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> 4. Törn > Laguna
Colorada > Abschied Honda Abschied von der Laguna Honda Schon am frühen Morgen nehme ich Abschied
von meiner schönen Halbinsel in der Laguna Honda, äh, der richtige
Quechua-Name Ukhuqucha
ist für mich so ein Zungenbrecher, daß ich lieber bei
"Honda" bleibe...
Auf den ersten Kilometern komme ich trotz der Rumpelpiste gut voran. Die Berge neben mir sind traumhaft schön, während es immer weiter in die Höhe geht - also kein brutaler Anstieg auf den Paß, sondern ein gleichmäßiger und stetiger Anstieg. Fast schon unmerklich erreiche ich mit 4.700 Metern die Paßhöhe, nur daran zu erkennen, daß es jetzt ebenso unmerklich wieder etwas bergab geht. Jetzt, hier auf der Hochebene, allerdings
mit zig parallelen Spuren nebeneinander. Jede einzelne davon aber
mit dem gleichen, fürchterlichen ripio,
also Wellblech. Egal welche ich davon probiere um etwas
Erleichterung zu bekommen, es ist grundsätzlich die falsche Spur!Während sich nördlich, also hinter mir und östlich, also hinter den Bergen zur östlichen Lagunenroute, schwere und riesige schneeweiße Wolkentürme aufbauen, bleibt der Himmel über mir in der unsagbar klaren Luft einfach nur tiefblau!
..das Ding mit den Spuren... Es gibt also nicht mehr 2 oder 3 parallel
verlaufende Hauptpisten, sondern über die gesamte verfügbare
Breite von Hunderten von Metern auch Hunderte von Spuren.
Verantwortlich sind die Tourveranstalter, die die Touristen
tagtäglich zu Hunderten durch die Lagunenrouten karren. Da die
Hauptspuren meist so brutal durch Wellblech zerstört sind, sucht
sich jeder Geländewagen seine eigene Spur! Die -im Gegensatz zu
einem Truck- federleichten Geländewagen brettern bei solchen
Gelegenheiten mit 50 - 60 Sachen über die Pisten und die Räder
entwickeln dabei in einer Mischung aus Bodenunebenheiten und
Schwingungsverhalten der Federung "harmonische
Eigenschwingungen", stampfen dann in dieser Frequenz
immer wieder in den Untergrund und vertiefen dabei mit jeder
Durchfahrt das Wellblech.
Dann reichen wenige Tage und der im Altiplano immerwährende Wind, der spätestens am Mittag einsetzt und erst am Abend wieder zur Ruhe kommt, um in den Spuren immer tieferes Wellblech, wie die Rippeln durch die Wellen am Strand, zu erzeugen. |
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Colorada > Ankuft Colorada Laguna ColoradaNach 40 langen Kilometern auf 4.500 Metern
geht es dann spürbar bergab zur Laguna Colorada - bis ich vor
einer geschlossenen Schranke stehe. Im Rangerbüro muß ich 150 Bolivianos (nicht Pesos!), immerhin
fast 20 €, für den Nationalpark bezahlen. Als ich die sehr nette
und bemühte Rangerin/Beamtin/Kassiererin dann bitte, mir die
Schranke auch zu öffnen, werde ich an das nächste kleine Häuschen
verwiesen, wo ich noch einmal weitere 25 BOL`s für was-auch-immer
los werde...
Zwanzig Minuten nach dem Eintritt in den
Nationalpark stehe ich jedoch am nördlichen Mirador
(Aussichtspunkt) der Laguna Colorada auf 4.362 Metern, wo ich mit
dem Wanderer auch übernachten darf
und werde - und komme aus dem Staunen über die intensiven Farben
der Lagune gar nicht mehr heraus. Der 60 km² große See ist dabei
nur 35 cm bis maximal eineinhalb Meter tief...
..wenn nur der fürchterliche Wind nicht wäre! Jetzt, wie üblich am Nachmittag, entwickelt er sich immer mehr zu einem kleinen Orkan, verstärkt noch dadurch, daß der Mirador durch ein steiles und hohes Ufer oberhalb der Lagune liegt und der Wind wie auf einer Rampe über die Kuppe fetzt. Ganze zwei Mal traue ich mich für meine Fotoexkursionen aus dem Wanderer, bevor ich erst einmal wieder die Fahnen strecken muß. ![]() Laguna Colorada
Während ich im vom Wind gebeutelten Wanderer sitze und meine Fotos und
Videos auf meinen Rechner lade, treffen immer wieder ganze Schübe
von jeweils 3-6 Geländewagen von Touranbietern am Mirador ein und
spucken je Fahrzeug bis zu 6 (!!!) Touris aus. Amüsiert kann ich
aus meinem Fenster sehen, wie sie oft in T-Shirt & Shorts aus
den Fahrzeugen klettern, ihre verkrampften Muskeln strecken und
dann schnell bis an das Steilufer vorrücken. Dort werden dann
reihenweise Selfis mit der rot leuchtenden Lagune im Hintergrund
gemacht und wenn dann spätestens nach 3 bis 5 Minuten Arme &
Beine ihre Gänsehautkontur angenommen haben, flüchten sie in das
winzige Cafe am Mirador. Dann herrscht für 20 Minuten wieder Ruhe
hier oben, bis sie sich danach in Scharen wieder in ihre
Geländefahrzeuge quetschen und zum nächsten Highlight weiterdüsen.
Das geht so bis 1800 Uhr, dann versiegt die Karawane der Touris
und kurz darauf geht auch das Licht im Cafe aus, der Pickup der
Betreiberin fährt ab und ich bin mit dem Wanderer
absolut allein an diesem unglaublichen Ort!
![]() Laguna Colorada
Vor dem Schlafengehen hat sich der Wind
wieder vollständig gelegt und ich mache, ebenfalls wie üblich,
meinen letzten Gang nach draußen. Ohne irgendwelche Fremdlichter
leuchtet die Milchstraße in unbeschreiblicher Klarheit und
absoluter Stille über mir. Dieser Anblick ist für mich jedesmal so
ergreifend, daß mich nur Kälte und Müdigkeit nach einigen Minuten
wieder zurück in den Wanderer und
ins Bett treiben. Eingemümmelt in meine warme Decke schaue ich
durch die gläserne Dachluke weiter auf das strahlende Band über
mir, nahr alsama' - Fluss des Himmels,
wie die Beduinen in der Sahara die Milchstraße nennen.
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Colorada > Südufer Südufer der Laguna ColoradaSo malerisch es auch an der Laguna Colorada
ist, der Tourismusrummel an dieser bekanntesten Lagune läßt mich
schon am nächsten Morgen weiter ziehen. Ich umfahre den See, um
noch das Südufer mit seinem schwerer erreichbaren Mirador
(Aussichtspunkt) und zweitem legalen Parkplatz aufzusuchen. Früh
am Morgen sind noch keine Touristen bis hier vorgedrungen und auch
der Wind hat es noch nicht geschafft. Doch ohne Wind wird der nur
wenige hundert Meter lange Aufstieg zum Mirador bereits zu einem
Atem-raubenden Fußweg in der unbarmherzig brennenden Sonne. Ganz
allein kann ich die einem surrealistischen Maler entsprungene
Landschaft noch lange in mich aufnehmen, bevor ich tiefer unten
die ersten weiteren Fahrzeuge ausmachen kann, die den Parkplatz
ansteuern. Für mich das Zeichen zum Aufbruch, da noch ein weiterer
Paß und etliche, lange Kilometer bis zu meinem nächsten Ziel vor
mir liegen...
alte Steinhütte, die der Zeit anscheinend seit Ewigkeiten trotzt |
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Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > 4. Törn > Laguna Colorada es geht weiter... ..das heutige Ziel, die Laguna
Vinto, ist noch 44 lange Pistenkilometer und einen
weiteren Paß entfernt. Zudem kriecht die Sonne -durch meinen
Auffenthalt am Südufer der Laguna Colorada- bereits auf Mittag zu
und steht nahezu senkrecht über mir! Bevor es auf der nächsten
Seite dann weiter geht, hier noch ein kurzes Video zur Laguna
Colorada:
Dieses Video liegt in FullHD vor weiter mit dem 5. Teil der
Lagunenroute
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