Berühmt sind diese Strecken durch ihre
außergewöhnliche Landschaft und die unzähligen Flamingos in den
Lagunen. Berüchtigt durch ihre extreme Höhe, bei der man über
große Distanzen nicht mehr unter 4.000 Meter kommt und... durch
ihre grauenhaften Pisten! Manchmal steil, eng und extrem
herausfordernd durch ripio, also
Wellblech, massive Löcher und genauso massive Steine, die die
Lagunenroute zu einer Tortur für Mensch & Fahrzeug macht. Die
"harmlosen", flacherer Abschnitte dagegen bieten nur in sandigen
Abschnitten ein wenig Erholung! Sie sind... schlichtweg
fürchterlich! Fast immer grausames Wellblech und damit trotz der
Entschädigung durch die faszinierend schöne und unwirkliche
Landschaft ruppig, mit Steinen durchsetzt und einfach eine einzige
Quälerei!
Schon kurz nach Uyuni bekomme ich einen
Vorgeschmack darüber, was mich erwartet! Die Ruta, obwohl
asphaltiert, wird immer übler! Irgendwann kann ich nicht mehr
unterscheiden, ob die Fahrbahn aus Resten von Asphalt oder
einbetonierten Schottersteine besteht... und so lege ich eine
erste Zwangspause ein um den Reifendruck vom Steyr
deutlich zu reduzieren. Dennoch sinkt meine
Durchschnittsgeschwindigkeit auf 20 - 25 km/h!
Immer häufiger sehe ich jetzt Vikunjas neben der, inzwischen zur Piste gewordenen "Straße", die sich nur fassungslos wundern, warum jemand hier im Altiplano der Anden das Konzept von rollenden Rädern dem überlegenen Vier-Bein-Prinzip vorzieht... Vikunjas sind übrigens die kleinste Kamelart der Welt und schon seit den Inca für ihre extrem feine und wertvolle Wolle bekannt. Als wilde Vorfahren der Alpakas leben sie nur hier in den Anden in Höhen zwischen 3.500 und 5.500 Metern! Sie sind die Vettern der deutlich größeren Guanakos, die ich in den letzten drei Jahren im Süden des Kontinents zu zehntausenden gesehen habe. Völlig verstaubt
komme ich nach 152 langen Kilometern endlich an unserem heutigen
Tagesziel, der Laguna Turincha in
3.804 Metern Höhe an, wo Marc & Doro schon einen schönen
Stellplatz gefunden haben.
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> Lagunenhopping Lagunenhopping Lagunenhopping? ..ist mir gerade so
eingefallen... angelehnt an das englische Islandhopping,
das Springen von Insel zu Insel bei Kreuzfahrern und anderen...
Wir "hüpfen" eben von einer Lagune zur nächsten und die gibt es,
dafür sind wir ja auf der Lagunenroute, hier natürlich reichlich!
..nur, wie soll ich die nächsten Tage beschreiben? Jede Laguna,
jeden Canyon, jede Felsformation, jeden Berg, jeden
Routenabschnitt benennen und beschreiben? Klar gebe ich mir Mühe,
euch mit Worten und Bildern an der Fahrt teilhaben zu lassen, aber
alles absolut chronologisch und mit jedem einzelnen Namen belegen?
Irgendwie scheint mir das wenig sinnvoll zu sein. Ich werde mich
daher auf die Beschreibung besonderer Erlebnisse und meiner
Eindrücke beschränken und die Bilder mit Untertiteln für sich
sprechen lassen.
Damit die gesamte Lagunenroute, immerhin eine Fahrt über fast zwei Wochen und 500 Kilometer wenigstens etwas Struktur hat, bekommt jedes Tagesziel, natürlich eine der Lagunen, jeweils ein eigenes Kapitel!
![]() Flamingos in der Morgensonne am Camino Laguna Colorada |
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> Laguna Vinto vom Camino zur Laguna Vinto Freitag, der 7. Nov. `25, ich sitze am
Schreibtisch und telefoniere mit einem Freund in Deutschland,
während ich aus dem Fenster schaue und wieder einmal Flamingos nur
wenige Meter von mir entfernt durch das seichte Lagunenwasser
staken. Dazu noch ein Wort zu meiner Internetverbindung mit
Starlink, welches ich ja schon seit Salta installiert habe.
Normalerweise plaziere ich die Antenne auf dem Dach des
Wanderer (Okt25-Salta2-IV-3.html),
aber seit ich im bolivianischen Altiplano bin, fetzt spätestens ab
dem Nachmittag ein Wind, der in Deutschland Sturmwarnungen in
Radio & Fernsehen erzeugen würde.
Unter solchen Bedingungen möchte ich
natürlich nicht, daß die Antenne durch eine besonders heftige Böe
vom Dach gefegt wird... und so habe ich meine eigene quick
& dirty - Lösung (schnell & einfach) entwickelt!
Für meine Kamera habe ich natürlich ein schickes Stativ... dieses
auf meinem Bett plaziert und damit die Antenne an der Dachluke
verkeilt - und, es funktioniert problemlos! Als wir am nächsten Morgen vom Camino
aufbrechen, sind es nur wenige Kilometer bis zu unserem ersten
Ziel - eine tiefe, atemberaubende Schlucht, der Cañón
de Anaconda. Ein Blick in den Abgrund sagt, woher der
Name kommt: Der kleine Fluß windet sich wie eine Anaconda durch
das schmale Tal. Nachdem ich meine Bilder im Kasten habe, sitze
ich noch sehr lange in der brennenden Sonne und lasse dieses
grandiose Panorama auf mich wirken...
Als wir dann am Nachmittag unser heutiges
Tagesziel, die Laguna Vinto
erreichen, habe ich wieder einmal einen neuen Rekord zu
verzeichnen: Mit 4.058 m ist das mein höchster
Stellplatz, den ich jemals bezogen habe! ..und wieder erwarten uns
hunderte von Flamingos in der Laguna! Obwohl es nicht die feine
englische Art ist, muß ich gestehen, daß ich mit meiner Drohne
auch einen Überflug in nicht allzu großer Höhe gemacht und dabei
die Tiere sicher nicht erfreut habe... mea culpa... Bilder dazu im
später folgenden Video.
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Lagunenroute > Laguna Capina Laguna Capina Samstag, der 8. Nov. `25, während ich mit
der Höhe zum Glück problemlos zurechtkomme, hat es der arme Steyr ein wenig schlechter. Das
morgentliche Anlassen wird aufgrund des Sauerstoffmangels in
dieser Höhe von 4.058 m, dem damit völlig falschen
Mischungsverhältnis zwischen eingespritztem Diesel und der zur
Verbrennung zur Verfügung stehenden Luft und letztlich der
nächtlichen Eiseskälte und dem damit zum Versulzen neigenden
Diesel in den Tanks, zum Kampf dieser Bedingungen und der armen
Batterie.
Sie muß den schwergängigen Anlasser jetzt jeden Morgen etliche
Male dazu bringen, den riesigen Motor mit seinem ebenfalls
eiskalten und damit zähflüssigem Öl so in Schwung zu bringen, daß
der Diesel endlich zünden kann. Zum Glück gelingt es bis jetzt,
aber es wird zunehmend zur Geduldsprobe und Zitterpartie! Sonnenaufgang
an der Laguna Vinto
Es folgen diesmal wieder nur wenige
Kilometer Fahrt bis zum nächsten Highlight, den Rocas
Volcánicas, den Vulkan-Felsen, die die Natur im Laufe
vieler Jahrtausende wieder einmal zu spektakulären Formen und
Farben gestaltet hat.
Da Marc & Doro und ich tagsüber
getrennt fahren und uns erst -spätenstens- am Tagesziel wieder
treffen, schaufeln sich der Wanderer &
ich artig allein durch die beeindruckende Landschaft weiter nach
Süden auf der östlichen Lagunenroute bis, ja bis zum einzigen Ort
in dieser unglaublichen Abgeschiedenheit, Villa
Mar. Am Ortseingang erwartet mich dann eine Überraschung:
Eine geschlossene Schranke versperrt die Piste, daneben ein
winziges Häuschen aus der dann eine ältere
Chollita kommt, die mir tatsächlich 10 Bolivianos
(richtig: keine Pesos in Bolivien) für die Ortsdurchfahrt
abknöpft. Dafür bekomme ich dann ein kleines Zettelchen, welches
mir den ordnungsgemäß entrichteten Betrag bestätigt und mich
darüber informiert, daß das Geld zur "Mantenimiento
de Caminos", also zur Erhaltung der Wege dient... Ich
staune also nicht schlecht, was sich der pfiffige Bürgermeister
von Villa Mar hat einfallen lassen, um die Gemeindekasse mit Hilfe
der Touris deutlich aufzubessern. Nach der Schranke fahre ich dann im
besseren Schritttempo, mehr lassen die grauenhaften Wellen und
Löcher auf der Piste eh nicht zu, durch den Ort und halte Ausschau
nach einem winzigen Mercado (Geschäft)
oder einer Panaderia (Bäckerei),
doch nichts, absolut nichts kann ich entdecken, nicht `mal ein
zugeschüttetes Schlagloch!
Dann beginnt die Abfahrt und wieder tauche
ich in eine vollkommen andere Landschaft ein als ich mich der Laguna Capina nähere. Hier gibt es keine
Steine und kein Wellblech mehr und ich kann den Wanderer
mit mehr als 50 km/h laufen lassen...
..bis ich irgendwann an dem Häuschen einer Minengesellschaft und einer geschlossenen Schranke stehe. Marc & Doro, die schon eine Stunde vor mir hier waren, haben mir zum Glück die "Gebrauchsanweisung" gefunkt, wo ich die Minenarbeiter erreiche, die mir die Schranke für die private Piste öffnen. ..und haben mich noch vor dem bösartigen Hund gewarnt... Die Minenarbeiter habe ich gefunden und der Hund mich! Seine Begrüßung war ein Angriff von hinten und ein blutiger Biß in die linke Wade. Dafür wurde die Schranke geöffnet und ich konnte die letzten Kilometer bis zu unserem Stellplatz fahren.
..dann habe ich ihn endlich erreicht -
meinen/unseren Stellplatz an der Laguna Capina, natürlich mit dem
nächsten Höhenrekord mit 4.494 m!
Es ist schon verrückt mir vorzustellen, daß die deutsche Zugspitze glatt eineinhalb mal unter mein Bett passen würde...
Laguna Capina |
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> weiter es geht weiter... Nach der Laguna Capina geht die Fahrt auf
der Lagunenroute in Bolivien weiter, diesmal nach Norden zur Laguna Pastos Grandes. Dort überqueren
wir den Gebirgszug, um auf den zweiten Arm, auf die westliche
Route zu kommen. Danach geht es weiter nach Süden, dabei niemals
mehr unterhalb einer Höhe von 4.000 m bis zur Grenze nach Chile.
Vorher gleich zwei Videos! Das erste zeigt die gefahrene Route animiert auf der Karte von Uyuni bis zur Laguna Capina. Das zweite Video zeigt die Fahrt dieses ersten Abschnitts auf der Lagunenroute: Dieses Video liegt in FullHD vor Dieses Video liegt in FullHD vor ..noch in eigener Sache... zu dem Video
der Fahrt: Ich habe mir eure Anregungen zu Herzen genommen und die
langen Szenen der Fahrt ganz deutlich zusammen gestutzt und nur
die Szenen behalten, die meiner Meinung nach unverzichtbar sind,
um einen Eindruck von den ständig wechselnden Landschaften und
einer Fahrt von immerhin drei Tagen zu bekommen. Insgesamt hatte
ich in der Rohfassung eine Länge von 60' 40'' und die geschnitten
auf jetzt 7'30''! Kürzer geht`s kaum, ohne einfach nur `ne
handvoll zusammenhangloser Bilder zu bekommen. Allein das Rendern
des fertigen Videos hat über 25' gedauert...
Ich bin weiterhin sehr an eurem feedback interessiert und werde es sicher umsetzen... ..demnächst weiter mit dem 2. Teil
der Lagunenroute
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