aktuelle,
zoombare Routenkarte
des 4. Törns, Stand min. 12.02.2026
oder neuer Am Dienstagmorgen, dem 10. Feb. `26, überquere ich mit dem Wanderer den Salar de Maricunga und steuere die chilenische Grenzstation an. Nach fast drei Monaten in Chile, von fast 5.200 Metern auf dem Chajnantor Plateau bis auf Meereshöhe an den Küsten des pazifischen Ozeans, verlasse ich jetzt das Land und werde erst fast 200 Kilometer später die argentinische Grenzstation erreichen! Nach den Grenzformalitäten liegen immer noch fast 140 Kilometer Fahrt und weitere 600 Höhenmeter bis zu meiner letzten Station vor dem Paso de San Francisco, der Laguna Verde, vor mir. |
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weitere Höhenmeter Ausreise aus Chile und weitere Höhenmeter...An diesem Morgen zeigt mein Thermometer im
Wanderer beim Aufstehen eine
Außentemperatur von -2,5° an! Die Höhe von 3.808 Metern am Salar de Maricunga macht sich deutlich
bemerkbar und ich bin wieder einmal heilfroh, daß meine Heizung
auch in dieser extremen Höhe zuverlässig arbeitet.
Auf meinen Drohnenaufnahmen von gestern konnte ich eine Piste erkennen, die in Schlangenlinien mitten über den Salar führt und im Navi nicht aufgeführt ist. Natürlich gehört es zum guten Geist meines Abenteuer`s PanAmericana, daß ich genau diese Route befahre, um auf die andere Seite des Salar`s und damit zur chilenischen Grenzstation zu kommen... Es ist schon etwas besonderes, mit meinem 10-Tonner direkt über die Salzoberfläche zu fahren! Alles in mir schreit, daß ich über Schnee oder Eis fahre und vor jeder Kurve fahre ich aus Angst, geradeaus zu rutschen, extrem langsam. Es brauchte schon einige Kilometer, bis ich mir der Griffigkeit der Salzoberfläche sicher war. Ohne Probleme erreiche ich die chilenische Grenzstation. Die Formalitäten mit Weiterhin auf chilenischem Staatsgebiet, liegen insgesamt noch 136 Kilometer in einer grandiosen und beeindruckenden Landschaft bis zu meinem heutigen Tagesziel, der Laguna Verde auf 4.408 Metern Höhe, vor mir. So eine riesige Strecke bis zur eigentlichen Grenze nach Argentinien, die ich damit immer noch nicht erreicht habe, ist einfach der Tatsache der gewaltigen Höhe geschuldet, die nicht mehr jeder, selbst nach entsprechender Anpassung, problemlos ertragen kann. Mit anfangs nur moderater Steigung geht es auf der gut ausgebauten Ruta langsam weiter in die Höhe, vorbei an einem kleinen Naturwunder, der Cascada del Río Lomas. Mitten durch die extrem trockene, lebensfeindlich erscheinende Landschaft, schlängelt sich ein gelb-grünes Band aus intensivstem Pflanzenbewuchs und in dessen Mitte der Fluß. Tief unten im Tal prasselt er mit seiner Seltenheit, nämlich reinstem Süßwasser, über eine Reihe von Felsstufen hangabwärts.
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick - der Río Lomas schlängelt sich als gelb-grünes Band durch die Landschaft. Im Hintergrund links die ersten 6.000-er
Nach der Cascada ist`s wieder einmal vorbei
mit Lustig - es geht erneut knackig bergauf, während der
Straßenzustand in gleichem Maße abnimmt. Fürchterliche Löcher in
der Fahrbahndecke zwingen mich zu höchster Aufmerksamkeit. Was
aber gleich bleibt, ist die unglaublich faszinierende Bergwelt,
durch die ich fahre.
Dann ist es soweit! Mitten in der vollkommenen Dominanz aller denkbaren Rot- und Gelbtöne der Berge um mich herum, strahlt urplötzlich eine völlig ebene Fläche in einem absolut unwirklich leuchtenden Türkis - die Laguna Verde. Da ich nur alle 10 Minuten `mal ein anderes Fahrzeug sehe, kann ich es mir leisten, bei dem Gefälle hinunter zur Laguna den Wanderer einfach im Schleichgang rollen zu lassen. Das Bild vor mir ist so außergewöhnlich, daß es wie ein Traum erscheint...
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick - die Laguna Verde und der Vulkan Cerro Laguna Verde mit über 5.900 Metern In der Mitte des Seeufers weist mein Navi
eine
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Laguna Verde Laguna Verde - die letzte Station vor dem Paso de San FranciscoSofort nach der Ankunft begebe ich mich auf
eine erste Entdeckungstour in meinem neuen Reich. Bei dem Kontrast
von der leuchtenden türkisfarbenen Laguna zu den gelben und roten
Felsen, dem unfaßbar klaren und blauen Himel und den Riesen der
6.000-er in meiner Nachbarschaft, meine ich immer noch zu träumen!
Lange verweile ich an den verschiedenen Stellen und kann nicht
fassen, welche Welt sich da vor meinen Augen ausbreitet...
Der höchste Berg der Alpen, der Mont Blanc wäre mit seinen 4.810 Metern nur einer der vielen anderen Hügel in meiner Nachbarschaft... nur, um ab und zu `mal an die Relationen zu erinnern... während der vor meiner Front aufragende Incahuasi mit seinen mehr als 6.600 Metern schon fast 2.000 Meter höher ist als der Mont Blanc, dem mit Abstand höchsten Berg der Alpen. Der einzige Wermutstropfen in dieser paradiesischen Szenerie ist... der Wind! Jetzt, am Nachmittag, frischt er immer mehr auf und entwickelt sich zu richtigen Orkanböen, die über die Ebene peitschen. Es wird so heftig, daß ich sogar zurück in den Wanderer flüchten muß...
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick von meinem Stellplatz über die Laguna Verde Obwohl
ich es bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit immer
wieder erwähne, muß ich es erneut loswerden: Der
GlobalWanderer lebt
-neben meinen literarischen Ergüssen- von den Bildern auf diesen Seiten! Sie vernünftig zu präsentieren, also zu vergrößern und zu scrollen, mache ich mir viel Arbeit. Sie zu sehen und hoffentlich manchmal auch bewundern zu können, braucht es einen vernünftigen Monitor an einem PC! Handy`s mit ihrem Daumenkino sind dabei nicht nur völlig überfordert, sondern die Betriebssysteme Android und IOS können die Scripte zur grafischen Darstellung auch NICHT umsetzen!
![]() am Abend werden die Schatten um mich herum immer länger |
![]() die Laguna Verde vor dem Sonnenaufgang am nächsten Morgen Am nächsten Morgen, Mittwoch, dem 11. Feb.
`26, ist die Welt schon längst wieder in Ordnung. So verläßlich
wie der Wind hier in den Anden ist, hat er sich genauso wie ich,
schon am Abend zuvor wieder schlafen gelegt. Eben-falls wie
üblich, sind die Temperaturen in dieser Höhe in der vollkommen
klaren, extrem dünnen Luft und ohne eine schützende Wolkendecke,
beständig gesunken und beim Aufstehen zeigt mein Außenthermometer
milde -3,6°. Sofort nach dem Aufstehen schalte ich meine Heizung
ein und warte gespannt und immer noch etwas verunsichert auf die
entstehenden Geräusche in der ansonsten völligen Lautlosigkeit um
mich herum... klicken... summen und dann das leise Pfeifen der
langsam hochdrehenden Turbine... Dann der entscheidende Moment:
Ein rhythmisches Klacken setzt ein - die Dieselpumpe der Heizung
springt an! Sekunden später die riesige Erleichterung! Das Klacken
bleibt beständig, bricht nicht wieder ab und jetzt springt auch
die Umwälzpumpe an, um das erzeugte Heißwasser durch meine
Leitungen zu pumpen...
Das alles ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit! Als ich den Wanderer gebaut habe, gab es für meine Diesel-Wasser-Heizung noch keine Höhenanpassung und so ist die Anlage in den Anden permanent ausgestiegen. Bei meinem letzten Heimaturlaub in Deutschland habe ich eine neue, aktuelle, höhenfeste Heizung gekauft und sie beim Start in diesen 4. Törn im Abenteuer PanAmericana, in den Wanderer eingebaut. Auf der Lagunenroute in Bolivien hatte ich jedoch leider nicht so viel Glück. Bei Temperaturen von unter -10° und mehrfach Höhen bis 4.500 Metern, mußte ich wegen Versagen der Heizung, die "nur" bis 4.000 Meter Höhe ausgelegt ist, so manches Mal bitterlich im Fahrzeug frieren. Als ich dann wegen der Reparatur meines Anlassers in San Pedro de Atacama einen Zwangsurlaub einlegen mußte, habe ich jedoch die Ursache für den eiskalten Ärger, die Dieselversorgung meiner Heizung, komplett umgebaut. Erst jetzt, fast drei Monate nach diesem Umbau und der aktuellen Höhe von wieder fast viereinhalbtausend Metern sowie Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes, erhalte ich die Bestätigung dafür, daß meine Überlegungen und mein handwerklicher Einsatz Erfolg haben...
..genau die richtigen Bedingungen um meine
kleine Drohne steigen zu lassen, bevor der Wind irgendwann am
Vormittag wieder einsetzt! Zuvor noch ein schnelles Frühstück, bei
dem ich beim vernehmlichen "Plopp" des Marmeladenglases schon
wieder Grinsen muß... die Höhe eben... auch der frisch gebrühte
Kaffee ist nur noch lauwarm, sobald er in der Tasse gelandet ist!
Immerhin kocht das Wasser hier auf fast viereinhalbtausend Metern
ja bereits bei nur 85°! Klar denke ich auch an das Essenkochen
später am Tag - die Kartoffeln werden wieder eine ganze Stunde im
Topf verbringen müssen bis sie wirklich gar sind! Aus Erfahrung
gehe ich zwischen meinen Bissen auch ins Bad und drehe die
Zahncremetuben und die mit der Sonnenmilch erst einmal um, bevor
ich später, wenn ich nicht mehr daran denke, keine böse
Überraschung beim Öffnen erlebe und mir durch den Überdruck aus
geringeren Höhen der halbe Inhalt entgegenschießt!
Während um mich herum jeder besserer Hügel ein 5.000-er und jeder Berg ein 6.000-er ist, warnt die Drohne zwar vor der großen Höhe, steigt aber artig in die Luft und wir gönnen uns drei komplette Flüge in den tiefblauen Himmel und über die Laguna Verde. Anscheinend sind Illapa und Kon, die zuständigen Wettergötter der Inka`s auf meiner Seite... nach dem letzten Flug bringe ich die Drohne sicher auf den Boden. Kaum bin ich allerdings wieder im Wanderer um die leeren Akkus ans Ladegerät zu hängen, frischt der Wind urplötzlich wieder in bekannter Stärke auf! ![]() durch den frühen Drohnenstart kann ich auch die Spiegelungen auf der Oberfläche der Laguna noch besser einfangen
![]() die Laguna Verde - im Hintergrund die drei Vulkanriesen: v.l.n.r. der Nevado San Francisco > 6.000, Incahuasi > 6.600 und Cerro Mulas Muertas (Berg der Toten Maultiere) > 5.900 |
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Am Nachmittag ziehe ich dann wieder die
schweren Wanderstiefel an. Der unscheinbare 4.500-er hinter dem Wanderer, den ich weiter oben schon für
diese kleine Geschichte erwähnt habe, läßt mich einfach nicht in
Ruhe! Natürlich wäre ich nicht ich und das Abenteuer
PanAmericana wäre kein Abenteuer, wenn ich den nicht
erklimmen würde! Nur macht es mir dieser Brocken nicht gerade
leicht! Nachrutschendes Geröll am Hang und eine brutale
Kletterpartie auf den letzten Höhenmetern an der senkrechten
Abbruchkante fordern mich heraus. Dafür werde ich mit einer ganz
besonderen Aussicht von der dahinter liegenden Hochebene auf den
tief unter mir stehenden Wanderer belohnt,
der so winzig geworden ist, daß ich ihn anscheinend mit einer
Pinzette greifen müßte.
öffnen des Panoramas mit Mausklick verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick - der Ruf des Abenteuers... genau da muß ich einfach hoch...
![]() in der tiefstehenden Abendsonne stauen sich wieder schwere Wolken über dem mächtigen Incahuasi Die Sonne ist schon lange unter dem
Horizont verschwunden und über mir breitet sich wieder der
unfaßbar brilliante Sternenhimmel der Südhabkugel aus. Was sich
aber bereits am Tag angekündigt hat, die riesigen, schweren Wolken
im Osten, über Argentinien, meinem nächsten Ziel, sind auch jetzt
über den Vulkanen. Alle zwei bis drei Sekunden leuchten sie grell
auf, weil sich mächtige Gewitterstürme in ihnen entladen... Was
wird mich dort in den nächsten Tagen wohl erwarten...?
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Donnerstag, der 12. Feb. `26, um mich herum
ist wieder eine vollkommene Stille und Bewegungslosigkeit - kein
einziger Windhauch und keine Grashalme, die sich sanft wiegen
könnten, kein einziges Tier, das dieser in der Zeit gefrorenen
Welt wieder Leben einhauchen könnte. Im Osten, hinter den
mächtigen Vulkanen, die die Laguna Verde
von Argentinien abschirmen, stehen wieder riesige Wolkenmassive.
Ihre Bewegungen sind für mich viel zu langsam, als das ich sie
wahrnehmen könnte.
Heute ist mein letzter Tag in Chile und an dieser verzauberten Laguna auf einem der Dächer unserer Welt und ich gehe auf eine allerletzte Entdeckungstour. In weitem Bogen umrunde ich die steilen Felsen an meinem Stellplatz, um direkt zum Ufer der Laguna zu kommen. Mit ihrem intensiven Rot erwarten mich völlig unwirkliche Felsen in ihrem aberwitzigen Kontrast zum grellen Weiß des salzbedeckten Ufers und dem Türkis der Laguna. Jeder größere Hügel um mich herum ist ein 5.000-er, jeder dieser Berge ein 6.000-er und einige arbeiten, um an die "7" vor dem Punkt heranzuwachsen. Sie haben gute Chancen, genau das in den nächsten Jahrtausenden, wenn ich schon längst in der Zeit vergessen und jede Spur von mir verweht ist, auch zu schaffen. Wie ich schon bei den Granito Orbiculares erwähnt habe, schiebt sich die pazifische Nasca-Platte mit nicht versiegender Macht unter den südamerikanischen Kontinent und hebt dabei das längste Gebirge der Welt, die Anden, immer weiter in die Höhe...
![]() flaches, durchsichtiges Wasser im Nebenarm der Laguna - dahinter der Cerro Laguna Verde, dem nur noch ein paar Meter an den 6.000 fehlen |
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weiter es geht weiter.....tatsächlich an einem Freitag, dem 13.
Feb. `26, verlasse ich mit dem Wanderer
die spektakuläre Laguna Verde und
fahre die letzten 400 Höhenmeter zum Paso
de San Francisco, auf dem auch die tatsächliche Grenze
zwischen Chile und Argentinien verläuft. Über mir strahlt der
Himmel noch in seinem intensivsten Blau, während ich mit jedem
Höhenmeter immer mehr massive Wolkenbänke in Richtung Argentinien
vor mir sehe...
An dieser Stelle natürlich noch das Video mit den Eindrücken von der Laguna Verde, bevor es über den Paß in die argentinische Puna geht: Dieses Video liegt in FullHD vor hier geht`s weiter mit dem Paso de San Francisco und den Lagunas der argentinischen Puna |