Schon wenige hundert Meter nach der
Auffahrt von der Straße auf den Salar, bekomme ich einen
fassungslosen und ehrfürchtigen Eindruck von der schlichtweg nicht
zu begreifenden Weite dieser Salzfläche. Schaue ich in diese
Weite, bin ich zum einen geblendet von der nicht mehr zu
steigernden Lichtintensität dieser Welt um mich herum. Zum einen
liegt der Salar in einer Höhe von etwa 3.700 m ü.N.N. in den
Anden, zum anderen reflektiert und bricht die ebene Salzfläche
erbarmungslos jeden einfallenden Lichtstrahl, so daß es wie das
Baden in einem Meer aus Licht ist! Ohne eine richtige
Gletscherbrille würden der extreme UV-Anteil (nicht sichtbarer
ultra-violett-Anteil der Sonnenstrahlung) und die Reflektionen der
Salzfläche die Augen nach kürzester Zeit blenden und schädigen.
Zum anderen ist es die Weite selbst, die mit keiner Erfahrung meines Lebens zuvor zu vergleichen ist! Bis auf die einsame Kaktee an der Einfahrt zum Salar, die, wie uns Wilson, unser Tour-Guide, erklärte, nur als touristische Dekoration hier eingesetzt wurde, ist der Salar leer! Absolut leer! Es gibt keinerlei Pflanzen, keinerlei tierisches Leben, keine Hügel, keine Täler auf dem Salar... das Auge findet nirgendwo einen Anhaltspunkt um irgendwelche Distanzen einzuschätzen und die kleinen Konturen der Berge auf der anderen Uferseite können 5 oder 50 Kilometer entfernt sein... ![]() unendliche Weiten in einem Meer aus Licht auf dem Salar de Uyuni in Bolivien
Nach den ersten Eindrücken auf dem Salar de
Uyuni geht die Fahrt weiter hinaus in die Salzwüste vor uns - bis
irgendwann erste Konturen erscheinen, nur unendlich langsam größer
werden und Gestalt annehmen... wir erreichen das Dakar
Monument und das Salzhotel!
Nachdem die Railley Dakar in
Bolivien war, wurde 2014 hier ein Monument ausschließlich aus
Salzziegeln errichtet und ist inzwischen weltberühmt geworden.
Daneben, ebenfalls ausschließlich aus Ziegeln gebaut, die aus dem
Salz geschnitten wurden, ein exklusives Hotel, welches allerdings
nur kurzfristig in Betrieb war und mittlerweile zum Museum
umfunktioniert wurde. Durch den Hotelbetrieb entstand hier ein
nicht mehr kontrollierbares Müllproblem und so wurde der Betrieb
nach kurzer Zeit wieder eingestellt...
Ich habe zum Glück bei unserer fast "privaten" Tour genügend Zeit um immer wieder inne zu halten und diesen Ort in mich aufzunehmen. Wie oft hatte ich bei der Vorbereitung zum Abenteuer PanAmericana bereits Bilder des Dakar Monument`s gesehen und versucht mir vorzustellen, wie es wohl sein wird wenn ich es schaffe, eines Tages hier zu stehen. Jetzt, in diesem Moment, diesen Ort mit all` meinen Sinnen aufzunehmen, ist für mich nicht in Worte zu fassen. Ich bin durch nicht mehr zu begreifende Distanzen von Raum und Zeit von meinem gewohnten Leben entfernt, hier in einer vollkommen anderen, schillernden, fantastischen, utopischen Welt...
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> 4. Törn > Salar
de Uyuni > Unendlichkeit Lunch in der UnendlichkeitNach dem Dakar Monument beginnt die Fahrt
in die schiere Unendlichkeit des Salar de Uyuni. Immer weiter
entfernen sich die Hügel und Berge der Ufer des Salar zum Horizont
bis zur Unsichtbarkeit. Wir rasen mit 80 Stundenkilometern über
eine kaum erkennbare Piste - und es passiert Nichts! Nichts ändert
sich, nichts kommt näher! Nichts ist irgendwo zu erkennen! Wären
da nicht die Vibrationen des Fahrzeugs und der Blick auf die
unmittelbare, unter mir vorbeirasende Fläche, würde ich nicht mehr
wahrnehmen, daß ich mich bewege. Irgendwann, eine Minute oder zehn
oder dreißig, halten wir mitten in dieser unbegreiflichen Weite,
die nur aus dem grellweißen Salz unter mir und dem tiefblauen
Himmel über mir besteht, an. Es ist so, als wäre die gesamte Welt,
jegliche Wahrnehmung darauf reduziert worden, mitten durch diesen
Ort eine waagerechte, unsichtbare Linie zu ziehen. Oberhalb dieser
imaginären Linie gibt es nur tiefes Blau, unterhalb davon nur
grelles Weiß - es ist surreal, unbegreiflich.
Die Mittagspause steht an - Lunch in der Unendlichkeit! Während unser Fahrer Tisch und Stühle aufbaut, nutzen wir, Mark & Doro, Wilson, unser Guide und ich diesen Ort, der im Universum anscheinend nur aus Raum besteht während die Zeit nicht mehr existiert, um Bilder auf unseren digitalen Chips zu bannen. Dann ist es Zeit für unser Mittagessen. Die einfachen Plastikstühle sind mit weißem Stoff und organgenen Schleifen umzogen, der Tisch reichhaltig und edel gedeckt. Wir speisen wie die Könige, denen man im Himmel eine schneeweiße Wolke als Unterlage für dieses dekadente Dinner reserviert hat.
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> 4. Törn > Salar
de Uyuni > Isla Incahuasi Isla IncahuasiNach diesem außergewöhnlichen Essen in
einer Welt, die nur aus Weiß und Blau besteht, überqueren wir
einen riesigen Teil des Salar de Uyuni - wir wollen zur Isla
Incahuasi. Incahuasi ist Quechua und
bedeuted "Haus des Inka". In den Zeiten, bevor die Spanier in den
Kontinent einfielen, übernachteten auf dieser Insel, 80 Kilometer
von Uyuni entfernt, mitten in der Salzpfanne die Inka, wenn sie
die Salzwüste überquerten. Hier konnten sie sich ausruhen und ihre
Vorräte auffrischen. Die Insel ist für ihren Bestand an riesigen,
teilweise mehr als 1.200 Jahre alten Säulenkakteen bekannt und das
Ausflugziel für wirklich jeden Tourenveranstalter in Uyuni.
Dementsprechend groß war unser Entsetzen, als wir die mindestens
30 bis 40, vor dem "Eingang" parkenden Geländewagen, sehen
konnten. Zum Glück, hat die Isla einen selbstregulierenden Filter,
der den überwiegenden Teil der Ausflugs- und Pauschaltouristen
davon abhält, die Insel wirklich zu entdecken: Es sind ihre langen
und steilen Wege, die in der Höhe von 3.700 Metern zu erklimmen,
viele der Touris schnell wieder abrechen läßt. So konnten wir ohne
wirklichen Massentourismus die Insel überqueren und die
atemberaubende Natur auf dieser -im wahrsten Sinn des Worte-
Insel, einer Oase, mitten in der Salzwüste, in uns aufnehmen
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> 4. Törn > Salar
de Uyuni > Wasserfläche die letzte Wasserfläche In den ganzen vergangenen Monaten gab es
auf dem Altiplano keinen
Niederschlag und so sind die wenigen Wasserflächen durch die
erbarmungslose Sonne bis auf die letzten, verbliebenen "Pfützen",
fast vollständig verdunstet. Erst in den kommenden Wochen, im
südamerikanischen Sommer, ist hier wieder mit Niederschlägen zu
rechnen! Daher beginnt jetzt, noch über eine Stunde vor dem
Sonnenuntergang, ein regelrechter Trek von der Isla Incahuasi in
Richtung der Ausfahrt aus dem Salar bei Colchani
(siehe Karte). Hier, in relativer Nähe, ist auch eine
dieser verbliebenen Flächen und so sind wir leider nicht allein
bei dem zu erwartenden Schauspiel von Spiegelungen in der
untergehenden Sonne...
Während die tiefer sinkende Sonne die Welt
um uns herum in immer intensiveres, rotes Licht taucht, versuche
ich zum wiederholten Male zu begreifen, was ich hier erlebe, so
sehr bin ich von den Eindrücken dieses Tages ergriffen. Dabei
erfahre ich von Wilson, unserem Tour-Guide, den diese Momente,
obwohl er sie schon so oft erlebt hat, immer noch tief
beeindrucken, einiges über den Glauben der Bolivianer. Ein
zentraler Punkt der indigenen Kultur in Bolivien, ist der tief
verwurzelte Glaube und die Verehrung von Pacha
Mama (Quechua). Pacha, die Welt, die Erde und Mama als
zentrale Mutterfigur, die Leben schenkt, nährt und schützt, ist
untrennbar mit der Erde, der Natur und dem Universum verbunden.
Gerade in Bolivien ist diese Verehrung so tief verwurzelt, dass
das Konzept der Natur rechtlich geschützt in die Verfassung des
Landes aufgenommen wurde! Pachamama in
der Verfassung, übrigens ebenso in Ecuador,
bedeutet, dass die Natur ein Recht darauf hat, geschützt zu
werden!
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> 4. Törn > Salar
de Uyuni > Video ..bevor es weiter geht, hier noch einige filmische Eindrücke vom
Salar... Ich habe mich bemüht, euer feedback aus den letzten Tagen
zu berücksichtigen, die bisher langatmigen Fahr-Szenen deutlich zu
kürzen und unserer schnelllebigen Zeit anzupassen
Dieses Video liegt in FullHD vor Schon am nächsten Morgen verlassen wir den
Salar de Uyuni. Unser Ziel ist die berühmte und berüchtigte Lagunenroute im äußersten Südwesten
Boliviens an den Grenzen zu Argentinen und Chile.
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