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> 5.000-er Grenze kratzen an der 5.000-er GrenzeAls ich mich am frühen Morgen aus den
Fängen von Morpheus löse, schaue ich wie immer zuerst auf mein
kleines elektronisches Helferlein am Bett: 7,2° im Wanderer
und -8,0° draußen... Zum Glück erzeugt die Sonne
schon ein klein wenig später ein wohliges Gefühl auf der Haut und
mehr noch in der Seele! Als dann etwas mehr als eine Stunde später
schon die ersten Touristenfahrzeuge eintreffen, fühle ich mich
wohl in der Entscheidung, hier, vom Mirador (Aussichtspunkt) am
Nordufer der Laguna Colorada so schnell wie möglich zu
verschwinden. Der Steyr fand meine
einseitige Beschlussfassung nicht so erbaulich und quittierte sie
mit äußerstem Unwillen als ich versuchte, seinen tiefgekühlten
Motor zu starten. Zum Glück folgte er dann meinem Votum und war
wohl auch froh, dieser Form des Massentourismus zu entgehen und
steuerte dank meiner tatkräftigen Hilfe alsbald in Richtung des
Südufers der Lagune.
Am südlichen Ufer -ohne auch nur ein einziges Tourfahrzeug- angekommen, erwartete mich ein vielleicht 500 Meter langer Aufstieg zum Mirador. Mein innerer Autopilot legte dann mit einem Schritt, der aus jahrzehntelanger Lebenserfahrung und Abwägung der Steigung und des Geländes bemessen wurde, das Tempo vor... und bereits nach läppischen 20 Metern muß ich anfangen zu keuchen! ..was meine interne Steuerung noch nicht verinnerlicht hat, ist die verdammt dünne Luft hier in fast 4.500 Metern Höhe! Mit nur noch halber Kraft voraus und weiter schwer atmend, erreiche ich den Mirador und bin dankbar ob der angenehmen Überdachung, die die brennende Sonne abhält und angenehmen Schatten bietet. Bestimmt eine Stunde habe ich die Muße, diese unglaubliche und fremdartige Welt in mich aufzunehmen, bevor die ersten Touriwagen auch auf dem Weg hierhin unterwegs sind... Bilder letzte Seite: Nov25-Lagunenroute-IV-9.html#Suedufer Kaum habe ich den Zubringer zum südlichen
Mirador hinter mir gelassen, bin ich wieder der "letzte Mensch"
auf dieser Welt! Vor mir liegt der nächste Paß, dem nur etwas mehr
als 30 Meter an der 5.000-er Marke fehlen! Die Touranbieter
umfahren diesen Paß weitläufig, um sich die mörderischen
Kopfschmerzen und Übelkeitsattacken der Touris zu ersparen und so
bin ich für die nächsten Stunden vollkommen allein.
![]() auf dem Weg zur 5.000-er Marke - im Hintergrund noch die Laguna Colorada |
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> Geysirfelder die Geysirfelder der LagunenrouteAm frühen Nachmittag bin ich dann wieder
zurück im Touristenrummel auf der Lagunenroute! Vor mir liegen die
Geysirfelder auf 4.961 Meter
über dem Meeresspiegel und ein beträchtlicher Teil der
Touranbieter darf diese für eine Kurzvisite natürlich nicht
auslassen. Über einen wahren Dschungel an Pisten, die allesamt die
Steigerungsformen von grausam & fürchterlich verdient
haben, erreiche ich die Geysire und verbringe die nächsten
eineinhalb Stunden in ständiger Flucht vor den Touristen, die ich
nicht wirklich auf meinen Bildern haben möchte und den beißenden
Schwefeldämpfen, die bei wechselhaften Windrichtungen ständig auf
der Suche nach neuen Opfern sind!
Unterm Strich spüre ich schon nach kurzer Zeit das Fazit meines inneren Richters der da sagt, daß die paar dampfenden Löcher und brodelnden Schlammtöpfe den Umweg nicht wirklich wert waren! Auch wenn ich es fast immer vermeiden kann, irgendwelche wertenden Vergleiche anzustellen, kann ich hier nur die Aussage treffen: "Wer einmal Yellowstone erlebt hat, wird an dieser Provinzdarstellung nichts besonderes finden können..."
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> Laguna Chalviri Laguna ChalviriSpäter überwinde ich die letzte Kuppe, die
mich von der 5.000 Meter Marke noch trennt und jetzt wird die
abfallende Piste fast zu einer Wohltat! Der Untergrund besteht aus
"Sandstaub" und nur wenige, eingebettete Steine zwingen zum
Ausweichen. Im 4. und 5. Gang und ohne Gas, bremst der Steyr
ausreichend, um mich ohne Spritverbrauch im 30 km/h-Tempo
nach unten rollen zu lassen. Nach insgesamt 66 km bin ich an
meinem nächsten Etappenziel auf 4.425 m.ü.N.N. an der Laguna
Chalviri - weit abseits der Touristenrouten.
Schon kurz nach der Ankunft bin ich bereits wieder auf "Entdeckungstour" in meiner neuen Umgebung. Die überall vorhandenen Vicunjas haben sich durch meine Ankunft nur kurz irritieren lassen und grasen inzwischen längst wieder völlig ungeniert in der Nähe des Wanderer.
![]() mein Stellplatz an der Laguna Chalviri - am hinteren Ufer bei den Felsen gerade noch zu erkennen Als ich am späten Abend wieder wie gewohnt
nach draußen gehe, erwartet mich eine absolute und allumfassende
Dunkelheit. Nirgendwo ist menschliches Licht zu sehen, nicht
einmal als entfernter Schimmer irgendwo am Horizont. Erst der
Blick in den Himmel eröffnet ein Lichtermeer aus unzähligen
Sternen, die bis auf wenige Ausnahmen direkt am Horizont, nicht
einmal flackern, sondern gestochen scharf in der Schwärze stehen.
Beide Magellansche Wolken, der Orion, die Plejaden...
schweben in einer Klarheit über mir, die ich nicht in Worte fassen
kann...
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> Laguna Salada Laguna Salada Puh, schon wieder ein neuer Name? Wieder
eine neue Lagune? Ich geb`s ja zu, selbst für mich, der ich jetzt
schon fast zwei Wochen auf der Lagunenroute im bolivianischen
Altiplano unterwegs bin und alles mit eigenen Sinnen erlebe, fällt
es zunehmend schwer, die ganzen Lagunas noch auseinander zu
halten. Bleibt tapfer, so viele kommen nicht mehr... versprochen!
..und eigentlich ist die Salada gar
keine eigenständige Lagune, sondern mit der Chalviri, an der ich
noch stehe, fest verbunden. Es gibt eine Landbrücke, besser
"Salzbrücke", die die beiden Teile voneinander trennt und sogar
auf einer Piste befahrbar ist. Gestern jedenfalls, bei der letzten
Abfahrt, konnte ich aus der Höhe diesen zweiten Teil, die Laguna
Salada, mit ihren wunderschönen Buchten und Felsen erkennen und
mache mich daher am Vormittag für gerade `mal fünf Kilometer auf,
einen neuen Stellplatz zu entdecken.
..und ich finde ihn, auf 4.438 Metern, am Rand einer traumhaften Bucht... mit einem eigenen Hausberg, einer echten Quelle, einer Unmenge an Flamingos und Vicunjas direkt vor der Tür des Wanderer! Wieder einmal muß ich bei dem Gedanken schmunzeln, daß die Zugspitze eineinhalb Mal unter mein Bett passen würde!
Es ist so unglaublich schön, daß ich
umgehend auf eine riesige Fototour gehe. Bald darauf entdecke ich
tatsächlich eine kleine Quelle, aus der klarstes Wasser sich ein
eigenes Bett bis in die Laguna gegraben hat. Ich setze mich auf
meinen Trecking-Sitz und die Füße samt Socken sofort rein ins
eiskalte Wasser. Trotz der beißenden Kälte ist es eine unendliche
Wohltat, alles `mal wieder richtig "einzuweichen"... Während Füße
& Socken vom Staub der letzten Tage sauber gespült werden,
kann ich jede Facette der unglaublichen Abgeschiedenheit und
Schönheit um mich herum wahrnehmen. Was für ein Glück, was für ein
Privileg, diese Welt mit eigenen Sinnen zu erleben!
Nach fast einer Stunde kann mich auch die Kraft der unbarmherzig brennenden Sonne nicht mehr vor der beißenden Kälte des Wassers an meinen Füßen retten und so findet die Waschsession ein Ende.
...und dann ist da noch diese Halbinsel
mit ihrem Berg, der auf der anderen Seite des Wanderer
in die Höhe ragt. Schon die gesamte Zeit höre ich immer
wieder dieses Flüstern in mir, wie "es" wohl von da oben aussehen
mag? Was wohl auf der anderen Seite liegt? Klar, daß ich so einem
betörenden Einfluß unterliege und so mache ich mich auf den Weg,
auch diese Herausforderung anzunehmen. Genauso klar, daß sich die
Erhebung aus der Nähe als viel höher und steiler, als aus der
Entfernung darstellt! Kann mich das aufhalten? Sicher nicht und
damit wird dieser riesige Felsblock zu einem kräftezehrenden und
atemberaubenden -im wahrsten Sinn des Wortes- Aufstieg...
![]() wie das Maul einer riesigen Manta ragt die Salzfläche vor dem Wanderer in die Laguna Salada hinein
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Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > 4. Törn > 5-Lagunenroute > es geht weiter es geht weiter... -12°... am frühen Morgen an meinem
Traumplatz an der Laguna Salada am nächsten Morgen... mein neuer
Tiefstrekord! Zum Glück braucht die Sonne, nachdem sie einmal über
den Horizont gekrochen ist, nicht sehr lang um die Temperaturen
wieder in die Höhe zu treiben.
Ich verlasse meinen wunderschönen und abgelegenen Stellplatz und beginne die 6. und letzte Etappe auf der Lagunenroute - die Fahrt zur Laguna Verde. Bevor es auf der nächsten Seite dann auf die letzte Etappe der Lagunenroute weiter geht, hier noch ein kurzes Video zu dem Geysirfeld und den Lagunas Chalviri und Salada: Dieses Video liegt in FullHD vor weiter mit dem 6.
und letzten Teil der Lagunenroute
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