aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand 05.02.2026
Es ist Sonntag, der 11. Jan. ´26, als ich mit dem Wanderer
die Berge der Atacama verlasse
und wieder die Pazifikküste Nordchiles erreiche. An meinem neuen
Stellplatz am Playa Matancillas
werde ich die nächsten zwei Tage verbringen bevor ich der
Küstenstraße, der Ruta 1, weiter nach Norden folge und einen
schönen Platz nach dem anderen anfahre. Manchmal sind es nur zehn
Kilometer bis zum nächsten Stellplatz, dann auch zwanzig oder
dreißig und selten vierzig oder mehr Kilometer. Zu schön und auch
viel zu unterschiedlich und abwechslungsreich ist die Küstenlinie
hier am Rand der Atacama zum
pazifischen Ozean. Auch finden sich immer wieder kleine und
größere Buchten mit weiß leuchtendem Muschelkalk, die zum Baden im
leuchtenden und erfrischenden, aber nicht kalten Wasser des Ozeans
einladen.
Wie schon auf der ersten Seite der Fahrt
auf der beeindruckenden Küstenstraße, der Ruta 1 in Chile, werde
ich euch auch diesmal nicht mit dem Namen jedes einzelnen
Stellplatzes quälen! Playa Matancillas,
Punta Rincón, Punta Plata, Caleta Colorada, Caleta Botija,
Caleta Blanco Encalada, Playa Grande, Mejillones, Gualaguala
und weitere sind einfach zuviel... und das, obwohl kein einziger
Platz dem anderen gleicht! Klar, fast überall gibt`s die Felsen
und Riffe der chilenischen Nordküste, aber niemand würde auf die
Idee kommen, den Eiger zu
verpassen nur weil er das Matterhorn gesehen
hat. Dann sind da die Strände - manche nur so groß wie ein
besseres Badehandtuch und nur über arge Kletterei zu erreichen,
dann wieder schneeweiße Muschelstrände, dann riesige, ausladende
Buchten mit Sandstränden, manche hellgelb wie eben Wüstensand,
andere durchsetzt mit fast schwarzer Vulkanasche.
..gut, daß der nächste Platz am Punta
Guanillos nicht in Europa ist! Wenn er sich dort
herumsprechen würde, wäre er bereits nach einer einzigen Saison
zerstört! Heerscharen von Wohnmobilisten mit ihrer "Weißware"
würden hier spätestens jeden zweiten Tag ihre Kassettentoiletten
mangels jeglicher Infrastruktur, im Meer oder hinter dem nächsten
Felsen entsorgen. In beiden Fällen würde die hochgiftige Chemie
dieser Wohlstandserfindung das Biotop in den nahegelegenen Buchten
zerstört haben...
Für das nachfolgende Panoramabild habe ich aber endlich eine neue und -für mich- sehr befriedigende Lösung entwickeln können! Bisher wurden die Panoramen auf einer neuen Seite im Browser dargestellt und die Navigation war nur über die Laufbalken des Browsers möglich - umständlich! Wollte man dann zurück zur Seite, mußte man den Button "Seite zurück" im Browser bemühen - nervend! Ab sofort legt sich ein Panorama über die vorhandene Seite und mit gedrückter Maustaste kann man es hin- und herschieben - intuitiv! Zum Verlassen reicht jetzt ein ESC oder ein Doppelklick mit der Maus - ebenso intuitiv und deutlich bequemer Wer`s noch einmal mit der bisherigen Art vergleichen will, kann kurz auf die letzte Seite springen... Ach, und noch etwas: Wie ich schon seit Ewigkeiten auf meiner Homepage anmerke, sind die Seiten vom GlobalWanderer NICHT für Handys geeignet! Diese sind nicht in der Lage, die vielen grafischen Elemente, von denen meine Webseite lebt, richtig darzustellen. Daher wird es auch in Zukunft keine programmtechnischen Anpassungen geben, um diese Elemente in Briefmarkengröße korrekt darzustellen.
verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick - der Wanderer am Punta Guanillos - Karibikfeeling... wenn hier noch Palmen stehen würden... Ich werde also wie bisher versuchen, auf
die Nennung all` der unterschiedlichen Stellplätze zu verzichten
und nur die -für mich- schönsten und aussagekräftigsten Bilder
dieser Tage und Wochen zusammenzustellen... und natürlich die eine
oder andere Geschichte dazu erzählen...
..wie zum Beispiel, daß es mir tatsächlich zwei- oder dreimal passiert ist, daß mich frühmorgens der wunderschöne, türkis und blau leuchtende Pazifik mit seinem in der Sonne so angenehm erfrischenden Wasser so sehr gelockt hat, daß ich "`mal eben `rein springen wollte" - gesagt, getan! Danach noch einige Minuten in Ufernähe auf einen Felsen gesetzt um gerade die Beine ein wenig abtrocknen zu lassen, damit die Füße nicht allzu sehr mit Sand und Staub verklebt sind, was ich sonst alles in den Wanderer tragen würde... Nur, in der Zeit dieses Badeausfluges hat die mittlerweile höher gekrochene Sonne den Sand so sehr aufgeheizt, daß ich nur noch quieckend und hüpfend zu meinem casa rondantes zurückgekommen bin - mit angesengten und fürchterlich brennenden Fußsohlen! |
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> Pazifikküste > neue Ufer an neuen Ufern..und dann sind da die steilen und scharfen
Felsen an den verschiedenen Stellplätzen... Ich wäre nicht Ich,
wenn ich nicht schon wenige Minuten nach Erreichen eines neuen
Platzes auf Erkundungstour gehen würde. Mit den schweren
Wanderstiefeln wegen der oft extrem scharfkantigen Lavafelsen,
dafür aber in Shorts & T-Shirt, klettere ich mindestens die
erste Stunde durch meine neue Umgebung und scheue mich auch nicht,
selbst die steilsten Gipfel an dieser wilden Küste zu erklimmen.
Dabei muß ich auch oft daran denken, wie meine gesamte Kindheit
und Jugend davon geprägt war, selbst in die höchsten Baumwipfel zu
klettern. Mit einem zufriedenen Grinsen wird mir bewußt, wie sehr
ich auch jetzt, in diesen Momenten, von den damals gelernten
Fähigkeiten und Erfahrungen profitiere. Ich muß nicht einmal
überlegen, welche Route "machbar" ist - ein kurzer Blick reicht
und mein Unterbewußtsein weiß sofort, wo Hände und Füße aufgesetzt
werden müssen, welche Kante ausreichend stabil und sicher ist und
wann ich etwas wie umsetzen muß. Für uns Jungs war das früher eine
Selbstverständlichkeit, die nicht einmal vor den Bögen von
Kanalbrücken zurückschreckte!
..wann habe ich eigentlich zum letzten Mal Jungs in Bäumen gesehen? Das muß Jahrzehnte her sein...
![]() oftmals bis über 1.500 Meter schraubt sich das erste Bollwerk der Anden gegen die Wolken direkt an der Küste in die Höhe So urgewaltig und beeindruckend die
Brandung des Pazifik`s auch ist, so verlockend ist es für mich
auch, mit dem Wanderer so nah wie
möglich an dieses Schauspiel heran zu fahren - allerdings zu einem
Preis, den ich erst im Laufe der Zeit realisiert habe! Klar habe
ich schon vor einiger Zeit gemerkt, daß all` meine Scheiben im Wanderer nicht mehr ganz so
durchsichtig sind, wie sie eigentlich sein sollten, aber das ist
ja auch kein Wunder nach diesen endlosen Meilen auf unbefestigten
und staubigen Pisten im Altiplano und
der Atacama. Als unangefochtener
Chef eines Männerhaushaltes habe ich die leichte Trübung jedoch
als unbedeutend abgetan und mich schnell daran gewöhnt. Anders
wurde es erst, als ich morgens beim Wachwerden draußen
"Küstennebel" diagnostizierte, mich beim ersten Gang nach draußen
jedoch über den strahlend klaren Tag gewundert habe... So ganz
langsam sickerte dann eine neue Erkenntnis für meine vernebelte
Sicht in mein Bewußtsein: Der ganze Wanderer
wird zunehmend von einer Salzkruste bedeckt! Die
Erklärung ist so einleuchtend wie einfach: Die so faszinierende
Brandung an meinen verschiedenen Stellplätzen wirft eine riesige
Menge an Gischt in die Luft, ein Sprühnebel aus Salzwasser, der
sich als feuchter Film auf das Fahrzeug legt und spätestens am
nächsten Morgen von der Sonne zu einer immer weiter anwachsenden
Kruste ausgetrocknet wird! Abenteuer
PanAmericana eben!
Nur, wie bekomme ich diesen Belag wieder weg? Hier in der Atacama hat mein "Oberkommando" schon seit Wochen strengstes "Wassersparen" befohlen und für so etwas banales wie Duschen, Spülen oder gar Fenster-putzen ist nicht ein Tropfen verfügbar! Geduscht wird ausschließlich mit dem Waschlappen, das Spülen übernehmen die kleinen Putzerfische im Meer mit Feuereifer und blinde Scheiben müssen eben erst einmal blind bleiben. Der letzte Campingplatz mit unbegrenzter Verfügbarkeit für Wasser war in Salta, Argentinien, und liegt damit schon fast vier Monate zurück! Seitdem ist Trinkwasser eine rare Kostbarkeit, die nirgendwo, wie Zeit meines Lebens so selbstverständlich, frei verfügbar ist! In San Pedro de Atacama konnte ich zumindest 4 große Flaschen mit 80 Litern nachtanken. Zusammengerechnet lebe ich also jetzt seit 4 Monaten von insgesamt 420 Litern Wasser in meinem Trinkwassertank! Jetzt allerdings rutscht die Tankanzeige bedrohlich auf die rote Markierung mit "Niedrigstand"... Agua potable, also
Trinkwasser, ist hier in der Atacama, auch Dank des unersättlichen
Bedarfs der Bergbaukonzerne bei der Lithiumaufbereitung, ein
extrem kostbares Gut und muß mit teurem Geld gekauft werden! Bei
der Fahrt durch die große Hafenstadt Antofagasta
konnte ich zwei weitere Flaschen mit zusammen 40 Litern
bunkern - zum Preis von zusammen 12 €...!Wie schön doch das Leben in Deutschland ist, wo wir uns mit gutem Gewissen neue E-Autos kaufen können und für einen Liter bestem Trinkwasser aus dem Hahn nur 0,26 Cent pro Liter zahlen müssen... Für meine 2 gekauften Flaschen wären das gerade `mal 10 Cent!
verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick Punta Cachinalito
![]() Abenddämmerung an der chilenischen Pazifikküste |
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> Pazifikküste > immer weiter immer weiter...Wieder sitze ich in einer völlig einsamen
und traumhaften Bucht bei Punta Guanillos
- und lese. Das Meer ist heute so ruhig und flach wie die
Oberfläche eines Spiegels. Lediglich die winzigen "Katzenpfoten"
kräuseln die Oberfläche so leicht, daß sie dunkelblau und stumpf
erscheint. Dann passiert es wieder! In völlig unregelmäßigen
Abständen, völlig unberechenbar! In das bisher leise Plätschern
der winzigen Wellen am Ufer mischt sich ein dumpfes, grollendes
und schnell lauter werdendes Donnern, als würde ein einzelner,
schwer beladener Güterwagen auf mich zurollen. Wie jedesmal
wieder, schaue ich von meinem Roman auf und sehe, wie die kaum zu
erkennende Dünung die bisher so glatte Oberfläche des Ozeans
leicht nach oben wölbt. Das dumpfe Wummern nähert sich dem Ufer
schnell und dabei wird die Welle in der gleichen Geschwindigkeit
immer höher. Das dumpfe Wummern wird gleichzeitig immer lauter und
immer mehr zu einem rollenden Donner. Die Beule auf der Oberfläche
wird jetzt innerhalb von nur drei oder vier Sekunden zu einer
mächtigen Welle, deren Kamm auch schon nach vorne kippt - die
Welle bricht und schlägt gleichzeitig krachend in die Felsen am
Ufer. Ein verrücktes Schauspiel! Noch weitere drei oder viermal
türmen sich solche überraschenden Brecher in schneller Folge auf
und so plötzlich wie dieses Chaos entstanden ist, endet es wieder
und das Meer liegt genauso ruhig da wie zuvor... bis irgendwann
der nächste Güterwaggon heranrollt und ich wieder auf dieses
Schauspiel starre...
verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick Punta Guanillos Abwechslung pur! Solchen einsamen
Traumbuchten wie auf den Bildern oben, folgen wieder wilde
Küstenabschnitte mit schweren Brandungswellen und langen
Klettertouren in den Felsen, während unter mir das Meer zu kochen
scheint und das dumpfe Grollen und Schlagen der Brecher kein Ende
nehmen will.
verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick Klettertour, während unter meinen Füßen die Urgewalten toben Zwei Stellplätze, wie sie kaum
unterschiedlicher sein können... da ist der etliche Kilometer
breite Sandstrand am Playa Matancillas
mit seiner Mischung aus gelbem Sand und schwarzer Vulkanasche und
alles garniert mit Millionen von Muscheln... und dann ist da eine
winzige, abgelegene Bucht am Punta
Guanillos mit schneeweißem Muschelkalk...
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> Pazifikküste > es geht weiter es geht weiter.....weiter entlang der chilenischen
Pazifikküste nach Norden - nur, wie weit noch? ..und dann? Seit
Wochen schon ist bei allen geplanten Zielen der “invierno
boliviano” und zwingt mich zu einer Entscheidung. Mehr
dazu ab der nächsten Seite...
Vorher natürlich noch das Video der letzten Tage mit den Eindrücken der Fahrt entlang des Pazifik in Nordchile: Dieses Video liegt in FullHD vor |