Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Paso de San Francisco - Teil II
Lupealle Bilder können -wie gehabt- mit einem Mausklick vergrößert und wieder geschlossen werden
HandyVerbot Handy`s haben auf diesen Seiten nichts verloren und sehen sowieso nur einen Bruchteil dessen, was wirklich zu sehen ist!

Paso de San Francisco - Teil II

Routenkarte-2025-12-31 aktuelle, zoombare Routenkarte des 4. Törns, Stand min. 12.02.2026 oder neuer

Am Dienstagmorgen, dem 10. Feb. `26, überquere ich mit dem Wanderer den Salar de Maricunga und steuere die chilenische Grenzstation an. Nach fast drei Monaten in Chile, von fast 5.200 Metern auf dem Chajnantor Plateau bis auf Meereshöhe an den Küsten des pazifischen Ozeans, verlasse ich jetzt das Land und werde erst fast 200 Kilometer später die argentinische Grenzstation erreichen!
    Nach den Grenzformalitäten liegen immer noch fast 140 Kilometer Fahrt und weitere 600 Höhenmeter bis zu meiner letzten Station vor dem Paso de San Francisco, der Laguna Verde, vor mir.

Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Paso de San Francisco - Teil II > weitere Höhenmeter

Ausreise aus Chile und weitere Höhenmeter...

An diesem Morgen zeigt mein Thermometer im Wanderer beim Aufstehen eine Außentemperatur von -2,5° an! Die Höhe von 3.808 Metern am Salar de Maricunga macht sich deutlich bemerkbar und ich bin wieder einmal heilfroh, daß meine Heizung auch in dieser extremen Höhe zuverlässig arbeitet.
    Auf meinen Drohnenaufnahmen von gestern konnte ich eine Piste erkennen, die in Schlangenlinien mitten über den Salar führt und im Navi nicht aufgeführt ist. Natürlich gehört es zum guten Geist meines Abenteuer`s PanAmericana, daß ich genau diese Route befahre, um auf die andere Seite des Salar`s und damit zur chilenischen Grenzstation zu kommen...
    Es ist schon etwas besonderes, mit meinem 10-Tonner direkt über die Salzoberfläche zu fahren! Alles in mir schreit, daß ich über Schnee oder Eis fahre und vor jeder Kurve fahre ich aus Angst, geradeaus zu rutschen, extrem langsam. Es brauchte schon einige Kilometer, bis ich mir der Griffigkeit der Salzoberfläche sicher war.
    Ohne Probleme erreiche ich die chilenische Grenzstation. Die Formalitäten mit MigracionesEin-/Ausreise und AduanaZoll sind wieder einmal total zügig und die "Kontrolle" des Wanderer`s war oberflächlich und wohl mehr dem Interesse geschuldet, so ein Fahrzeug einmal von innen zu sehen...
    Weiterhin auf chilenischem Staatsgebiet, liegen insgesamt noch 136 Kilometer in einer grandiosen und beeindruckenden Landschaft bis zu meinem heutigen Tagesziel, der Laguna Verde auf 4.408 Metern Höhe, vor mir. So eine riesige Strecke bis zur eigentlichen Grenze nach Argentinien, die ich damit immer noch nicht erreicht habe, ist einfach der Tatsache der gewaltigen Höhe geschuldet, die nicht mehr jeder, selbst nach entsprechender Anpassung, problemlos ertragen kann.
    Mit anfangs nur moderater Steigung geht es auf der gut ausgebauten Ruta langsam weiter in die Höhe, vorbei an einem kleinen Naturwunder, der Cascada del Río Lomas. Mitten durch die extrem trockene, lebensfeindlich erscheinende Landschaft, schlängelt sich ein gelb-grünes Band aus intensivstem Pflanzenbewuchs und in dessen Mitte der Fluß. Tief unten im Tal prasselt er mit seiner Seltenheit, nämlich reinstem Süßwasser, über eine Reihe von Felsstufen hangabwärts.


    Panoramabild (Bedienung)HandyVerbot
öffnen des Panoramas mit Mausklick
verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben
schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick
-  der Río Lomas schlängelt sich als gelb-grünes Band durch die Landschaft. Im Hintergrund links die ersten 6.000-er



die Cascada del Río Lomas
die Cascada del Río Lomas

Farben und Formen wie aus einer
                        anderen Welt...
Farben und Formen wie aus einer anderen Welt...

Nach der Cascada ist`s wieder einmal vorbei mit Lustig - es geht erneut knackig bergauf, während der Straßenzustand in gleichem Maße abnimmt. Fürchterliche Löcher in der Fahrbahndecke zwingen mich zu höchster Aufmerksamkeit. Was aber gleich bleibt, ist die unglaublich faszinierende Bergwelt, durch die ich fahre.
    Dann ist es soweit! Mitten in der vollkommenen  Dominanz aller denkbaren Rot- und Gelbtöne der Berge um mich herum, strahlt urplötzlich eine völlig ebene Fläche in einem absolut unwirklich leuchtenden Türkis - die Laguna Verde. Da ich nur alle 10 Minuten `mal ein anderes Fahrzeug sehe, kann ich es mir leisten, bei dem Gefälle hinunter zur Laguna den Wanderer einfach im Schleichgang rollen zu lassen. Das Bild vor mir ist so außergewöhnlich, daß es wie ein Traum erscheint...

kurz vor der Laguna Verde
kurz vor der Laguna Verde

ich wende den Wanderer um über eine
                        Piste bis zur Laguna zu kommen...
ich wende den Wanderer um über eine Piste bis zur Laguna zu kommen...

    Panoramabild (Bedienung)HandyVerbot
öffnen des Panoramas mit Mausklick
verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben
schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick
- die Laguna Verde und der Vulkan Cerro Laguna Verde mit über 5.900 Metern


In der Mitte des Seeufers weist mein Navi eine Termasheiße Quellen zum Baden und Stellplätze aus, aber schon der erste Blick hinunter von der Straße läßt mich gruseln. Reihenweise PKW`s und Zelte knubbeln sich Seite an Seite auf dem alles andere als ebenen Uferstreifen. Viel zu sehr liebe ich die ungestörte Natur und Abgeschiedenheit ohne Menschenmassen, Grills, ständigem Geschnatter und Feiern bis tief in die Nacht hinein, laufende Stromgeneratoren und anderem, als daß ich hier auch nur eine einzige Minute nach einem freien Fleckchen suchen wollte. Sofort drehe ich den Wanderer auf der Straße und steuere zurück zu einer Piste, die ich bei der Vorbeifahrt aus dem Augen-winkel gesehen habe und die sich weit hinunter zum Ufer schlängelte. Wieder freue ich mich über die Zusammenarbeit von Unterbewußtsein und Bauch-gefühl: Direkt an der Kante eines Steilufers finde ich einen Platz, wie er traumhafter kaum sein könnte! Geschafft! Am frühen Nachmittag stehe ich auf 4.408 Meter an der Laguna Verde...

Blick von meinem Stellplatz am Ufer der Laguna Verde auf den Incahuasi mit seinen mehr als 6.600m
Blick von meinem Stellplatz am Ufer der Laguna Verde auf den Incahuasi mit seinen mehr als 6.600m
am Ufer der Laguna ist auch die kleine "Zeltstadt" zu sehen, in der ich wahrlich nicht stehen will...

der Wanderer vor der Laguna Verde
der Wanderer vor der Laguna Verde

Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Paso de San Francisco - Teil II > Laguna Verde

Laguna Verde - die letzte Station vor dem Paso de San Francisco

Sofort nach der Ankunft begebe ich mich auf eine erste Entdeckungstour in meinem neuen Reich. Bei dem Kontrast von der leuchtenden türkisfarbenen Laguna zu den gelben und roten Felsen, dem unfaßbar klaren und blauen Himel und den Riesen der 6.000-er in meiner Nachbarschaft, meine ich immer noch zu träumen! Lange verweile ich an den verschiedenen Stellen und kann nicht fassen, welche Welt sich da vor meinen Augen ausbreitet...
    Der höchste Berg der Alpen, der Mont Blanc wäre mit seinen 4.810 Metern nur einer der vielen anderen Hügel in meiner Nachbarschaft... nur, um ab und zu `mal an die Relationen zu erinnern... während der vor meiner Front aufragende Incahuasi mit seinen mehr als 6.600 Metern schon fast 2.000 Meter höher ist als der Mont Blanc, dem mit Abstand höchsten Berg der Alpen.
    Der einzige Wermutstropfen in dieser paradiesischen Szenerie ist... der Wind! Jetzt, am Nachmittag, frischt er immer mehr auf und entwickelt sich zu richtigen Orkanböen, die über die Ebene peitschen. Es wird so heftig, daß ich sogar zurück in den Wanderer flüchten muß...

direkt von meinem Bürofenster zu sehen, ist der Cerro
                      Laguna Verde mit über 5.900 Metern
direkt von meinem Bürofenster zu sehen, ist der Cerro Laguna Verde mit über 5.900 Metern

bei dem starken Wind wirbeln
                        Salzteufel über die freien Flächen
bei dem starken Wind wirbeln Salzteufel über die freien Flächen
ebenfalls in Front vom Wanderer ein weiterer Vulkanriese, der Incahuasi mit mehr als 6.600 m
ebenfalls in Front vom Wanderer ein weiterer Vulkanriese, der Incahuasi mit mehr als 6.600 m

die 'Schlucht' im Heck des Wanderer`s führt hinunter zur Laguna
die "Schlucht" im Heck des Wanderer`s führt hinunter zur Laguna

    Panoramabild (Bedienung)HandyVerbot
öffnen des Panoramas mit Mausklick
verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben
schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick 
von meinem Stellplatz über die Laguna Verde

Obwohl ich es bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit immer wieder erwähne, muß ich es erneut loswerden: Der GlobalWanderer lebt
-neben meinen literarischen Ergüssen- von den Bildern auf diesen Seiten! Sie vernünftig zu präsentieren, also zu vergrößern und zu scrollen, mache ich mir viel Arbeit. Sie zu sehen und hoffentlich manchmal auch bewundern zu können, braucht es einen vernünftigen Monitor an einem PC!
    Handy`s
mit ihrem Daumenkino sind dabei nicht nur völlig überfordert, sondern die Betriebssysteme Android und IOS können die Scripte zur grafischen Darstellung auch NICHT umsetzen!

mein neuer Stellplatz an der Laguna Verde in 4.408 Metern
                      Höhe...
mein neuer Stellplatz an der Laguna Verde in 4.408 Metern Höhe...
äh, der kleine 4.500-er hinter dem Wanderer muß weiter unten noch für eine Story herhalten...

rechts oben auf dem Plateau ist der Wanderer gerade noch zu erkennen
rechts oben auf dem Plateau ist der Wanderer gerade noch zu erkennen

am Abend werden die Schatten um mich herum immer länger
am Abend werden die Schatten um mich herum immer länger

die Laguna Verde vor dem Sonnenaufgang am nächsten Morgen
die Laguna Verde vor dem Sonnenaufgang am nächsten Morgen

Am nächsten Morgen, Mittwoch, dem 11. Feb. `26, ist die Welt schon längst wieder in Ordnung. So verläßlich wie der Wind hier in den Anden ist, hat er sich genauso wie ich, schon am Abend zuvor wieder schlafen gelegt. Eben-falls wie üblich, sind die Temperaturen in dieser Höhe in der vollkommen klaren, extrem dünnen Luft und ohne eine schützende Wolkendecke, beständig gesunken und beim Aufstehen zeigt mein Außenthermometer milde -3,6°. Sofort nach dem Aufstehen schalte ich meine Heizung ein und warte gespannt und immer noch etwas verunsichert auf die entstehenden Geräusche in der ansonsten völligen Lautlosigkeit um mich herum... klicken... summen und dann das leise Pfeifen der langsam hochdrehenden Turbine... Dann der entscheidende Moment: Ein rhythmisches Klacken setzt ein - die Dieselpumpe der Heizung springt an! Sekunden später die riesige Erleichterung! Das Klacken bleibt beständig, bricht nicht wieder ab und jetzt springt auch die Umwälzpumpe an, um das erzeugte Heißwasser durch meine Leitungen zu pumpen...
    Das alles ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit! Als ich den Wanderer gebaut habe, gab es für meine Diesel-Wasser-Heizung noch keine Höhenanpassung und so ist die Anlage in den Anden permanent ausgestiegen.
    Bei meinem letzten Heimaturlaub in Deutschland habe ich eine neue, aktuelle, höhenfeste Heizung gekauft und sie beim Start in diesen 4. Törn im Abenteuer PanAmericana, in den Wanderer eingebaut. Auf der Lagunenroute in Bolivien hatte ich jedoch leider nicht so viel Glück. Bei Temperaturen von unter -10° und mehrfach Höhen bis 4.500 Metern, mußte ich wegen Versagen der Heizung, die "nur" bis 4.000 Meter Höhe ausgelegt ist, so manches Mal bitterlich im Fahrzeug frieren. Als ich dann wegen der Reparatur meines Anlassers in San Pedro de Atacama einen Zwangsurlaub einlegen mußte, habe ich jedoch die Ursache für den eiskalten Ärger, die Dieselversorgung meiner Heizung, komplett umgebaut. Erst jetzt, fast drei Monate nach diesem Umbau und der aktuellen Höhe von wieder fast viereinhalbtausend Metern sowie Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes, erhalte ich die Bestätigung dafür, daß meine Überlegungen und mein handwerklicher Einsatz Erfolg haben...

bei völliger Windstille sind am frühen Morgen wunderschöne
                      Spiegelungen in der Laguna
bei völliger Windstille sind am frühen Morgen wunderschöne Spiegelungen in der Laguna

..und alles in völliger Stille - die Zeit ist wieder einmal zum Stillstand gekommen...
..und alles in völliger Stille - die Zeit ist wieder einmal zum Stillstand gekommen...

..genau die richtigen Bedingungen um meine kleine Drohne steigen zu lassen, bevor der Wind irgendwann am Vormittag wieder einsetzt! Zuvor noch ein schnelles Frühstück, bei dem ich beim vernehmlichen "Plopp" des Marmeladenglases schon wieder Grinsen muß... die Höhe eben... auch der frisch gebrühte Kaffee ist nur noch lauwarm, sobald er in der Tasse gelandet ist! Immerhin kocht das Wasser hier auf fast viereinhalbtausend Metern ja bereits bei nur 85°! Klar denke ich auch an das Essenkochen später am Tag - die Kartoffeln werden wieder eine ganze Stunde im Topf verbringen müssen bis sie wirklich gar sind! Aus Erfahrung gehe ich zwischen meinen Bissen auch ins Bad und drehe die Zahncremetuben und die mit der Sonnenmilch erst einmal um, bevor ich später, wenn ich nicht mehr daran denke, keine böse Überraschung beim Öffnen erlebe und mir durch den Überdruck aus geringeren Höhen der halbe Inhalt entgegenschießt!
    Während um mich herum jeder besserer Hügel ein 5.000-er und jeder Berg ein 6.000-er ist, warnt die Drohne zwar vor der großen Höhe, steigt aber artig in die Luft und wir gönnen uns drei komplette Flüge in den tiefblauen Himmel und über die Laguna Verde.
    Anscheinend sind Illapa und Kon, die zuständigen Wettergötter der Inka`s auf meiner Seite... nach dem letzten Flug bringe ich die Drohne sicher auf den Boden. Kaum bin ich allerdings wieder im Wanderer um die leeren Akkus ans Ladegerät zu hängen, frischt der Wind urplötzlich wieder in bekannter Stärke auf!

durch den frühen Drohnenstart kann ich auch die Spiegelungen auf der Oberfläche der Laguna noch besser einfangen
durch den frühen Drohnenstart kann ich auch die Spiegelungen auf der Oberfläche der Laguna noch besser einfangen

mein Stellplatz ist auf diesem Bild am äußersten, rechten, oberen Lagunenufer
mein Stellplatz ist auf diesem Bild am äußersten, rechten, oberen Lagunenufer

beim Landeanflug ist der winzige Wanderer in der Mitte der Steilküste zu erkennen
beim Landeanflug ist der winzige Wanderer in der Mitte der Steilküste zu erkennen
..hier im Endanflug
..hier im Endanflug

..auch hier muß ich manchmal wieder Schmunzeln, wenn ich an meinen ersten Törn und die ersten Drohnenstarts denke. Ich war von den Steuerknüppeln und den ganzen Zusatzschaltern und Auslösern der Fernbedienung hoffnungslos überfordert und jeder Drohnenstart war damals eine Zitterpatie. Jetzt hat das Unterbewußtsein schon längst wieder die meiste Arbeit übernommen...

der einsame Wanderer auf der Klippe
der einsame Wanderer auf der Klippe

die Schatten um mich herum werden am Abend wieder länger
die Laguna Verde - im Hintergrund die drei Vulkanriesen: v.l.n.r. der Nevado San Francisco > 6.000, Incahuasi > 6.600 und Cerro Mulas Muertas (Berg der Toten Maultiere) > 5.900

Am Nachmittag ziehe ich dann wieder die schweren Wanderstiefel an. Der unscheinbare 4.500-er hinter dem Wanderer, den ich weiter oben schon für diese kleine Geschichte erwähnt habe, läßt mich einfach nicht in Ruhe! Natürlich wäre ich nicht ich und das Abenteuer PanAmericana wäre kein Abenteuer, wenn ich den nicht erklimmen würde! Nur macht es mir dieser Brocken nicht gerade leicht! Nachrutschendes Geröll am Hang und eine brutale Kletterpartie auf den letzten Höhenmetern an der senkrechten Abbruchkante fordern mich heraus. Dafür werde ich mit einer ganz besonderen Aussicht von der dahinter liegenden Hochebene auf den tief unter mir stehenden Wanderer belohnt, der so winzig geworden ist, daß ich ihn anscheinend mit einer Pinzette greifen müßte.

'er' steht da wie ein Tepui am Rand des Amazonastieflands und ruft förmlich nach mir...
'er' steht da wie ein Tepui Tepuis sind die hohen Tafelberge im Guayana-Bergland am Rand des Amazonasbeckens am Rand des Amazonastieflands und ruft förmlich nach mir...

steile Böschung und nachrutschendes Geröll... rechts unten ist der winzige Wanderer gerade noch zu erkennen
steile Böschung und nachrutschendes Geröll... rechts unten ist der winzige Wanderer gerade noch zu erkennen

    Panoramabild (Bedienung)HandyVerbot
öffnen des Panoramas mit Mausklick
verschieben: linke Maustaste drücken UND halten - dabei verschieben
schließen des Panoramas mit ESC oder Doppelklick
-  der Ruf des Abenteuers... genau da muß ich einfach hoch...

der 'kleine' Wanderer während des Aufstiegs
der 'kleine' Wanderer während des Aufstiegs

vom Hochplateau ist der Wanderer nur
                        noch ein winziger Punkt
vom Hochplateau ist der Wanderer nur noch ein winziger Punkt

in der tiefstehenden Abendsonne stauen sich wieder schwere Wolken über dem mächtigen Incahuasi
in der tiefstehenden Abendsonne stauen sich wieder schwere Wolken über dem mächtigen Incahuasi

Die Sonne ist schon lange unter dem Horizont verschwunden und über mir breitet sich wieder der unfaßbar brilliante Sternenhimmel der Südhabkugel aus. Was sich aber bereits am Tag angekündigt hat, die riesigen, schweren Wolken im Osten, über Argentinien, meinem nächsten Ziel, sind auch jetzt über den Vulkanen. Alle zwei bis drei Sekunden leuchten sie grell auf, weil sich mächtige Gewitterstürme in ihnen entladen... Was wird mich dort in den nächsten Tagen wohl erwarten...?

Donnerstag, der 12. Feb. `26, um mich herum ist wieder eine vollkommene Stille und Bewegungslosigkeit - kein einziger Windhauch und keine Grashalme, die sich sanft wiegen könnten, kein einziges Tier, das dieser in der Zeit gefrorenen Welt wieder Leben einhauchen könnte. Im Osten, hinter den mächtigen Vulkanen, die die Laguna Verde von Argentinien abschirmen, stehen wieder riesige Wolkenmassive. Ihre Bewegungen sind für mich viel zu langsam, als das ich sie wahrnehmen könnte.
    Heute ist mein letzter Tag in Chile und an dieser verzauberten Laguna auf einem der Dächer unserer Welt und ich gehe auf eine allerletzte Entdeckungstour. In weitem Bogen umrunde ich die steilen Felsen an meinem Stellplatz, um direkt zum Ufer der Laguna zu kommen. Mit ihrem intensiven Rot erwarten mich völlig unwirkliche Felsen in ihrem aberwitzigen Kontrast zum grellen Weiß des salzbedeckten Ufers und dem Türkis der Laguna.
    Jeder größere Hügel um mich herum ist ein 5.000-er, jeder dieser Berge ein 6.000-er und einige arbeiten, um an die "7" vor dem Punkt heranzuwachsen. Sie haben gute Chancen, genau das in den nächsten Jahrtausenden, wenn ich schon längst in der Zeit vergessen und jede Spur von mir verweht ist, auch zu schaffen. Wie ich schon bei den Granito Orbiculares erwähnt habe, schiebt sich die pazifische Nasca-Platte mit nicht versiegender Macht unter den südamerikanischen Kontinent und hebt dabei das längste Gebirge der Welt, die Anden, immer weiter in die Höhe...

die roten Felsen am Ufer der Laguna
die roten Felsen am Ufer der Laguna

intensive, fast schon unwirkliche
                        Kontraste in völliger Lautlosigkeit
intensive, fast schon unwirkliche Kontraste in völliger Lautlosigkeit

flaches, durchsichtiges Wasser im Nebenarm der Laguna - dahinter der Cerro Laguna Verde, dem nur noch ein paar Meter an den 6.000 fehlen
flaches, durchsichtiges Wasser im Nebenarm der Laguna - dahinter der Cerro Laguna Verde, dem nur noch ein paar Meter an den 6.000 fehlen

Du bist hier: Global-Wanderer > Reisen > Südamerika > Inhaltsverzeichnis > Paso de San Francisco - Teil II > weiter

es geht weiter...

..tatsächlich an einem Freitag, dem 13. Feb. `26, verlasse ich mit dem Wanderer die spektakuläre Laguna Verde und fahre die letzten 400 Höhenmeter zum Paso de San Francisco, auf dem auch die tatsächliche Grenze zwischen Chile und Argentinien verläuft. Über mir strahlt der Himmel noch in seinem intensivsten Blau, während ich mit jedem Höhenmeter immer mehr massive Wolkenbänke in Richtung Argentinien vor mir sehe...
    An dieser Stelle natürlich noch das Video mit den Eindrücken von der Laguna Verde, bevor es über den Paß in die argentinische Puna geht:

Dieses Video liegt in FullHD vor
Vergrößern des Videos auf Vollbild durch Doppelklick



hier geht`s weiter mit dem Paso de San Francisco und den Lagunas der argentinischen Puna