aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand min.
12.02.2026 oder neuer Es ist Mittwoch, der 21. Feb. ´26, und nach sechs wunderschönen, ruhigen Wochen an etlichen, traumhaften und meist völlig einsamen Stellplätzen an der wilden Pazifikküste Chile`s, erreiche ich nach der Fahrt durch Antofagasta und vorbei an Mejillones, wieder die Pazifikküste. Nicht mehr aufschiebbar, steht jetzt eine Entscheidung an: Wie und wann geht`s wohin weiter? Ursprünglich wollte ich der chilenischen Küste bis zur peruanischen Grenze folgen, dann in die Hochanden abbiegen und zwischen Peru, Bolivien und Chile wechselnd, langsam zurück nach Süden fahren. Wie ich jedoch schon mehrfach angedeutet habe, erreichen mich schon seit Wochen immer neue Warnungen vor dem “invierno boliviano”, den ich weiter unten auch endlich erklären werde... und den damit zusammenhängenden Anpassungen meiner gesamten Fahrplanung... Als ich an diesem Morgen von meinem
außergewöhnlichen Stellplatz auf dem Mirador
Caleta el Cobre, aufbrechen will, erwartet mich in der
strahlenden Morgensonne noch ein besonderes Schauspiel - die
Wolken über dem pazifischen Ozean sind noch nicht von der Sonne
aufgelöst worden und sind über Nacht auch weit in die tiefer Täler
unter mir eingedrungen.
![]() das Meer aus Wolken liegt in der Morgensonne noch über dem Meer aus Wasser Dann geht`s weiter bis zu der riesigen
Hafenstadt Antofagasta mit einem
langen Stopp an einem der Supermärkte und entsprechendem
Großeinkauf. Als ich dann alles in den Wanderer
verladen habe, geht`s runter zur Küstenlinie und der Ruta
1, die ab hier wieder weiter nach Norden der Küste folgt. Hier ist
sie autobahnmäßig ausgebaut, was sie jedoch nicht daran hindert,
mich mit einem quälenden Ampelmarathon über fast 30 Kilometer zu
foltern, bis ich endlich aus diesem Moloch heraus bin. Nördlich
von Mejillones erreiche ich dann
reichlich geschafft, endlich wieder ruhige Gefilde an der Küste
und damit meinen Stellplatz für die Nacht.
Am 22. Jan. `26, in Gualaguala,
ist es dann soweit! Mit einigem Grübeln, bei dem ich meinem Bauch
die gesamten Randbedingungen der weiteren Fahrplanung eingegeben
und es dann ihm überlassen habe, eine Richtungsentscheidung zu
treffen, hat jetzt ein weiterer Zwischenfall die Entscheidung
leichter und eindeutig gemacht!
Mehrfach schon habe ich den “invierno boliviano”, den bolivianischen "Winter", erwähnt. Trotz seines Names ist damit ein Wetterphänomen gemeint, das ausgerechnet im Hochsommer, also jetzt, ein Gebiet heimsucht, das sich vom südlichen Peru über ganz Bolivien und seinem Grenzbereich zu Chile, sowie den nördlichsten Bereich Argentiniens hinzieht - also das gesamte Altiplano, Teile der chilenischen Atacama und die argentinische Puna. Dabei bilden sich über dem Tiefland des Amazonas riesenhafte Luftmassen, die mit Feuchtigkeit gesättigt sind. Bei ihrer weiteren Ausdehnung stoßen sie im Westen auf die unüberwindliche Barriere der Hochanden. Die gesättigten Luftmassen müssen nach oben in immer kältere Luftschichten ausweichen, der Wasserdampf kondensiert zu gigantischen Wolken, die sich in heftigsten Gewitterstürmen mit Schneefällen in höheren Lagen, schwersten, teilweise lang anhaltenden Regenfällen mit Starkregen und Hagel entladen. Es kommt, trotz Sommer, zu starken Temperaturstürzen, eingeschneiten und gesperrten Andenpässen, Sturzfluten, Erdrutschen, die Straßen und Pisten wegreißen... das ist der invierno boliviano! Schon seit Wochen haben mich immer wieder Nachrichten mit einschlägigen Warnungen erreicht und damit meine eigentliche Fahrplanung komplett umgeschmissen! Letztlich der Hauptgrund für mein extrem langsames "Tingeln" entlang der chilenischen Pazifikküste, die durch die Cordillera de los Andes, die Andenkette, von diesen Extremen verschont bleibt. |
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Andere Overlander würden mit ihrem
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> der Weg zurück > Pan de Azúcar Pan de AzúcarAm Sonntag, dem 25. Jan. `26, erreiche ich
nach zweitägiger Fahrt wieder die Pazifikküste Chile`s am Pan
de Azúcar. Nach zwei Monaten bin ich zum ersten Mal seit
San Pedro de Atacama wieder auf
einem Campingplatz und genieße das Süßwasser einer richtigen
Dusche in vollen Zügen. Es gibt zwar nur agua
frio, also kaltes Wasser, aber bei der weiterhin
glühenden Sonne ist sogar das eine wundervolle Wohltat.
Zwei volle Monate, in denen kostbares Trinkwasser zu sparen das
oberste Gebot war! Zwei Monate, in denen ich nur im Meer baden
oder mich mit einem Waschlappen säubern konnte... zwei Monate, in
denen mein Geschrirr genauso wie meine Schmutzwäsche, nur im
Meerwasser gespült wurde. Sogar alle meine Scheiben am Wanderer
bekommen jetzt eine Rundumwäsche und zeigen eine Durchsicht, wie
ich sie schon lange nicht mehr kannte.
Leider gibt es nur agua frio, kein agua potable, also kein Trinkwasser! Das strenge Wassersparen geht also weiter... Ach, Pan de Azúcar heißt übersetzt übrigens "Zuckerbrot".
![]() die Isla Pan de Azúcar und die Küste, wenige Meter hinter dem Wanderer Ganze vier Tage genieße ich das Paradies
dieses, trotz der Hauptsaison fast völlig leeren und weitläufigen
Campingplatzes direkt an der blau leuchtenden
Bucht vor der Isla Pan de Azúcar. Mit seinem fast schneeweißen Sand-strand, der nur hauchzart mit seltenen Fäden von schwarzgrauer Vulkan-asche durchzogen ist und die oft beeindruckenden Wellen. Jeden Tag wage ich mich mindestens einmal in die Brecher und lasse mich wie im Schleudergang herumwirbeln. Irgendwann hat`s mich jedoch so sehr er-wischt, daß ich mir sogar den Hals verrenkt habe und auch in den nächsten Tagen immer wieder an den einen, wohl doch etwas zu hohen, Brecher erinnert wurde. Das Wasser in Ufernähe leuchtet durch den Sandgrund in hellem Türkis und mit jedem Meter weiter hinaus, wechselt die Farbe immer mehr zu einem klaren, tiefen Blau.
![]() die Isla Pan de Azúcar und dahinter die Bucht mit dem Campingplatz - eingerahmt von den 'kleinen' Felsen links und den großen rechts... Obwohl der Horizont scheinbar unglaublich
weit entfernt scheint, sind es, da ich fast direkt am Ufer sitze,
nur wenige Kilometer, bis die winzige Erd-krümmung die Oberfläche
des Ozeans aus meiner Perspektive, um wenige Zentimeter abgesenkt
und damit meinem Blick entzogen hat. Immer weiter hinaus werden
diese Zentimeter irgendwann zu einem ganzen Meter, dann zu vielen
Metern und unendlich viel weiter zu einem ganzen Kilometer. So
geht es in für mich zwar faßbaren Zahlen, in meiner Vorstellung
aber unbegreiflichen Entfernungen immer weiter. Es braucht
tausende, sogar 20-tausende Kilometer Fahrt über die Oberfläche
dieses größten Ozeans auf unserer Erde, bis irgendwann Australien,
Japan oder Asien erreicht werden!
Das Mikro-Klima ist hier, wo die
Küstenberge deutlich niedriger und weiter von der Küste entfernt
sind, völlig anders als an der Ruta 1 weiter im Norden Chile`s.
Feuchte Luft vom Pazifik wird hier nicht von bis zu 1.500 Meter
hohen Küstenbergen gestaut, sondern der Himmel zeigt fast immer
sein vertrautes, tiefes Blau und nachts erstrahlt die Milchstraße
wieder in der vollen Pracht der Südhalbkugel. Die Tage an diesem
wunderschönen Platz sind ein einziger "Südsee-Traum"!
![]() die Isla Pan de Azúcar kurz nach dem Sonnenuntergang |
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Abenteuers PanAmericana entlang der
chilenischen Pazifikküste. Nach der Entscheidung, nicht weiter an
der Küste nach Norden zu fahren, hatte ich fast 500 Kilometer
weiter südlich, den Pan de Azúcar
erreicht.
In den letzten drei Etappen geht die Fahrt noch für 120 weitere Kilometer entlang der Küste nach Süden, bevor ich in Caldera den Pazifik entgültig verlasse und auf dem Weg in die Anden, zum Paso de San Francisco bin. Vorher natürlich noch das Video der letzten Tage mit den Eindrücken der Fahrt entlang des Pazifik in Nordchile: Dieses Video liegt in FullHD vor |