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> 4. Törn > Chajnantor
> ALMA wer ist ALMA ..frei nach Smokie,
der einmal wissen wollte, wer zum Teufel denn Alice
sei, hier also: "Who the F... is
ALMA?" ALMA ist das Akronym für das Atacama
Large Millimeter Array, ein Radio-Teleskop-Verbund aus 66
Antennen, die zum einen in unterschiedlichen Konfigurationen
angeordnet und zudem auch so vernetzt werden können, daß sie wie
ein einziges Riesenteleskop zusammenarbeiten.
ALMA liegt etwa 60 Kilometer von meinem Campingplatz
Andes Nomads in San Pedro de Atacama
entfernt auf der 5.000 Meter hohen Chajnantor Ebene, wird von der
Europäischen Südsternwarte (ESO - European
Southern Observatory) und anderen internationalen
Organisionen betrieben - und ist leider nicht zu besichtigen! Die ESO, die ihre eigenen Mitarbeiter aufgrund der Höhe der Chajnantor Ebene, nur mit Sauerstoffgeräten am Array arbeiten läßt, hat zu Recht viel zu große Bedenken über gesundheitliche Probleme bei Tagesbesuchern... Bild: ESO
Da ich mich schon mein gesamtes Leben für
Astrophysik und Kosmologie interessiere, gehört ALMA natürlich zu
den Forschungsstandorten, über die ich schon etliche
Dokumentationen im TV gesehen habe! ALMA an diesem extrem
außergewöhnlichen Standort jedoch mit eigenen Augen, wenn auch nur
aus der Distanz zu sehen, ist damit ein Herzenswunsch, wie er kaum
größer sein könnte. Ich weiß schon, daß ich mit so einem seltsamen
Wunsch bei den meisten anderen Menschen damit eher auf
fassungsloses Kopfschütteln und Unverständnis stoße...
Klar habe ich sogar die ESO angeschrieben, meinen Status und Wunsch mit wohlfeilen Worten beschrieben und um Vorschläge für alternative Möglichkeiten ersucht. Anerkennend kann ich sagen, daß die ESO Zentrale in Garching bei München sogar umgehend, leider aber ablehnend geantwortet hat. Man hat mein Ansinnen sogar an den ALMA Community Relations Manager weitergeleitet, aber... |
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> 4. Törn > Chajnantor
> Fahrt zur Chajnantor Ebene Fahrt zur Chajnantor EbeneSonntag, 23. Nov. `25, schon früh am
Morgen, mache ich mich mit dem Wanderer und
jeder Menge Hummeln im Bauch auf den Weg zur Chajnantor Ebene.
Hummeln, weil mich neben dem "Abenteuer", auch jede Menge Quälerei
erwartet... die fängt schon nach wenigen Kilometer auf der Straße
von San Pedro de Atacama hinauf zum Jama Paß an - fast 40
Kilometer mit einer Steigung von 8-10%, teilweise sogar deutlich
darüber, ununterbrochen bergauf. Die unbarmherzige Sonne scheint
direkt gegen die Front des Wanderer und
so heizen sich Fahrerhaus und Motor sehr schnell auf - bis es
unangenehm wird! Was mich selbst angeht, so kann & muß ich es
einfach ignorieren, während der Steyr da
nicht so flexibel ist. Unbeeindruckt von starken, inneren
Motivationen bleibt er objektiv und heizt sich durch Sonne, die
quälende, nicht enden wollende Steigung und die damit verbundene
extreme Belastung schnell bis an seine Leistungsgrenzen auf!
..also bis die Kühlwassertemperatur droht, den grünen Bereich zu
verlassen und in den roten einzutreten. Kurz vor dieser
unheilvollen Grenze muß ich immer weiter herunterschalten, einmal,
um den Motor durch die kleineren Gänge zu entlasten und zum
anderen, um die Drehzahl hoch zu halten. Das ist wichtig, da mein
fast 40 Jahre alter Truck kein elektrisch gesteuertes und
betriebenes Lüfterrad hat, um den Kühler ausreichend mit Luft
durchströmen zu lassen, sondern über einen fest mit dem Motor
verbundenen Keilriemen. Wenn der Motor also niedrig dreht, dreht
sich auch das Lüfterrad langsam und das ist nun `mal für den
Luftdurchsatz -neben dem kaum vorhandenen Fahrtwind- durch den
Kühler verantwortlich.
Dann ist es endlich geschafft und ich bin
auf der kaum bekannten Piste zum Chajnantor Plateau. Die
offiziellen Wege sind mir leider verwehrt, die vorhandenen
Zufahrten sind mit Schranken & Zugangskontrollen für mich
gesperrt. Auch meine Piste, teilweise extrem steil und eng, ist
mit etlichen Schildern versehen, die auf spanisch und englisch von
"prohibido" und "only
authorized personnel" reden... Daher ist es gut, daß ich
mich derartig auf`s Fahren konzentrieren muß und die Schilder
dabei glatt übersehen habe. Auch zwei Schranken, jedoch geöffnet
und nicht verschlossen, passiere ich bei meinem Aufstieg nach
oben, während meine Ohren ununterbrochen knacken um den
überschüssigen Druck in ihrem Innern los zu werden.Irgendwann
meldet sich sogar mein Navi ab und kommentiert seinen Ausstieg
damit, es sei überhitzt! Hm, tja, die Sonne scheint schon mit
brutaler Intensität direkt auf das Gerät, trotzdem: Weichei!
Ich muß es also zähneknirschend akzeptieren und damit auch, daß
mir später Teile meines aufgezeichneten Tracks fehlen werden.
Gemäß meinem GPS auf dem Handy, habe ich jedenfalls 5.144
Meter über dem Meeresspiegel erreicht!
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> 4. Törn > Chajnantor
> Büßerschnee Büßerschnee ..und dann bleibt die Welt auf einen
Schlag für mich stehen! Der Wanderer,
gerade im Schritttempo unterwegs, rollt aus, während ich nicht
mehr zu atmen wage um dieses unglaubliche Bild neben mir,
unwirklicher als eine Fata Morgana, nicht als eine Illusion zu
erkennen und damit zu vertreiben. Ich nehme nichts anderes mehr
wahr und starre nur noch auf den Hang neben mir... Ich habe es nur
zwei oder dreimal in meinem ganzen Leben auf Bildern gesehen und
mir natürlich gewünscht, es einmal mit eigenen Augen zu sehen,
aber jetzt und hier? Ich kann es nicht wirklich glauben und mache
nur ganz langsame und vorsichtige Bewegungen, immer noch in der
Furcht, ich könnte dieses Naturwunder mit einer einzigen
unbedachten Bewegung auslöschen... aber es bleibt und immer mehr
von diesem Feld aus strahlenden Kristallen kann ich erkennen. Es
ist Büßerschnee! Ein ganzes Feld
wie aus der Fantasie eines Künstlers, der unmöglich von dieser
Welt stammen kann, liegt nur zweihundert Meter von mir entfernt!
Hunderte von grellweißen Stalagmiten aus schierem Eis wachsen wie
magische Skulpturen aus einem Hang aus Millionen von Steinplatten.
Büßerschnee, Nieve de los Penitentes oder kurz Nieve Penitente, ist etwas sehr, sehr seltenes und kommt nur in den Tropen der Erde und in extremen Höhen vor! Durch die nahezu senkrechte Sonneneinstrahlung und mehrerer weiterer Randbedingungen, schmilzt der Schnee zu diesen bemerkenswerten, fast senkrecht aufragenden Säulen, die teilweise mehr als zwei Meter hoch sind. Ich stelle den Motor vom Steyr ab und krame völlig aufgeregt nach meinem Kamerarucksack. Während ich mir noch feste Schuhe anziehe, schaue ich immer wieder aus dem Seitenfenster, aber das Wunder ist immer noch vor meinen Augen! Völlig atemlos klettere ich den Hang hinauf und selbst das Klacken meines Auslösers vertreibt dieses flüchtige Gebilde der Naturgesetze nicht. Endlose Fotos später, mit der Sicherheit, dieses vergängliche Wunder sicher festgehalten zu haben, setze ich mich völlig ergriffen mitten in diesen strahlenden Kristallpalast aus Eisstatuen, komme endlich wieder zu Atem - und muß weinen... Meine Augen wandern von den Spitzen der Skulpturen zu ihrer Basis auf den bloßen Steinplatten, versuchen, jedes noch so kleine Detail zu erfassen und sind dennoch hoffnungslos überfordert alles aufzunehmen. Jede Säule unterscheidet sich von ihrem Nachbarn genauso, wie keine einzige Schneeflocke einer anderen gleicht. Niemals, nicht eine einzige Sekunde in den letzten Tagen, Wochen, ja sogar Jahren habe ich damit gerechnet, Büßerschnee jemals mit eigenen Augen zu sehen. ![]() der Wanderer auf über 5.000 Metern unterhalb eines Feldes aus Büßerschnee Je mehr ich ganz langsam wieder zur Ruhe
komme, desto mehr wird mir klar, was für eine unglaubliche Kette
von Ereignissen erst dazu geführt hat, jetzt und hier mit dem Wanderer in mehr als 5.000 Metern Höhe
mitten in der Atacama zu stehen und dieses Geschenk des Universums
vor mir zu haben!
Nur mein in Bolivien immer knapper werdender Dieselvorrat hat mich dazu veranlaßt, die Lagunenroute im äußersten Süden nach Chile hin zu verlassen und nach San Pedro de Atacama zu fahren... Nur die Ablehnung der ESO zur Besichtigung von ALMA hat mich nach alternativen Möglichkeiten suchen lassen... Nur der unglaubliche Zufall, einen Chilenen kennengelernt zu haben, der sich als Mitarbeiter der ESO herausstellte und mir die abgelegene Piste hinauf zum Chajnantor-Plateau auf meinem Navi gezeigt hat, hat mich zu dieser Zeit an diesen Ort geführt... Nur die unterhalb vom Simons Observatory gesperrte Schranke zu ALMA hat mich eine Umgehungspiste suchen und finden lassen, die mich hierhin gebracht hat... ![]() unwirkliche Skulpturen aus Büßerschnee
![]() filigrane Formen, die nicht einmal ein Künstler aus Eis formen könnte |
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> 4. Törn > Chajnantor
> bei ALMA ALMA - Atacama Large Millimeter Array Nach den Feldern mit dem Büßerschnee bin
ich immer noch völlig aufgewühlt, als ich meine Umgehungspiste
nach einigen Kilometern verlasse und wieder in Richtung des
Chajnantor-Plateaus fahre. Wenige Minuten später passiert es dann:
Bei der Auffahrt über eine Kuppe schält sich dahinter die
grellweiße Form der ersten Antenne von ALMA heraus. Mein Herz rast
nur so, vor Aufregung, vor Ergriffenheit, vor dem Glück es
geschafft zu haben, vor dem Schiß in Erwartung eines eifrigen
Sheriffs, der mich nachdrücklich in meine Schranken verweist und
vielleicht auch ein winziges bischen wegen der reichlich dünnen
Luft an diesem Ort meiner Träume.
Ich lasse den Wanderer auf der Piste stehen und stapfe schwer atmend ein weiteres Geröllfeld hinauf - und sehe ALMA... mit meinen eigenen Augen! Lange bleibe ich auf einem Stein sitzen und versuche jede einzelne Sekunde dieses Moments mit allen Sinnen in mich aufzunehmen. Ich habe etwas gemacht, etwas geschafft, was absolut außergewöhnlich und einmalig ist, auch wenn kaum einer von euch, die ihr das hier irgendwann einmal lesen werdet, wahrscheinlich versteht, warum ich so einen Aufwand für so`n paar Schüsseln auf mich nehme... ![]() DAS ist die Grenze für den Wanderer
und mich! Weiter geht`s nicht. Aus nachvollziehbaren
Gründen bleiben die Tore von ALMA für mich verschlossen. Um mir
und euch dennoch einen winzigen -optischen- Einblick in das
wissenschaftlich so wichtige Projekt zu geben, nachfolgend noch
drei Bilder, die von der ESO zur
Verfügung gestellt werden.
Ein abschließendes Wort zur Bedeutung dieses Arrays von Radioantennen, die ich auf die gleiche Stufe wie das CERN in Genf, das VLT und ULT der ESO am Paranal und Armazones in Chile, das LIGO in den USA sowie das Hubble und James Webb im Weltall, stelle. Diese fantastischen "Wissenschaftsmaschinen" und die Menschen dahinter, sind maßgeblich an der Erforschung des Universums in dem wir existieren, der Suche nach seinem Ursprung und seiner Entwicklung beteiligt! Sie tragen ganz wesentlich zu den Erkenntnissen bei, wie all diese Milliarden von Galaxien, der Raum, die Zeit, die Sterne, unser Planet und das Leben auf ihm hat entstehen können. Bitte gebt mir die Gelegenheit, noch
einige, wenige Worte über das zu verlieren, was diese Antennen von
ALMA eigentlich machen. Keine Sorge, es wird kein
unverständlicher, wissenschaftlicher Monolog.
Wir haben alle schon `mal etwas vom elektromagnetischen Spektrum gehört. Das Licht, welches wir mit unseren Augen wahrnehmen, ist ein winziger Teil dieses gesamten Spektrums. Bild: CC-BY-NC 4.0
/ FWU Institut für Film und Bild -->
https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/deed.de ..und warum sind diese extrem schwachen
Signale so interessant? Aus zwei Gründen:
Wir sehen also mit Teleskopen und Radioantennen ein Bild der
Vergangenheit. Mit der heutigen Technologie können wir dabei so
weit in die Entfernung und damit in die Vergangenheit schauen,
daß wir schon bis in die Nähe des Anfangs des Universums kommen!
Die wissenschaftliche Kunst besteht jetzt darin, aus unzähligen
Bildern und unzähligen verschiedenen Zeiten ein Puzzlebild
zusammen zu setzen, wie sich "das alles", von seinen allerersten
Anfängen bis zum heutigen Tag zusammengefügt hat. Aus diesen
Erkenntnissen lassen sich Regeln, Naturgesetze ableiten, die uns
das Wie und Warum verstehen lassen - und damit
letztlich auch unsere eigene Existenz. Das Betreten des ALMA Geländes ist mir, wie
ich zuvor schon beschrieben habe, nicht möglich. Damit kann ich
auch keine tollen Aufnahmen des Arrays machen und erst recht nicht
mit meiner Drohne darüber fliegen - `mal davon abgesehen, daß sie
in der dünnen Luft von 5.000 Metern auch gar keinen Auftrieb mit
ihren Rotoren mehr erzeugen könnte...
Umso dankbarer bin ich, daß die ESO genügend Bildmaterial zur freien Veröffentlichung zur Verfügung stellt. Drei ausgewählte Bilder möchte ich euch hier mit ihren orginalen Beschreibungen zeigen. ![]() ESO/José Francisco Salgado (josefrancisco.org) = http://www.josefrancisco.org/ The final
antenna for the Atacama Large Millimeter/submillimeter Array
(ALMA) project is here seen arriving to the high site at the
ALMA Observatory, 5000 metres above sea level. Its arrival
completes the complement of 66 ALMA antennas on the Chajnantor
Plateau in the Atacama Desert of northern Chile — where they
will in future work together as one giant telescope.
![]() Four antennas
of the Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA)
gaze up at the star-filled night sky, in anticipation of the
work that lies ahead. The Moon lights the scene on the right,
while the band of the Milky Way stretches across the upper
left.
ALMA is being constructed at an altitude of 5000 m on the Chajnantor plateau in the Atacama Desert in Chile. This is one of the driest places on Earth and this dryness, combined with the thin atmosphere at high altitude, offers superb conditions for observing the Universe at millimetre and submillimetre wavelengths. At these long wavelengths, astronomers can probe, for example, molecular clouds, which are dense regions of gas and dust where new stars are born when a cloud collapses under its own gravity. Currently, the Universe remains relatively unexplored at submillimetre wavelengths, so astronomers expect to uncover many new secrets about star formation, as well as the origins of galaxies and planets, when ALMA is operational. ![]() ESO/Alex Pérez The DV-59
antenna in the foreground with multiple other ALMA antennas
observing the sky, in a night dominated by the Moon. Credit:
Alex Pérez
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> 4. Törn > Chajnantor
> Weg nach unten der lange Weg nach unten...Als ich Stunden später die Piste verlasse
und die Ruta nach San Pedro de Atacama erreiche, liegen fast 40
endlos lange Kilometer mit steilem Gefälle vor mir! Mußte der Steyr bei der Auffahrt heiße
Schwerstarbeit verrichten, so liegt jetzt diese Strecke als kalte
Schwerstarbeit vor uns! Kalt, weil der Motor durch meine
"Staudruckbremse" von der Dieselversorgung abgekoppelt ist und
nichts in seinen Zylindern entzündet wird. Schwerstarbeit, weil
die Staudruckbremse den Abgasstrang dicht macht und der Motor
durch die bergab-Fahrt dennoch mit hoher Drehzahl läuft - zum
Glück durch die mechanisch fest gekoppelte Ölpumpe weiterhin gut
geschmiert wird. Durch die Fahrt auf dem Gefälle wird der Motor
also weiter bewegt, saugt durch seine Ventile reichlich Luft an
und komprimiert sie dann durch seine Kolbenbewegungen, bevor er
sie durch die Auslaßventile wieder los wird. Diese Arbeit als
"Kompressor" bremst den Motor stark ab und damit auch den Wanderer.
Der Vorteil solch einer Technik -im Gegensatz zu PKW- ist aber,
daß durch diese Staudruckbremse ein wesentlicher Teil der Tendenz,
hangabwärts immer schneller zu werden und bereits nach kürzester
Zeit in der nächsten Kurve geradeaus in die Wüste zu fliegen, daß
diese Tendenz durch den "Motorkompressor" deutlich gemindert wird.
Ansonsten gibt`s eben nur die Bremsen und wie es denen nach 40 km
mit einem Gefälle von 8-10% geht, darüber kann man wieder andere
Geschichten erzählen.
Die
Bremsscheiben (oder Trommeln) werden jedoch bald glühend heiß,
geben ihre Hitze u.a. auch an die Bremshydraulik ab, die fängt
dann irgendwann an zu kochen, entwickelt Dampfblasen und das ist
der Moment, wo man mit dem Bremspedal ins Leere tritt... Die unzähligen Notausfahrgassen hier am Paso Jama mit ihrem tiefen, extrem nachgiebigen Kies und den tiefen Spuren darin erzählen Bände... genau so, wie auch das Paar aus der Schweiz, welches heute mit ihrem Landrover auf dem Campingplatz heil angekommen ist, aber jetzt in die Werkstatt muß, weil die Bremsen "nicht mehr richtig arbeiten"... Bild:
https://www.autodoc.de/info/uberhitzung-von-bremsenscheiben
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> 4. Törn > Chajnantor
> weiter oder nicht es geht weiter...oder auch nicht! Das Universum hat mir heute zwei riesige
Geschenke gemacht - die Felder aus Büßerschnee und ALMA!
..aber entweder ist`s die schnöde Physik mit ihren Naturgesetzen,
der sich selbst das Universum unterwerfen muß, oder aber ich muß
dem Universum eine gewisse Gehässigkeit unterstellen! Was die
Physik angeht wissen wir ja, daß Energie weder erzeugt, noch
vernichtet und erst recht nicht "verbraucht" werden kann - sie
kann ausschließlich in eine andere Energieform umgewandelt werden!
Hat das Universum also in seiner gnädigen Zuwendung einen Aufwand
betrieben, also Energie eingesetzt um mir diese Geschenke zu
machen, muß es gleichzeitig als Ausgleich für den Aufwand, mir
etwas anderes wegnehmen!
Muß sich das Universum dagegen selbst nicht an seine eigenen Gesetze halten, bleibt mir also nur, ihm oder ihr oder es eine perfide Gehässigkeit zu unterstellen, wenn es mir für die beiden Geschenke kurz danach ordentlich in den Hintern tritt! Was auch immer der wahre Grund ist, der Steyr will nicht mehr anspringen als ich die Chajnantor-Ebene verlassen will! Der Anlasser gibt nur noch ein gequältes, leises Brummen von sich und ist kaum noch in der Lage, dem Motor auch nur eine einzige Umdrehung abzuringen. Zum Glück läßt mich das Universum hier in 5.000 Metern in der trockensten Wüste der Welt, der Atacama, nicht einfach verrotten, sondern gibt dem Steyr noch einen winzigen Schub`s, mit dem er dann doch noch anspringt... Unversehrt zurück auf meinem Campingplatz in San Pedro de Atacama, zeigt sich das gleiche Bild: Der Anlasser dreht den Motor nicht mehr! Getreu der Weisheit der Spanier und Südamerikaner, solche Unwichtigkeiten auf den nächsten Tag, also auf mañana zu verschieben, kontrolliere ich erst am nächsten Morgen die Batterien: 25,4 Volt, also volle Ladung! Damit sind die Lichtmaschine und die Batterien in Ordnung und es bleibt der Anlasser selbst als Ursache des Übels. Auch hier läßt mich das Universum nicht komplett hängen und verweist mich auf die kleine LKW-Werkstatt, nur 300 Meter von meinem Campingplatz entfernt. Mit deren Hilfe bauen wir den Anlasser aus und finden auch recht zügig eine heiße Spur, die selbst Sherlock Holmes nicht hätte übersehen können. Das Doofe nur, zu reparieren ist er hier, vor Ort, nicht! Er muß in die nächste, größere Stadt, nach Calama, 100 Kilometer entfernt... Lange Rede - kurzer Sinn: Ich hänge fest! Wie es also weiter geht -oder auch nicht- liegt jetzt in den Händen des Universums und einer Werkstatt in Calama. Um uns die Wartezeit etwas zu erleichtern, hier noch ein paar beeindruckende Szenen meiner Fahrt zum Chajnantor-Plateau: Dieses Video liegt in FullHD vor demnächst weiter mit dem nächsten
Teil im Abenteuer PanAmericana
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