![]() nur aus der Vogelperspektive sind solche Strukturen zu erkennen ![]() Synapsen zwischen Neuronen...? |
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Lagunenroute > Hedionda Laguna HediondaNach der Laguna Pastos Grandes brechen wir
mit unseren beiden Steyr`n auf um
den westlichen Arm der Lagunenroute zu erreichen. Bald darauf
geht`s wieder steil bergauf und der Anteil an brutalem Wellblech
steigt ebenfalls wieder fürchterlich an! Es folgen extreme
Steilstücke mit grauenhaften Steinen und engsten Haarnadelkurven,
die genauso breit wie unsere Fahrzeuge sind und die wir nur
zentimeterweise im Kriechgang bewältigen können.
...dann kommt die Laguna Hedionda in Sicht - und mit ihr wieder hunderte von Flamingos!
Am Nachmittag ist es geschafft und wir
stehen bei einem Wind, der nur noch mit viel gutem Willen nicht
als heftigster Sturm bezeichnet werden kann, an unserem neuen
Stellplatz auf 4.178 m oberhalb der Laguna Hedionda.
Inzwischen schon zur zwingenden Notwendigkeit geworden, habe ich den Wanderer mit der Front wieder nach Osten, in Richtung des Sonnenaufgangs ausgerichtet, damit die Morgensonne die über Nacht tiefgekühlte Maschine am nächsten Morgen "auftauen" kann. Kurz darauf treibt mich jedoch mein unbezwingbarer Forscherdrang auf eine neben mir liegende Anhöhe. Natürlich will ich wissen, was dahinter liegt und wie der brave Wanderer von dort oben aussieht. Was daheim in Deutschland ein netter Spaziergang wäre, ist hier, in der Höhe, eine kräftezehrende Angelegenheit und immer wieder muß ich an dem alles andere als flachen Hang anhalten, um den pochenden Herzschlag und das gierige Schnaufen nach Luft wieder zu beruhigen... aber so ist das nun einmal, wenn man versucht, einzelne Fußstapfen von Alexander von Humboldt (dessen Name in Südamerika oft anzutreffen (z.B. der Humboldt-Strom entlang der Pazifikküste) und immer noch bekannt ist! Wen`s interessiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt) zu finden und ihnen zu folgen... PS: Meine Kartoffeln, die gestern über 1 Stunde im Wasser kochten, weigerten sich auch heute in der Pfanne hartnäckig, etwas braun zu werden! Sie wurden zwar außen, hm, ziemlich trocken, aber nicht wirklich braun...
![]() das zerrissene Salz strahlt grellweiß wie Eis Dienstag, 11. Nov. `25, der Wanderer
und ich sind wieder allein! Heute Morgen haben Marc &
Doro und ich uns mit vielen guten Wünschen nach zehn Tagen, an
denen wir zusammen unterwegs waren, verabschiedet. Die beiden
haben nur vier Monate Zeit,
um Südamerka zu entdecken und hängen
schon weit hinter ihrem anvisierten Zeitplan zurück. Für mich ist
es nach diesen intensiven gemeinsamen Erlebnissen schon ein
komisches, ein etwas leeres Gefühl, auf einmal wieder allein zu
sein. Zum Glück habe ich nicht nur viel Erfahrung damit, sondern
für mich auch wieder die schon ein wenig vermißte Muße, meine
Erlebnisse und jeden einzelnen Moment wieder in der Intensität
wahrzunehmen, die ich brauche und liebe. Muße, auch die vielen
Arbeiten und Kleinigkeiten nachzuholen, die bei mir in den letzten
Tagen liegen geblieben sind und die man sich zu zweit eben teilen
kann.
![]() Spiegelungen, Pastellfarben und die winzigen Punkte der Flamingos |
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Lagunenroute > Laguna Ukhuqucha (Honda) Laguna Ukhuqucha (Honda)Mittwoch, der 12. Nov. `25, nach
zweieinhalb Tagen an der Laguna Hedionda werde ich heute wieder zu
neuen Ufern aufbrechen! Der Wanderer ist
bereits fahrbereit, als ich in der offenen Tür zwei junge
Fahrradfahrer sehe, die mich auch gleich auf deutsch ansprechen.
Max & Luca aus Mühlheim haben von der Piste aus mein
Nummernschild erkannt und so haben wir noch eine ganze Weile über
unsere unterschiedlichen Touren und Erlebnisse geplaudert. Zum
Abschied koche ich ihnen noch 1 Liter Wasser für ihre
Tee-Thermoskanne und dann geht`s wirklich los.
Der Steyr ist,
wie schon gewohnt, ein wenig zickig und widerwillig angesprungen,
war aber dankbar, daß er vorher in der Sonne bereits seine
Vorderseite aufwärmen konnte. Schon nach wenigen Kilometern
erreiche ich die nächste Lagune, die Laguna
Ukhuqucha (Honda) und bin sofort begeistert! Von der
Piste, weit oberhalb, kann ich eine Halbinsel sehen, die weit in
die Lagune hinausläuft - und eine kleine Piste, die genau dorthin
führt. Ohne noch großartig überlegen zu müssen, rollt der Wanderer
freudig über die kleinen Hindernisse und wir beziehen
unseren neuen, exponierten Platz, weit vorn auf der Halbinsel. Es
waren diesmal ganze sechs Kilometer Strecke... ein neuer Rekord
Nach einem herrlichen Frühstück will ich mit frischen Kräften mein neues Zuhause erkunden und bin kaum vor der Tür, als ich die Vicunjas sehe, die gerade weniger als zwanzig Meter vom Wanderer entfernt am Hang stehen und grasen! Ich wundere mich allerdings sehr, was es dort überhaupt zu knabbern gibt, wo ich doch nichts anderes als Steine sehe... Aber vermutlich wundern sich die Vicunjas später auch als sie mich dabei sehen, wie ich frisches Öl in dieses gelbe, eckige Ding, den Steyr, schütte anstatt es zum Braten zu verwenden... Jetzt jedenfalls gehe ich an meiner Privatbucht am Ufer der Laguna entlang, direkt über das bei jedem Schritt knirschende Salz. Weit von der Halbinsel entfernt, sitze ich dann auf einem tiefschwarzen, basaltischen Felsen und versuche wieder einmal zu begreifen, wo ich hier eigentlich bin... Um mich herum ist eine unwirkliche, exotische Welt aus Bergen in unterschiedlichsten Farben, von Braun, über Rot und Gelb bis zu Weiß. Vor mir strahlt die Laguna in der senkrecht einfallenden Sonne grellweiß durch das kristallisierte Salz an ihren Ufern, wird dann türkis im Wasser und auf der gegenüber liegenden Seite leuchtend gelb von stark schwefelhaltigen Einschlüssen. Etliche Meter von mir entfernt beäugt mich eine kleine Herde Vicunjas mißtrauisch und vor mir staksen Flamingos in der extrem salzigen Brühe um ihr Futter auszuseien. Wenn der Wind für einen Moment nachläßt, ist nichts, überhaupt kein Geräusch zu vernehmen - absolute Stille...
Am Abend habe ich dann `mal wieder mein
Leib- und Magengericht, Linsensuppe, gekocht und dabei in meinen
Physikkenntnissen gekramt: Mein Dampfkochtopf hat doch ein
federgespanntes Druckventil... also müßte sich doch -völlig
unabhängig vom kaum noch vorhandenen Restluftdruck in dieser Höhe-
innerhalb des Topfes genau der Druck aufbauen, der auch
bei mir in Deutschland über dem Ceranfeld entstehen würde...
oder? Jedenfalls bin ich davon überzeugt und als das Ventil ganz
aus dem Topf herauslugt, stelle ich -wie gewohnt- das Gas ab,
schreibe noch ein bischen an diesen Zeilen und öffne dann mein
Überraschungspaket... und, was soll ich sagen, meine Theorie hat
den Praxistest mit Bravour bestanden und ich konnte eine herrlich
heiße und durchgegarte Suppe schlürfen!
Wie jetzt schon seit mehr als drei Jahren
gehe ich auch diesen Abend vor dem zu Bett gehen noch nach draußen
- in die bittere Kälte und den Wind des Abends. Nirgendwo ist auch
nur der Hauch von menschlicher Beleuchtung zu erkennen. Über mir
steht dagegen die gesamte Milchstraße als ein Meer von Sternen am
Himmel. Das ihnen so selbstverständlich zugeschriebene Funkeln,
gibt es hier aber nur bei Sternen, die in der Nähe des Horizonts
stehen! Dieses sonst übliche Funkeln entsteht in der Atmosphäre
durch Bewegungen der Luft, die das Licht der Sterne ständig
minimal ablenken und brechen. Hier aber, in der Höhe des
bolivianischen Altiplano, liegt bereits der dichteste Teil der
Atmosphäre unter mir und so glänzen abertausende von Sternen über
mir nahezu ohne jedes Funkeln, dafür in einer kaum zu fassenden
Klarheit und Pracht. Leider habe ich es immer noch nicht
geschafft, meine nagelneue Kamera, vollgestopft mit Elektronik und
automatischen Funktionen dazu zu bringen, die ganze Reihe von
manuellen Einstellungen für solche Bilder ohne ihr Eingreifen zu
akzeptieren... Daher immer noch kein Bild dieses unglaublichen
Sternenhimmels...
![]() Sonnenaufgang an der Laguna Honda
Noch eine kleine Anekdote am Rande: In den
letzten Tagen war ja herzlich wenig Zeit, die kleinen und banalen
Aufgaben zu erledigen... Heute habe ich auch endlich die Zeit,
meinen inzwischen schon weit mehr als 3-Tage-Bart `mal wieder zu
stutzen. Da der E-Rasierer bei der wuchernden Pracht keine Chance
mehr hätte, muß also der gute, alte Naßrasierer den Job erledigen!
Das Problem ist nur: In der extrem trockenen Höhenluft hier oben,
verdunstet das Wasser schneller, als ich es festhalten könnte...
mit dem Effekt, daß ich schon nach einer Minute keinen
Rasierschaum, sondern nur noch einen ausgetrockneten, bröseligen
Belag im Gesicht habe, mit dem sich der Rasierer einfach nicht
anfreunden will...
![]() die Sonne kriecht mit warmen Farben noch über die Berge |
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Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > 4. Törn > westliche Lagunenroute > weiter es geht weiter... Am Freitag, dem 14. Nov. `25, nehme ich
Abschied von meiner Halbinsel in der Laguna Honda. Seit einigen
Tagen schon habe ich immer wieder über meinen verbliebenen
Dieselbestand in den Tanks gegrübelt und die verschiedenen
Optionen abgewogen. Das Problem ist, daß es in Bolivien ohne
Beziehungen für Touristen nur sehr schwer möglich ist, an Diesel
zu kommen. Ich habe noch in Argentinien vollgetankt und bin
seitdem über 700 Kilometer unterwegs. Das ist für den Wanderer
normalerweise kein Problem, hier, auf der Lagounenroute
aber schon! Der Grund liegt einfach darin, daß ich seit Uyuni
ausschließlich auf sehr schlechten Pisten mit sehr langsamer
Geschwindigkeit unterwegs bin... und der Steyr
macht leider keinen Unterschied, ob ich mit 2.000
Umdrehungen/min auf einer Landstraße unterwegs bin und Kilometer
"mache", oder mit 2.000 rpm auf einer Piste und dabei pro Stunde
nur 20 Kilometer weit gekommen bin! Die Entscheidung ist jetzt
gefallen: Ich werde die gesamte Lagunenroute nach Süden hin weiter
fahren, dann den Paso Hito Cajones
von Bolivien nach Chile überqueren und hier dann nach San
Pedro de Atacama fahren und damit die erste erreichbare Tankstelle ansteuern.
Zuvor aber erwarten mich noch die spektakulärsten Pässe und Lagunen im äußersten Südwesten Boliviens! ..ach, und euch das Video der letzten Tage! Dieses Video liegt in FullHD vor weiter mit dem 4.
Teil der Lagunenroute
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