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Lagunenroute - Teil 4


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Die Karte ist ein Kurzvideo, also anklicken und die gefahrene Route verfolgen... Sie zeigt in Blau die ersten Abschnitte von Uyuni bis zur Laguna Hedionda und in rot den 4. Teil der westlichen Lagunenroute bis zur Laguna Colorada

Auf der letzten Seite, dem 3. Teil der Lagunenroute, habe ich auf dem westlichen Arm der Lagunenroute im Altiplano Boliviens, die Lagunas
Hedionda und Honda besucht. Heute, am Freitag, dem 14. Nov. `25, geht die Fahrt wieder auf 4.700 Meter Höhe und für 40 lange Kilometer bin ich permanent auf etwa 4.500 Meter über dem Meeresspiegel, bevor es zur wohl bekanntesten Lagune, der Laguna Colorada, wieder zurück auf "erholsame" 4.400 Meter geht.
Die Laguna Colorada trägt ihren Namen nicht zu Unrecht - spezielle rote Algenarten wachsen in großer Zahl in dem extrem salzhaltigen Wasser der Lagune. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch eine hohe Konzentration an kupferhaltigen Mineralien. Die überaus zahlreichen Flamingos in der Lagune ernähren sich von diesen Algen und beziehen daher auch diese auffällige Färbung ihres Federkleides.
Höhenprofil

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Abschied von der Laguna Honda

Schon am frühen Morgen nehme ich Abschied von meiner schönen Halbinsel in der Laguna Honda, äh, der richtige Quechua-Name Ukhuqucha ist für mich so ein Zungenbrecher, daß ich lieber bei "Honda" bleibe...
    Auf den ersten Kilometern komme ich trotz der Rumpelpiste gut voran. Die Berge neben mir sind traumhaft schön, während es immer weiter in die Höhe geht - also kein brutaler Anstieg auf den Paß, sondern ein gleichmäßiger und stetiger Anstieg. Fast schon unmerklich erreiche ich mit 4.700 Metern die Paßhöhe, nur daran zu erkennen, daß es jetzt ebenso unmerklich wieder etwas bergab geht. Ripio! ..sieht so harmlos aus, ist aber ein Ritt auf einem PresslufthammerJetzt, hier auf der Hochebene, allerdings mit zig parallelen Spuren nebeneinander. Jede einzelne davon aber mit dem gleichen, fürchterlichen ripio, also Wellblech. Egal welche ich davon probiere um etwas Erleichterung zu bekommen, es ist grundsätzlich die falsche Spur!
    Während sich nördlich, also hinter mir und östlich, also hinter den Bergen zur östlichen Lagunenroute, schwere und riesige schneeweiße Wolkentürme aufbauen, bleibt der Himmel über mir in der unsagbar klaren Luft einfach nur tiefblau!

Abschied von der Laguna HondaAbschied von der Laguna Honda

MorgenstimmungMorgenstimmung
die Hochebene auf 4.500 ist erreicht
die Hochebene auf 4.500 ist erreicht

schwere, schneeweiße
                      Wolkentürme bauen sich aufschwere, schneeweiße Wolkentürme bauen sich auf

Ripio und WolkentürmeRipio und Wolkentürme

..das Ding mit den Spuren...

Es gibt also nicht mehr 2 oder 3 parallel verlaufende Hauptpisten, sondern über die gesamte verfügbare Breite von Hunderten von Metern auch Hunderte von Spuren. Verantwortlich sind die Tourveranstalter, die die Touristen tagtäglich zu Hunderten durch die Lagunenrouten karren. Da die Hauptspuren meist so brutal durch Wellblech zerstört sind, sucht sich jeder Geländewagen seine eigene Spur! Die -im Gegensatz zu einem Truck- federleichten Geländewagen brettern bei solchen Gelegenheiten mit 50 - 60 Sachen über die Pisten und die Räder entwickeln dabei in einer Mischung aus Bodenunebenheiten und Schwingungsverhalten der Federung "harmonische Eigenschwingungen", stampfen dann in dieser Frequenz immer wieder in den Untergrund und vertiefen dabei mit jeder Durchfahrt das Wellblech.
Dann reichen wenige Tage und der im Altiplano immerwährende Wind, der spätestens am Mittag einsetzt und erst am Abend wieder zur Ruhe kommt, um in den Spuren immer tieferes Wellblech, wie die Rippeln durch die Wellen am Strand, zu erzeugen.

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Laguna Colorada

Nach 40 langen Kilometern auf 4.500 Metern geht es dann spürbar bergab zur Laguna Colorada - bis ich vor einer geschlossenen Schranke stehe. Im Rangerbüro muß ich 150 Bolivianos (nicht Pesos!), immerhin fast 20 €, für den Nationalpark bezahlen. Als ich die sehr nette und bemühte Rangerin/Beamtin/Kassiererin dann bitte, mir die Schranke auch zu öffnen, werde ich an das nächste kleine Häuschen verwiesen, wo ich noch einmal weitere 25 BOL`s für was-auch-immer los werde...


die gesamte Hochebene scheint nur aus parallelen Spuren zu bestehendie gesamte Hochebene scheint nur aus parallelen Spuren zu bestehen

..und die Berge aus
                        allen Farben, die Pastelltöne nur liefern können..und die Berge aus allen Farben, die Pastelltöne nur liefern können
unendliche
                      Weiten vor und hinter mirunendliche Weiten vor und hinter mir

..während die gesamte
                        östliche Lagunenroute anscheinend mit einem Wolkenmeer geflutet wird..während die gesamte östliche Lagunenroute anscheinend mit einem Wolkenmeer geflutet wird

Zwanzig Minuten nach dem Eintritt in den Nationalpark stehe ich jedoch am nördlichen Mirador (Aussichtspunkt) der Laguna Colorada auf 4.362 Metern, wo ich mit dem Wanderer auch übernachten darf und werde - und komme aus dem Staunen über die intensiven Farben der Lagune gar nicht mehr heraus. Der 60 km² große See ist dabei nur 35 cm bis maximal eineinhalb Meter tief...
        ..wenn nur der fürchterliche Wind nicht wäre! Jetzt, wie üblich am Nachmittag, entwickelt er sich immer mehr zu einem kleinen Orkan, verstärkt noch dadurch, daß der Mirador durch ein steiles und hohes Ufer oberhalb der Lagune liegt und der Wind wie auf einer Rampe über die Kuppe fetzt. Ganze zwei Mal traue ich mich für meine Fotoexkursionen aus dem Wanderer, bevor ich erst einmal wieder die Fahnen strecken muß.

Laguna Colorada
Laguna Colorada


keine
                      Panoramabilder...keine Panoramabilder...
..aber trotzdem
                        sehenswert..aber trotzdem sehenswert


der
                      Wanderer vor der unwirklichen Kulisse der Laguna Coloradader Wanderer vor der unwirklichen Kulisse der Laguna Colorada

Farben ohne EndeFarben ohne Ende

Während ich im vom Wind gebeutelten Wanderer sitze und meine Fotos und Videos auf meinen Rechner lade, treffen immer wieder ganze Schübe von jeweils 3-6 Geländewagen von Touranbietern am Mirador ein und spucken je Fahrzeug bis zu 6 (!!!) Touris aus. Amüsiert kann ich aus meinem Fenster sehen, wie sie oft in T-Shirt & Shorts aus den Fahrzeugen klettern, ihre verkrampften Muskeln strecken und dann schnell bis an das Steilufer vorrücken. Dort werden dann reihenweise Selfis mit der rot leuchtenden Lagune im Hintergrund gemacht und wenn dann spätestens nach 3 bis 5 Minuten Arme & Beine ihre Gänsehautkontur angenommen haben, flüchten sie in das winzige Cafe am Mirador. Dann herrscht für 20 Minuten wieder Ruhe hier oben, bis sie sich danach in Scharen wieder in ihre Geländefahrzeuge quetschen und zum nächsten Highlight weiterdüsen. Das geht so bis 1800 Uhr, dann versiegt die Karawane der Touris und kurz darauf geht auch das Licht im Cafe aus, der Pickup der Betreiberin fährt ab und ich bin mit dem Wanderer absolut allein an diesem unglaublichen Ort!

Laguna Colorada
Laguna Colorada

Vicunjas am Ufer
Vicunjas am Ufer

friedliche Koexistenz in der Laguna Coloradafriedliche Koexistenz in der Laguna Colorada

VicunjaVicunja

Vor dem Schlafengehen hat sich der Wind wieder vollständig gelegt und ich mache, ebenfalls wie üblich, meinen letzten Gang nach draußen. Ohne irgendwelche Fremdlichter leuchtet die Milchstraße in unbeschreiblicher Klarheit und absoluter Stille über mir. Dieser Anblick ist für mich jedesmal so ergreifend, daß mich nur Kälte und Müdigkeit nach einigen Minuten wieder zurück in den Wanderer und ins Bett treiben. Eingemümmelt in meine warme Decke schaue ich durch die gläserne Dachluke weiter auf das strahlende Band über mir, nahr alsama' - Fluss des Himmels, wie die Beduinen in der Sahara die Milchstraße nennen.

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Südufer der Laguna Colorada

So malerisch es auch an der Laguna Colorada ist, der Tourismusrummel an dieser bekanntesten Lagune läßt mich schon am nächsten Morgen weiter ziehen. Ich umfahre den See, um noch das Südufer mit seinem schwerer erreichbaren Mirador (Aussichtspunkt) und zweitem legalen Parkplatz aufzusuchen. Früh am Morgen sind noch keine Touristen bis hier vorgedrungen und auch der Wind hat es noch nicht geschafft. Doch ohne Wind wird der nur wenige hundert Meter lange Aufstieg zum Mirador bereits zu einem Atem-raubenden Fußweg in der unbarmherzig brennenden Sonne. Ganz allein kann ich die einem surrealistischen Maler entsprungene Landschaft noch lange in mich aufnehmen, bevor ich tiefer unten die ersten weiteren Fahrzeuge ausmachen kann, die den Parkplatz ansteuern. Für mich das Zeichen zum Aufbruch, da noch ein weiterer Paß und etliche, lange Kilometer bis zu meinem nächsten Ziel vor mir liegen...

das
                      Südufer der Laguna Colorada liegt vor mirdas Südufer der Laguna Colorada liegt vor mir

in der noch
                        tiefstehenden Sonne zeigen sich ganz besondere Kontrastein der noch tiefstehenden Sonne zeigen sich ganz besondere Kontraste
die
                      tiefen Spuren im Staub lassen nicht mehr jedes Fahrzeug                      passierendie tiefen Spuren im Staub lassen nicht mehr jedes Fahrzeug passieren

Spiegelungen in der noch
                        tiefstehenden SonneSpiegelungen in der noch tiefstehenden Sonne
Farben und Muster eines surrealistischen
                      Malers
Farben und Muster eines surrealistischen Malers

Südufer der Laguna Colorada
Südufer der Laguna Colorada

die
                      Flamingos lieben diese Algendie Flamingos lieben diese Algen

alte Steinhütte, die der Zeit anscheinend seit Ewigkeiten trotzt
alte Steinhütte, die der Zeit anscheinend seit Ewigkeiten trotzt

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es geht weiter...

..das heutige Ziel, die Laguna Vinto, ist noch 44 lange Pistenkilometer und einen weiteren Paß entfernt. Zudem kriecht die Sonne -durch meinen Auffenthalt am Südufer der Laguna Colorada- bereits auf Mittag zu und steht nahezu senkrecht über mir! Bevor es auf der nächsten Seite dann weiter geht, hier noch ein kurzes Video zur Laguna Colorada:

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