aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand min. 02.03.2026 oder neuer
Am Freitagmorgen, dem 13. Feb. `26, verlasse ich mit dem Wanderer die spektakuläre Laguna Verde und fahre die letzten 400 Höhenmeter zum Paso de San Francisco. Von dort geht es bei sehr gut ausgebauter Straße auf argentinischem Hoheitsgebiet beständig bergab. Erst weitere 30 Kilometer später erreiche ich die argentinische Grenzstation, fast 200 Kilometer nach der chilenischen Station am Salar de Maricunga. Nach den unvermeidlichen Formalitäten geht es durch eine vollkommen unterschiedliche Landschaft immer weiter bergab. Später erreiche ich den kleinen Rio Guachin und damit einen ruhigen Stellplatz für die Nacht. Schon am nächsten Morgen starte ich über eine Piste erneut in die Höhen der Anden. Vor mir liegen die Laguna Azul und weitere Lagunen auf über viereinhalbtausend Metern... |
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> Laguna Azul > Paso de San Francisco Paso de San FranciscoBei -3,6° am Morgen und der aktuellen Höhe
von 4.408 Metern, war der Steyr
wieder sehr unwillig, als ich ihn zum Starten überreden wollte...
er hätte gerne noch länger die warmen Sonnenstrahlen auf seiner
Front gespürt, fügte sich dann aber wieder dem unnachgiebigen
Anlasser. Im Kriechgang und nur mit Standgas gab ich ihm dann noch
zehn Minuten Gelegenheit, sich und seine ganzen Öle, die im Moment
noch so zäh wie Honig sind, ausreichend aufzuwärmen, bevor ich die
Straße zum Paso de San Franzisco
erreiche.
![]() der letzte Sonnenaufgang über der Laguna Verde für mich, bevor es über den Paso de San Fracisco geht
Nachdem ich mich von diesem besonderen
Moment verabschiedet habe, geht es mit ununterbrochenem
Ohrenknacken auf der RN 60, der Ruta Nacional 60, wieder beständig
bergab. Erst nach weiteren 30 Kilometern mit endlosen Serpentinen,
erreiche die argentinische Grenzstation, fast 200 Kilometer
entfernt von der chilenischen Station am Salar
de Maricunga.
Nach den unvermeidlichen Formalitäten führt die Strecke durch eine vollkommen andere, aber weiterhin beeindruckende Bergwelt.
Dabei eröffnen sich auf dieser, auch Ruta de los Seismiles (Straße der
6.000-er) genannten Straße, immer wieder beeindruckende Ausblicke
auf die spektakulären Bergmassive mit ihren zahlreichen Vulkanen.
Viele davon weit über 6.000 Meter hoch, wie der Monte
Pissis mit 6.793 m und der Nevado
Ojos del Salado mit 6.893 m. Der Ojos hat nicht nur eine
beeindruckende Größe, er ist zugleich der höchste Vulkan der Erde
und hat neben seiner majestätischen und schneebedeckten
Erscheinung noch eine ganz besondere Bedeutung für mich! Immer
wieder erinnere ich mich daran, daß ich ihn beim Besuch des
größten Teleskop`s der Welt, dem VLT
auf dem Paranal, bereits vor zwei Monaten aus über 250
Kilometern (!!!) Luftlinie klar sehen konnte und mich dabei
gefragt habe, ob mich mein weiterer Weg wohl irgendwann in seine
Nähe führen wird...
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> Laguna Azul > Rio Guanchin Rio Guanchin
..noch eine kleine Geschichte zu den
Auswirkungen von großen Höhen:
Bei der Vorbereitung und Ausrüstung des Wanderer`s vor einigen Jahren, habe ich mir auch einen akkubetriebenen Staubsauger, einen Dyson, angeschafft - mittlerweile eines der wichtigsten und am meisten genutzten Teile während der Fahrt!
Wer`s nicht kennt: Dyson-Staubsauger scheiden den angesaug-ten
Staub in einem Vor-ratsbehälter ohne Staub-beutel ab. Um die
hoch-tourig drehenden Mo-toren zu schützen, gibt es lediglich
einen kleinen Motorfilter, den ich alle paar Wochen `mal unter
fließendem Wasser reinigen muß. Da mein treuer Gefährte seit
einigen Tagen nur noch in kurzen Inter-vallen arbeitet, war ich
davon überzeugt, den Filter unbedingt `mal wieder reinigen zu
müssen. Der Rio Guanchin war jetzt
wegen der strikten Wasser-sparmaßnahmen der letzten Wochen die
erste Möglichkeit. Während eine Herde mit bestimmt 30 Vicuñyas
in weniger als 50 Metern im Gänsemarsch langsam an mir
vorbei zieht, hocke ich am Fluß und halte & schüttele den
Filter im klaren Wasser. Nach dem Trocknen des Gewebefilters am
nächsten Tag kam dann aber die herbe Enttäuschung: Der Dyson
schaltet sich weiter-hin im Sekundentakt ab! Mißtrauisch geworden,
habe ich Tante Google nach dem
Fehlerbild befragt und lediglich nutzlosen Schrott als Antwort
bekommen... Ich bin zwar ein Dinosaurier aus dem letzten
Jahrtausend, höre aber auf meine innere Stimme und habe ChatGPT
(KI-basierter Chatbot) die gleiche Frage gestellt... und
BINGO, eine Erklärung erhalten, die so über-raschend wie
einleuchtend ist: Die Ursache für die Aussetzer ist tatsächlich
auch in diesem Fall die Höhenluft! Durch die geringe
Luftdichte fehlt dem Gerät ein erheblicher Teil an Luftmasse, die
zum Kühlen der Motoren erforderlich ist. Durch den eingebauten
Schutzmechanismus werden die Motoren daher wegen Überhitzung
ständig abgeschaltet... Erst 10 Tage später war ich wieder in moderaten Höhen unter 2.000 m und siehe da: Der Dyson heulte wieder wie gewohnt und ließ sich nicht mehr aus dem Takt bringen! |
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> Laguna Azul > Laguna Azul Laguna AzulAls ich am nächsten Morgen, am Samstag, dem
14. Feb. `26, den Wanderer starte,
machen ihm die dreieinhalbtausend Meter nur noch wenig aus und er
springt fast augenblicklich an! Wenige Minuten später bin ich
bereits wieder auf der Ruta de los
Seismiles in Richtung Süden. Nach etlichen Kilometern
zweigt eine von einer chinesischen Minengesellschaft angelegte und
hervor-ragend instandgehaltene Piste wieder ins Hochgebirge ab.
Bald darauf geht`s in ellenlangen Serpentinen aber sehr engen
Kehren, wieder deftig in die Höhe. Irgendwann überquere ich den
ersten von drei namenlosen Pässen mit bereits wieder 4.588 Metern,
während die Piste weiterhin in exzellentem Zustand und
wahrscheinlich die beste ist, die ich in mittlerweile über 44.000
Kilometern in Südamerika gefahren bin!
Bei der weiteren Fahrt kommt mir irgendwann ein Pickup der Minenge-sellschaft entgegen und gibt mir Zeichen anzuhalten. Der Fahrer erklärt mir, daß eine Kolonne mit 6 schweren Camions (LKWs) folgen würde und ob ich am Rand der Piste warten könnte. Sofort und freundlich sage ich zu und steuere den Wanderer auf den Rand der Piste. Anscheinend ist der Fahrer so viel Bereitschaft nicht gewohnt und freut sich so sehr, daß er aus seinem Pickup steigt, zu mir kommt und mir dann eine ganze Reebe mit den herrlichsten, zuckersüßesten, dunklen Trauben schenkt, die ich jemals gegessen habe! Bald darauf kriechen die 6 schweren Tanklaster im Schritttempo und mit freundlichem Hupen & Grüßen an mir vorbei - ihre Ladung und der Grund für die beeindruckend gute Piste: Sie sind mit Lithium, dem Stoff für unsere Träume von "umweltfreundlichen" Autos, beladen...
Nachdem ich wieder freie Bahn habe, steigt
die Piste abenteuerlich steil in die Höhe... über den nächsten Paß
mit jetzt schon 4.658 m und später über einen dritten mit 4.756 m!
Nach fast 80 Kilometern Fahrt muß ich die Minenpiste verlassen und weiter über eine "normale" und damit abartig üble Selbst das bekannte Matterhorn in den Alpen hätte mit seinen 4.478 m bequem unter meinem Bett Platz und für den Eiger mit seiner berühmten Nordwand müßte ich weit den Hang hinunterschauen, um ihn mit seinen 3.967 Metern als kleinen Hügel weit unten überhaupt noch sehen zu können. Sofort bei meiner Ankunft werde ich von einem Einheimischen begrüßt! Ein Fuchs läuft direkt zum Wanderer und schaut mich neugierig und erwartungsvoll an! Das Tier hat anscheinend die Nahrungsnische der Tourtouristen für sich entdeckt, die mit Pickup`s von Fiambala bis hierher gekarrt werden und für das Tier immer wieder etwas fressbares in ihren Rucksäcken finden. Jetzt, am Nachmittag, sind die Touris schon längst wieder auf dem langen Rückweg nach Fiambala und so kann mir das Tier seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Leider erlauben meine drastischen Sparmaßnahmen, die sich mittlerweile auch auf meine knapp gewordenen Lebensmittel beziehen, keine Leckerlis für das Tier und schon nach kurzer Zeit hat er mit seiner Erfahrung begriffen, daß bei mir nichts zu erwarten ist... Wellblechpiste,
das gefürchtete ripio in
Südamerka, was is`n das eigentlich? Das ich gerne `mal den
"Oberlehrer" raushängen lasse, ist ja schon bekannt... In den
bisherigen Törns habe ich genauso wie schon in Marokko,
immer wieder Bilder dieser "Ekelpisten" gezeigt und mich auch
ausgiebig darüber beschwert. Klar weiß auch jeder -sogar im
entfernten Deutschland- irgendwie, was das ist. Wer aber baut
eigentlich so einen Schwachsinn? Die Antwort: Wir selbst!
..mit unseren Fahrzeugen! Das Gewicht eines Fahrzeuges wird über
die Reifen auf den Boden übertragen. Je nachgiebiger dieser ist,
desto tiefer sinken die Reifen ein. Kleinste Unebenheiten im
Untergrund lassen einen Reifen dann minimal nach oben hüpfen.
Setzt er anschließend wieder auf dem Boden auf, drückt er einmal
eine kleine Mulde in den Untergrund und schiebt durch seine
Vorwärtsbewegung gleichzeitig eine ebenso kleine Bodenwelle vor
sich auf. Jeder Reifen von jedem Auto, das
wieder über diese Stelle fährt, verstärkt diese Mulden- und Wellen
durch das Hüpfen seiner Reifen bei jeder einzelnen
Überfahrt. Damit haben wir die Ursache des ganzen Übels!
Jetzt kommt noch ein weiterer physikalischer Effekt hinzu, der der Eigenschwingung oder -frequenz und Resonanz! Genauso wie ein elastischer Ball der auf den Boden fällt, noch mehrfach in die Höhe springt, genauso hüpft ein gefedertes Rad nach dieser allerersten, initialen Welle, ebenfalls minimal nach und erzeugt auf diese Weise die Grundlage für die nächsten Wellen... und jedes weitere Rad und jedes weitere Fahrzeug verstärken die Wellen! Voilá, wir haben unsere Wellblechpiste! Noch eine ganz kleine Zusatzlektion: PKW`s, besonders die geliebten Pickup`s der Touranbieter, rasen oft mit 40 - 60 km/h über das mörderische Wellblech. Bei dieser Geschwindigkeit haben die gefederten Räder überhaupt keine Zeit mehr, vollständig in die Mulden der Pisten abzutauchen und die ganzen Schläge einzustecken. Für jeden im Fahrzeug wird das Gedröhn zwar unerträglich, die Vibrationen aber halten sich durch ihre geringere Amplitude (durch die hohe Geschwindigkeit steigt die Frequenz (Anzahl der Schwingungen pro Sekunde) und die Amplitude, die Schwingungshöhe sinkt, weil die Reifen nicht mehr vollständig in die Mulden eintauchen) in Grenzen und die extreme Beanspruchung des gesamten Fahrzeugs interessiert niemanden wirklich - ist im Preis der Tour einkalkuliert. Bei einem LKW wie dem Wanderer sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Im Gegensatz zu einem PKW hat ein LKW keine Einzelradaufhängung! Hier wird eine gesamte Achse einschließlich der Räder mit einem Gewicht von zusammen hunderten von Kilogramm durch das Wellblech in Schwingung versetzt... mit allen Konsequenzen. Dazu kommt noch, daß ich als Fahrer in 2 bis 3 Metern Höhe sitze. Jede Bewegung eines Rades überträgt sich maßstabsgetreu in diese Höhe! Man braucht sich nur einen 3-m-langen Stock vorzustellen, den man in der Hand hält: Jede kleine Bewegung der Hand erzeugt einen riesigen Ausschlag am Ende dieses Stocks...
Ach, by the way, was ich
noch einmal sagen wollte: Der Wanderer kennt
das ja schon, daß die Südamerikaner von ihm total begeistert sind
und ihn muy lindo, also sehr schön,
finden... Das es mir genauso geht, sieht Man(n)/Frau natürlich
auch an meinen vielen Bildern auf diesen Seiten... Klar würde ich
gerne auch `mal ein professionelles Germany’s
Next Topmodel an exponierter Stelle abbilden, leider habe
ich auf meinem Beifahrplatz nur einen Galgen! Natürlich
nicht für mich, sondern nur, um das Ersatzrad vom Dach zu
fieren...
Nach dreieinhalb Stunden Pistenfahrt im Hochgebirge bin ich schon wenige Minuten nach meiner Ankunft wieder mit meinen Wanderschuhen und der Kamera unterwegs, um das beeindruckende Panorama der 6.000-er vor der Laguna Azul in mich, äh, und den Speicherchip der Kamera, aufzunehmen...
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick - die Laguna Azul - winzig klein ist am gegenüberliegenden, rechten Ufer der Wanderer noch zu sehen...
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> Laguna Azul > weiter es geht weiter.....am nächsten Morgen verlasse ich bereits
wieder die Laguna Azul. Das erste
Zwischenziel ist der Balcón del Pissis,
ein nur wenige Kilometer entfernter Mirador
(Aussichtspunkt) mit beeindruckender Sicht auf die
umliegenden Lagunas. Danach geht es über die Laguna
Negra weiter bis zum äußersten Ende der Piste an der Laguna Verde.
Vorher natürlich noch das Video mit der heutigen Fahrt zur Laguna Azul: Dieses Video liegt in FullHD vor hier geht`s weiter mit der Laguna Verde |