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Lagunenroute - Teil 5


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Die Karte ist ein Kurzvideo, also anklicken und die gefahrene Route verfolgen... Sie zeigt in Blau die ersten Abschnitte von Uyuni bis zur Laguna Colorada und in rot den 5. Teil der westlichen Lagunenroute bis zur
Laguna Chalviri

Nach der betörenden Farbenpracht an der Laguna Colorada, flüchte ich mit dem Wanderer bereits nach einem Tag aus dem touristischen Hauptaufzugsgebiet dieser bekanntesten Lagune. Die Fahrt geht heute, am Samstag, dem 15. Nov. `25, auf dem bolivianischen Altiplano und der westlichen Lagunenroute weiter nach Süden, zu einer der schönsten Lagunen, der Laguna Chalviri. Im Gegensatz zu vielen anderen Lagunen hat die Chalviri auch große und offene, meist in türkis und blau leuchtende, freie Wasserflächen. In oft atemberaubenden Kontrast dazu flache "Strände" genauso wie in allen Rot- und Gelbtönen leuchtende Felsen und Berge.
Höhenprofil

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kratzen an der 5.000-er Grenze

Als ich mich am frühen Morgen aus den Fängen von Morpheus löse, schaue ich wie immer zuerst auf mein kleines elektronisches Helferlein am Bett: 7,2° im Wanderer und -8,0° draußen... Zum Glück erzeugt die Sonne schon ein klein wenig später ein wohliges Gefühl auf der Haut und mehr noch in der Seele! Als dann etwas mehr als eine Stunde später schon die ersten Touristenfahrzeuge eintreffen, fühle ich mich wohl in der Entscheidung, hier, vom Mirador (Aussichtspunkt) am Nordufer der Laguna Colorada so schnell wie möglich zu verschwinden. Der Steyr fand meine einseitige Beschlussfassung nicht so erbaulich und quittierte sie mit äußerstem Unwillen als ich versuchte, seinen tiefgekühlten Motor zu starten. Zum Glück folgte er dann meinem Votum und war wohl auch froh, dieser Form des Massentourismus zu entgehen und steuerte dank meiner tatkräftigen Hilfe alsbald in Richtung des Südufers der Lagune.
    Am südlichen Ufer -ohne auch nur ein einziges Tourfahrzeug- angekommen, erwartete mich ein vielleicht 500 Meter langer Aufstieg zum Mirador. Mein innerer Autopilot legte dann mit einem Schritt, der aus jahrzehntelanger Lebenserfahrung und Abwägung der Steigung und des Geländes bemessen wurde, das Tempo vor... und bereits nach läppischen 20 Metern muß ich anfangen zu keuchen! ..was meine interne Steuerung noch nicht verinnerlicht hat, ist die verdammt dünne Luft hier in fast 4.500 Metern Höhe! Mit nur noch halber Kraft voraus und weiter schwer atmend, erreiche ich den Mirador und bin dankbar ob der angenehmen Überdachung, die die brennende Sonne abhält und angenehmen Schatten bietet.
    Bestimmt eine Stunde habe ich die Muße, diese unglaubliche und fremdartige Welt in mich aufzunehmen, bevor die ersten Touriwagen auch auf dem Weg hierhin unterwegs sind...
Bilder letzte Seite: Nov25-Lagunenroute-IV-9.html#Suedufer

Kaum habe ich den Zubringer zum südlichen Mirador hinter mir gelassen, bin ich wieder der "letzte Mensch" auf dieser Welt! Vor mir liegt der nächste Paß, dem nur etwas mehr als 30 Meter an der 5.000-er Marke fehlen! Die Touranbieter umfahren diesen Paß weitläufig, um sich die mörderischen Kopfschmerzen und Übelkeitsattacken der Touris zu ersparen und so bin ich für die nächsten Stunden vollkommen allein.

Wellblech ohne Ende... und der Wanderer auf
                      dem Weg zur 5.000-er MarkeWellblech ohne Ende... und der Wanderer auf dem Weg zur 5.000-er Marke

..auf dem Weg in den Himmel.....auf dem Weg in den Himmel...

auf dem Weg zur 5.000-er Marke - im Hintergrund noch die Laguna Colorada
auf dem Weg zur 5.000-er Marke - im Hintergrund noch die Laguna Colorada

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die Geysirfelder der Lagunenroute

Am frühen Nachmittag bin ich dann wieder zurück im Touristenrummel auf der Lagunenroute! Vor mir liegen die Geysirfelder auf 4.961 Meter über dem Meeresspiegel und ein beträchtlicher Teil der Touranbieter darf diese für eine Kurzvisite natürlich nicht auslassen. Über einen wahren Dschungel an Pisten, die allesamt die Steigerungsformen von grausam & fürchterlich verdient haben, erreiche ich die Geysire und verbringe die nächsten eineinhalb Stunden in ständiger Flucht vor den Touristen, die ich nicht wirklich auf meinen Bildern haben möchte und den beißenden Schwefeldämpfen, die bei wechselhaften Windrichtungen ständig auf der Suche nach neuen Opfern sind!
    Unterm Strich spüre ich schon nach kurzer Zeit das Fazit meines inneren Richters der da sagt, daß die paar dampfenden Löcher und brodelnden Schlammtöpfe den Umweg nicht wirklich wert waren! Auch wenn ich es fast immer vermeiden kann, irgendwelche wertenden Vergleiche anzustellen, kann ich hier nur die Aussage treffen: "Wer einmal Yellowstone erlebt hat, wird an dieser Provinzdarstellung nichts besonderes finden können..."

dampfende, vulkanische Löcher knapp unter der 5.000-er Markedampfende, vulkanische Löcher knapp unter der 5.000-er Marke

beißende Schwefeldämpfe steigen aus den
                        Spalten und Löchern aufbeißende Schwefeldämpfe steigen aus den Spalten und Löchern auf
eine
                      Marslandschaft ist nichts dagegeneine Marslandschaft ist nichts dagegen

die Dachkante des Wanderer kratzt an den fünftausend Metern...die Dachkante des Wanderer kratzt an den fünftausend Metern...

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Laguna Chalviri

Später überwinde ich die letzte Kuppe, die mich von der 5.000 Meter Marke noch trennt und jetzt wird die abfallende Piste fast zu einer Wohltat! Der Untergrund besteht aus "Sandstaub" und nur wenige, eingebettete Steine zwingen zum Ausweichen. Im 4. und 5. Gang und ohne Gas, bremst der Steyr ausreichend, um mich ohne Spritverbrauch im 30 km/h-Tempo nach unten rollen zu lassen. Nach insgesamt 66 km bin ich an meinem nächsten Etappenziel auf 4.425 m.ü.N.N. an der Laguna Chalviri - weit abseits der Touristenrouten.
    Schon kurz nach der Ankunft bin ich bereits wieder auf "Entdeckungstour" in meiner neuen Umgebung. Die überall vorhandenen Vicunjas haben sich durch meine Ankunft nur kurz irritieren lassen und grasen inzwischen längst wieder völlig ungeniert in der Nähe des Wanderer.

die Laguna Chalviridie Laguna Chalviri

..mit
                        freien Wasserflächen und den schon selbstverständlichen                        Flamingos..mit freien Wasserflächen und den schon selbstverständlichen Flamingos
mein
                      Stellplatz an der Laguna                      Chalvirimein Stellplatz an der Laguna Chalviri

in der Weite dieser Welt scheint der Wanderer kleiner als ein Matchbox Modellin der Weite dieser Welt scheint der Wanderer kleiner als ein Matchbox Modell

mein Stellplatz an der Laguna Chalviri - am hinteren Ufer bei den Felsen gerade noch zu erkennen
mein Stellplatz an der Laguna Chalviri - am hinteren Ufer bei den Felsen gerade noch zu erkennen

Als ich am späten Abend wieder wie gewohnt nach draußen gehe, erwartet mich eine absolute und allumfassende Dunkelheit. Nirgendwo ist menschliches Licht zu sehen, nicht einmal als entfernter Schimmer irgendwo am Horizont. Erst der Blick in den Himmel eröffnet ein Lichtermeer aus unzähligen Sternen, die bis auf wenige Ausnahmen direkt am Horizont, nicht einmal flackern, sondern gestochen scharf in der Schwärze stehen. Beide Magellansche Wolken, der Orion, die Plejaden... schweben in einer Klarheit über mir, die ich nicht in Worte fassen kann...

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Laguna Salada

Puh, schon wieder ein neuer Name? Wieder eine neue Lagune? Ich geb`s ja zu, selbst für mich, der ich jetzt schon fast zwei Wochen auf der Lagunenroute im bolivianischen Altiplano unterwegs bin und alles mit eigenen Sinnen erlebe, fällt es zunehmend schwer, die ganzen Lagunas noch auseinander zu halten. Bleibt tapfer, so viele kommen nicht mehr... versprochen! ..und eigentlich ist die Salada gar keine eigenständige Lagune, sondern mit der Chalviri, an der ich noch stehe, fest verbunden. Es gibt eine Landbrücke, besser "Salzbrücke", die die beiden Teile voneinander trennt und sogar auf einer Piste befahrbar ist. Gestern jedenfalls, bei der letzten Abfahrt, konnte ich aus der Höhe diesen zweiten Teil, die Laguna Salada, mit ihren wunderschönen Buchten und Felsen erkennen und mache mich daher am Vormittag für gerade `mal fünf Kilometer auf, einen neuen Stellplatz zu entdecken.
    ..und ich finde ihn, auf 4.438 Metern, am Rand einer traumhaften Bucht... mit einem eigenen Hausberg, einer echten Quelle, einer Unmenge an Flamingos und Vicunjas direkt vor der Tür des Wanderer! Wieder einmal muß ich bei dem Gedanken schmunzeln, daß die Zugspitze eineinhalb Mal unter mein Bett passen würde!

ein
                      Traumplatz an der Laguna Saladaein Traumplatz an der Laguna Salada

..mit farbigen Bergen im Hintergrund..mit farbigen Bergen im Hintergrund

Es ist so unglaublich schön, daß ich umgehend auf eine riesige Fototour gehe. Bald darauf entdecke ich tatsächlich eine kleine Quelle, aus der klarstes Wasser sich ein eigenes Bett bis in die Laguna gegraben hat. Ich setze mich auf meinen Trecking-Sitz und die Füße samt Socken sofort rein ins eiskalte Wasser. Trotz der beißenden Kälte ist es eine unendliche Wohltat, alles `mal wieder richtig "einzuweichen"... Während Füße & Socken vom Staub der letzten Tage sauber gespült werden, kann ich jede Facette der unglaublichen Abgeschiedenheit und Schönheit um mich herum wahrnehmen. Was für ein Glück, was für ein Privileg, diese Welt mit eigenen Sinnen zu erleben!
    Nach fast einer Stunde kann mich auch die Kraft der unbarmherzig brennenden Sonne nicht mehr vor der beißenden Kälte des Wassers an meinen Füßen retten und so findet die Waschsession ein Ende.

wer hat schon eine eigene Quelle auf
                      seinem Grundstück?
wer hat schon eine eigene Quelle auf seinem Grundstück?

..und
                      Flamingos vor seiner Haustür?..und Flamingos vor seiner Haustür?

..ja, genau die!..ja, genau die!

Laguna SaladaLaguna Salada

..und der Wanderer..und der Wanderer

...und dann ist da noch diese Halbinsel mit ihrem Berg, der auf der anderen Seite des Wanderer in die Höhe ragt. Schon die gesamte Zeit höre ich immer wieder dieses Flüstern in mir, wie "es" wohl von da oben aussehen mag? Was wohl auf der anderen Seite liegt? Klar, daß ich so einem betörenden Einfluß unterliege und so mache ich mich auf den Weg, auch diese Herausforderung anzunehmen. Genauso klar, daß sich die Erhebung aus der Nähe als viel höher und steiler, als aus der Entfernung darstellt! Kann mich das aufhalten? Sicher nicht und damit wird dieser riesige Felsblock zu einem kräftezehrenden und atemberaubenden -im wahrsten Sinn des Wortes- Aufstieg...

wie das Maul einer riesigen Manta ragt die Salzfläche vor dem
                Wanderer in die Laguna Salada hinein
wie das Maul einer riesigen Manta ragt die Salzfläche vor dem Wanderer in die Laguna Salada hinein

die Laguna Chalviriich brauchte viel Luft um meinen Berg in fast 5.000 Metern Höhe zu besteigen...

..und werde mit einem beeindruckenden
                        Panorama belohnt..und werde mit einem beeindruckenden Panorama belohnt
die Nachbarlagune Chalviri beim -atemberaubenden- Erklimmen des Bergesdie Nachbarlagune Chalviri beim -atemberaubenden- Erklimmen des Berges

Panorama vom Berg an der Laguna SaladaPanorama vom Berg an der Laguna Salada

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es geht weiter...

-12°... am frühen Morgen an meinem Traumplatz an der Laguna Salada am nächsten Morgen... mein neuer Tiefstrekord! Zum Glück braucht die Sonne, nachdem sie einmal über den Horizont gekrochen ist, nicht sehr lang um die Temperaturen wieder in die Höhe zu treiben.
    Ich verlasse meinen wunderschönen und abgelegenen Stellplatz und beginne die 6. und letzte Etappe auf der Lagunenroute - die Fahrt zur Laguna Verde.
     Bevor es auf der nächsten Seite dann auf die letzte Etappe der Lagunenroute weiter geht, hier noch ein kurzes Video zu dem Geysirfeld und den Lagunas Chalviri und Salada:

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weiter mit dem 6. und letzten Teil der Lagunenroute