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Salar de Uyuni

der Salar de Uyuni in Bolivien - die größte Salzfläche der Welt 4. Nov. `25, dank der überragenden Recherche- und Organisationfähigkeiten von Marc, konnten wir kurzfristig eine geführte Tour über den Salar de Uyuni buchen. Schon am frühen Morgen werden wir von Wilson, unserem Tour-Guide und Max, unserem Fahrer, in einem Geländewagen abgeholt, um den gesamten Tag, bis nach dem Sonnenuntergang, auf dem Salar de Uyuni, der weltweit größten Salzebene, zu verbringen...
Unter der bis zu 30 Meter dicken, grellweiß strahlenden und völlig ebenen Salzkruste mit einer Fläche von 10.582 km², liegen immer noch die Reste des früheren Sees Tauca in Form einer Salzlake, die möglicherweise bis über 120 m tief ist! In der Trockenzeit kann der Salar, der Salzsee, selbst mit LKW befahren werden... bis auf die unsicheren Uferbereiche und die berüchtigten ojos, Wasseraugen in der Oberfläche.
Auf der Karte links, habe ich die Stadt Uyuni gekennzeichnet und einen Größenmaßstab eingeblendet. .

Schon wenige hundert Meter nach der Auffahrt von der Straße auf den Salar, bekomme ich einen fassungslosen und ehrfürchtigen Eindruck von der schlichtweg nicht zu begreifenden Weite dieser Salzfläche. Schaue ich in diese Weite, bin ich zum einen geblendet von der nicht mehr zu steigernden Lichtintensität dieser Welt um mich herum. Zum einen liegt der Salar in einer Höhe von etwa 3.700 m ü.N.N. in den Anden, zum anderen reflektiert und bricht die ebene Salzfläche erbarmungslos jeden einfallenden Lichtstrahl, so daß es wie das Baden in einem Meer aus Licht ist! Ohne eine richtige Gletscherbrille würden der extreme UV-Anteil (nicht sichtbarer ultra-violett-Anteil der Sonnenstrahlung) und die Reflektionen der Salzfläche die Augen nach kürzester Zeit blenden und schädigen.
Zum anderen ist es die Weite selbst, die mit keiner Erfahrung meines Lebens zuvor zu vergleichen ist! Bis auf die einsame Kaktee an der Einfahrt zum Salar, die, wie uns Wilson, unser Tour-Guide, erklärte, nur als touristische Dekoration hier eingesetzt wurde, ist der Salar leer! Absolut leer! Es gibt keinerlei Pflanzen, keinerlei tierisches Leben, keine Hügel, keine Täler auf dem Salar... das Auge findet nirgendwo einen Anhaltspunkt um irgendwelche Distanzen einzuschätzen und die kleinen Konturen der Berge auf der anderen Uferseite können 5 oder 50 Kilometer entfernt sein...


unendliche Weiten in einem Meer aus Licht auf dem Salar de Uyuni in Bolivien
unendliche Weiten in einem Meer aus Licht auf dem Salar de Uyuni in Bolivien


sprudelnde Ojos,
                      Wasserlöcher, hier in Ufernähe, klaffen in der Salzflächesprudelnde Ojos, Wasserlöcher, hier in Ufernähe, klaffen in der Salzfläche

durch die intensive Sonneneinstrahlung verdunstet die Sole und zurück bleiben bizarre Salzkristallisationendurch die intensive Sonneneinstrahlung verdunstet die Sole und zurück bleiben bizarre Salzkristallisationen

Nach den ersten Eindrücken auf dem Salar de Uyuni geht die Fahrt weiter hinaus in die Salzwüste vor uns - bis irgendwann erste Konturen erscheinen, nur unendlich langsam größer werden und Gestalt annehmen... wir erreichen das Dakar Monument und das Salzhotel! Nachdem die Railley Dakar in Bolivien war, wurde 2014 hier ein Monument ausschließlich aus Salzziegeln errichtet und ist inzwischen weltberühmt geworden. Daneben, ebenfalls ausschließlich aus Ziegeln gebaut, die aus dem Salz geschnitten wurden, ein exklusives Hotel, welches allerdings nur kurzfristig in Betrieb war und mittlerweile zum Museum umfunktioniert wurde. Durch den Hotelbetrieb entstand hier ein nicht mehr kontrollierbares Müllproblem und so wurde der Betrieb nach kurzer Zeit wieder eingestellt...
    Ich habe zum Glück bei unserer fast "privaten" Tour genügend Zeit um immer wieder inne zu halten und diesen Ort in mich aufzunehmen. Wie oft hatte ich bei der Vorbereitung zum Abenteuer PanAmericana bereits Bilder des Dakar Monument`s gesehen und versucht mir vorzustellen, wie es wohl sein wird wenn ich es schaffe, eines Tages hier zu stehen. Jetzt, in diesem Moment, diesen Ort mit all` meinen Sinnen aufzunehmen, ist für mich nicht in Worte zu fassen. Ich bin durch nicht mehr zu begreifende Distanzen von Raum und Zeit von meinem gewohnten Leben entfernt, hier in einer vollkommen anderen, schillernden, fantastischen, utopischen Welt...

die unbegreifliche Weite in dieser Salzwüste
                      hinterläßt nur Ehrfurcht und Staunendie unbegreifliche Weite in dieser Salzwüste hinterläßt nur Ehrfurcht und Staunen
(die kleinen Salzpyramiden sind Reste ehemaliger Salzgewinnung)

das weltberühmte Dakar Monument auf dem Salar de Uyunidas weltberühmte Dakar Monument auf dem Salar de Uyuni
Das
                      ehemalige Salzhotel auf dem SalarDas ehemalige Salzhotel auf dem Salar

..heute nur noch ein Museum vergangener Visionen..heute nur noch ein Museum vergangener Visionen

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Lunch in der Unendlichkeit

Nach dem Dakar Monument beginnt die Fahrt in die schiere Unendlichkeit des Salar de Uyuni. Immer weiter entfernen sich die Hügel und Berge der Ufer des Salar zum Horizont bis zur Unsichtbarkeit. Wir rasen mit 80 Stundenkilometern über eine kaum erkennbare Piste - und es passiert Nichts! Nichts ändert sich, nichts kommt näher! Nichts ist irgendwo zu erkennen! Wären da nicht die Vibrationen des Fahrzeugs und der Blick auf die unmittelbare, unter mir vorbeirasende Fläche, würde ich nicht mehr wahrnehmen, daß ich mich bewege. Irgendwann, eine Minute oder zehn oder dreißig, halten wir mitten in dieser unbegreiflichen Weite, die nur aus dem grellweißen Salz unter mir und dem tiefblauen Himmel über mir besteht, an. Es ist so, als wäre die gesamte Welt, jegliche Wahrnehmung darauf reduziert worden, mitten durch diesen Ort eine waagerechte, unsichtbare Linie zu ziehen. Oberhalb dieser imaginären Linie gibt es nur tiefes Blau, unterhalb davon nur grelles Weiß - es ist surreal, unbegreiflich.
    Die Mittagspause steht an - Lunch in der Unendlichkeit! Während unser Fahrer Tisch und Stühle aufbaut, nutzen wir, Mark & Doro, Wilson, unser Guide und ich diesen Ort, der im Universum anscheinend nur aus Raum besteht während die Zeit nicht mehr existiert, um Bilder auf unseren digitalen Chips zu bannen.
Dann ist es Zeit für unser Mittagessen. Die einfachen Plastikstühle sind mit weißem Stoff und organgenen Schleifen umzogen, der Tisch reichhaltig und edel gedeckt. Wir speisen wie die Könige, denen man im Himmel eine schneeweiße Wolke als Unterlage für dieses dekadente Dinner reserviert hat.

ob der ferne Berg am Horizont 10 oder 30
                      oder 50 Kilometer entfernt ist...?ob der ferne Berg am Horizont 10 oder 30 oder 50 Kilometer entfernt ist...?

in dieser Unendlichkeit wird das Dinner für uns bereitetin dieser Unendlichkeit wird das Dinner für uns bereitet

..wenn ich gewußt hätte, was da auf mich
                      zukommt...
..wenn ich gewußt hätte, was da auf mich zukommt...
nicht jeden Tag sind wir auf der Flucht vor einem T-Rexnicht jeden Tag sind wir auf der Flucht vor einem T-Rex dafür, daß ich Mark & Doro auf Händen trage, ist mir Dank gewißdafür, daß ich Mark & Doro auf Händen trage, ist mir Dank gewiß

angeblich
                      sei 'das' typisch für mich...angeblich sei "das" typisch für mich...

dekadentes Essen in der Unendlichkeitdekadentes Essen in der Unendlichkeit

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Isla Incahuasi

Nach diesem außergewöhnlichen Essen in einer Welt, die nur aus Weiß und Blau besteht, überqueren wir einen riesigen Teil des Salar de Uyuni - wir wollen zur Isla Incahuasi. Incahuasi ist Quechua und bedeuted "Haus des Inka". In den Zeiten, bevor die Spanier in den Kontinent einfielen, übernachteten auf dieser Insel, 80 Kilometer von Uyuni entfernt, mitten in der Salzpfanne die Inka, wenn sie die Salzwüste überquerten. Hier konnten sie sich ausruhen und ihre Vorräte auffrischen. Die Insel ist für ihren Bestand an riesigen, teilweise mehr als 1.200 Jahre alten Säulenkakteen bekannt und das Ausflugziel für wirklich jeden Tourenveranstalter in Uyuni. Dementsprechend groß war unser Entsetzen, als wir die mindestens 30 bis 40, vor dem "Eingang" parkenden Geländewagen, sehen konnten. Zum Glück, hat die Isla einen selbstregulierenden Filter, der den überwiegenden Teil der Ausflugs- und Pauschaltouristen davon abhält, die Insel wirklich zu entdecken: Es sind ihre langen und steilen Wege, die in der Höhe von 3.700 Metern zu erklimmen, viele der Touris schnell wieder abrechen läßt. So konnten wir ohne wirklichen Massentourismus die Insel überqueren und die atemberaubende Natur auf dieser -im wahrsten Sinn des Worte- Insel, einer Oase, mitten in der Salzwüste, in uns aufnehmen

auf der
                      Isla Incahuasiauf der Isla Incahuasi

in der Ferne ist das
                        etwa 40 Kilometer entfernte Nordufer des Salar zur                        erkennenin der Ferne ist das etwa 40 Kilometer entfernte Nordufer des Salar zur erkennen
die
                      gesamte Insel ist mit diesen, etliche Meter hohen,                      Säulenkakteen bewachsendie gesamte Insel ist mit diesen, etliche Meter hohen, Säulenkakteen bewachsen

KakteenblütenKakteenblüten

Es ist schon später Nachmittag, als wir uns auf den über 80 Kilometer langen Weg zurück in die ungefähre Richtung von Uyuni machen. Unser Ziel ist eine der letzten, verbliebenen Wasserflächen auf dem Salar.
von der Isla Incahuasi beginnt die lange Fahrt zurück über den Salar de Uyuni
von von der Isla Incahuasi beginnt die lange Fahrt zurück über den Salar de Uyuni

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die letzte Wasserfläche

In den ganzen vergangenen Monaten gab es auf dem Altiplano keinen Niederschlag und so sind die wenigen Wasserflächen durch die erbarmungslose Sonne bis auf die letzten, verbliebenen "Pfützen", fast vollständig verdunstet. Erst in den kommenden Wochen, im südamerikanischen Sommer, ist hier wieder mit Niederschlägen zu rechnen! Daher beginnt jetzt, noch über eine Stunde vor dem Sonnenuntergang, ein regelrechter Trek von der Isla Incahuasi in Richtung der Ausfahrt aus dem Salar bei Colchani (siehe Karte). Hier, in relativer Nähe, ist auch eine dieser verbliebenen Flächen und so sind wir leider nicht allein bei dem zu erwartenden Schauspiel von Spiegelungen in der untergehenden Sonne...

auf der nur
                      Zentimeter-dünnen Wasserfläche spiegelt sich alles in der tiefstehenden Sonneauf der nur Zentimeter-dünnen Wasserfläche spiegelt sich alles in der tiefstehenden Sonne

Wilson, Mark & Doro auf einer der
                        letzten Wasserflächen des SalarWilson, Mark & Doro auf einer der letzten Wasserflächen des Salar
nur noch wenige Momente, bis die Sonne
                      hinter dem Horizont untergehtnur noch wenige Momente, bis die Sonne hinter dem Horizont untergeht

ein letztes Zeichen der Dekadenz: Wein & Gebäck...ein letztes Zeichen der Dekadenz: Wein & Gebäck...

Während die tiefer sinkende Sonne die Welt um uns herum in immer intensiveres, rotes Licht taucht, versuche ich zum wiederholten Male zu begreifen, was ich hier erlebe, so sehr bin ich von den Eindrücken dieses Tages ergriffen. Dabei erfahre ich von Wilson, unserem Tour-Guide, den diese Momente, obwohl er sie schon so oft erlebt hat, immer noch tief beeindrucken, einiges über den Glauben der Bolivianer. Ein zentraler Punkt der indigenen Kultur in Bolivien, ist der tief verwurzelte Glaube und die Verehrung von Pacha Mama (Quechua). Pacha, die Welt, die Erde und Mama als zentrale Mutterfigur, die Leben schenkt, nährt und schützt, ist untrennbar mit der Erde, der Natur und dem Universum verbunden. Gerade in Bolivien ist diese Verehrung so tief verwurzelt, dass das Konzept der Natur rechtlich geschützt in die Verfassung des Landes aufgenommen wurde! Pachamama in der Verfassung, übrigens ebenso in Ecuador, bedeutet, dass die Natur ein Recht darauf hat, geschützt zu werden!

Sonnenuntergang am Salar de Uyuni

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..bevor es weiter geht,

hier noch einige filmische Eindrücke vom Salar... Ich habe mich bemüht, euer feedback aus den letzten Tagen zu berücksichtigen, die bisher langatmigen Fahr-Szenen deutlich zu kürzen und unserer schnelllebigen Zeit anzupassensmiley. Ich würde mich freuen zu hören, ob mir das halbwegs gelungen ist...

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Schon am nächsten Morgen verlassen wir den Salar de Uyuni. Unser Ziel ist die berühmte und berüchtigte Lagunenroute im äußersten Südwesten Boliviens an den Grenzen zu Argentinen und Chile.

Lagunenroute - Teil 1