit
ihren rund 5.200 Kilometern Länge, die vom äußersten Süden
Argentiniens, der Tierra del Fuego,
Feuerland, bis zur bolivianischen Grenze im Norden verläuft, ist
zuerst ein riesiger Bogen nach Süden und Osten angesagt, um eine
Andenkette zu umgehen.
In der Stadt Tinogasto steuere ich nach fast 1.000 Kilometern zum ersten Mal wieder eine Tankstelle an - und muß mich in Geduld fassen! Ein Tankwart, eine Zapfsäule, aber zwei Spuren mit etlichen Fahrzeugen vor mir... Es sollte eine Stunde und zehn Minuten dauern, bis ich endlich wieder einen vollen Tank hatte und ich konnte mir bereits ausrechnen, dass ich die Cuarenta heute wohl nicht mehr erreichen werde... Wenige Kilometer nach Tinogasto
kam dann die nächste, völlig unerwartete Zwangspause! Die
Policia hat die Straße von beiden
Seiten abgesperrt! Zwischen den Absperrungen stand mitten auf der
Ruta ein Zelt mit einer handvoll Demonstranten. Wie ich dann
erfuhr, sind es Lehrer, die mit ihrer Aktion auf ihre schlechte
Bezahlung aufmerksam machen wollen... Mit südamerikanischer Geduld
hieß es erneut zu warten und nach einer weiteren Stunde war dann
tatsächlich Bewegung am Zelt zu erkennen! Das Zelt wurde an den
Straßenrand getragen und für ein paar Minuten wollte man den
Verkehr passieren lassen, bis das Zelt wieder in die Staßenmitte
gestellt würde...Nach 6 Stunden fahren & warten, habe ich dann zum Glück eine vielversprechende, kleine Piste gefunden und zwei Kilometer entfernt von der Straße einen absolut ruhigen Platz für die Nacht im "Nirgendwo" gefunden - ohne bellende Hunde, knatternde Mopeds, quatschende Nachbarn und ohne Ohrenstöpsel in der Nacht. Am nächsten Morgen erreiche ich nach
wenigen Kilometern bereits die Cuarenta,
die ich unentlich weiter im Süden schon hunderte von Kilometern
gefahren bin -machmal heiß geliebt, manchmal abgrundtief gehaßt...
Jetzt wird die Wüste entlang der Ruta immer grüner und zugleich ragen riesige Säulenkakteen, die Cardón Grande, wie die mexikanischen Saguaros, in die Höhe. Neben mir erheben sich richtige Dschungel-Berge, mit dichtem Urwald bewachsen in die Höhe, während sich das Tal immer weiter zuzieht, muß sich die Ruta 40 dabei in stetigem Auf & Ab an den steilen Hängen entlang winden.
Nördlich von San
Fernando verlasse ich die
Cuarenta wieder. Die jetzige Ruta 43 beginnt schon ab Villa Vil, sich in einer spektakulären
Bergwelt immer weiter nach oben zu schrauben, während meine Ohren
ständig am Ploppen sind, um den Überdruck aus den tieferen Lagen
im Innenohr wieder loszuwerden. Mit jedem weiteren Kilometer
werden allerdings die Wolkenmassen über mir immer bedrohlicher.
![]() auf der Fahrt zur Laguna Blanca passiere ich mit dem Wanderer diese beeindruckenden Dünen aus Sand und schwarzen Vulkansteinen Auf den allerletzten Kilometern bis zu
meinem heutigen Ziel, der Laguna Blanca
auf mittlerweile wieder 3.234 Metern Höhe, muß ich mein
Seiten-fenster schließen, weil bereits die ersten, dicken
Regentropfen ihren Weg ins Fahrerhaus finden. Wieder aber bleibt
es bei den vereinzelten Tropfen und so kann ich später noch eine
kleine Wanderung, vorbei an einer Quelle und dem folgenden
Wasserzulauf in die Laguna machen.
Zum Sonnenuntergang hat sich über dem anderen Lagunenufer eine bedrohliche, riesenhafte Gewitterzelle gebildet, in der nahezu ununterbrochen heftige Bltze zucken. ![]() wie der Pilz einer Wasserstoffbombe erhebt sich am Abend diese gewaltige Gewitterzelle am anderen Ufer der Laguna Blanca |
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> Piedra Pomez > El Peñón El PeñónDonnerstag, der 5. März `26, nach 11
Kilometern erträglicher Pistenfahrt von meinem Stellplatz an der Laguna Blanca, erreiche ich wieder die
Ruta in Richtung El Peñón. Schon
wenige Minuten später wird aus der verhaltenen Steigung wieder ein
steiler, serpentinenreicher Aufstieg auf über 4.000 Meter durch
die immer beeindruckender werdende Bergwelt der Anden. In diesen
Momenten überwältigen mich wieder einmal die Gefühle, als mir die
gesamte Tragweite dessen bewußt wird, was mich in diesen Momenten
an diesen Ort geführt hat. Ich sitze in diesem schweren
Expeditionsmobil, das ich in jahre-langer Arbeit ganz allein
aufgebaut habe. So manches Mal drohten mich auch die Zweifel, ob
ich überhaupt imstande bin so etwas zu bauen, zu überwäl-tigen.
Ja, auch die Ängste nach der Fertigstellung, mich damit monatelang
vollkommen allein nach Nordafrika zu wagen. Nach der für die ganze
Welt schlimmen Corona-Zeit dann die Entscheidung, den Wanderer
tatsächlich nach Südamerika zu verschiffen, dann der Start auf
diesem, Welten von meinem bisherigen Leben entfernten, für mich
völlig unbekannten Kontinent und jetzt, in diesen Momenten steuere
ich meinen schweren Truck wieder einmal in Höhen, die die
allermeisten Menschen zu Hause niemals betreten werden, während
nur alle zwanzig Minuten `mal ein anderes Fahrzeug an mir vorbei
fährt. Um mich herum diese außergewöhnliche, imposante,
beein-druckende und erhabene Bergwelt der Anden, die in völliger
Stille und Bewegungslosigkeit noch intensiver wirkt. Es gibt keine
Dörfer, keine Häuser und bis auf das Asphaltband unter mir nicht
einmal Zeichen dafür, dass es überhaupt andere Menschen gibt.
Es sind keine artikulierten Sätze, nicht einmal konkrete Gedanken, die in diesen Momenten in mir sind, es sind meist nur Andeutungen von Erinnerun-gen, von gedanklichen Verknüpfungen und nur in ihrer Gesamtheit, zusam-men mit dieser Welt um mich herum, erzeugen sie ein kaum faßbares Bild aus Bewußtheit und Gefühlen. Der einzelne Gedanke, ein einzelnes Instrument, sind unwichtig. Es ist diese nicht greifbare Gesamtheit eines Bildes, einer Sinfonie, die diese Momente zu etwas ganz besonderem, außergewöhnlichen machen.
Kaum habe ich den ersten, namenlosen
4.000-er überwunden, schlängeln sich die Serpentinen wieder für
einige hundert Meter an den Flanken eines riesigen Tal`s nach
unten, nur um dann zum nächsten Paß erneut in die Einsamkeit und
Abgeschiedenheit dieser Höhen zu klettern.
Nach eineinhalb Stunden erreiche ich den kleinen, völlig abgeschiedenen Ort El Peñón. Jetzt, in der brennenden Mittagssonne, sehe ich fast keinen Menschen und die Türen der wenigen, winzigen Geschäfte, sind alle ver-schlossen. Kurz nach dem Ortsende kommt eine kleine
Pisteneinfahrt mit einem Schild, welches mich auf die Schlucht von
La Virgin aufmerksam macht. Auch
einer meiner Routenpunkte im Navi macht mich auf die wenigen
hundert Meter dieses Abstechers aufmerksam und ich werde nicht
enttäuscht, hier einen Stopp ein-geplant zu haben. Eine steil abfallende, enge und zwischen den schroffen Felsen dicht und grün bewachsene Oase aus Leben zieht sich durch die vor mir liegende Bergflanke.
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> Piedra Pomez > Campo Campo de Piedra PomezNach meiner längeren Rast an diesem kleinen
Naturwunder, fahre ich für die nächsten Tage die allerletzten
Kilometer auf pavimento,
ashaltierter Straße, bevor mich wieder die grausame Wirklichkeit
in Form von fürchterlicher Wellblechpiste emfängt - der Abzweig
zum Campo de Piedra Pomez.
Es werden ganze zweieinhalb Stunden für gerade `mal 30 Kilometer, während die unwirklichen Formationen der Piedra Pomez aus Fels und Sand langsam immer näher rücken.
Urplötzlich jedoch werde ich wieder an das
große Schild hinter El Peñón am
Beginn der Piste erinnert, dass der Weg zum Campo ausschließlich
für 4x4, also Allrad-Fahrzeuge, befahrbar ist! Die
grausamen Bodenwellen sind von einem Moment auf den anderen unter
extrem weichen und tiefen Sand versunken. Mit seinen 10 Tonnen
Gewicht sinkt der Wanderer sofort
tief ein und die Maschine muß Schwerstarbeit leisten, um gegen
diesen Widerstand noch zu bestehen. Mit fast durchgetretenem
Gaspedal schwimme ich regelrecht durch diese Falle. Als ich nach
einiger Zeit wieder etwas festeren Boden unter den Rädern habe,
halte ich sofort an, um den Steyr auf
noch schlimmeres vorzubereiten, schalte ich die
Geländeuntersetzung, die
Erklärung siehe unten Erklärung siehe unten ![]() in dem extrem weichen und feinen Sandstaub muß der Steyr Schwerstarbeit leisten, um sein Gewicht durch dieses 'Mehl' zu wuchten Das "Ding" mit der DifferenzialausgleichJedes Fahrzeug hat "ihn", den
Differenzialausgleich zwischen den Rädern, der den Schlupf, also
eine unterschiedliche Drehgeschwindigkeit zwischen den Rädern
erlaubt. Der Grund dafür ist ganz einfach nachzuvollziehen: In
jeder Kurve muß das kurvenäußere Rad einen längeren Weg (großer
Kreisbogen) zurücklegen als das kurveninnere Rad (kleiner
Kreisbogen). Gäbe es diesen Ausgleich zwischen den Rädern nicht,
müßten beide Räder sich immer mit der gleichen Geschwindigkeit
drehen. Da die Räder in einer Kurve aber unter-schiedliche
Weglängen zurücklegen, haftet meist das kurveninnere Rad nicht
mehr auf dem Untergrund, sondern "radiert" über ihn hinweg. Das
führt zum einen zu erheblich größerem Reifenverschleiß, zum
anderen sinkt aber auch die Fahrstabilität erheblich, da die Räder
eben nicht haften, sondern rutschen.
Bei normalen Fahrbedingungen ist dieser Differenzialausgleich also eine mehr als sinnvolle Einrichtung! Nicht aber bei schwierigen Fahrbedingungen wie im Gelände... Dazu ein ganz kleines Gedankenexperiment: Stellen wir uns eine feste, gut asphaltierte Straße vor, während der unbefestigte Straßenrand aus weichem, glitschigen Matsch besteht. Stellen wir uns mit unserem Wagen jetzt mit einer Seite auf die Straße und mit der anderen in den Matsch, passiert beim Anfahren folgendes: Die Räder im Matsch haben keine Haftung mehr, drehen einfach durch und graben sich dabei immer tiefer in den Schmodder. Die Räder auf der Straße hätten jetzt die Aufgabe, das Fahrzeug aus der mißlichen Situation zu befreien, nur haben sie eben Grip auf der Straße, müssen also das gesamte Gewicht des Fahrzeugs allein aus der Falle befreien. Dabei haben sie einen großen Widerstand zu überwinden... Was passiert also? Die Räder im Matsch drehen weiterhin lustig durch während die Straßenräder einfach stehen bleiben - damit steckt das Fahrzeug fest! Richtige Geländefahrzeuge haben dagegen eine Differenzialsperre. Wird sie eingeschaltet, verlieren die Räder auf einer Achse also die Fähigkeit, sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zu drehen. Die Räder auf der Straße müssen sich damit mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Matschräder drehen und jetzt hat das Fahrzeug eine vernünftige Chance, dieser Falle zu entkommen. Ein hochgeländefähiges Fahrzeug wie der Steyr hat sogar 3 einzeln schaltbare Differenzialsperren:
Nachdem sich der Steyr
auch durch das letzte Feld mit Tiefsand durchge-fressen
hat, folgt ein letzter, steiler, sehr steiniger und enger Anstieg
- bis zum Parkeingang, wo mich Christian,
der Ranger, empfängt. Natürlich interessiert ihn, wie ich den
weiten Weg von Alemania bis zu
diesem abgelegenen Ort gemacht habe genauso wie die Überraschung
für ihn, warum ich solo, allein, und ohne mucher,
Frau, unterwegs bin? Die sehr angenehme und freundliche
Unterhaltung ändert aber nichts daran, dass er zum Schluß seiner
Pflicht nachkommen muß und er mir 15 k$ *),
also 15.000 Pesos (weniger als 10 €) für den Parkzutritt
abknöpft...
Nach unserer Verabschiedung habe ich nur noch wenige Kilometer Fahr-strecke bis zum Estacionamiento, dem einzigen Parkplatz innerhalb des Parkgebietes, auf dem ich auch übernachten darf. Entlang des immer beeindruckender werdenden Feldes aus unwirklichen Skulpturen, erreiche ich den Platz und kann mich wieder einmal nur wundern, dass ich selbst an einem so außergewöhnlichen Ort, dem Campos de Piedra Pómez in 3.148 Metern Höhe, immer noch völlig allein bin! Der Anblick um mich herum ist so unwirklich und faszinierend, dass ich auch jetzt jede Müdigkeit von der langen und anstrengenden Fahrt abschüttel und sofort nach meiner Ankunft zu einer großen Entdeckungstour aufbreche. *) ..dass die US-Amerikaner den "spanischen Taler", also "spanish Dollar" und sein Zeichen, den/das $, "geklaut" haben, habe ich im 1. Törn auf der Seite Uruguay-Chuy schon `mal etwas ausführlicher erklärt... ist `ne interessante Geschichte...
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick vom Campo de Piedra Pomez - dem Quadratkilometer großen Feld aus Bimssteinskulpturen Obwohl jetzt, am Nachmittag, der Wind
wieder immer stärker auffrischt, wan-dere und klettere ich noch
volle zwei Stunden durch eine Landschaft, die so unwirklich, so
fremdartig und gleichzeitig so unglaublich schön ist, dass sie ein
Magier erdacht haben muß. Ich sitze lange auf der Krone einer
dieser Skulpturen und versuche vergeblich zu begreifen, was sich
vor meinen Augen ausbreitet. Zu übermächtig sind die Formen und
Farben und mit nichts ver-gleichbar, das ich jemals zuvor in
meinem Leben gesehen habe.
Die Sonne fällt bereits auf den Horizont, als ich endlich wieder zurück am Wanderer bin, doch auch jetzt kann ich meinen Blick nicht von dieser Welt vor mir abwenden... |
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![]() einer der piedras, Steine, im Licht der untergehenden Sonne |
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> Piedra Pomez > weiter es geht weiter.....na klar, ich bin ja auch gerade erst in
der verzauberten Welt des Campos de Piedra
Pomez angekommen und traue auch am nächsten Morgen meinen
Augen immer noch nicht bei dem Anblick, der sich mir eröffnet.
Vorher natürlich noch das Video mit den Eindrücken der Fahrt von Fiambalá über die Laguna Blanca bis zum Campos. Dieses Video liegt in FullHD vor hier geht`s weiter mit der 2. Seite zu Piedra Pomez |