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entlang der Pazifikküste

Routenkarte-2025-12-31 aktuelle, zoombare Routenkarte des 4. Törns, Stand 05.02.2026

Es ist Sonntag, der 11. Jan. ´26, als ich mit dem Wanderer die Berge der Atacama verlasse und wieder die Pazifikküste Nordchiles erreiche. An meinem neuen Stellplatz am Playa Matancillas werde ich die nächsten zwei Tage verbringen bevor ich der Küstenstraße, der Ruta 1, weiter nach Norden folge und einen schönen Platz nach dem anderen anfahre. Manchmal sind es nur zehn Kilometer bis zum nächsten Stellplatz, dann auch zwanzig oder dreißig und selten vierzig oder mehr Kilometer. Zu schön und auch viel zu unterschiedlich und abwechslungsreich ist die Küstenlinie hier am Rand der Atacama zum pazifischen Ozean. Auch finden sich immer wieder kleine und größere Buchten mit weiß leuchtendem Muschelkalk, die zum Baden im leuchtenden und erfrischenden, aber nicht kalten Wasser des Ozeans einladen.

die
                      wilde Brandung bringt das Wasser an den vorgelagerten Riffen regelrecht zum 'Kochen'die wilde Brandung bringt das Wasser an den vorgelagerten Riffen regelrecht zum 'Kochen'

haben die Buchten aber kein vorgelagertes Riff, krachen, wie hier, die Brecher auf den Strandhaben die Buchten aber kein vorgelagertes Riff, krachen, wie hier, die Brecher auf den Strand
(der Wanderer ist rechts oben am Strand noch zu erkennen)

Wie schon auf der ersten Seite der Fahrt auf der beeindruckenden Küstenstraße, der Ruta 1 in Chile, werde ich euch auch diesmal nicht mit dem Namen jedes einzelnen Stellplatzes quälen! Playa Matancillas, Punta Rincón, Punta Plata, Caleta Colorada, Caleta Botija, Caleta Blanco Encalada, Playa Grande, Mejillones, Gualaguala und weitere sind einfach zuviel... und das, obwohl kein einziger Platz dem anderen gleicht! Klar, fast überall gibt`s die Felsen und Riffe der chilenischen Nordküste, aber niemand würde auf die Idee kommen, den Eiger zu verpassen nur weil er das Matterhorn gesehen hat. Dann sind da die Strände - manche nur so groß wie ein besseres Badehandtuch und nur über arge Kletterei zu erreichen, dann wieder schneeweiße Muschelstrände, dann riesige, ausladende Buchten mit Sandstränden, manche hellgelb wie eben Wüstensand, andere durchsetzt mit fast schwarzer Vulkanasche.

..`mal in einer kilometerlangen Bucht mit
                      Sandstränden.....`mal in einer kilometerlangen Bucht mit Sandstränden...

..dann an einem winzigen 'Privatstrand' mit weißem Muschelkalk.....dann an einem winzigen 'Privatstrand' mit weißem Muschelkalk...

..gut, daß der nächste Platz am Punta Guanillos nicht in Europa ist! Wenn er sich dort herumsprechen würde, wäre er bereits nach einer einzigen Saison zerstört! Heerscharen von Wohnmobilisten mit ihrer "Weißware" würden hier spätestens jeden zweiten Tag ihre Kassettentoiletten mangels jeglicher Infrastruktur, im Meer oder hinter dem nächsten Felsen entsorgen. In beiden Fällen würde die hochgiftige Chemie dieser Wohlstandserfindung das Biotop in den nahegelegenen Buchten zerstört haben...
    Für das nachfolgende Panoramabild habe ich aber endlich eine neue und -für mich- sehr befriedigende Lösung entwickeln können! Bisher wurden die Panoramen auf einer neuen Seite im Browser dargestellt und die Navigation war nur über die Laufbalken des Browsers möglich - umständlich! Wollte man dann zurück zur Seite, mußte man den Button "Seite zurück" im Browser bemühen - nervend!
    Ab sofort legt sich ein Panorama über die vorhandene Seite und mit gedrückter Maustaste kann man es hin- und herschieben - intuitiv! Zum Verlassen reicht jetzt ein ESC oder ein Doppelklick mit der Maus - ebenso intuitiv und deutlich bequemer smiley_zwinkern
    Wer`s noch einmal mit der bisherigen Art vergleichen will, kann kurz auf die letzte Seite springen...
    Ach, und noch etwas: Wie ich schon seit Ewigkeiten auf meiner Homepage anmerke, sind die Seiten vom GlobalWanderer NICHT für Handys geeignet! Diese sind nicht in der Lage, die vielen grafischen Elemente, von denen meine Webseite lebt, richtig darzustellen. Daher wird es auch in Zukunft keine programmtechnischen Anpassungen geben, um diese Elemente in Briefmarkengröße korrekt darzustellen.

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-  der Wanderer am Punta Guanillos - Karibikfeeling... wenn hier noch Palmen stehen würden...


Ich werde also wie bisher versuchen, auf die Nennung all` der unterschiedlichen Stellplätze zu verzichten und nur die -für mich- schönsten und aussagekräftigsten Bilder dieser Tage und Wochen zusammenzustellen... und natürlich die eine oder andere Geschichte dazu erzählen...
    ..wie zum Beispiel, daß es mir tatsächlich zwei- oder dreimal passiert ist, daß mich frühmorgens der wunderschöne, türkis und blau leuchtende Pazifik mit seinem in der Sonne so angenehm erfrischenden Wasser so sehr gelockt hat, daß ich "`mal eben `rein springen wollte" - gesagt, getan! Danach noch einige Minuten in Ufernähe auf einen Felsen gesetzt um gerade die Beine ein wenig abtrocknen zu lassen, damit die Füße nicht allzu sehr mit Sand und Staub verklebt sind, was ich sonst alles in den Wanderer tragen würde... Nur, in der Zeit dieses Badeausfluges hat die mittlerweile höher gekrochene Sonne den Sand so sehr aufgeheizt, daß ich nur noch quieckend und hüpfend zu meinem casa rondantes zurückgekommen bin - mit angesengten und fürchterlich brennenden Fußsohlen!

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an neuen Ufern

..und dann sind da die steilen und scharfen Felsen an den verschiedenen Stellplätzen... Ich wäre nicht Ich, wenn ich nicht schon wenige Minuten nach Erreichen eines neuen Platzes auf Erkundungstour gehen würde. Mit den schweren Wanderstiefeln wegen der oft extrem scharfkantigen Lavafelsen, dafür aber in Shorts & T-Shirt, klettere ich mindestens die erste Stunde durch meine neue Umgebung und scheue mich auch nicht, selbst die steilsten Gipfel an dieser wilden Küste zu erklimmen. Dabei muß ich auch oft daran denken, wie meine gesamte Kindheit und Jugend davon geprägt war, selbst in die höchsten Baumwipfel zu klettern. Mit einem zufriedenen Grinsen wird mir bewußt, wie sehr ich auch jetzt, in diesen Momenten, von den damals gelernten Fähigkeiten und Erfahrungen profitiere. Ich muß nicht einmal überlegen, welche Route "machbar" ist - ein kurzer Blick reicht und mein Unterbewußtsein weiß sofort, wo Hände und Füße aufgesetzt werden müssen, welche Kante ausreichend stabil und sicher ist und wann ich etwas wie umsetzen muß. Für uns Jungs war das früher eine Selbstverständlichkeit, die nicht einmal vor den Bögen von Kanalbrücken zurückschreckte!
    ..wann habe ich eigentlich zum letzten Mal Jungs in Bäumen gesehen? Das muß Jahrzehnte her sein...

wilde Brandung des Pazifik
                      gegen die vorgelagerten Riffewilde Brandung des Pazifik gegen die vorgelagerten Riffe

nur noch ein dünner Strich - so schlängelt sich die Ruta 1 entlang der Basis der Küstenandennur noch ein dünner Strich - so schlängelt sich die Ruta 1 entlang der Basis der Küstenanden

oftmals bis über 1.500 Meter schraubt sich das erste Bollwerk der Anden gegen die Wolken direkt an der Küste in die Höhe
oftmals bis über 1.500 Meter schraubt sich das erste Bollwerk der Anden gegen die Wolken direkt an der Küste in die Höhe

So urgewaltig und beeindruckend die Brandung des Pazifik`s auch ist, so verlockend ist es für mich auch, mit dem Wanderer so nah wie möglich an dieses Schauspiel heran zu fahren - allerdings zu einem Preis, den ich erst im Laufe der Zeit realisiert habe! Klar habe ich schon vor einiger Zeit gemerkt, daß all` meine Scheiben im Wanderer nicht mehr ganz so durchsichtig sind, wie sie eigentlich sein sollten, aber das ist ja auch kein Wunder nach diesen endlosen Meilen auf unbefestigten und staubigen Pisten im Altiplano und der Atacama. Als unangefochtener Chef eines Männerhaushaltes habe ich die leichte Trübung jedoch als unbedeutend abgetan und mich schnell daran gewöhnt. Anders wurde es erst, als ich morgens beim Wachwerden draußen "Küstennebel" diagnostizierte, mich beim ersten Gang nach draußen jedoch über den strahlend klaren Tag gewundert habe... So ganz langsam sickerte dann eine neue Erkenntnis für meine vernebelte Sicht in mein Bewußtsein: Der ganze Wanderer wird zunehmend von einer Salzkruste bedeckt! Die Erklärung ist so einleuchtend wie einfach: Die so faszinierende Brandung an meinen verschiedenen Stellplätzen wirft eine riesige Menge an Gischt in die Luft, ein Sprühnebel aus Salzwasser, der sich als feuchter Film auf das Fahrzeug legt und spätestens am nächsten Morgen von der Sonne zu einer immer weiter anwachsenden Kruste ausgetrocknet wird! Abenteuer PanAmericana eben!
    Nur, wie bekomme ich diesen Belag wieder weg? Hier in der Atacama hat mein "Oberkommando" schon seit Wochen strengstes "Wassersparen" befohlen und für so etwas banales wie Duschen, Spülen oder gar Fenster-putzen ist nicht ein Tropfen verfügbar! Geduscht wird ausschließlich mit dem Waschlappen, das Spülen übernehmen die kleinen Putzerfische im Meer mit Feuereifer und blinde Scheiben müssen eben erst einmal blind bleiben.
    Der letzte Campingplatz mit unbegrenzter Verfügbarkeit für Wasser war in Salta, Argentinien, und liegt damit schon fast vier Monate zurück! Seitdem ist Trinkwasser eine rare Kostbarkeit, die nirgendwo, wie Zeit meines Lebens so selbstverständlich, frei verfügbar ist! In San Pedro de Atacama konnte ich zumindest 4 große Flaschen mit 80 Litern nachtanken. Zusammengerechnet lebe ich also jetzt seit 4 Monaten von insgesamt 420 Litern Wasser in meinem Trinkwassertank! Jetzt allerdings rutscht die Tankanzeige bedrohlich auf die rote Markierung mit "Niedrigstand"...
   2 x 20 l Trinkwasser zum Preis von 12 € - in Deutschland würde das 10 Cent kosten...Agua potable, also Trinkwasser, ist hier in der Atacama, auch Dank des unersättlichen Bedarfs der Bergbaukonzerne bei der Lithiumaufbereitung, ein extrem kostbares Gut und muß mit teurem Geld gekauft werden! Bei der Fahrt durch die große Hafenstadt Antofagasta konnte ich zwei weitere Flaschen mit zusammen 40 Litern bunkern - zum Preis von zusammen 12 €...!
    Wie schön doch das Leben in Deutschland ist, wo wir uns mit gutem Gewissen neue E-Autos kaufen können und für einen Liter bestem Trinkwasser aus dem Hahn nur 0,26 Cent pro Liter zahlen müssen... Für meine 2 gekauften Flaschen wären das gerade `mal 10 Cent!

einer
                      meiner vielen Stellplätze - hier am Punta Rincóneiner meiner vielen Stellplätze - hier am Punta Rincón

ein richtiger Hexenkessel, in dem die Brandung gegen die Küstenfestungen rolltein richtiger Hexenkessel, in dem die Brandung gegen die Küstenfestungen rollt

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Punta Cachinalito


Abenddämmerung an der chilenischen Pazifikküste
Abenddämmerung an der chilenischen Pazifikküste

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immer weiter...

Wieder sitze ich in einer völlig einsamen und traumhaften Bucht bei Punta Guanillos - und lese. Das Meer ist heute so ruhig und flach wie die Oberfläche eines Spiegels. Lediglich die winzigen "Katzenpfoten" kräuseln die Oberfläche so leicht, daß sie dunkelblau und stumpf erscheint. Dann passiert es wieder! In völlig unregelmäßigen Abständen, völlig unberechenbar! In das bisher leise Plätschern der winzigen Wellen am Ufer mischt sich ein dumpfes, grollendes und schnell lauter werdendes Donnern, als würde ein einzelner, schwer beladener Güterwagen auf mich zurollen. Wie jedesmal wieder, schaue ich von meinem Roman auf und sehe, wie die kaum zu erkennende Dünung die bisher so glatte Oberfläche des Ozeans leicht nach oben wölbt. Das dumpfe Wummern nähert sich dem Ufer schnell und dabei wird die Welle in der gleichen Geschwindigkeit immer höher. Das dumpfe Wummern wird gleichzeitig immer lauter und immer mehr zu einem rollenden Donner. Die Beule auf der Oberfläche wird jetzt innerhalb von nur drei oder vier Sekunden zu einer mächtigen Welle, deren Kamm auch schon nach vorne kippt - die Welle bricht und schlägt gleichzeitig krachend in die Felsen am Ufer. Ein verrücktes Schauspiel! Noch weitere drei oder viermal türmen sich solche überraschenden Brecher in schneller Folge auf und so plötzlich wie dieses Chaos entstanden ist, endet es wieder und das Meer liegt genauso ruhig da wie zuvor... bis irgendwann der nächste Güterwaggon heranrollt und ich wieder auf dieses Schauspiel starre...

einer der geschützten
                        Stellplätze - hier am Punta Guanilloseiner der geschützten Stellplätze - hier am Punta Guanillos

lesen & baden am schneeweißem Strand aus Muschelkalklesen & baden am schneeweißem Strand aus Muschelkalk
übrigens eines von vielen "Kletterbildern"

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Punta Guanillos

Abwechslung pur! Solchen einsamen Traumbuchten wie auf den Bildern oben, folgen wieder wilde Küstenabschnitte mit schweren Brandungswellen und langen Klettertouren in den Felsen, während unter mir das Meer zu kochen scheint und das dumpfe Grollen und Schlagen der Brecher kein Ende nehmen will.

über 3
                      Meter hohe Brecher krachen gegen die Küstenfestungüber 3 Meter hohe Brecher krachen gegen die Küstenfestung

an den Riffen kocht das Meer regelrechtan den Riffen kocht das Meer regelrecht


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Klettertour, während unter meinen Füßen die Urgewalten toben

Zwei Stellplätze, wie sie kaum unterschiedlicher sein können... da ist der etliche Kilometer breite Sandstrand am Playa Matancillas mit seiner Mischung aus gelbem Sand und schwarzer Vulkanasche und alles garniert mit Millionen von Muscheln... und dann ist da eine winzige, abgelegene Bucht am Punta Guanillos mit schneeweißem Muschelkalk...

Playa MatancillasPlaya Matancillas

Punta GuanillosPunta Guanillos

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es geht weiter...

..weiter entlang der chilenischen Pazifikküste nach Norden - nur, wie weit noch? ..und dann? Seit Wochen schon ist bei allen geplanten Zielen der “invierno boliviano” und zwingt mich zu einer Entscheidung. Mehr dazu ab der nächsten Seite...
    Vorher natürlich noch das Video der letzten Tage mit den Eindrücken der Fahrt entlang des Pazifik in Nordchile:

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  hier geht`s weiter mit dem nächsten Teil im Abenteuer PanAmericana